St. Patrick’s Day – Teil 2: Symbole, Kult & Fakten

Patrick war ein ziemlich schlauer Mann. Während seiner Gefangenschaft in jungen Jahren hatte er sich mit der Sprache und der Kultur der Iren vertraut gemacht und verband daher während seiner Missionierung Elemente der irischen Rituale mit den Werten des Christentums, um den Iren den Weg in den Glauben einfacher und natürlicher zu gestalten.

Zum Beispiel führte er ein, Ostern mit einem Feuer zu feiern, da die Iren es gewohnt waren, ihre Götter mit Feuern zu ehren; außerdem nutze er die Sonne, ein kraftvolles, irisches Symbol, und übertrug es auf ein traditionelles, christliches Kreuz auf diese Weise ist das „Keltische Kreuz“ entstanden, das wir alle heute kennen.

Am Saint Patrick’s Day gibt es überall auf der Welt Umzüge und Festivals – die größten finden in Dublin (Irland), überraschenderweise München (Deutschland) und in vielen Städten Amerikas (u.a. NYC, Boston New Orleans, Chicago) statt – der erste Umzug fand am 17. März 1762 in New York statt.es wird aber auch rund um Erdball gefeiert: Australien, Neuseeland, … und nicht nur von Iren, sondern auch zunehmend von Nicht-Iren und Nicht-Gläubigen. Man sieht grün gekleidete Menschen mit Kleeblättern auf den Wangen und lustigen Hüten auf dem Kopf, die sich munter und angeheitert zu typischer, irischer Musik durch die Straßen schieben. Warum grün? Warum Kleeblätter? Warum? Warum Warum?


Das Kleeblatt:

Das irische Kleeblatt (engl. shamrock, keltisch: seamróg, jetzt auch seamroy) war einst eine heilige Pflanze und wurde dann im 17. Jahrhundert zum Symbol des irischen Nationalismus, da die Briten begannen, Irland zu erobern und Gesetze gegen die irische Sprache und den katholischen Glauben zu erlassen. Viele Iren trugen deshalb das Kleeblatt als Zeichen des Stolzes auf ihre Wurzeln und den Unmut gegen die Briten. St. Patrick benutze das dreiblättrige Kleeblatt, um die Dreieinigkeit zu erklären.

Irische Musik:

Soweit man zurückdenken kann, spielte die Musik im Leben der Iren eine wichtige Rolle. In der keltischen Kultur wurden Religion, Legenden und Entwicklungen durch Geschichten und Lieder von einer an die nächste Generation weitergegeben. Nachdem es den Iren durch englische Unterdrücker verboten wurde, ihre eigene Sprache zu sprechen, wandten sie sich der Musik zu, die die Briten jedoch ebenfalls verboten, da sie ihrer Meinung nach zu viele Emotionen hevorrief, und Queen Elizabeth I. verordnete alle Künstler und Dudelsackspieler gefangen zu nehmen und direkt zu erhängen. Am St. Patrick’s Day wird also alles aufgeholt, was damals nicht möglich war.

Typische irische Instrumente sind die Fiedel/Geige, Uilleann Pipes (sozusagen ein irischer Dudelsack), die Blechflöte und eine flache, irische Trommel, genannt „bodrhán„.

Die Schlange:

Über die Vertreibung der Schlangen habe ich ja schon in Teil 1 berichtet. Irland war nie ein Lebensraum für Schlangen gewesen, wie in alten Schriften nachzulesen ist (oder eben auch nicht, es wurden nämlich nie welche erwähnt). Innerhalb von 200 Jahren nach der Ankunft von Paddy war Irland komplett christianisiert.

Eingelegtes Rindfleisch / Corned Beef:

Jedes Jahr kommen tausende „irische Amerikaner“ am St. Patrick’s Day zusammen und haben eine „traditionelle“ Mahlzeit mit ihren Lieben: Rindfleisch und Kohl. Kohl ist seit langem ein irisches Essen, Rindfleisch hingegen wurde es um die Jahrhundertwende mit St. Patrick’s Day in Verbindung gebracht – weiß der Himmel warum.

Die Leprechaun:

Die Leprechaun sind kleine, witzige Männlein aus der irischen Folklore und das ursprüngliche Wort „lobaircin“ lässt sich mit „klein(wüchsig)er Kerl“ übersetzen.
In keltischem Volkstum existieren Leprechauns als launische Kreaturen, die für das Reparieren der Schuhe der anderen Zauberwesen verantwortlich waren. Sie waren bekannt für ihre Betrügereien, die sie oft benutzen, um ihren sagenumwobenen Schatz zu beschützen.
Leprechauns haben eigentlich weder etwas mit St. Patrick noch mit dem Feiertag zu tun, aber durch einen 1959 veröffentlichten Walt-Disney-Film wurden Amerikaner mit einer anderen Art von Leprechaun bekanntgemacht: einer fröhlichen und  freundlichen Version der ansonsten mürrischen Kerlchen. Der freundliche Leprechaun ist pure amerikanische Erfindung, hat sich aber schnell zu einem einfach zu erkennenden Markenzeichen sowohl Irlands als auch des St. Patrick’s Day gemausert. Es gibt Kostüme, um sich in Leprechauns verwandeln zu können, unter anderem der Hut ist ein beliebtes Accessoire (s.o.).

Grün:

Anfangs war blau die Farbe des Heiligen Patrick, sie wurde aber nach und nach durch Grün ersetzt und grüne Schleifen, Kleeblätter und limettengrüne Chrysanthemen wurden am Tag des Schutzheiligen getragen. 1962 wurde am St. Patrick’s Day der Chicago River grün eingefärbt. Man vermutet, der Umschwung zu grün hänge mit einem Symbol aus dem 18. Jahrhundert zusammen, als grün zu tragen bedeutete, seine Zustimmung zur irischen Unabhängigkeit kundzutun.
Es ist Kult, am Feiertag grünes Essen zu sich zu nehmen und sogar das Bier wird grün eingefärbt. (Man kann es auch übertreiben, aber gut …)

Ein beliebter, irischer Trinkspruch an St. Paddy’s Day lautet:
„May the roof above us never fall in, and may we friends beneath it never fall out.“
Übersetzen lässt sich das in etwa folgendermaßen:
„Möge das Dach über uns niemals einfallen, und mögen unsere Freundschaft darunter niemals auseinander fallen.“

In diesem Sinne: Mützen auf, Kleeblätter auf die Wange und „Sláinte!“ Happy St. Patrick’s Day! 🙂

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Ein Kommentar zu “St. Patrick’s Day – Teil 2: Symbole, Kult & Fakten

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