Back on the Road – Capricorn Caves

Wer will fleißige Höhlenforscher seh’n? Ei, der muss mit uns mitgeh’n!

Etwa 25km nördlich von Rockhampton liegen die Capricorn Caves. Das sind Höhlen, die ein Mann zufällig entdeckt hat – irgendwann um 1880 herum, oder so … Wie genau der hieß, habe ich vergessen, aber ich nenne ihn einfach John Smith, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass er wirklich so hieß – irgendjemand heißt ja immer John Smith, oder nicht?

Wie dem auch sei, der gute John stolperte sozusagen zufällig über die Höhlen und nachdem er sich davon überzeugt hatte, wie groß die wohl ungefähr sind und dass er sie tatsächlich in seinen Besitz aufnehmen möchte, hat er sich ein um die 83 Hektar großes Grundstück abgesteckt. Nun ist es aber so, dass gerade Höhlen für die Regierung von großem Interesse sind, da sich ja Erz, Gold oder ähnlich Wertvolles darin befinden kann, und meistens werden gefundene Höhlen nicht verkauft. Damit hat unser cleverer John aber gerechnet und sich einen besonders heißen/schwülen Tag für die Grundstücksinspektion ausgesucht, mit dem Gedanken, dass der Herr Inspektor zu faul sein würde, das Grundstück komplett abzugehen. Volltreffer! Die Regierung überließ John das Grundstück für ganze 10 Dollar. Ist es zu fassen?

John machte sich zwei Jahre lang jeden Tag, mit Kerzenlicht und Seil bewaffnet, auf, die Höhle zu erforschen. Und ich sag euch – die Höhlen sind groß, extrem uneben und (ihr ahnt es) extrem dunkel. Nur mit einer Kerze hätte ich mich da nicht mal jetzt reingewagt – zumal es da auch zieht und einem ganz fix die Kerze ausgepustet wird. Aber Mr John Smith fand das wohl alles sehr aufregend und zog jeden Tag aufs Neue los.
Wie hat er seinen Weg rein – und vor allem wieder rausgefunden? Zwei Methoden gab es: er hat sich markante Steinformationen herausgesucht und benannt, sodass er wusste, wo er sich befand, wenn er vor ihnen stand, und er hat sich ein sehr langes Seil um den Bauch gebunden, das andere Ende desselben um einen großen Felsen gebunden und konnte so im Falle eines Falles ganz leicht seinen Weg zurückkraxeln.

Zwei Jahre lang ging das so und dann hat er die Höhlen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht – und sich damit eine goldenen Nase verdient. Das Grundstück und das „Geschäft“ blieb 3 Generationen in der Familie, jetzt ist es im Besitz neuer Betreiber. Unsere Höhlenführerin hat uns bis zu 5 Metern tief (wenn ich mich recht erinnere) in die beleuchtete Dunkelheit geführt – beeindruckend!

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Schon der Eingang war Respekt einflösßend …

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Diese Bäume sind anfangs so dünn wie ein Faden und später haben sie so viel Kraft,die Steine entzweizubrechen.

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Aus dem Inneren der Höhle – ihr müsst die Qualität entschuldigen, im Dunkeln ist meine Kamera so gut wie gar nicht zu gebrauchen.

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Riesiger Stein, der in der Mitte von Wurzeln der besagten Bäume gespalten wurde.

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Hängebrücke. Wackelige Hängebrücke.

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Diese kleinen Farne sind einzigartig, denn sie können bis zu 40 Jahren auf den richtigen Zeitpunkt warten, um mit dem Wachsen zu beginnen.

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Auf wackeligen Stufen geht es weiter unter die Erde …

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Eine der markanten Steinformationen: Das Kamel

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Tropical Sunset

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Tropical Sunset – nochmal dichter dran

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Die „Kirche“ – hier unter der Erde finden tatsächlich Hochzeiten statt. Es gibt eine Chortreppe, Bänke und tolle Beleuchtung! Außerdem ist die Akkustik 1a – nur ganz leicht unter dem Akkustikwert der Sydney Opera.

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Heute ist alles ganz toll beleuchtet und auf Stalaktiten wird man hingewiesen. Damals hat John sich bestimmt ab und zu den Kopf angehauen😉

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Nachdem wir uns durch einen extrem schmalen, engen, niedrigen Gang gequetscht hatten, standen wir wieder draußen am gespaltenen Stein.

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Es galt nur noch, die zwei wackeligen Hängebrücken zu bewältigen, und damit war unser Abenteuer überstanden.

Die ganze Expedition war unglaublich cool und spannend! Als wir im Kirchenraum saßen, hat unsere Führerin uns die volle Bandbreite der Beleuchtung vorgeführt und nebenbei haben wir die gute Akkustik genießen können – atemberaubend! Und dann hat sie das Licht komplett ausgeschaltet. Stockdunkel war es, man konnte nichts sehen – nur hören. Und zwar abertausende Flügelschläge. Fledermäuse, was denkt ihr denn? Mehrere Tausend der kleinen schwarzen Kreaturen wohnen in den Höhlen und jagen unvorbereiteten Besuchern gerne mal einen Schreck ein, indem sie 2mm vor deren Gesicht an ihnen vorbeizischen … Der Trick ist es, nicht zurückzuzucken, weil die Fledermäuse den Menschen dann nicht mehr lokalisiert haben und verwirrt sind und erst recht in ihn hineinfliegen. Aber das ist leichter gesagt, als getan. Aber eine Erfahrung war es wert und ich würde es auf jeden Fall nochmal machen!

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