Aus dem Mund … der Killerpilze

killerpilze

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Ja, lacht ruhig – die Killerpilze gibt’s schon gar nicht mehr und sie waren berühmt, wenn man das überhaupt so nennen möchte, als ich noch die Bravo gelesen habe – Ewigkeiten her also. Dieses eine Lied jedoch habe ich erst vor ein paar Jahren entdeckt, glaube ich. Ich finde es auf jeden Fall ziemlich schön und überraschend reif für eine „Teenieband“. Es handelt vom Auf und Ab einer Beziehung, von Regen- oder Winterphasen, in denen trotzdem die Hoffnung auf die Sonne und einen folgenden Sommer nicht stirbt. Davon, dass Arbeit und Herz in die Beziehung gesteckt werden muss, gerade am Anfang, wenn die erste Faszination und die Begierde einer Alltäglichkeit zu weichen droht, die irgendwann das sichere Aus für die Zweisamkeit bedeutet. Davon, dass man sich nochmal zusammen hinsetzt, darüber redet, was passiert ist und nachdenkt, was man in der Zukunft besser machen kann, damit der Winter weder ewig lang noch bitterkalt wird. Dass man reden muss, um es zu schaffen.

In letzter Zeit ist bei mir in puncto Beziehung einiges schief gegangen. Mal wieder. Dabei hat es sich lange gezogen, das Kennenlernen, die Gespräche, das Akzeptieren, dass er es anscheinend wohl tatsächlich ernst meint. Das hat, glaube ich, am längsten gedauert. Und als ich es dann endlich geglaubt habe und mich getraut habe, dieses Verliebtsein anzunehmen, fing er an, komisch zu werden. Meldete sich weniger, wurde einsilbig, irgendwann hörte ich gar nichts mehr von ihm. Ein Schlag in die Magenkuhle.

Bis ich dann plötzlich doch wieder etwas von ihm hörte, er sich entschuldigte, alles erklärte und sich wirklich Mühe gab, es wieder gut zu machen. Und weil ich ihn mochte und ihm glauben wollte und vor allem nicht glauben wollte, dass er doch nicht die Person war, mit der ich fast ein ganzes Jahr „verbracht“ hatte … gab ich ihm Chancen. Nicht eine, nicht zwei … bestimmt bewegen wir uns im zweistelligen Chancen-bereich. Unglaublich, aber wahr. Wenn ich jemanden mag, sehr gerne mag (und er war schon ziemlich besonders), dann kann ich eine Menge ertragen, bis ich an den Punkt komme, an dem es dann reicht. Und selbst dann spreche ich an, dass dies der Moment ist, in dem es sich entscheidet: go big or go home.

Dieser Punkt kam zwischen Weihnachten und Neujahr – und was soll ich sagen? Es tat gut, den Ballast nicht mit ins neue Jahr nehmen zu müssen. Ich weiß nicht, was er jetzt macht, mit wem oder wo, ich weiß nicht, ob alles, was gewesen ist, gelogen war oder ernst gemeint, denn er hat sich nicht mal die Mühe gemacht, mit mir zu sprechen, sondern hat sich sang- und klanglos einfach nicht gemeldet. Auch schön.

So beschissen ich das auch finde, so gut tut es mir, mich nicht mehr damit belasten zu müssen. Es gibt diesen einen Spruch, den ich unglaublich zutreffend finde:

We me for a reason. Either you’re a blessing or a lesson.

Und ich glaube, dass dieser Mann eine Lektion war. Eine sehr gute und eine, die ich gebraucht habe. Denn wenn ich im Leben und in meiner Ausbildung eines lerne: Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden und an und aus ihnen zu lernen. Und dementsprechend ist die Lektion auch gleichzeitig ein Segen.

Warum ich euch diese Geschichte in Zusammenhang mit dem Songtext erzähle? Weil ich finde, dass man sich in jeglichen schwierigen Situationen (nicht nur in Beziehungen) daran erinnern sollte, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, um zum Ziel zu kommen als die Offensichtliche. Dass man darüber nachdenken sollte, wie weit man seinen eigenen Weg verlassen kann, um dem anderen entgegenzukommen, ohne plötzlich an einem ganz anderen als dem gewünschten Ziel anzukommen. Und ich finde, es ist so wichtig, sich daran zu erinnen, dass auch ausweglose, graue, triste Situationen nur das sind, was man selbst aus ihnen macht. Wenn man plötzlich die Welt um 180 Grad dreht und einen Eimer Farbe draufkippt, geht es eigentlich. Es ist wichtig, zu hinterfragen, ob wirklich alles so sein muss, wie es (vorgeschrieben) ist oder ob man die Macht hat, tatsächlich etwas zu verändern?

Warum also als begossener Pudel dastehen und das Leben auf sich regnen lassen, wenn man genauso gut mitten hineinspringen und schwimmen kann? Nass wird man ja sowieso, da kann man ruhig dafür sorgen, dass es wenigstens angenehm oder so angenehm wie möglich ist. Ich hoffe, auch euch gelingt es, über Trennungen und evtl. gebrochene Herzen hinwegzukommen, Ballast abzuwerfen und im Leben das Bunte, Schöne, Leuchtende zu sehen – bzw. selbst zu erschaffen.

Vielleicht habt ihr Lust, auch ein bißchen aus dem Nähkästchen zu plaudern?

angelsandairwaves

4 thoughts on “Aus dem Mund … der Killerpilze

    • Kein Wunder, es war Monate still hier – ich hab es einfach nicht geschafft. Eigentlich sollte es auch etwas über Afrika geben, aber es ist so viel und alles durcheinander. Ich denke, ich versuche, nach der letzten Prüfung (Ende April) Afrika aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Es wäre schade, die Abenteuer dort zu verschweigen😉

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