Müdigkeit und ein Geschenk

Hallo liebe Lebensmaler,

ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber irgendwie ist diese Woche an mir vorbeigeflossen. Ich konnte wieder zur Arbeit gehen, aber jetzt hat es alle Kollegen erwischt, die in meiner Gruppe arbeiten, sodass ich mit Kollegen aus anderen Gruppen zusammengearbeitet habe und es weiterhin schwierig blieb, die Struktur und auch die Kinder meiner Gruppe kennenzulernen und einzuschätzen. Zudem schlafe ich schlecht und bin dementsprechend groggy, wenn der Wecker morgens klingelt. Trotzdem macht mir die Arbeit Spaß, auch wenn es mir noch ein bißchen schwer fällt, auf Kindergartenniveau zu wechseln, da ich bis jetzt ja nur in der Krippe und in der Jugendarbeit gewesen bin. Aber die Kids sind super, haben mich toll aufgenommen und zaubern mir eigentlich jeden Tag ein Lächeln auf’s Gesicht, egal ob durch einen netten Kommentar, eine witzige Beschreibung oder eine „total logische“ Erklärung:

Ich leihe einem Jungen meinen Papageien-Ohrring zum Spielen. Meine Bitte an ihn: „Nicht weggeben und vorsichtig spielen“. 5 Minuten später kommt er zu mir, Haken in der einen, Anhänger in der anderen Hand – mit großen, besorgten Augen.

Junge: „Katharina? Guck mal, kannst du das heile machen?“
Ich: „Och, ich hatte dich doch gebeten, vorsichtig damit zu sein und ihn nicht kaputt zu machen.“
Junge: „Er ist ja auch nicht kaputt, du musst ihn nur wieder heile machen.“

Und mit solch wundervoller Kinderlogik, spannenden Geschichten und vielen Umarmungen vergehen meine Arbeitstage. Ich hab jetzt auch schon eine Idee für das Projekt und werde mich jetzt im Anschluss an diesen Post durch Fachbücher wälzen (müssen). Den heutigen Tag hab ich auch eher durch einen Schleier erlebt, da ich einen Nachtdienst hatte in der Kinder-und Jugendhilfeeinrichtung, in der ich ja nebenbei noch arbeite und wir am Nachmittag eine Inobhutnahme hatten – also einen neuen Jugendlichen aufgenommen haben. Alle waren dementsprechend aufgekratzt und ich hatte einen Monat Urlaub, sodass ich neben dem Kennenlernen des neuen Jugendlichen erstmal wieder auf den neuesten Stand gebracht werden musste – also Schlafenszeit erst kurz vor Mitternacht. Ich habe wieder schlecht geschlafen, sodass ich heute morgen einfach wie durch den Wolf gedreht gewirkt haben muss.

Die Jungs haben sich dann aber liebevoll gekümmert, für mich den Tisch mitgedeckt, mich in eine Decke gewickelt und sogar angeboten, mir Suppe zu kochen. Hach, ein bißchen umsorgt zu werden ist echt Balsam für die Seele. Und das Lachen mit ihnen auch. In solchen Momenten bin ich mir dann plötzlich wieder sicher, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Es ist schon ein Geschenk, das immer wieder klar sehen zu können.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!❤

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