Aventuras Nuevas – Bucaramanga 2

Da bin ich wieder mit dem ersten Tag, den Angel und ich in und um Bucaramanga vebracht haben!

Wir sind, wie gesagt, morgens aufgestanden und hatten die Wohnung für uns alleine. Angel hat uns Frühstück gemacht, das wir von der Couch aus mit Ausblick auf die sonnenbeschienenen Berge genossen haben. Dann habe ich alles abgewaschen, was so an Geschirr um die Spüle herumlungerte, wir haben unseren Rucksack gepackt für den Tag und sind losgezogen. Unsere Wasserflasche haben wir vergessen – das haben wir natürlich festgestellt, direkt nachdem wir die Türen hinter uns zugeschlagen hatten. Logisch! Wir sind dann trotzdem unbetrübt mit einem Bus Richtung Stadtzentrum gefahren und hatten den Plan, uns dort alles ein bißchen anzusehen und dann mit einem Bus zu dem nahegelegenen Parque Nacional del Chicamocha zu fahren.

Das erste, was wir gesehen haben, nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind, war eine farmacia alemana – anscheinend der Zuwanderung der Deutschen in der 1860er und 70er Jahren geschuldet (mehr Infos hier) – und gleich danach habe ich etwas gesehen, dass ich schon immer probieren wollte: mango espaghetti. Für diesen Snack werden unreife Mangos an kleinen Ständen am Straßenrand geschält, zu Spaghettischnüren geschnitten und dann mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft in einem Becher serviert. Ich habe das schon in Cúcuta gesehen, mich aber nicht getraut, alleine einen Becher der Mangospaghetti zu kaufen. Mit Angel an meiner Seite aber doch – und ich durfte sogar Fotos von der Verarbeitung machen. Die Mangos sind, wie gesagt, unreif, und darum haben sie zwar den bekannten Mangogeschmack, aber ohne die starke Süße, sodass die Gewürze und der Saft perfekt die vorhandene Süße ergänzen. Muy rico!

Nachdem wir also mango espaghetti für mich gekauft haben, sind wir über den Platz und durch den Park gewander. Auf der einen Seite gab es verschiedene, offiziell aussehende Gebäude: der palacio municipal wurde flankiert von zwei Gebäuden, deren Namen oder Bestimmung ich nicht herausfinden konnte. Auf allen anderen Seiten gab es Läden, Stände, Shops, Restaurants … alles in einem bunten Durcheinander, inmitten dessen eine angebundene Kuh darauf wartete, ge- bzw. verkauft zu werden. Wir sind dann in eine der vom Park wegführenden Straßen abgebogen und haben uns auf den Weg zum Busterminal gemacht, wo wir unsere Bustickets zum Nationalpark gekauft haben. Auf dem Rückweg von dort hat mich ein älterer Herr angesprochen. „Señorita, ten cuidado con el cecular!“, sagte er und zeigte auf meine hintere Hosentasche, aus der für alle Welt sichtbar mein Handy ragte. Manchmal bin ich einfach zu unvorsichtig! Ich habe mich überschwänglich bei ihm bedankt – das wäre es ja gewesen, wenn ich mein Telefon auf diese Weise verloren hätte. Wir haben uns dann in einem kleinen Laden etwas zu Essen und zu Trinken gekauft und sind weiter durch die Straßen gezogen, bis es Zeit war, den Bus zu besteigen. Wir saßen mit vielen anderen Reisenden in einem mittelgroßen Bus, der uns 54km südlich fuhr.

Wir sind etwa 1 Stunde gefahren und haben diese Zeit mit Gesprächen gefüllt – es war so schön, über alles und nichts mit ihm zu sprechen; darüber, wie wir uns kennengelernt haben, was wir dachten, als wir einander das erste Mal gesehen haben, als wir uns getroffen haben … und so weiter und so fort. Viel zu schnell ging die Fahrt durch Berge und atemberaubende Landschaft für meinen Geschmack. Wir wurden oberhalb des Eingangs des Nationalparkes abgesetzt und wanderten Hand in Hand zur Kasse. Schockschwerenot!, die Preise hatten sich durch die Feriensaison verdoppelt! Wir hatten mit 35.000-40.000COP pro Person gerechnet (~11 – 13€), aber sollten nun 70.000COP (~23€) berappen. Wir hätten dafür zwar alles machen dürfen, was der Park an Extra-Aktivitäten bietet, aber wir hatten weder Kleidung dafür dabei, noch kann ich mit meinem Rücken die Adrenalin-Angebote wahrnehmen. Es gab keine Möglichkeit, ohne alle diese Extras den Park zu betreten, sodass wir uns entschieden haben, nicht zu bezahlen, sondern einfach nur am Rand des Parks entlangzuwandern und die Landschaft zu betrachten – was mir vollkommen reichte. Die Aussicht war spektakulär und das Wetter war ebenfalls spitze.

