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„recolourlife“ zieht um

DEUTSCH – ENGLISH

Hallo an euch alle,

ich blogge mittlerweile 5 Jahre auf wordpress und mir ist recolourlife unglaublich ans Herz gewachsen. Dieser Blog ist mit ganz vielen Erlebnissen, Reisen, Begegnungen, Abenteuern, Erfolgen, Geschichten, Gedanken, Bildern, Ideen, Musik, Erinnerungen und … Gefühlen gefüllt. So prall gefüllt, dass mein Datenvolumen für Bilder aufgebraucht ist! Sehr traurig, denn ich muss mich von „recolourlife“ trennen.

Hello everyone,

I’ve been blogging on wordpress for 5 years now and this blog is such a big part of my life. It is filled with lots of ideas, adventures, memories, encounters, music, thoughts, travels … and feelings. Now unfortunately my data volume is used up and I have to part with this wonderful blog.

Das fällt mir wirklich schwer, denn recolourlife ist mein kleines virtuelles zu Hause geworden. Das Bloggen gebe ich natürlich nicht auf, das könnte ich gar nicht, denn auch, wenn ich manchmal lange schweige und mir Zeitfenster regelrecht freischaufeln muss, gehört „dieses Bloggen“ mittlerweile fest dazu zu meinem Leben.

That is hard for me because recolourlife has become my virtual home (away from home). I’m not giving up blogging entirely, of course not, I could never do that. Even though I sometimes go weeks without blogging once, blogging is a fixed part of my life.

Die Adresse des neu kreierten Schwesternblogs findet ihr unten. Bevor ihr dort stöbert, lasst mich bitte noch sagen: danke für euer Interesse, danke für eure Klicks und Likes, danke für den Liebster-Blog-Award und danke für eure steten, aufmunternden Kommentare. Ihr seid eine tolle Bloggemeinde und macht es für mich noch lohnenswerter, meine Geschichten zu tippen. Ein riesiges, aus tiefstem Herzen gefühltes, DANKE! ❤

You can find the link to the newly created sister blog below but before you have a look around there please let me say this: thank you for your interest, your klicks and likes, thanks for the „favourite blog“ award and for the always encouraging comments. You’re an awesome crowd and make it even more worthwhile for me to share my stories. A huge, heartfelt THANK YOU! ❤

Und jetzt folgt mir …  auf zu neuen Abenteuern auf …
And now follow me … let’s have new adventures on …

www.recolouringlife.wordpress.com

neuerblog

DIY – Glücksbringer

Hallo liebe Lebensmaler,

bevor es weitergeht mit Tag 3 aus Bucaramanga, möchte ich euch erst noch zeigen, was ich Angel für seinen letzten Aufenthalt in Venezuela mitgegeben habe. Dieses Mal sollte er tatsäch nicht nur Papierkram erledigen oder Flüge simulieren, sondern endlich mal wieder selber im echten Cockpit sitzen und die Welt von über den Wolken betrachten. Ich war bis zum letzten Moment planlos, aber dann habe ich die Idee gehabt.

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Ihr braucht:                     | zwischen 3-10 Minuten

Papier (weiß oder farbig)
evtl. Schere zum Zurechtschneiden
versch. Stifte

Und so geht’s:

Ich habe bei google nach „Papierflieger falten“ gesucht und habe diese Website gewählt: besserbasteln.de. Dort habe ich mich für den „Mittelstreckenflieger -Düsenjet“ entschieden. Ich habe kein A4-Blatt genommen, sondern einfach mit einem Blatt, dessen Größe mir passend erschien, drauflosgefaltet (es war in etwa so groß wie ein Haftnotizzettel). Nach 2 Versuchen nur hatte ich meinen Düsenjet, den ich dann personalisiert habe.

