Meine Karriere als Glasbläserin

Jackson liebt das Glassblowing Centre und fragt ganz oft, ob wir hingehen und beim Glasblasen zugucken können. Ja, und nicht nur das: „selbst machen!“ hieß es für mich an einem schönen Wochenendtag.

IMAG0600

Nachdem Sicherheitskleidung (Schürze, Handschuhe und für Nicht-Brillen-Träger eine Schutzbrille) angelegt wurde, geht es zunächst ans Aussuchen der Farben.

IMAG0582 IMAG0583

Danach wird ein Klumpen Glas in den heißen Ofen geschoben und gleichmäßig gedreht, um das Glas … zu erhitzen. Äh, genau. Hättet ihr wahrscheinlich nicht erraten, wenn ich es nicht erwähnt hätte. Wie gut, dass ihr mich habt.

IMAG0586 IMAG0585

Danach wird das heiße Glas gleichmäßig durch die ausgestreuten Glassplitter der gewählten Farbe(n) gerollt und wieder erhitzt. Und lasst euch gesagt sein: es ist ziemlich heiß.

IMAG0588 JD807415

Danach geht es daran, das Glas bzw. den Baum in der Mitte der Kugel zu formen. Das funktioniert folgendermaßen:Durch den Stab mit der potenziellen Kugel wird Luft geblasen, sodass besagte Kugel entsteht. Der Stab wird gedreht und mit einer spitzen Zange wird an drei Stellen in die Kugel eingestochen, sodass das eingestochene Glas an der Innenseite der Glaskugel kleben bleibt, in etwa so wie Kaugummi.  Zwischen den einzelnen Einstichen (hört sich an wie eine Ermordung und dann wie eine Operation, was ich da gemacht hab – und das alles innerhalb von 5 Minuten!) wird die Kugel immer wieder „aufgeblasen“. Danach geht’s wieder in den Ofen.

JD807422 JD807417

Danach wird die Kugel in ihre runde Form gebracht, mit einer  – wer hätte das gedacht? – runden Kelle. Ich spreche wahre Weisheiten aus heute. Da muss was im Wasser gewesen sein, passiert doch sonst nicht! Zuerst wird die also Kugel erhitzt, dann aufgepustet und mit der nassen Kelle geformt, wieder erhitzt, während die Kelle ins Wasser getaucht wird, dann wird wieder aufgepustet und geformt.

JD807424 JD807426

Nachdem die Kugel die gewünschte Form hat, wird dort, wo später der Haken ist, das Glas ganz ganz dünn gedrückt.

JD807429 JD807433

Danach wird mit der „Kugel am Stab“ zu einer Werkbank gewandert, wo die dünne Stelle der Kugel mit dem Bunsenbrenner (so einem Schlauch-Bunsenbrenner) erhitzt und dann abgeknipst wird. Dann wird das Glas zu einem Haken geformt und die immer noch heiße Kugel landet im „Backofen“, wo sie ein paar Tage lagert, bevor sie abgeholt werden kann.

JD807483 JD807486

Danach mache man noch ein wunderbares Foto mit seinem Lehrer und voilà: fertig ist das Samstagsvormittagsvergnügen!🙂 Ich muss leider zu meiner Schande gestehen, dass ich vergessen habe, wie der beste Glasbläserlehrer der Welt heißt. Muss ich beim nächsten Mal Zugucken nachfragen😉

JD807488

Achso, hier ist übrigens das gute Stück:

JD807550

Aber warum schmücken wir unseren Weihnachtsbaum eigentlich mit Kugeln? Und seit wann? Wer hat damit angefangen? Und wie war es vorher? Was hat es mit diesem Baum in der Mitte der Kugel auf sich (den wahrscheinlich niemand erkennt auf dem Foto)? Das könnt ihr im nächsten Post lesen, wenn es euch interessiert.

Habt ihr auch mal was richtig Ausgefallenes gemacht? Was war das und wo?🙂

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s