Der Park wurde 2006-2009 angelegt, um die Schönheit der Landschaft des cañón del Chicamocha für Besucher und Touristen zugänglich zu machen. Dieser cañón ist 227km lang und ca. 2km tief. Der Nationalpark, der 54km von Bucaramanga liegt, zeigt zwar nur einen kleinen Ausschnitt der zerfurchten Berge und leuchtenden Täler, aber das, was man sehen kann, ist wirklich wahnsinnig schön und natürlich. Neben der natürlichen Attraktion des Parks gibt es auch noch viele andere Aktivitäten, mit denen Besucher sich hier die Zeit vertreiben können: u.a. ein Schwimmbad, Klippenschaukeln, eine Schlittschuhbahn, Paragliding, Kayakfahren … und die berühmte Schwebebahn, die von der mesa de los santos startet, um Besucher 6.3km weit über den cañón bzw. nach unten durch den cañón auf die andere Seite zu transportieren. Da wir uns, wie gesagt, dazu entschieden hatten, nur am Rand des Parks entlangzuwandern und von der mesa de los santos aus alles zu bestaunen, machten wir uns dorthin auf den Weg. Wir wurden mit wahnsinniger Aussicht belohnt und kraxelten auf den ausgetretenen Steinwegen ein bißchen nach unten, um alles aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Dank meines Freundes gibt es ausnahmsweise auch mal Aufnahmen von mir – ich verstecke mich ja meist hinter der Linse.

Nachdem wir unsere Augen gesättigt hatten mit dieser überragenden Aussicht, meldeten sich unsere Mägen. Wir schlenderten zurück zum „Marktplatz“, wie ich diesen mit Restaurants und Touristenshops umrahmten Platz nenne, und entschieden uns für eins der Restaurants. Wir ließen uns nieder und freuten uns an der Gesellschaft des jeweils anderen. Lange allein blieben wir jedoch nicht: viele der streunenden Katzen strichen um die Tischbeine, um den ein oder anderen Happen zu erbetteln, und Besucher mit und ohne Hunde ließen sich an den Tischen um uns herum nieder. Nachdem wir unsere Teller leergegessen hatten, machten wir uns an den Nachtisch der besonderen Art: Ameisenpopo! Hormigas culonas sind eine Spezialität des departamentos Santander, genauer gesagt liegen die Hauptproduktionszentren in San Gil und Barichara, und mir wurde gesagt, ich solle die unbedingt probieren.

„Die Ameisen mit dem riesigen Po“ werden in Kolumbien seit hunderten Jahren gegessen und zählen in manchen Gegenden als traditionelles Hochzeitsgeschenk – vermutlich auch wegen des lokal verbreiteten Glaubens, diese Ameise sei ein Aphrodisiakum. Diese Tradition rührt von präkolumbianischen Kulturen wie der der Guanes her. Nur weibliche Tiere, die Königinnen, werden gefangen, da diese erstens einen immens großen Po haben und die anderen Artgenossen zweitens als nicht essbar gelten. Zum Verzehr werden die Beine und Flügel entfernt, die Körper in Salzwasser eingeweicht und schließlich geröstet. Die Ameisen haben laut Ernährungsstudien einen hohen Proteinwert, wenige gesättigte Fettsäuren und einen insgesamt hohen Nährwert. Nur 9 Wochen, in der Regenzeit, während sie ihre Paarungsbereitschaft durch Flüge signalisieren, werden die Königin-Ameisen von den lokal ansässigen Bauern „geerntet“ – das kann schnell schmerzhaft enden, denn diese Weibchen haben starke Unterkiefer und ergeben sich nicht kampflos. Da diese kurzlebige Industrie-Sparte (samt Export nach Kanada, England und Japan) aber eine sichere Einnahmequelle für die meist ärmlichen Bauern der Gegend ist, finden sich jedes Jahr genug „Fänger“. Dadurch, und durch Rivalitäten mit anderen Ameisenvölkern, reduziert sich die Population der hormigas culonas rasant, was Grund zur Sorge über die „Ausrottung“ dieser Art gibt.

Also, wegen mir müsste sich da niemand Sorgen machen – meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Insekten sind schön und gut, wenn ich sie aus der Nähe, bevorzugt aber aus der Ferne, angucken kann – aber essen?! Das war mir dann doch eigentlich etwas zu nah … gleichzeitig dachte ich mir aber auch: „Wo du schon mal hier bist …“ und kaufte mit Gänsehaut und mit schon beim Gedanken an Ameisenpopo gekräuselter Zunge für umgerechnet 2,50€ (8.000COP) die kleine Packung. Angel musste schließlich den ersten Schritt Bissen tun, denn ich konnte mich nicht überwinden, die Ameise in meinen Mund zu schieben … und als ich es doch tat, musste ich dringend mit Wasser nachspülen.

Der Geschmack an sich war nicht so schlimm wie erwartet. Die Ameise war halt knusprig und salzig, mehr nicht. Dass ich auf einem Insekt herumkaute, merkte ich nur daran, dass ich letztenendes überall im Mund Ameisenärmchen und -panzerstückchen kleben hatte. Der Nachgeschmack war seltsam, nicht wirklich zu beschreiben, erdig mit ranziger Erdnuss vielleicht? Ganz merkwürdig. Angel und ich haben beide noch 2, 3 weitere gegessen, wir hatten schließlich teures Geld dafür bezahlt – aber so richtig überzeugt waren wir nicht. Die Packung liegt bis heute unangetastet auf einer meiner Kommoden 😉

