Tag-Archiv | Abschied

„recolourlife“ zieht um

DEUTSCH – ENGLISH

Hallo an euch alle,

ich blogge mittlerweile 5 Jahre auf wordpress und mir ist recolourlife unglaublich ans Herz gewachsen. Dieser Blog ist mit ganz vielen Erlebnissen, Reisen, Begegnungen, Abenteuern, Erfolgen, Geschichten, Gedanken, Bildern, Ideen, Musik, Erinnerungen und … Gefühlen gefüllt. So prall gefüllt, dass mein Datenvolumen für Bilder aufgebraucht ist! Sehr traurig, denn ich muss mich von „recolourlife“ trennen.

Hello everyone,

I’ve been blogging on wordpress for 5 years now and this blog is such a big part of my life. It is filled with lots of ideas, adventures, memories, encounters, music, thoughts, travels … and feelings. Now unfortunately my data volume is used up and I have to part with this wonderful blog.

Das fällt mir wirklich schwer, denn recolourlife ist mein kleines virtuelles zu Hause geworden. Das Bloggen gebe ich natürlich nicht auf, das könnte ich gar nicht, denn auch, wenn ich manchmal lange schweige und mir Zeitfenster regelrecht freischaufeln muss, gehört „dieses Bloggen“ mittlerweile fest dazu zu meinem Leben.

That is hard for me because recolourlife has become my virtual home (away from home). I’m not giving up blogging entirely, of course not, I could never do that. Even though I sometimes go weeks without blogging once, blogging is a fixed part of my life.

Die Adresse des neu kreierten Schwesternblogs findet ihr unten. Bevor ihr dort stöbert, lasst mich bitte noch sagen: danke für euer Interesse, danke für eure Klicks und Likes, danke für den Liebster-Blog-Award und danke für eure steten, aufmunternden Kommentare. Ihr seid eine tolle Bloggemeinde und macht es für mich noch lohnenswerter, meine Geschichten zu tippen. Ein riesiges, aus tiefstem Herzen gefühltes, DANKE! ❤

You can find the link to the newly created sister blog below but before you have a look around there please let me say this: thank you for your interest, your klicks and likes, thanks for the „favourite blog“ award and for the always encouraging comments. You’re an awesome crowd and make it even more worthwhile for me to share my stories. A huge, heartfelt THANK YOU! ❤

Und jetzt folgt mir …  auf zu neuen Abenteuern auf …
And now follow me … let’s have new adventures on …

www.recolouringlife.wordpress.com

neuerblog

Good-bye

Good-bye? As in „a good thing“? I don’t think so …

Partings are hard. To me they are usually as heartbreaking as they seemed promising before they actually happen. It’s daunting leaving something behind – the bad things fade away into insignificance as I focus on all the good things that are also left behind – much more colourful and vivid in my mind … and certainly more present in my heart.

So … leaving Colombia was hard, even after all the failed attempts, the disappointments, the struggles … and even harder as I left Angel behind – as just a friend, not as a boyfriend anymore. That hurt more than anything because I care about him in a way I can’t describe, and I am scared of what will happen to us, this new us that somehow isn’t an us anymore … I’m scared of what will happen when we’re apart.

Sitting on the plane AV 9459 from Cúcuta to Bogotá, staring into the dark outside, these thoughts formed in my mind.

It’s scary how fast things can be gone. One last hug and done. The city disappears from view within 15 seconds. Now it’s just dark and cloudy outside, interspersed with the regular blinking of the plane’s lights. Inside it’s fresh, muted and calm. Inside me there’s turmoil. Leaving has two sides, and these two sides are trying to arrange themselves inside me, trying to fit in, rubbing against each other, fighting for the upper hand. It’s unsettling me, shaking my world, the world I have come to love and hate during the past 8 months. As always, the love is stronger, the heart more forgetful of all the things that have gone wrong, making more space for the brighter memories; and making space means something needs to be removed, and I guess that must be why tears are sliding down my cheeks and I seem to be unable to gain control over this mechanism.

The blinking lights on the airplane’s wings are soothing, though, as is the gentle buzz of the airplane and people’s conversations. My breath steadies and my eyes dry up a bit. I breathe. In and out. Let’s see where this journey takes me.