Natürlich hat mein Pilotenfreund seine eigene Airline – „Angel Airline“ – dieser Schriftzug ziert eine der Tragflächen. Aus mehreren Gründen habe ich mich dafür entschieden, die andere Tragfläche mit 3 Sternen zu versehen: Angel hat sowohl die kolumbianische als auch die venezuelanische Staatsbürgerschaft, seine Ausbildung hat er dort drüben gemacht und auch jetzt hat er dort drüber zu tun- dieses Land ist genauso Teil von ihm wie Kolumbien. Auf der venezuelanischen Flagge sind Sterne zu sehen und außerdem ist er natürlich (m)ein „Star“, was das Fliegen angeht – gänzlich unvoreingenommen 😉 Blau habe ich gewählt, weil es seine Lieblingsfarbe ist und natürlich auch die des Himmels, durch den er mit seiner Angel Airline fliegt – ganz symbolträchtig also alles. 😉

In den „Innenraum“ des Flugzeuges kam dann meine persönliche Nachricht an ihn und fertig war mein diesmaliger Glücksbringer. Das ist so ein einfaches Geschenk, das ihr in wenigen Minuten gut nachbasteln und sehr, sehr persönlich gestalten könnt. Was meint ihr dazu? 🙂

Wie immer brauche ich noch mehr Tipps, weil er demnächst nochmal los muss … Ich bin wirklich uninspiriert momentan. Ich freue mich über eure Tipps, Anregungen und Meinungen!

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DIY – Gepäck und Schutzengel

Bevor ich euch weiter von unseren Abenteuern in Bucaramanga berichte, möchte ich heute einen kleinen Kreativ-Post dazwischenschieben.

In letzter Zeit musste Angel oft nach Venezuela reisen, um dort verschiedene Angelegenheiten zu regeln, die mit seinem Beruf zusammenhängen. Mal war er nur kurz weg, mal länger. Jedes Mal habe ich ihm eine Kleinigkeit mitgegeben, damit er mich bei sich hat, wenn wir getrennt sind und um ihm Glück zu wünschen. Für seine erste Reise habe ich ihm schlicht eine „1 Cent“-Münze mitgegeben, da diese ja bei uns als Glücksbringer bekannt ist. Für seine zweite Reise habe ich ihm „Extragepäck“ geschenkt und für die dritte Reise habe ich ihm „Flügel verliehen“.

Ihr braucht:                   |   ca. 10 Minuten pro Geschenk

weißes Papier
Bleistift, Farbstifte
Schere, Tesafilm

ggf. PC/Handy zum Suchen nach Bildern zum Abpausen, wenn ihr (wie ich) nicht gut frei Hand zeichnen könnt

Und so geht’s:

Für den Koffer habe ich einfach bei google „Koffer Cartoon“ eingegeben, ein passendes Bild vom Bildschirm abgepaust (s.u.), ausgeschnitten und farblich gestaltet. Meine simplen Wünsche habe ich natürlich sicher im Koffer verstaut und letztendlich habe ich alles mit Tesafilm umklebt, damit der Koffer wasserfest ist („imprägniert“ sozusagen 😉 ) und nichts verwischt.

Für die Flügel habe ich bei google „Flügel basteln“ eingegeben, ein bißchen gescrollt und letztendlich genau das Gleiche gemacht: abgepaust (s.u.), ausgeschnitten, meine Wünsche verfasst und alles mit Tesafilm umwickelt. Über die Flügel hat Angel besonders gelächelt, weil sie nicht nur als Schutzengelflügel zu sehen sind, sondern auch zu seinem Namen passen, zu seinem Beruf (Pilot) und zu dem, was er in Venezuela erledigen musste.

 

Sowohl Gepäck als auch Flügel ließen sich schnell und unkompliziert herstellen, gerade auch, weil wenig Material benötigt wird, und die Größe kann passend zu den Wünschen, die ihr verfassen wollt, ausgewählt werden. Was haltet ihr von diesen Ideen?