Nach dieser exzellenten Mahlzeit ( 😉 ) organisierten wir uns unsere Bustickets nach Hause und dann schlenderten wir den Rest des Nachmittag noch über die verschiedenen Wege, Plattformen und Grünflächen, streichelten zwei kleine Ziegen und verschiedenste Katzen und machten es uns auf den Steinstufen gemütlich, bevor uns unser Bus im Dunkeln auf kurvigen und unebenen Bergstraßen zurück nach Bucaramanga fuhr. Dort angekommen nahmen wir verschiedene Busse zur unserem Quartier, strichen unbehelligt durch die dunklen Straßen (auch dank Angels steter Wachsamkeit, was alles im Entfernten zwielichtig Aussehende angeht) und fielen totmüde ins Bett. Ich hatte besonders mit Reisekopfschmerz zu kämpfen, mir war ganz schwummerig und schlecht, sodass ich vor Angel ins Bett ging, während er mich vor unserer Gastgeberin entschuldigte und noch ein bißchen mit ihr und dem Rest der Familie plauderte, bevor er neben mich ins Bett sank. Wir haben gut geschlafen und konnten für den nächsten Tag gut auftanken, denn …

… auch am dritten Tag hatten wir viel vor – der nächste Post kommt demnächst! 🙂

Un abrazo fuerte!

DIY – Der eigene Ferrari

… und noch ein Kreativ-Post!

Wer träumt nicht vom eigenen Ferrari? Schnelles, schniekes Gefährt? Statussymbol und Luxuskarosse? Leider verfügt nicht jeder über die nötigen finanziellen Mittel, sich einen solchen fahrbaren Untersatz zu leisten … oder etwa doch? Ich zeige euch, wie ihr Ferrari-Träume wahrwerden lassen könnt! Ab in die Werkstatt mit uns!

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Ihr braucht:                |  ca. 20 Minuten

Ferrero Rocher-Packung
dicke Pappe (grau), weißes Papier
Bleistift, Filzstift
Nagelschere, Tesafilm
3 Zahnstocher
einen Flaschendeckel

Und so geht’s:

Zuerst schnappt ihr euch die Pappe, den Flaschendeckel und euren Bleistift. Ihr umrandet den Deckel und stellt so die 4 Räder her, die wir brauchen. Nachdem ihr diese ausgeschnitten habt, könnt ihr euch ein Felgenmuster aussuchen (ich habe frei Schnauze gemalt, wer mag, kann ja auch googlen) und die Räder designen. Dann bohrt ihr in die Mitte der Räder ein Loch (mit der Schere) und steckt je 2 auf einen Zahnstocher, von denen ihr dann die spitzen Enden abschneidet. Ich habe noch zur Sicherheit Tesafilm auf die Außenseite geklebt, um die Reifen vom Abrutschen abzuhalten, aber wenn ihr die Zahnstocher nicht zu tief durchbohrt, dann „leiert“ das Loch auch nicht so aus und alles hält gut.

Jetzt befestigt ihr die Plastikenden der Ferrero-Packung am Boden der Packung mit viel (!) Tesafilm. Als nächstes schnappt ihr euch den Deckel – ich habe einen roten mit einem Pferde-Logo erwischt, das perfekt zum Ferarri-Design passt.  In den Deckel bohrt mit der Schere ein Loch und schiebt den dritten Zahnstocher hindurch; auch hier seid gewarnt vorm „Ausleiern“! Dann stecht ihr an einem Ende oben in die Plastikverpackung der Rochers mit der Schere ein Loch und schräg unten am Boden ein zweites – ihr schiebt den Zahnstocher mit dem „Lenkrad-Deckel“ hindurch, kürzt gegebenenfalls und befestigt das ganze (wer hätte das gedacht?) mit Tesafilm. Dann könnt ihr mit ebenfalls reichlich Tesafilm die Zahnstocher-Achsen montieren.

Fehlt nur noch die Marke! Ich habe sowohl den Ferrari-Schriftzug als auch den Rocher-Schriftzug gegoogelt, auf weißes Papier abgepaust und zusammengewürfelt ergab dies die neue Marke „Ferrari Rocher“! Ich habe es noch farblich passend desgined und mit Tesafilm-Loops auf die Oberseite der Luxuskarosse geklebt. Fertig ist der Ferrari!

Auf diese Idee bin ich gekommen, weil sich Angel aus besonderem Anlass etwas von mir wünschen durfte. Ich dachte mehr an etwas Essbares, er war jedoch bescheiden wie immer: „Just a Ferrari … but nothing else!“ Da er mit Sicherheit nicht damit rechnete, dass ich ihm diesen Wunsch erfüllen würde, war ich natürlich besonders erpicht darauf, genau dies zu tun. Zwar etwas anders, als er sich das gedacht hat, aber Ferrari ist ja schließlich Ferrari, oder?

Ich kann mir gut vorstellen, dieses Geschenk zu einem 18. Geburtstag zu verschenken, zur bestandenen Führerscheinprüfung oder zu einer Abschlussprüfung zum KfZ-Mechaniker oder für Autoliebhaber oder  oder oder … Wer noch eine finanzielle Wegzehrung dazustecken möchte, macht das am besten mit … Tesafilm! 😉

Was haltet ihr von der Idee? 🙂

DIY – Gepäck und Schutzengel

Bevor ich euch weiter von unseren Abenteuern in Bucaramanga berichte, möchte ich heute einen kleinen Kreativ-Post dazwischenschieben.

