Back on the Road – Port Macquarie Teil 3

Post Port Macquarie – Klappe die Dritte!

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In „Port“ gibt es ein Koalakrankenhaus, in das die puscheligen Pflanzenfresser gebracht werden, wenn sie krank oder verletzt sind, und das kann man sich angucken. Man kann sogar Patenschaften übernehmen und damit das Krankenhaus, das komplett von Freiwilligen aus der ganzen Welt geführt wird, unterstützen. Ihr könnt auch von Deutschland aus eine Patenschaft übernehmen, schaut einfach mal hier.

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Ich bin jedenfalls vor den Hähnen aufgestanden, um mir das Frühstück der Koalas anzuschauen und wurde mit einer kleinen, privaten Führung belohnt, da ich die einzige Touristin war. Die Pfleger haben sogar meine Kamera genommen und close-up Fotos gemacht – von sich aus! Richtig toll.

Aber was wisst ihr eigentlich über Koalas? An diesen kleinen Kerl hier erinnert sich sicher der ein oder andere:

Blinky

Blinky Bill

Der Koala ist eines der am meisten geliebten Tiere Australien, weil er so süß und knuddelig aussieht. Er hat aber auch scharfe Krallen und kann manchmal alles andere als niedlich sein!

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Herkunft:

Der Koala ist ein Säugetier, dessen wissenschaftlicher Name Phascolarctos cinereus lautet. „Phascolarctos“  lässt sich mit „Bär mit Beutel“  übersetzen; es wurde nämlich angenommen, dass der Koala ein Mitglied der Familie der Bären ist, daher auch Koalabär. In Wahrheit ist der nächste Verwandte des Koalas aber der Wombat.

Fossilien (älteste sind 25 Millionen Jahre!) und Ähnlichkeiten der noch lebenden Tiere zeigen, dass Wombat und Koalas wohl ein Riesensäugetier als gemeinsamen Vorfahren haben. Eine der Gemeinsamkeiten ist, dass beide Arten eine nach hinten geöffnete Beuteltasche haben; Koalas leben auf Bäumen, während Wombats am Boden ihr Leben bestreiten.

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Nomen est omen:

Die Aboriginees hatten viele Namen für Koalas, u.a. koobor, bangaroo, cullawhine koohlah and colo. Die ersten Weißen dachten, ein Koala habe Ähnlichkeit mit einem Faultier und er wurde (wie oben erwähnt) mit einem Bär in Verbindung gebracht – nach und nach haben Forscher aber begriffen, dass keine Verbindung mit einem Bären bestand; dennoch blieb der Name „Koala“, erstmals 1808 abgedruckt benutzt, hängen.

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Aussehen:

Koalas haben große, pelzige Ohren, eine schwarze, flache Nase und sind meistens grau und weiß; einige haben aber eine braune Färbung am Rücken.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Koalas: männliche Koalas aus dem Norden wiegen ~6.5kg  und haben helleres Fell als ihre weiter südlichen lebenden Verwandten. Diese wiegen bis zu 12kg und haben dickeres, zotteligeres und dunkleres Fell. Das lässt sich damit erklären, dass die südlichen Koalas in kälterem Klima leben und deshalb mehr Körpermasse und dickeres Fell brauchen, um Wärme zu speichern.

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„Guten Tag …“

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Links: rechte, zangenartige Vorderpfote, die es ermöglicht, dünne Äste zu greifen.
Rechts: rechte Hinterpfote, der 2. und 3. Finger sind zusammengewachsen.

Lebenserwartung und Feinde:

Seit dem Ende des 19 Jahrhunderts hat sich die Zahl der Koalas verringert, und obwohl Koalas noch nicht vom Aussterben bedroht sind, sie sind auch nicht mehr selbstverständlich. Experten schätzen, dass Koalas in Pflege bis zu 18 Jahre lang leben, in der „Wildnis“ aber durch Autos oder Hunde bedroht werden und deshalb früher sterben.