UND ich brauche eure Hilfe: was fällt euch noch ein zum Thema Reisen / Schutzengel / Glück wünschen? Er muss noch mindestens 2x los und mir gehen die Ideen aus! Für Inspiration, Tipps und Tricks bin ich sehr dankbar! 🙂

Aventuras Nuevas – Feliz Navidad y Feliz Año

Ich weiß, dass ich etwas spät dran bin für Weihnachtswünsche und irgendwie auch für Neujahrswünsche – sonst gar nicht mein Stil, aber wieso sollte es in Kolumbien anders sein als in Deutschland? Auch hier gab es last minute-Stress, verschiedenster Art. Aber der Reihe nach.

Zunächst einmal habe ich festgestellt, dass ich zu Weihnachten doch ein paar Menschen beschenken kann, und das hat mich recht glücklich gemacht. Das geht an Weihnachten oft verloren, finde ich: es geht nur um Geschenke und wer etwas bekommen muss, wer wohl beleidigt ist, wenn er nichts bekommt, für wen unbedingt das perfekte Geschenk gefunden werden sollte. Dabei geht es nicht mehr darum, warum man diesen Menschen beschenkt, sondern dass und was man schenkt. Ich hatte mich diesbezüglich auf ein ruhiges Weihnachten eingestellt, da ich nichts nach Deutschland schicken und von dort auch nichts empfangen konnte. Doch dann ist mir aufgefallen, dass ich mich bei einigen Menschen hier bedanken wollte, weil sie mein Leben hier erleichtert haben, mir Lasten abgenommen, mir geholfen, zur Seite gestanden oder mir ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert haben – und bei einigen auch, weil sie Freunde geworden sind.

Ich habe mich also in die Küche gestellt und deutsche Schwarz-Weiß-Kekse gebacken – die gehören bei uns zu Hause zur Weihnachtszeit dazu wie der Baum und der Adventskranz. Die habe ich dann hübsch verpackt (die Suche nach durchsichtigem Geschenkpapier war die reinste Odyssee!), kleine Nachrichten dazu geschrieben und an die Empfänger verteilt. Neben den kleinen Päckchen habe ich auch eine große Menge für meinen Gastvater abgepackt und auch für Angel’s Familie, bei der ich ein zweites zu Hause gefunden habe (sieht die zweckentfremdete ud neu gestaltete Douglastüte nicht aus wie eine „teure“ Verpackung  luxuriöser Backgüter? Ich war so stolz!). Meine Gastmama, Angel’s Mama und auch Angel haben noch extra Geschenke bekommen – und ich habe mich sehr glücklich gefühlt, dass ich an so viele Menschen denken kann, da ich noch nicht ganz 6 Monate hier lebe und schon so vielen Menschen dankbar sein kann. Das war für mich eine tolle Erfahrung.

Zusätzlich zu den Geschenken musste ich meine Koffer packen – ich bin am 23. zu Angel „gezogen“ für ein paar Tage. Das hatten wir schon vor ein paar Wochen so geplant, da es Unstimmigkeiten in meiner Gastfamilie gab und wir uns auf einen Auszug am 23.12. geeinigt hatten. Die Umstände dieser Entscheidung haben sich zwar wieder geändert, sodass das Packen im kleineren Stil verlief als ursprünglich angedacht, aber an dem Plan haben wir trotzdem festgehalten, da ich Weihnachten gerne mit ihm verbringen wollte. Aber nicht nur für den Aufenthalt bei ihm mussten meine Koffer gepackt werden, sondern auch für meine erste weitere Reise in Lateinamerika: am 26.12. sollte es für mich nach Peru gehen, genauer gesagt in dessen Hauptstadt Lima. Diese Reise war notwendig, um ein neues Touristenvisum beantragen zu können, da ich vorhabe, noch länger in Kolumbien zu bleiben und mein jetziges Visum nur bis zum 02.01. (morgen) gültig ist. Bei der Aus- und Einreise würde ich einen neuen Stempel in meinen Pass bekommen, der mir erlauben sollte, erneut 90 Tage in Kolumbien zu bleiben.