In letzter Zeit musste Angel oft nach Venezuela reisen, um dort verschiedene Angelegenheiten zu regeln, die mit seinem Beruf zusammenhängen. Mal war er nur kurz weg, mal länger. Jedes Mal habe ich ihm eine Kleinigkeit mitgegeben, damit er mich bei sich hat, wenn wir getrennt sind und um ihm Glück zu wünschen. Für seine erste Reise habe ich ihm schlicht eine „1 Cent“-Münze mitgegeben, da diese ja bei uns als Glücksbringer bekannt ist. Für seine zweite Reise habe ich ihm „Extragepäck“ geschenkt und für die dritte Reise habe ich ihm „Flügel verliehen“.

Ihr braucht:                   |   ca. 10 Minuten pro Geschenk

weißes Papier
Bleistift, Farbstifte
Schere, Tesafilm

ggf. PC/Handy zum Suchen nach Bildern zum Abpausen, wenn ihr (wie ich) nicht gut frei Hand zeichnen könnt

Und so geht’s:

Für den Koffer habe ich einfach bei google „Koffer Cartoon“ eingegeben, ein passendes Bild vom Bildschirm abgepaust (s.u.), ausgeschnitten und farblich gestaltet. Meine simplen Wünsche habe ich natürlich sicher im Koffer verstaut und letztendlich habe ich alles mit Tesafilm umklebt, damit der Koffer wasserfest ist („imprägniert“ sozusagen 😉 ) und nichts verwischt.

Für die Flügel habe ich bei google „Flügel basteln“ eingegeben, ein bißchen gescrollt und letztendlich genau das Gleiche gemacht: abgepaust (s.u.), ausgeschnitten, meine Wünsche verfasst und alles mit Tesafilm umwickelt. Über die Flügel hat Angel besonders gelächelt, weil sie nicht nur als Schutzengelflügel zu sehen sind, sondern auch zu seinem Namen passen, zu seinem Beruf (Pilot) und zu dem, was er in Venezuela erledigen musste.

 

Sowohl Gepäck als auch Flügel ließen sich schnell und unkompliziert herstellen, gerade auch, weil wenig Material benötigt wird, und die Größe kann passend zu den Wünschen, die ihr verfassen wollt, ausgewählt werden. Was haltet ihr von diesen Ideen?

UND ich brauche eure Hilfe: was fällt euch noch ein zum Thema Reisen / Schutzengel / Glück wünschen? Er muss noch mindestens 2x los und mir gehen die Ideen aus! Für Inspiration, Tipps und Tricks bin ich sehr dankbar! 🙂

Aventuras Nuevas – Bucaramanga 1

Anfang Dezember hatte ich ein paar mehr Tage am Stück frei und Angel und ich haben diese Tage genutzt, um einen größeren Ausflug zu planen: nach Bucaramanga sollte es gehen, für 4 Tage.

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Bucaramanga ist die „Landeshauptstadt“ des departamentos Santander und liegt 5-6 ruckelige und schuckelige Busstunden von Cúcuta entfernt. 1622 wurde die Stadt gegründet und 1886 zur Landeshauptstadt gemacht – in den 60er und 70er Jahren gab es anscheinend eine regelrechte Invasion deutscher Abenteurer, was den Einheimischen gar nicht recht war. Heute zählt die Stadt in etwa 500.000 Einwohner und ist damit Kolumbiens achtgrößte Stadt (fünftgrößte mit den im Ballungsraum lebenden Einwohnern, dann sind es knapp über eine Million). Sie wird auch „la ciudad de los parques“ genannt, da es in ihr über 100 Grünanlagen gibt. Dies bedeutet nicht zwangsläufig „Rasenfläche“, meistens eher einen mit Bäumen und Sträuchern begrünten Platz, aber trotzdem: grün ist grün und Bucaramanga nennt sich stolz „Kolumbiens schön(st)e Stadt“. Bucaramanga hat viele kleinere Städte um sich herum eingemeindet, die einen Besuch wert sind, beispielsweise Floridablanca und Girón, und ganz in der Nähe liegt auch der Chicamocha Nationalpark. Obwohl mein Reiseführer sagte, dass Bucaramangas Zentrum selbst nicht sehr viele Attraktionen besitzt, war es für mich sehr spannend, endlich mal etwas anderes zu sehen als Cúcuta, und da mir viele Dinge des normalen Lebens, de la vida cotidiana colombiana noch fremd sind, habe ich die „Touristenzeit“ sehr genossen.

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Ein typischer „Park“ in Kolumbien – nicht ganz das, was ich als Deutsche unter einem Park verstehe