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Hier sind einige Beispiele, die den süßen Kletterern das Leben schwer machen:

  • Lebensraumzerstörung (Zerstörung der Nahrung, Kontakt mit Hunden und Autos)
  • Krankheiten (wie Augen – oder Blasenentzündung)
  • Überpopulation (in einigen Gegenden leben zu viele Koalas, sodass es nicht genügend Nahrung für alle gibt)
  • Buschfeuer
  • Jäger (am Ende des 19. Jahrhunderts waren Koalas fast ausgestorben, weil ihre Pelze als sehr wertvoll galten)

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Nahrung:

Erwachsene Koalas essen ausschließlich Eukalyptusbaumblätter und sind dank einer Bakterie, die von der Mama an die Kleinen weitergegeben wird, immun gegen die Schadstoffe in ihnen.  Entgegen der allgemeinen Annahme trinken Koalas manchmal Wasser, aber oft nur während einer Dürreperiode oder nach Buschfeuern. Das Wasser, das sie brauchen, bekommen sie aus den Blättern, die sie fressen – die jüngsten Blätter sind die saftigsten.
Dennoch bekommen sie sehr wenig Wasser und Energie aus ihrer Nahrung und verbringen viel Zeit damit, in Bäumen zu sitzen und zu verdauen (und zu schlafen – Koalas schlafen ca. 20 Stunden am Tag!).

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Local stories:

Neulich wurden wir mit der Geschichte der „dropbears“ bekannt gemacht.

Während eines großen Buschfeuers in Australien sind alle Bäume abgebrannt, sodass die überlebenden Koalas in dieser Region keine Nahrung mehr finden konnten. Sie haben sich also an die extremen, veränderten Konditionen angepasst und begannen, Fleisch zu fressen. Da sie aber sehr langsam sind und außerdem schlecht sehen, fiel ihnen das Jagen schwer. Aber dumm sind sie ja nicht und so haben sie das Leben auf den Bäumen zu ihrem Vorteil genutzt: wann immer sie potenzielle Beute näherkommen hörten, machten sie sich bereit und ließen sich einfach fallen (drop). Mit ihren spitzen Zähnen durchbohrten sie die Schädeldecke der Beute.

Die Geschichte ist so verrückt, dass wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir sie glauben sollten oder nicht, also musste unser Freund Wikipedia aushelfen.
Und natürlich ist das kompletter Schabernack, eine Insidergeschichte der Australier, mit der sie Touristen und Besucher verängstigen und /oder amüsieren wollen. Manchmal, wenn sie es ganz bunt treiben, behaupten die Aussies, dass es die Bären abhält, wenn man sich Vegemite oder Zahnpasta hinter die Ohren schmiert oder sich eine Gabel ins Haar wickelt. Der eine oder andere ist bestimmt drauf hereingefallen!

Wieder was gelernt, nicht wahr? Jeden Tag ein bißchen schlauer – mit Katha!🙂
Noch ein paar schmucke Fotos zum Abschluss.

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„Puuuh, ist das heiß heute …“

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Gerry und ich – er hat mich sehr lieb herumgeführt und mir sogar Fotos gezeigt, die noch niemand gesehen hat. Zum Jubiläum des Krankenhauses sollen die aber bald aufgehängt werden.

Die Koalas in diesem Krankenhaus werden behandelt und gesund gepflegt. Wenn es ihr Zustand zulässt, werden sie wieder ausgewildert und darum wird auch jeglicher Körper-Fell-Kontakt gemieden, damit sie sich nicht an das umpflegte Leben gewöhnen. Manche Koalas müssen allerdings in „home care“, als zu Hause gepflegt werden, weil nicht mal die Intensivstation die 24-Stunden-Hilfe leisten kann, die z.B. verbrannte Koalas benötigen.
Es ist unglaublich, dass diese Krankenhaus das einzige seiner Art ist und komplett durch Spenden finanziert und von Freiwilligen geleitet wird. Eine Pflegerin hat mit erzählt, dass eine finnische Band so begeisert von der Arbeit und dem Hospital ist, dass sie einen Song geschrieben und aufgenommen hat – den soll es bei youtube geben (kann ich aber nicht finden) und den Erlös der Verkäufe kommen dem Krankenhaus zu Gute. Wow!

4 thoughts on “Back on the Road – Port Macquarie Teil 3

    • Giorgie aus der Zeichentrickkiste? Die kenn ich wiederum nicht? Aber Koals, die ständig dem Stress von Berührung und Vorzeigen ausgesetzt sind, werden sozusagen „inkontinent“! Also lieber die Finger von den süßen Kerlen lassen!

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