hojadevida

Mein Lebenslauf – Hoja de vida

Mein Wunsch, länger in Kolumbien zu bleiben, hat mehrere Gründe: zum einen möchte ich länger bei Angel bleiben können und zum anderen möchte ich gerne weiter an meinem Spanisch arbeiten, was ich zu Hause in dem Stil wie hier nicht könnte. Da es aber in meiner Gastfamilie, wie erwähnt, Unstimmigkeiten gab und wir uns dazu entschieden hatten, den Vertrag nicht zu verlängern, musste ich mich nach einer Alternative umschauen, was ganz schön an meinen Nerven gezogen und auch die Zeit mit Angel belastet hat. Er hat mir geholfen mit allem, was ich nicht alleine schaffen konnte, und wir haben meinen Lebenslauf bei mehreren Englischinstituten eingereicht. Privat habe ich mich natürlich auch umgeschaut und -hört und es ergaben sich viele, viele Möglichkeiten … die leider alle nach und nach in sich zusammengefallen sind, leise, aber meine Welt hat es doch erschüttert. Ich habe während dieser Wochen gelernt, dass die Kolumbianer zwar sagen, dass sie helfen werden, aber eigentlich meinen, dass sie helfen möchten. Ein großer Unterschied, denn irgendwann stellten alle, die mir Hilfe zugesagt hatten, dann fest, dass sie nicht helfen konnten und ich stand da – desillusioniert, hilflos und ganz verzweifelt.

Zum Glück hat mich dann ein Englischinstitut zu einem Interview eingeladen – und ich werde im Februar beginnen, als Lehrerin in der ISE -International School of English- zu unterrichten. Die Stunden, die ich absolvieren muss, sind exorbitant, die Pflichten, die ich habe, sind kolossal und breitgefächert und die Arbeit, die ich außerhalb meiner Arbeitszeit abzuleisten habe, ist gewaltig. So viel zum Soll; auf der Haben-Seite steht ein ziemlich kümmerlicher Lohn und karge Freizeit, dafür aber Zeit in Kolumbien. Was tut man nicht alles …? Wie es eben in Kolumbien so ist, wird alles auf die letzte Minute erledigt, sodass ich am 23.12. morgens ins Institut musste, um meinen Vertrag zu unterschreiben und alles für den Antrag auf ein Arbeitsvisum vorzubereiten. Das hat ziemlich lange gedauert, und zum Arzt musste ich auch noch, sodass ich in Zeitstress kam. Das Arbeitsvisum zu beantragen habe ich nicht mehr geschafft, und muss ich jetzt recht fix erledigen. Ich hoffe, dass damit alles glatt läuft – drückt mir die Daumen!

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Glitzernde, blinkende Lichter kolumbianischer Weihnacht

Weihnachten war dann etwas ganz anderes als zu Hause – hier ist es eher eine große Party mit lauter Musik, viel Alkohol und blinkenden Lichtern. Mir hat die Besinnlichkeit, Ruhe und die Gemeinschaft gefehlt, und obwohl (oder gerade weil) ich inmitten von Angels spanischsprechender, kommender und gehender Familie saß, habe ich mich sehr einsam gefühlt und mich nach Hause gesehnt. Es gab keinen erkennbaren Ablauf für mich, kein Aufgehobensein, kein Zusammensein, wie ich es gewohnt bin und liebe, und auch keinen Baum oder Geschenke. Eine kleine Bescherung haben wir gemacht, als wir von der Familienfeier wieder zu Hause waren, und die Freude über mein Geschenk auf seinem Gesicht zu sehen, war unbezahlbar. Ich habe wieder etwas gelernt dieses Jahr: Weihnachten zu Hause ist etwas Besonderes, und etwas, das ich in den nächsten Jahren mehr zu schätzen wissen werde.