Am 02. Dezember habe ich mich gegen 13 Uhr mit gepackter Tasche auf den Weg zu Angel gemacht und von ihm aus sind wir mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren. Dort ist er von Bus zu Bus gelaufen, hat ob der teuren Preise immer wieder entrüstet den Kopf geschüttelt und sich zum Gehen gewendet, bis die Busfahrer so weit runtergegangen sind mit ihren Preisen, dass sie akzeptabel waren. Das war eine sehr gute Lehrstunde für mich und ich habe diese Technik ebenfalls bereits erfolgreich angewendet. Nachdem wir dann jeder 35.000 COP (umgerechnet ca. 12€) bezahlt und unsere Taschen verstaut hatten, haben wir es uns im Bus gemütlich gemacht. Wir hatten gepolsterte Sitze nebeneinander, haben das Obst, das er mitgebracht hat, gegessen und dann Musik gehört und versucht, zu schlafen. Die Reise ging durch Berge, Kurven und über Holperwege … und ich wurde Opfer übelster Reisekrankheit, wie ich sie noch nie erlebt habe. Kopfschmerzen, Schwindel, Druck auf den Ohren, Würgreiz – oh man, hab ich mich mies gefühlt! Angel blieb zum Glück verschont, sodass er sich liebevoll um mich kümmern konnte. Er hatte Tabletten dabei, die er mir gab, ich durfte mich bei ihm anlehnen und meine Beine über seine legen und er hielt mich ganz fest und strich mir über den Rücken, als es mir miserabel ging. Wir haben etwa 6 Stunden gebraucht, bis wir in Bucaramanga am Busbahnhof abgesetzt wurden.

Vom Busbahnhof aus nahmen wir ein Taxi in das Viertel, in dem eine Freundin seiner Mama wohnt, die uns für 3 Nächte bei sich aufnahm. Ich glaube, dass ich an dieser Stelle mal etwas über die Verkehrsmittel sagen muss. Wenn ich sage, wir nehmen ein Taxi, dann ist das nicht etwa ein Luxus, den wir uns leisten, sondern ganz normal hier. Für eine zehnminütige Fahrt bezahlt man in etwa 6.000COP, das sind ca. 2€. Busfahrten kosten hier, unabhängig von Fahrtzeit und Route meist so 1.600COP, also knapp 50 Cent. Es war schon sptä, als wir ankamen und da Angel sich dort auch nicht gut auskannte, haben wir uns das Taxi gegönnt und die Kosten geteilt. Die Freundin holte uns ab an einer Straßenecke und wir gingen zusammen zu ihr nach Hause. Mir ging es etwas besser, und das war auch gut so, denn wir hatten noch ein bißchen social time vor uns. Ich bin nicht ganz durchgestiegen, wer in welche Familie und welche Familienkonstellation in welche Wohnung in diesem Haus gehörte, aber alle waren sehr nett und haben viel gefragt, Essen und Trinken angeboten, auf die Kinder eingeredet, uns Tipps für den nächsten Tag gegeben und die Freundin hat dann sogar für mich einen dicken Schlafanzug rausgekramt, weil mir so kalt war. Irgendwann konnten wir dann aber glücklicherweise die Tür zu „unserem“ Zimmer hinter uns schließen, unsere Schlafklamotten überwerfen, Zähne putzen und ins Bett plumpsen. Ach, das tat gut – denn Kopfschmerzen hatte ich immer noch, trotz der Reisetabletten. Die Nacht war kurz, die Matratze sehr dünn, aber mir war nicht kalt und ich konnte neben meinem tollen Freund aufwachen 🙂

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Unser Zimmer mit Bett – und superdünner Matratze

Nach diesem gemeinsamen Aufwachen haben wir die Freundin und zwei der Kids noch getroffen, sie waren aber schon auf dem Weg aus der Tür, sodass wir einen relativ ruhigen Morgen hatten. Die Aussicht auf die Umgebung war total schön und auch die Straßen und Häuser in der Nähe fand ich bezaubernd, weil sie so ganz anders waren, als ich es von meiner Aussicht und meinem Stadtviertel in Cúcuta gewohnt war. Alles war irgendwie so wie in einem Film 🙂 Jeden Morgen bin ich leise aufgestanden, mit meiner Kamera durchs Wohnzimmer zum Fenster getappt und habe die Umgebung festgehalten – zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlich viel Sonne … es war immer etwas Neues zu entdecken und ich teile gleich die Fotos mehrerer Tage mit euch. Was wir so unternommen haben an diesem ersten Tag, erzähle ich euch hier.

Bis bald 🙂

 

Aus dem Mund von … Walking On Cars

Viele von euch werden sicherlich etwas mit der Band „Walking on Cars“ anfangen können, weil sie den Song „Speeding Cars“ kennen. Doch hat sich jemand von euch die Mühe Freude gemacht, mal bei youtube die anderen Lieder dieser großartigen Band auszukundschaften? Wenn ja, dann weiß er, dass es sich um eine wirklich talentierte, ausdruckstarke Ansammlung von Künstlern handelt, die auch gleichzeitig berührende, beeindruckende Videos zu ihren Liedern dreht. Ihre Songs fangen mich immer auf, wenn ich mich beschissen fühle (was in letzter Zeit oft vorkam) und auf meinen Streifzügen durch youtube bin ich auf das Lied „Don’t mind me“ gestoßen. Es beruhigt und ermutigt mich gleichzeitig sehr und ich möchte darum ein paar der schönsten Zeilen mit euch teilen. Das Video findet ihr hier.

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Aventuras Nuevas – Chinácota

Sooo … ich nutze die freien Tage, die ich jetzt habe, dazu, um euch endlich mal auf den neuesten Stand zu bringen, denn im November/Dezember habe ich viel erlebt und auch zwei Reisen unternommen, über die ich euch gerne erzählen möchte. Ich habe es so genossen, endlich mal meine Tasche zu packen und etwas mehr von diesem tollen Land zu sehen!