[08.03.2017 – 21.45]

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Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

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Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

colombia

Kolumbien, du wirst mir fehlen!

Aus dem Mund von … Wir sind Helden

„Ein Elefant für dich“ ist ein mittlerweile 11 Jahre altes Lied von „Wir sind Helden“. Ich finde es wunderschön und gleichzeitig so unendlich traurig. Es erzählt vom Lieben, davon, aufeinander Acht zu geben und einander Lasten abzunehmen. Davon, über sich selbst hinauszuwachsen … und davon, Abschied von einer geliebten Person zu nehmen, auch wenn man selbst oder beide noch nicht bereit sind. Ich finde, die Gefühle sind auf den Punkt genau beschrieben, aber so weich verpackt, dass man sich in die Worte einkuscheln und Trost finden kann. Ich stelle mir immer vor, wie ich als alte Dame mit der Liebe meines Lebens auf unser gemeinsames Leben zurückblicke. Wie ich seine Hand halte, ihm durch jene Worte Zuspruch gebe und ihm meine Liebe auf diese Weise ein letztes Mal schenke. Ich denke auch an meine Oma und meinen Opa und ob ich tatsächlich in der Lage sein werde, ein Elefant für meinen Opa zu sein, wenn es soweit ist und wir am Ende des Wegs angekommen sind. Bis es soweit ist, kuschele ich mich in die Worte des Liedes ein.

 

Ein ziemlich schön gefülltes Leben

Hallo ihr Lieben,

es war ein bißchen länger ruhig hier – ich war irgendwie mitten im Leben und das war schön, darum hab ich weniger Zeit gehabt für’s Bloggen. Jetzt möchte ich euch aber berichten, was es Neues gibt.

Meine Wohnung ist endlich fix und fertig zwischenvermietet 🙂 Das war ja meine allergröße Sorge, niemanden zu finden bzw. dass Yacoub nicht einziehen kann, weil das Jobcenter sich querstellt – das kommt im Paragraphendschungel Deutschland ja ab und an mal vor (hab ich so gehört …). Aber es hat tatsächlich alles geklappt und am 19.05. haben Yacoub und ich den Zwischenmietvertrag unterschrieben! 🙂 Juchu! Jetzt muss ich bloß noch ein paar Listen machen für ihn und meine Wohnung ausräumen, wenn es dann soweit ist. Am 01.07. zieh ich aus und er ein.

Meine Versicherung ist auch endlich abgeschlossen, und sie ist gar nicht teuer. Ich kann allen TK-Mitgliedern, die ins Ausland reisen, die envivas wärmstens empfehlen. Die haben ein breites Angebot, das leicht verständlich ist und einen gut absichert. Außerdem ist der Kunderservice wirklich erste Sahne. Sollte ich tatsächlich länger als ein Jahr bleiben, habe ich die Bupa im Hinterkopf, denn die kann ich auch aus dem Ausland heraus abschließen – leider ist sie ziemlich teuer.

Einen Vertrag haben Renata und ich schon in Angriff genommen und wir sind fleißig dabei, die Vorlage an unsere Ideen anzupassen. Meine Impfungen habe ich auch fast erledigt, morgen ist der letzte Termin. Mein Fitness-Studio stellt sich wie erwartet quer, was die Kündigung angeht, aber zumindest kann ich pausieren, während ich weg bin. Immerhin etwas. Vollmachten habe ich auch schon ausgestellt und auf der Arbeit habe ich gestern Abend im Jugendteam bekannt gegeben, dass ich meine letzte Nacht im Juni haben werde.

Meine Teens haben es gemischt aufgenommen: sie wollten Details wissen, waren aufgeregt und haben gleich überlegt, was wir in der letzten Nacht zusammen machen: Party? Spieleabend? Filme? Grillen? Einige haben sich sofort Postkarten gewünscht und gefragt, ob ich denn kolumbianisch spreche … andere fanden die Neuigkeit nicht ganz so prickelnd und eins meiner Mädchen konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen. Das ging schon ans Herz, vor allem, weil ich das Mädchen gut verstehen kann – wir haben irgendwie eine besondere Verbindung. Ich habe mir viel Zeit genommen, mit ihr und denen, die Gesprächsbedarf hatten, Fragen zu klären, meine Motivation für die Reise zu erklären und  möglichst viele Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen. Wir haben ja noch ein paar Nächte zusammen, mal sehen, was sie noch alles klären möchten oder welche Probleme es gibt.