Am 26. hat Angel mich dann morgens zum Flughafen gefahren und ich machte mich auf die Reise nach Lima (Peru) mit Stopover in Bogotá (Kolumbien). Am 31.12. bin ich um kurz nach Mitternacht wieder auf kolumbianischem Boden gelandet und habe gemerkt, wie sehr das ein Gefühl von „nach Hause kommen“ ist, gerade auch dann, als ich gegen 8 Uhr morgens nach einer komplizierten, turbulenten Heimreise leichten Schrittes in Angels Arme lief, der mich in Cúcuta abholte. Mit ihm und seiner Familie habe ich dann auch Silvester verbracht und jetzt ist schon das neue Jahr! Wie flugs das ging! Irgendwie fühlt es sich an, als wäre gerade gestern alles losgegangen mit 2016 … und plötzlich ist es 2017. Bevor es wieder losgeht mit dem ganzen Organisieren, das ansteht, möchte ich mir aber noch die Zeit nehmen, euch meine Wünsche für Weihnachten und Neujahr zu überbringen (nachträglich zwar, aber trotzdem mit der gleichen Herzlichkeit):

Ich hoffe, dass ihr alle eine wundervolle Weihnachtszeit hattet, mit Menschen, die euch am Herzen liegen und denen ihr „Danke“ sagen konntet. Dass ihr zu Weihnachten und auch „zwischen den Jahren“ Zeit hattet, euch zu besinnen auf das, was euch wichtig ist, was gut lief und was zum Glück vorbei ist. Dass ihr reflektieren konntet, was ihr alles geschafft, erreicht und überlebt habt, was euch stärker gemacht und was euch etwas gelehrt hat. Dass ihr euch klar werden konntet darüber, was euch für 2017 wichtig ist, was ihr erreichen wollt und welche Ziele ihr habt. Welche Menschen ihr in eurem Leben haben wollt und braucht und welchen ihr vielleicht freundlich die Tür aufhalten solltet. Ich hoffe, dass ihr gut ins neue Jahr gestartet seid und dass ihr die vielen weißen Seiten, die das Jahresbuch euch bietet, freudig und zuversichtlich mit Farben und Musik, mit Abenteuern, Liebe und Freude, Glücksmomenten, Frieden, gemeinsamer Zeit, Freundschaft … und Leben füllen werdet. Ich wünsche euch, dass ihr 2017 zu eurem Jahr machen und zum Zeitpunkt der nächsten Jahreswende zufrieden sein könnt mit dem, was war, und neugierig auf das blicken werdet, was kommt. In diesem Sinne:

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Aventuras Nuevas – La noche de velitas

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Ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen, weil es alles sehr kuddelmuddelig war (und auch immer noch ist), aber vor ein paar Tagen gab es hier einen kolumbianischen Feiertag und die Tradition, mit der dieser eingeleitet wird, fand ich so schön, dass ich sie jetzt mit euch teilen möchte.

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Am 08. Dezember ist der Tag der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria und hier in Kolumbien ist das ein Staatsfeiertag. Während am 08. Dezember eine weiße Flagge mit einem Bild der Jungfrau Maria an den Häusern angebracht wird, stellen die Menschen hier am Abend vorher kleine Windlichter oder Kerzen auf ihre Balkone oder Fensterbänke, in ihre Höfe, auf Mäuerchen und Fußwege und auch in Parks oder auf anderen öffentlichen Plätzen werden die Lichter angezündet. Diese Tradition ist sehr sehr kolumbianisch, habe ich mir sagen lassen, und mir gefällt sie sehr gut. Wegen der Lichter nennt sich der Abend bzw. die Nacht vom 07. auf den 08. Dezember „noche de (las) velitas“.

„Las velas“ sind die Kerzen, aber in Kolumbien gehören diminutivos zum Sprachgebrauch dazu wie das Atmen zum Leben. Alles wird „verniedlicht“ mit entweder „ito“ oder „ita“ am Wortende, je nachdem, ob das Wort mit „o“ oder „a“ endet. Zum Beispiel wird das Wort „klein“ = poco zu poquito (und wenn das noch nicht klein genug ist, dann wird es auch gerne mal zu poquitico). Von velas kommen wir also zu vel-ita-s: kleine Lichtchen.