Am Samstag, den 26.11. haben Angel und ich uns nachmittags gegen 16Uhr in einem kleinen Reisebus auf den Weg nach Chinácota gemacht – umgerechnet hat diese Reise wohl so 3€ gekostet. Wir hatten diesen Wochenendausflug schon seit einiger Zeit im Kopf, aber natürlich wurde alles Organisatorische bis zur letzten Minute gelassen („En Colombia es así!“) – zum Beispiel wussten wir am Samstagmorgen noch nicht, wo wir abends schlafen würden. Sowas macht mich normalerweise fuchsig, weil ich es gern organisiert habe. Dieses Mal jedoch habe ich mich zurückgenommen, ihm alles überlassen und gesagt: „It’s going to be fine. This is an adventure.“ Was soll ich sagen? Am Ende war es dann perfekt – manchmal ist die kolumbianische „a ver“-Einstellung doch ganz gut, weil man sich am Ende umso mehr freut, dass alles geklappt hat.

Der Start in dieses Abenteuer begann also mit einer Busreise durch kurvenreiche Berge, sodass besonders ich mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühl am Ziel ankam. Die kleine Stadt liegt ca. 1 Stunde südlich von Cúcuta, es ist viel kühler dort, zumindest abends, und es gibt einen Höhenunterschied, der sicherlich an Kopfschmerz und Schwindel nicht ganz unbeteiligt war. Wir haben unsere Pension, in der er uns ein Zimmer organisiert hat, zum Glück sehr leicht gefunden und konnten auch gleich das Zimmer beziehen. 25.000COP haben wir dafür bezahlt, also umgerechnet ca. 8€, und das war ein mehr als fairer Preis für ein Zimmer mit Doppelbett, angeschlossenem Bad und in einer ruhigen Lage! Es war klein und gemütlich, und ich habe mich gleich beim Eintreten wohlgefühlt. Wir lagen schnell im Bett, weil wir uns beide nicht so gut gefühlt haben, und das Nickerchen wirkte Wunder, sodass wir uns dann entspannt auf die Suche nach einem Abendessen machen konnten. Es gab an der plaza, am „Hauptplatz“ der Stadt, am Straßenrand einen Hotdogstand, und die Leute dort haben gleich alle Stühle freigeräumt und zurechtgerückt, damit wir es gemütlich haben. Es hat wie aus Eimern geschüttet und wir haben uns ganz wohlgefühlt unter dem kleinen Dach aus Plastik, während um uns herum die Welt unterging. Das Fastfood war sehr lecker und auch nicht allzu teuer. Die Leute zu beobachten, die den Stand betrieben, wie sie miteinander und den Kunden umgegangen sind, wie sie gescherzt und ihre Arbeit gerne gemacht haben – das alles hat dazu beigetragen, dass es ein schöner Abend wurde. Wir haben die ganze Szenerie eine Weile auf uns wirken lassen und sind dann zurück ins Zimmer gewandert, um auszuschlafen für den nächsten Tag.

Vielleicht ist es jetzt übrigens mal an der Zeit, zu erwähnen, dass Angel mittlerweile nicht mehr nur ein Freund ist, sondern mein Freund. Einige haben sich das vielleicht schon gedacht, aber ich wollte es trotzdem nochmal für’s Protokoll festhalten 😉

Am nächsten Tag sind wir „früh“ aufgestanden. Ich setze das in „Tüddelchen“, weil er -sagen wir mal so- Schwierigkeiten damit hat, morgens aus dem Bett zu kommen und ich jemand bin, der in der Regel direkt mit dem Weckerklingeln die Beine aus dem Bett schwingt und ich es auf Reisen zusätzlich gar nicht erwarten kann, auszukosten, was der Tag so für mich bereithält. Nachdem wir es dann soweit geschafft hatten, dass wir die Füße vor die Tür setzen konnten, haben wir uns in einer kleinen tienda (Kiosk, Allerlei-Laden) ein Frühstück organisiert und sind dann durch die Straßen Chinácotas gewandert. Einfach so, ziellos hin und her, rauf und runter – ich mit meiner Kamera in der einen Hand und mit meiner anderen in seiner. Auf der plaza habe ich gesehen, wie ein Mann einem anderen die Schuhe putzte – beide lächelten, unterhielten sich angeregt und waren vertieft in diese Situation. Das gefiel mir so gut – weil es so menschlich war. Nicht irgendeine Maschine erledigt Arbeit, sondern ein Mensch, und mit diesem kann man sich „verbinden“, durch Worte und Gesten und Mimik. Als ich fragte, ob ich ein Foto machen könnte, lächelten beide, nickten und wollten wissen, in welchem Land ich sie denn berühmt machen wolle.

Die Stadt schmiegt sich zwischen Berge und es ist überall viel Grün zu sehen, manchmal als Unkraut am Straßenrand, manchmal als ein kleines Beet in einer Gasse, manchmal als Park … Die Häuser sind teilweise neu, teilweise alt und oft auch zerfallen. Ich fand die Stadt gerade deswegen total charmant und habe mich sehr wohlgefühlt, weil es so viel zu schauen und entdecken gab und mir nicht irgendetwas „perfekt touristisches“ präsentiert wurde. Werbung, kleinere Anzeigen oder Verkaufs-/Vermietangebote waren einfach auf Wände gepinselt und an vielen Türen oder Fenstern der Häuser waren kleine Kreuze oder Blumensträuße angebracht, um zu zeigen, dass dort gläubige Christen wohnen. Ich fand alles sehr authentisch und lebendig.