Ansonsten beginne ich langsam, über den Inhalt meines Rucksackes nachzudenken, über Gastgeschenke und dergleichen. Nur noch 1,5 Monate! Aufregend!

Jetzt Freitag bekommen wir unsere Noten verkündet und das wird mein allerletzter Schultag sein! Wie traurig. Ich habe in der Zeit nach der Kita gemerkt, wie sehr ich die Schule liebe. Damit meine ich nicht nur die Inhalte, die wir lernen, sondern auch die Unterstützung der Lehrer, generell die Schüler-Lehrer-Interaktion, die Atmophäre in der Schule – einfach alles! Ich will gar nicht weg.

Am 17. Juni werden dann die Zeugnisse verliehen und meine Freunde und ich werden uns am 18. nochmal zusammensetzen und meinen Abschied feiern – und ich glaube, dass ich mich recht glücklich schätzen kann, von so vielen lieben Menschen und liebgewonnenen Dingen und Orten Abschied nehmen zu können. Das bedeutet ja bloß, dass ich ein ziemlich schön gefülltes Leben habe …

… in das ich mich jetzt auch wieder voller Freude stürzen werde 🙂 Bis zum nächsten Post 🙂

Breakup Playlist

Hallihallo liebe Lebensmaler!

Als ich mir die Fragen für die Liebster Award-Frageliste ausdenken musste, habe ich den Nominierten die Frage gestellt, welche 5 Songs auf ihrer Breakup- bzw. Trennungsplaylist stehen. Musik ist bei mir in jeder Lebenslage extrem wichtig und ich finde, es tut gut, mit bestimmter Musik die gute Laune noch zu steigern oder sich zu bestimmten Songs so richtig schön gehen zu lassen, wenn es einem beschissen geht. Sich ordentlich in die Trauer hineinzusteigern und zu heulen wie ein Schlosshund kann genauso befreiend sein wie alle negativen Gedanken abzuschütteln und sich auf das Single-Sein zu freuen – und am besten geht das mit den richtigen Songs im Hintergrund. Ich hab mal überlegt, was bei mir so läuft, wenn’s mir mies geht. Tadaaaa – meine nicht vollständige Playlist (klickt auf die Bildchen, um zum Song zu gelangen 🙂 )!


garyallan

oasis

philcollins

arminvanbuuren

kinagrannis

kinagrannis2

coldplay

sum41

jamesbluntscouting for girlsjasonderulobeyoncethekillersboyslikegirls

 

Und bei euch – was läuft da? Ich bin ja immer auf der Suche nach neuer Musik und freue mich über eure Tipps und Anregungen! 🙂

 

Aotearoa – Und auf Anfang …

Ich werde jetzt in den folgenden Woche so langsam meine Wochen in Neuseeland und Australien Revue passieren lassen, damit meine wundervolle Reise hier auch formvollendet dokumentiert wird. Zwischendurch gibt’s auch aktuelle Beiträge, aber ich konzentriere mich erstmal auf die Vergangenheit, denn die ist wirklich sehr ereignisreich gewesen. Manchmal auch nervenaufreibend, aber das kennt man ja nicht anders von mir.

