Ferien in Faßberg

Hallo liebe Lebensmaler🙂

In meinen Sommerferien habe ich einem Impuls folgend ganz überraschend meinen Onkel plus Familie in Faßberg besucht. Faßberg liegt im Landkreis Celle, ca. eine Dreiviertelstunde von der Stadt Celle entfernt. Rundherum liegen Orte mit den witzigen Namen Müden, Hermannsburg und Wietzendorf, und zu finden sind diese Ortschaften in einer ländlichen Idylle aus Wald, (Lüneburger) Heide und wahlweise blauem oder grauem Himmel.

Außerdem gibt es in Faßberg den Truppenübungsplatz Munster. Da dort mein Onkel und mein Cousin arbeiten, durfte ich mir ihre Wirkungsstätte mal aus der Nähe ansehen. Mein Cousin ist z.B. dafür zuständig, „Kulissen“ aufzubauen, auf die die Panzer dann aus verschiedenen Entfernungen zielen. Von einem alten Bunker aus ließ ich meinen Blick schweifen:

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Blick vorbei am Bunker.

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Meterdick sind die Bunkerwände, um vor Angriffen zu schützen.

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Gekonnt düster setzt sich der Truppenübungsplatz in Szene.

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Unendliche Weite.

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Ein kleiner Lichtblick am Fuße des Bunkers.

Namensgebend für Faßberg war der … ihr habt es erraten: der Faßberg, der seinen Namen eigentlich nicht verdient, denn er ist bescheidene 92m hoch und ich hatte das Gefühl, man hat die Stelle für das Gipfelkreuz ausgewürfelt. Trotzdem ließ es sich wirklich schön durch die Heide wandern, zumal der Wind die dunklen Wolken weggepustet hat und die Sonne dem Wind die Schärfe nahm. Nicht nur Heidegewächse lieben den Boden hier, sondern auch andere Gräser und Blumen wachsen in die Höhe. Was in Frühling und Winter trost- und leblos erscheint, erwacht in Sommer- und Herbstmonaten zu lila Leben: tausend Heidekrautgewächse entfalten ihre violette Pracht und verwandeln die Landschaft in einen leuchtenden Teppich. Damit Gräser, Blumen und auch Jungbaumpflanzen nicht Überhand nehmen, grasen Heidschnucken diesen Teppich ab und halten ihn so sozusagen „sauber“. Auch Kiefern und Birken wachsen in der Heide gerne und viel. Durch diese Umgebung wandernd konnte ich plötzlich die ständige Sehnsucht meiner Oma nach der Heide verstehen.

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Leuchtende Heide mit Gräsern – ein wunderbarer Kontrast.

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Mein liebstes Motiv.

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Das Gipfelkreuz ist ein schönes Motiv an sonnigen Tagen.

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Ein einsames, violettes Büschel …

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Nach dem Spaziergang durch die Heide fuhren wir durch viele kleine Orte und erreichten schließlich den nördlichen Rand des Naturparks Südheide. Dort befindet sich der Heidesee, in dem bis zum Ende der 60er Jahre Kieselgur abgebaut wurde. Jetzt ist es dort möglich, zu angeln, am Ufer und durch die umliegenden Wälder zu wandern und auch Sand wurde aufgeschüttet, sodass bei schönem Wetter gebadet und sich gesonnt werden kann.

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Blau-sandfarbenes Wasser mit Windmuster …

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Danach fuhren wir noch eine ganze Weile durch Kiefernwälder, bis wir zum „Angelbecks Teich“ kamen. Hier wuchs eine Unmenge an Heide, bis das Gebiet im 19. Jahrhundert aufgeforstet wurde. Die trockenen Kieferwälder sind jedoch äußerst brandgefährdet und 1975 wüteten hier Flammen, die sich den Baumbestand vollständig einverleibten. Zusätzlich zu der nach dem Waldbrand wachsenden Heide wurde ein Löschteich angelegt, der heute als Angelsbecks Teich ein gerne besuchtes Erholungsziel darstellt. Unsere Familien sind hier anscheinend schon spazieren gegangen, als ich noch klein war – daran habe ich keinerlei Erinnerungen, aber den See fand ich dennoch schön: schiefergraues Wasser mit vom Wind hineingefurchten Mustern, leuchtende Blumen und Heidekraut drumherum … irgendwie verwunschen und gleichzeitig gemütlich. Vereinzelt standen Liegen bereit, auf denen man sich niederlassen konnte, wenn man die Szenerie länger betrachten oder mit geschlossenen Augen die Stille oder Geräusche der Natur aufnehmen wollte.

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Ich bin viel spazierengegangen und habe die Weite genossen, die die Landschaft so wunderbar zeigte. Alles habe ich in den zwei Tagen, die ich dort oben war, natürlich nicht gesehen. Wir sind an vielen Mühlen vorbeigefahren, alten Fachwerkhäusern, Höfen und Teichen, Seen und Waldgebieten, die ich hoffentlich beim nächsten Besuch näher unter die Lupe nehmen kann.

2 thoughts on “Ferien in Faßberg

    • Mir war bis dahin gar nicht bewusst, wie hübsch die Landschaft dort aussehen kann. Ich habe die Fotos ausgedruckt und werde sie als Weihnachtsgeschenk an meine Familie senden. mal sehen, was sie sagen!

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