In Chinácota fand im Oktober 2015 el primer encuentro internacional de muralismo y arte público (Erstes internationales Treffen der Wandmalerei und öffentlicher Kunst) statt, bei dem viele wunderschöne Wandgemälde entstanden sind, die verschiedene Mauern in der ganzen Stadt zieren, und Geschichten erzählen. So etwas ist für mich ein Paradies, ich liebe Wandmalerei und kann mich gar nicht sattsehen daran. Ich hab so viel durch meine Kamera geguckt, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Die Bilder stelle ich an das Ende des Posts, es sind so viele, dass sie zwischendrin stören würden und ich möchte, dass ihr diesen Post UND die Fotos genießen könnt.

Einer meiner Wünsche war aber auch, einen mercado zu besuchen, den ich im Vorbeifahren gesehen hatte, als ich mit der Familie schon 1x durch Chinácota durchgefahren bin. Das haben wir auch gemacht und der Besuch dieser typisch kolumbianischen Markthalle war echt spannend. Ich wurde natürlich neugierigst beäugt, weil ich auffalle mit meiner piel de leche, wie ich meine helle Haut oft scherzhaft bezeichne, aber alle waren freundlich zu uns. „A la orden?“,  also in etwa „Zu Diensten!“ oder „Wie kann ich Ihnen helfen?“ schallte uns von überall her entgegen. Ich war froh, dass Angel dabei war und ich ihn alles mögliche fragen konnte: Was ist das für eine Frucht? Was für Saft ist das? Wie bereitet man dieses Gemüse zu? Ist das ein guter Preis? Was macht der Mann dort? Wieso sieht das so aus? Tausend Fragen, und ich habe es so genossen, einfach mal Reisende zu sein! Ganz lebendig habe ich mich gefühlt.  Im mercado haben wir dann auch eine Begegnung der besonderen Art gehabt – eine Minikatze hat es mir angetan, sie hat sich streicheln lassen, hat mit uns gespielt und war ganz tapsig. Die Frau, an deren Stand sie lebte, hat uns erklärt, dass die Mutter nicht mehr lebt und sie sich um sie und all ihre Geschwister gekümmert hat – diese Kleine war die letzte, die sie noch nicht unterbringen konnte. Ob ich sie nicht haben wollen würde? Na, ich konnte mir das Gesicht von Renzo und Renata vorstellen, wenn ich mit einer Babykatze im Gepäck heimkäme 😉

Nachdem wir den Vormittag durch die Straßen wandernd verbracht hatten, haben wir, zurück in der Pension, noch ein Mittagsschläfchen gehalten (habe ich schon erwähnt, dass Angel gerne schläft?), und wir sind eine Stunde zu spät zum Checkout bereit gewesen. Aber auch hier macht sich die kolumbianische Mentalität bezahlt. „Macht nichts“, sagte der Verwalter, als wir die Schlüssel zurückgaben und uns entschuldigten, und schüttelte den Kopf, als wir fragten, ob wir extra bezahlen müssten. Wir ließen unser Gepäck bei ihm in seiner tienda und wanderten gepäcklos weiter durch die Straßen. Bevor wir gegen 17 Uhr unseren Bus nach Hause nahmen, haben wir noch für 10.000COP (~4€) Mittag gegessen und anschließend in einem kleinen Laden die Spezialität Chinácotas genossen: fresas con crema, Erdbeeren mit Sahne. Soo lecker! Wir haben unsere Lieblingslieder gesungen, auf Spanisch erzählt (ich übe fleißigst mit ihm und fühle mich viel wohler mit der Sprache) und sind dann entspannt zur plaza gewandert, um den Bus zu besteigen. Die Fahrt nach Hause war viel entspannter, weil wir ganz vorne neben dem Fahrer sitzen konnten und es nicht so geschaukelt hat.

Zurück in Cúcuta haben wir uns für ein paar Stunden getrennt, örtlich gesehen natürlich nur, und später hat Angel mich abgeholt, um mich auf eine Semester-Abschlussfeier eines seiner besten Freunde mitzunehmen. Der hatte Angel eingeladen und extra betont, er möge mich doch bitte mitbringen. Nun ist es ja so, dass die Kolumbianerinnen es (meiner Meinung nach) gerne mal übertreiben, was die Outfits angeht und das einfach nicht mein Stil ist, mich so aufzubrezeln. Ich wollte erst in Jeans und Top gehen (was ja auch schick sein kann), aber dann habe ich mich umentschieden und mich in mein einziges schickes Kleid geworfen – das viel strapazierte kleine Schwarze. Ich dachte, das ist mal eine Gelegenheit, bei der nichts schiefgehen kann mit einem schicken Kleid – es würde vermutlich nicht mal auffallen, da ich im Vergleich zu den Kolumbianerinnen sehr schlicht auftreten würde. Angels Blick, als er mich gesehen hat, war dann jedenfalls Gold wert 🙂 Ich hab mich so gefreut, dass er sich so gefreut hat und offensichtlich fand, dass ich gut aussah – und er war natürlich ebenfalls sehr schick … Ich gehe gerne mit ihm weg, weil er so richtig gut aussieht in seiner „dressing up“-Kleidung! Sein Freund war dann sehr nett zu mir, hat mich tausend Dinge gefragt und mir im Laufe des Abend tausend Dinge erzählt – seine Erzählfreude stieg proportional zu seinem Alkoholkonsum 😉 Angel und ich tranken beide nicht, amüsierten uns aber prächtig. Wir konnten nicht tanzen, weil der DJ unfähig war, ordentliche Musik aufzulegen und sinnvolle Übergänge zu schaffen, aber wir machten Sitztanz, stießen mit Wasser an und beobachteten fasziniert, wie sich im Laufe der Nacht mehr und mehr Leute in den in der „Location“ vorhandenen Pool schmissen. Als ich allen erklärte, es sei ganz wichtig, sich beim Anstoßen in die Augen zu schauen, weil sonst 7 Jahre schlechter Sex drohen würden, gab es einen Aufstand und alle, wirklich alle, egal wie betrunken, gaben sich plötzlichst größte Mühe, klar geradeaus in irgendein Augenpaar zu schauen, bevor sie einen weiteren Schluck nahmen …

