Verliebt

Kennt ihr dieses verwirrende, magenumdrehende Gefühl, wenn man jemanden trifft, der ganz besonders scheint? Ich habe es vor ein paar Monaten gespürt und es sprang mich an wie ein Raubtier aus dem Gebüsch: unerwartet, heftig, angsteinflößend. Aber es war auch irgendwie schön. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, was da los war. Wochenlang waren sie immer da, diese Gedanken und die Verwirrung: was soll das werden? Freundschaft? Ist das Verliebtsein? Ich kannte die Person nicht sonderlich gut, aber wenn ich sie gesehen habe, hat mein Herz angefangen, wie wild zu klopfen – ich war nicht außer Atem oder nervös wegen irgendetwas, ich hatte keinen Kreislaufkollaps oder Asthma. Nein, es lag schlicht und ergreifend an der Präsenz dieser einen Person – das Raubtier machte sich bereit zum Sprung.

Ich habe dauernd über die Person geredet – dau-ernd. Wie das eben so ist, wenn man jemanden toll findet und in ungefähr jedem Gespräch den Namen desjenigen erwähnen muss. XY hat dies gesagt, XY hat das so gemacht, XY meint … Puh. Wenn ich die Person gesehen habe und sie auf mich zukam, mich anlächelte … dann war alles gut, der Tag war gut, mir ging es gut. Alles war irgendwie anders plötzlich. Ich sah die Person ständig, hoffte, sie zu sehen, hoffte, sie nicht zu sehen – denn so gut, wie es manchmal war, so furchtbar war es an anderen Tagen – es verstärkte die Verwirrung und das Magenflimmern nur und ich wusste überhaupt nicht, wohin mit mir und was da eigentlich los ist. Unerklärlich. Merkwürdig.

bestinyou

Das alles hat vor über einem halben Jahr begonnen und ich habe gerade meinem Tagebuch die jetzige Situation anvertraut: „Ich kann ganz schwer einschätzen, ob ich verliebt bin. Zumindest bin ich mir jetzt sicher, dass ich mir unsicher bin.“ Ganz klarer Fall also. Aber für mich ergibt es Sinn. Ich habe die Person besser kennengelernt und denke immer noch oft an sie. Ich mag ihr Lachen und ihr offenes Gesicht und wie wir manchmal philosophieren. Ich konnte durch die Gespräche einen ruhigeren Standort gewinnen, quasi eine markierte Stelle im Sturm der Gefühle, von der aus ich mir alles Herumwirbelnde in Ruhe angucken und warten kann, bis ich die Gefühle und Gedanken gründlichst von allen Seiten betrachtet habe. Denn herumwirbeln tut da immer noch eine Menge. Aber nach dem gründlichen Betrachten kann ich immer noch entscheiden, was ich fühle und denke und (unternehmen) will.

Diese Erkenntnis tut gut. Und das Lächeln, das die Person mir ins Gesicht zaubert, das nehme ich einfach an. Ein bißchen Magie kann ja nicht schaden.

4 thoughts on “Verliebt

  1. Na, wenn das nicht nach „verliebt“ klingt, dann weiß ich auch nicht! Dieses verrückte Verliebtsein ist ein Vorstadium von dem, was sich zur tiefen, ruhigen Liebe entwickeln kann. Ich wünsche es dir. Die meisten Menschen sind kompletter zu zweit.🙂

    • Manchmal reicht mir die Straße und mein Backpackerleben, manchmal sehne ich mich nach jemandem, der zu Hause auf mich wartet … wo auch immer dieses zu Hause ist. Mal sehen, wo die Reise mich hinführt und mit wem.

      • Geh einfach deinen Weg weiter und warte ab. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Leben manche Überraschung bietet. Und irgendwann kommt der Moment, in dem du auch genau weißt, welche von all den Alternativen gut und richtig für dich ist.

      • Eben, das Leben ist eine Wundertüte und ich vertraue darauf, dass ich zur richtigen Zeit das Richtige rausfische😉

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