Winterwunderland

Nachdem ich heute endlich meine Hausarbeit über das Asylverfahren in Deutschland fertiggestellt habe, zog es mich hinaus ins Weiß des Spätnachmittags. Mit Strumpfhose unter der Jeans und in 3 weitere Paar Socken, in 3 Oberteile plus Mantel, Schal, Mütze und 2 Paar Handschuhe verpackt schlüpfte ich in meine Winterstiefel und zog los. Ich musste auch gar nicht weit gehen, bis ich das erste Motiv entdeckte. Eine Omi im Fenster eines alten Hauses in der Altstadt – hier in der „Großstadt“ finde ich das plötzlich unglaublich liebenswert, wenn eine Oma die Nase ans Fenster drückt. Sie sah genauso faltig aus wie das Haus schief war und es rührte mich irgendwie.

Ich zog also durch die Altstadt (vorbei am Café im Torhaus, das nun auch nur noch 5 Minuten entfernt ist von mir) in Richtung „Kehrwiederwall-Wald“. Dort erwartete mich ein Winterwunderland, inmitten dessen gerade von anderen Menschen meines Alters ein Schneemann zum Leben erweckt wurde. Dann schlitterte ich einen steilen, nicht gestreuten Pfad zum See hinunter und schlenderte einmal drumherum. Verzaubert lag alles vor mir und ich musste daran denken, wie wir, als meine Schwester und ich noch klein waren, immer bei uns im Dorf auf dem Teich im Park Schlittschuh gelaufen sind – nicht in einer Eishalle. Solche Erinnerungen verblassen mit der Zeit und ich habe mich gefreut, gedanklich eine kleine Zeitreise unternehmen zu dürfen. Ich kam auch noch an einem Hang vorbei, an dem anscheinend Hildesheims Kinder Schlitten fahren – das Gekreische erinnerte mich an meine eigenen rasanten Schlittenrennen und ich musste lächeln. Beim Gang um den See starb mein Handy leider am Kältetod und so konnte ich viele weitere schöne Momente nicht mit dem Handy, sondern „nur“ mit den Augen einfangen. Es war so schön da draußen, ruhig und lebhaft zugleich und durch die Kälte kann ich die Wärme meiner Wohnung jetzt wirklich schätzen.

Eigentlich war ich früher nie ein Wintermensch, habe ich zumindest immer behauptet. Aber jetzt, wenn ich mich dick einpacke und es schneit, dann bin ich vollkommen verzaubert und versöhnt mit der Kälte. Sie lohnt sich dann meiner Ansicht nach – der Schnee macht alles gut. Ich hab den Nachmittag richtig genossen. Wie sieht es mit euch aus? Bleibt ihr drinnen oder wagt ihr euch auch mal raus, wenn es friert? Was sind eure liebsten Erinnerungen an den Winter? Oder könnt ihr es nicht erwarten, bis es endlich Frühling wird?

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