Als wir gegen Mitternacht nach Hause gingen, war ich sehr glücklich, denn dieses Wochenende war einfach so perfekt. Nicht nur, weil es ein Wochenende mit ihm war, sondern auch, weil ich endlich mal etwas mehr gesehen habe als die Straßen, Gebäude und den Himmel in Cúcuta. Mehr davon sollte es das nächste Wochenende geben … aber davon erzähle ich euch in der nächsten Maus in einem der folgenden Posts! 🙂

Ich hoffe, euch hat dieser Post gefallen und ich freue mich über eure Kommentare, Anregungen und Meinungen!

Un abrazo fuerte! 🙂 ❤

 

Ten Things To Do In 2017

I already told you about this wonderful facebook page called „Berlin ArtParasites“ here – maybe you have already checked it out, maybe you will after this post, or maybe you simply won’t. Either way I found a post there today that resonated in me for a while and touched something in me. I’m hoping that in this new year I’ll be able to realise some of what it is about – because especially the first point of the list hit me. I actually found myself saying several times „the year went by so fast“ and it feels like I haven’t accomplished much.

I want to share this post with you so maybe it helps you realise that a new year (even just a new day!) is nothing but an opportunity to change things that you’re not happy with.  Here is the list of „Ten Things To Do In 2017“ (aawordthings via Tumblr) – I highlighted the parts that are most important to me.

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1. Take it a day at a time. You don’t have to know what you’re doing the next day or even the next hour. I’ve learned that the more you think in the future, the shorter the day seems and the months fly past you and you’re left feeling discontent and unsatisfied. It’s almost like everything has been in a blur, and you find yourself saying, “the year went by so fast”, even though you haven’t accomplished much. So do everything in the moment of ‘now’, and cherish each minute like it’s the last minute you have.

2. Let it go. You know nothing is going to change, because you can’t change people unless they truly want to and you can’t change the past either, and the sooner you realize this, you will spend more time being happy than in a constant battle with your mind and your heart. They need to rest too.

3. Take risks. If you never take any, the moment that turned out for the worst could have turned out for the best. This works vice-versa as well, but either way, you will learn from these experiences. You won’t forget how rapidly your heart was beating in these moments and how electric you felt. It will be worth it in the end, trust me.

4. Call up that person that you didn’t spend enough time getting to know, simply because you were too distracted with somebody else or just didn’t feel like you’d become something more than acquaintances. Greet strangers and embrace the idea of diversity. Ask questions about different cultures, morals, ideas, beliefs; educate yourself as much as you can.

5. Go ahead and wear that outfit you keep telling yourself that it doesn’t look good on you. You bought it because you liked it, yes? So, show it to the whole damn world. If you do it with a smile and confidently squared shoulders—even better. You are beautiful.

6. Instead of procrastinating and wallowing in self-pity, get up and do something. Sitting around is not going to do much but make you feel horrible, and you’ll create scenarios that may not even exist or be as big in your head that will cause matters to become worse. You want this to be your year of explosive progress? Set goals and strive to achieve them. You want to look back at the end of the year and say, “I did good”.

7. Spend more time with your family or friends. Build a support system so strong, that you will never feel lonely. In fact, this support system will lead you to feeling content even when you are alone, because you won’t feel the constant need to either be with someone or have somebody who loves you, because you know you’ll have people who love you and the more love you surround yourself with, the easier it becomes to love yourself too.

8. Be kind always and be angry when you need to be. Stand up for the ideas that you believe in and don’t back down from them just because you have a different opinion. Learn to love the sound of your voice when it bounces off the walls of a classroom full of people, because your voice has the power to change a million minds. Remember, you are allowed to feel whatever it is you feel.

9. Go on more road trips or just take a few minutes to be outside by yourself. Inhale and exhale the air around you. Watch the stars, the sunset, the sunrise, the birds flying in the sky, the cars passing by. Walk in the rain sometimes without an umbrella, instead of running. Let the sunlight soak your skin more often. God, isn’t the world itself beautiful?

10. Be faithful. This is the year you hoped to be better. Don’t let anything stop you from achieving that, because you are limitless as long as you believe yourself to be.