Farm Charm – Mein zu Hause

Tja, hier bin ich nun auf der Farm. Montagabend habe ich nicht mehr viel gesehen von allem, aber meine erste Reaktion war Schock. Purer Schock. Das lag aber vor allem an meinen Erwartungen und Vorstellungen. Jetzt, nachdem ich mein Zimmer einmal selbst durchgeschrubbt und mich von meinen „McLeods Töchter“-Vorstellungen verabschiedet habe, fühle ich mich hier eigentlich ziemlich wohl. Die verschiedensten Lebensformen der Tierwelt machen mir zum Großteil nichts mehr aus😉

Ich lebe hier zusammen mit Kate, einer 27 Jahre alten Lehrerin aus England, und Wajihah, einer 24-jährigen Deutschen, die genau wie ich für Unterkunft und Essen arbeitet, um ihr 2. Visum zu bekommen. Als ich ankam, wohnte Josh auch noch hier – hach. Da muss ich aufpassen, dass ich nicht ins Schwärmen gerate, den mochte ich nämlich wirklich gerne, obwohl er 5 Tage nach meiner Ankunft abgereist ist.

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Kate und Wajihah

Meine Farmfamilie besteht aus Darcy und Lynda, seit fast 10 Jahren glücklich verheiratet. Die beiden haben 3 Kinder, die ziemlich … fordernd sind, sagen wir es mal so🙂
Grace ist 7 und absolut süß. Sie ist spargeldürr, kümmert sich liebevoll um ihren kleinen Bruder und ist sehr entspannt, was die Allüren ihrer jüngeren Schwester angeht – und sie ist eine echte Draufgängerin. Alle 3 Kinder sind so: immer barfuß durchs hohe Gras (giftige Schlangen? Unsinn!) und klettern können sie wie die Eichhörnchen. Ingrid ist 5 und eine kleine Diva – sie scheint manchmal sehr affektiert, aber sie ist neugierig und begeisterungsfähig – und gewieft! Am besten, man checkt dreimal mit Lynda, bevor man ihr irgendetwas glaubt! Der Jüngste in der Bande ist Dan(iel) und mit seinen 1.5 Jahren wickelt er alle um den Finger. Er ist sehr Mama-fixiert und weinerlich, aber genauso wild wie seine Schwestern.

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Darcy mit dem kleinen Dan (1.5), Lynda, Ingrid (5) und Grace (7)

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Dan – er liebt es, Hackenschuhe und Perücken zu tragen

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Lynda – superlieb und entspannt, ich mag sie sehr gerne.

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Ingrid und Grace – fasziniert von einem „Zaubertrick“

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Darcy und die Gitarre – wunderbare Stimmung, kann ich euch sagen!

Die Familie und wir wohnen in verschiedenen Häusern, unseres ist „The Brook“. Dort sind unsere Wohnräume und die Schulräume der Mädels untergebracht.
Unten befinden sich Küche und Vorratskammer, Wohnzimmer und einige kleine Räume, während oben die Schulräume, unsere Schlafzimmer sowie das Badezimmer und die Toilette zu finden sind. Hier ist es keine Seltenheit, dass einem Kängurus im Vorgarten begegnen oder dass Pferde mal eben am Haus vorbeigaloppieren. Das Leben hier ist eine kleine Wundertüte: jeden Tag gibt es kleine oder große Überraschungen.

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Das Tor zu unserem Heim

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Willkommen in „The Brook“!

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Die überdachte Terasse

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Blick aus unserer Wohnzimmer-/Haustür auf einen Schuppen

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Wohnzimmer und Essbreich, im Hintergund links die Küche

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Die Küche

Es ist so, dass die ganze Rohrverlegung wohl sehr … eigen ist in diesem Haus. Wenn man oben duscht, dann steigt nämlich der Wasserspiegel unten im Abwaschbecken in der Küche.
Und was die Lampen hier betrifft: manche funktionieren, manche funktionieren nicht, aber sicher ist, dass immer irgendwelches Viehzeug durch die Fliegengitter gelangt und sich am Licht betrinken will. Neulich hatten wir eine Babyfledermaus an der Lampe hängen und da die Mädels sich nicht getraut haben, sie anzufassen, aber auch keine von uns mit einer Fledermaus das Quartier teilen wollte, habe ich todesmutig … die Flucht ergriffen. Nein, Scherz. Ich hab die Fledermaus natürlich gerettet und in die Freiheit entlassen.

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Des Weiteren teilen wir uns die Küche mit einer Maus und mindestens 2 Geckos, und wir haben unsere hauseigene Kröte, die uns jeden Abend, wenn wir uns Bett gehen wollen, einen Schrecken einjagt, wenn sie dort fett und bräunlich und … krötig eben … vor der Tür sitzt und uns den Weg versperrt. Gerade heute haben Kate und Wajihah wieder einen Frosch in der  Kloschüssel entdeckt und als ich dann auch mal die Toilette benutzen musste, fand ich mich Auge in Auge mit einem hyperventlierenden Frosch wieder, der mich von seinem Platz an der Tür aus kritisch beäugte …

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Ja, so ist das. So lebe ich jetzt. Was ich so die ganze Zeit treibe, werde ich euch im Laufe der Tage berichten! Es wird ziemlich cool, also bleibt dran🙂

2 thoughts on “Farm Charm – Mein zu Hause

  1. Absolut charming, das Landleben in Australien.🙂

    Wir hatten mal eine Fledermaus in unserem Keller. Die hing von der ziemlich niedrigen Decke herunter. Wir haben sie einfach hängen lassen. In der olgenden Nacht muss sie sich ein neues Quartier gesucht haben. Offensichtlich fühlte sie sich von uns gestört.

    • Die Mädels meinten, die sei giftig, auch der Urin, und da ich absolut null, nix, zero über Fledermäuse und giftige Absonderungen weiß, war ich einfach nur mutiges ausführendes Organ😉 Anscheinend hat die Fledermaus begriffen, dass wir sie lieber nicht bei uns beherbergen, denn bis jetzt haben wir sie nicht wieder gesehen. Dafür haben wir jetzt eine ohne Flügel in der Küche … Wie war das mit dem Spatz in der Hand?

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