Nachdem wir also bis spät in die Nacht bzw. früh in den Morgen gefeiert hatten, sind Kate, Adrien und ich alle gemeinsam ins Bett geplumpst. Kate ist mitten in der Nacht aufgestanden hat nach gefühlt einer Stunde Schlaf um sich getreten, weil ihr zu warm wurde, und dann ist sie umgezogen in ihr eigenes Bett. Mein Wecker klingelte um 6.45h, ich stolperte unter die Dusche und machte mich soweit fertig. War natürlich zeitlich trotzdem alles sehr knapp; wir haben nicht mal unser Frühstücksgeschirr abwaschen können, weil wir dann nach einem Anruf von Lynda innerhalb einer halben Stunde fertig sein mussten. ARGH. Aber wir haben es alles geschafft und nach einem tränenreichen Abschied von allen saßen Kate und ich heulend im Auto von Lyndas Schwester. Wir wurden mittags am Flughafen in Townsville abgesetzt, wo wir die Wartestunden damit verbrachten, umzupacken, auszusortieren, zu lesen, Karten zu schreiben, Fotos zu tauschen sowie Filme zu schauen und zu schlafen. Abends um 19h sollten unsere Flüge gehen, Kates nach Melbourne, meiner nach Brisbane und dann nach Auckland, Neuseeland. Wir trennten uns schweren Herzens, aber mit der Erwartung, uns bald in Melbourne wiederzusehen.

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Meine Nacht in Brisbane verbrachte ich auf einem äußerst gemütlichen Sofa im Flughafen. Morgens um 5h bin ich aufgestanden, um einzuchecken. Ich hatte natürlich das Glück, eine unfreundliche Schalterfrau zu bekommen. Ich sei sehr spät, bemerkte sie. 5h morgens würde ich nicht als spät bezeichnen, dachte ich mir, aber ich hab nichts gesagt. Weiter ging es eh schon: wo denn mein Visum sei, wollte sie wissen. Ich hatte keins. Und mein Rückflug aus Neuseeland? Ich hatte keinen, aber ich versicherte der Frau, ich hätte genügend finanzielle Mittel, um mir einen Platz im Flieger zu sichern. Tja, das reiche aber nicht, bemerkte meine äußerst freundliche Servicekraft. Und da fing das Drama an. Ohne Visum und ohne Flugticket könne sie mich nicht fliegen lassen. Ich bestand darauf, dass mir gesagt wurde, dass ich nur genügend Rücklagen vorweisen müsste, um eine Einreiseerlaubnis für Neuseeland zu bekommen. Nein, nein, und nochmals nein. Den vorgesehenen Flug würde ich sowieso nicht mehr kriegen. Da muss ein großes, rotes, extrem leuchtendes ‚P‘ in meinen Augen erschienen sein, denn sie rief einen Kollegen zum Schalter, der, nachdem er die Situation geschildert bekommen hatte, anbot, mich für einen geringen Aufpreis auf einen späteren Flug zu verschieben – ich müsse mich dann aber um entweder ein Visum oder ein Ticket aus Neuseeland heraus kümmern. Und zwar jetzt.

Tja. Jeder, der schon mal versucht hat, ein Visum innerhalb von wenigen Stunden zu bekommen, weiß ganz genau, dass es völlig unmöglich ist. Völlig kopflos rannte ich 20 Minuten durch den Flughafen, um dann später doch am Schalter des Kollegen ein offenes Flugticket zu kaufen. So schnell sind 500 Dollar also weg, aha. Da hab ich mich echt geärgert. Aber besser, als gar nicht zu fliegen. Dank meines sonnigen Gemütes hab ich mich auch  wieder gefangen und mich einfach auf Neuseeland gefreut.

Später beim Einchecken hatte ich SO einen netten Schalterbeamten, der die Erfahrung mit der griesgrämigen Frau von vorher echt komplett ungeschehen gemacht hat. Er hat mich nach meinem Namen gefragt, mit mir dessen Ursprung beleuchtet, deutsch mit mir gesprochen und mir ein wundervolles Kompliment gemacht: ‚I love your hand luggage. SO cool.‘
Später, beim Einchecken ins Flugzeug war er auch wieder da, riss meine Karte ab, lächelte und sagte: ‚Best hand luggage ever.‘ Hach 😉 Und der Flugbegleiter … als ich ihm meine Platzkarte reichte, checkte er mich auch erst einmal aus und sagte: ‚I like your style.‘ Also, das ist doch …

In Ackland angekommen stellte sich gleich das Gefühl von ’nach Hause kommen‘ ein. Der Flughafen ist mir so vertraut, obwohl ich weder ihn noch die Stadt besonders leiden kann. Ich wurde erwartet und in ein Auto verladen. Von wem, warum, und wo es genau hinging, erfahrt ihr im nächsten Post!

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Hello New Zealand.