Laut wikipedia begann der Brauch, Kerzen zu entzünden, vor 162 Jahren, also am 07. Dezember 1854. Der damalige Papst erklärte die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria zu einem festen Bestandteil des Glaubens, und Gläubige überall entschieden, ihre Zustimmung und Freude darüber auszudrücken, indem sie Kerzen und Windlichter entzündeten. Die katholische Kirche Kolumbiens machte das Anstecken der Kerzen zu einer jährlichen Tradition, und so sitzen in der noche de velitas die Menschen zusammen, erzählen, beten und für jede Kerze, die man entzündet, kann man sich etwas wünschen, sagt zumindest Angel.

Ich habe von mehreren Freunden gehört, dass ich mir die velitas unbedingt ansehen müsste, und so bin ich abends am 07. Dezember durch die Nachbarschaft gewandert und habe mir die Lichter angeguckt. Es war wirklich schön, und überall saßen Menschen zusammen, Freunde und Familie, und erzählten, aßen, beteten und umarmten sich. Eine Familie hatte in ihrem Vorgarten eine riesige Krippenlandschaft (pesebre = Krippe) aufgebaut und davor ihre velitas mit Wachs auf dem Boden befestigt. Ich fragte, ob ich ein Foto machen dürfte, und wir kamen ins Gespräch. Sie luden mich letztendlich ein, mit ihnen zusammenzusitzen und wir sprachen fast eine Dreiviertelstunde. Sie verabschiedeten mich mit dem Wunsch, wenn ich irgendetwas bräuchte, könnte ich mich jederzeit an sie wenden. Das fand ich so schön, und es war wieder mal ein Beweis dafür, dass die Menschen so offen und freundlich sind, wie man ihnen selbst begegnet. Ich habe keine starke Verbindung zum Feiertag der unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria, aber ich habe Interesse gezeigt und versucht, Spanisch zu sprechen, und das haben sie gemerkt.

Dies ist ein Brauch, der mir sehr gut gefällt, wie gesagt nicht wegen der Maria, sondern wegen der Gemeinschaft und des Lichtes, denn ich finde, wenn die Welt gerade etwas braucht, dann ist es Gemeinschaft und Zusammenrücken und Hoffnungsschimmer in dunklen Zeiten.

 

Aus dem Mund von … B.o.B. ft. Hayley Williams

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„Können wir so tun, also ob Flugzeuge am Nachthimmel wie Sternschnuppen wären?“Dieses Lied weckt bei mir Erinnerungen an lange Autofahrten in der Sonne, Gelächter und Albereien und Freundschaft und Gemeinschaft. Gleichzeitig sprechen diese Zeilen von der Sehnsucht nach etwas – nach der Möglichkeit, sein Leben in einem kleinen Moment in der Nacht zu verändern, wenn eigentlich schon alles erledigt scheint. Ein flüchtiger Moment, in dem man zur richtigen Zeit am richtigen Ort in die richtige Richtung schaut …

 

Staatlich anerkannte Erzieherin

Hallo liebe Lebensmaler!

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Die Mädels aus der ersten Reihe – wir haben es geschafft!

Am Freitag, den 17.06. war es soweit: der Tag der Zeugnisvergabe und damit der endgültige Abschluss der Ausbildung war gekommen! Diesem Tag habe ich mit einem lächelnden und einem weinenden Auge entgegengesehen. Am 27.05. hatten wir zwar bereits unsere Noten und den Durchschnitt bekommen, sodass es keine großen Überraschungen mehr geben würde, aber der 17.06. war der Tag, an dem ich eine der schönsten Etappen meines Lebens hinter mir lassen sollte.

Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich durch die Schule gegangen bin, an die ersten Lehrer, mit denen ich gesprochen habe, an meinen ersten Schultag. Alles war neu und anders und ungwohnt. Und jetzt? Die Schule ist irgendwie ein zu Hause geworden, ich fühle mich wohl und die Art, wie die Lehrer unterrichten, habe ich so sehr ins Herz geschlossen.

Die Zeit der Ausbildung war eine wunderbare, lehrreiche, kreative, anstrengende, interessante, erkenntnisreiche, Nerven kostende, beglückende, glückliche, facettenreiche, traurige, herausfordernde, abenteuerliche, lustige, ermüdende, belohnende, emotionale und insgesamt großartige Zeit in meinem Leben. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, wie stolz ich auf meinen ersten Abschluss dort war und wie sehr ich in diesem Beruf aufgehe.

Neulich sprach ich mit jemandem, den ich erst frisch kennengelernt habe, über unsere jeweilige Berufswahl. Ich fragte ihn, ob er mit dem Herzen dabei wäre und er antwortete: „Wenn man das nicht ist, macht es doch keinen Spaß und füllt einen nicht aus!“ Er gab damit genau meine Einstellung wieder. Für mich gibt es auch einen klaren Unterschied zwischen einem Job und einem Beruf. Einen Job erledige ich und habe ihn vielleicht auch nur für einen begrenzten Zeitraum, für einen Beruf folge ich meiner Berufung und meinem Herzen.

Dass ich das tue, ist für mein Umfeld klar zu sehen und das freut mich immer wieder. Meine Kollegen melden mir zurück, dass sie bemerken, mit wie viel Freude ich dabei bin und wie gut ich pädagogisch arbeite, von den Kindern und Jugendlichen bekomme ich starke, emotionale Rückmeldung und auch Personen, die mich nicht direkt im Umgang mit der Zielgruppe erleben, sondern mich nur von meiner Arbeit sprechen sehen und hören, lassen mich wissen, dass sie mir meine Freude und die Beschaffenheit für diesen Beruf ansehen.

Ich bin immer gerne zur Schule gegangen. Klar gab es Stress, Streit und Schlappen, ich musste Rückschläge einstecken und mich neu orientieren, aber ich habe so viel gelernt und ich fand es genial, wie ich dachte, ich wüsste schon eine ganze Menge und dann kamen die Lehrerinnen mit neuem Unterrichtsstoff um die Ecke, den ich noch nicht kannte, der mich herausforderte und mich dazu brachte, bestimmte Situationen in neuem Licht zu sehen. Ich frage mich immer noch, was es da alles gibt in der pädagogischen Wissensfunduswelt, das ich noch nicht beigebracht bekommen habe … Die Jahre waren schlichtweg unglaublich erfüllend, und das nicht zuletzt wegen unserer wundervollen Lehrerinnen, die sich teilweise Arme und Beine verrenkt haben, um uns zu helfen und zu unterstützen, uns zu fordern und zu fördern und die auch außerhalb des Unterrichtes für uns da waren.

Der Abschlussfeier stand ich emotional also sehr zweigeteilt gegenüber, weil sie nun mal ein Ende bedeutete, habe sie letztendlich aber genossen, weil unsere Lehrer gut-gefühls-dosierte Reden gehalten haben und sich bei der Übergabe unserer Geschenke strahlend und herzlich bedankt und sich wirklich gefreut haben. Auch die Feier am Abend mit der Klasse und unseren Lehrkräften war ein wundervoller Abschluss für diese 3 Jahre. Wir haben gelacht, getrunken, gegessen, erzählt, reflektiert, in Erinnerungen geschwelgt und über die Zukunft gesprochen. Merkwürdig, das alles hinter sich zu lassen. Sie wird mir fehlen, die verrückte, verplante Herman-Nohl-Schule mit ihren exzentrischen, witzigen, klugen und schülernahen Lehrkräften.

Es bleibt mir nur zu sagen: DANKE FÜR DIE WUNDERVOLLE ZEIT! ❤