Tag-Archiv | draußen

Aventuras Nuevas – Umgebung und zu Hause

Hallo liebe Lebensmaler,

ich habe es ganz am Anfang versäumt, euch zu erzählen, wo und wie ich eigentlich wohne. Das ist irgendwie untergegangen im Gefühlschaos und dann gab es so viel zu erzählen und ich wusste nicht so richtig, wo anfangen. Heute werde ich euch also endlich Bilder meines Zimmers, unseres Gebäudes und der Umgebung zeigen.

Entonces … Ich wohne in Cúcuta, das ist die sechstgrößte Stadt Kolumbiens und die Hauptstadt des departamentos „Norte de Santander“. Sie liegt im Nordosten Kolumbiens und direkt an der Grenze zu Venezuela. Die Stadt ist in mehrere barrios aufgeteilt, und ich lebe im barrio „La Riviera“, einem der reicheren Bezirke. Das Straßensystem habe ich halbwegs durchschaut, aber ich finde mich trotzdem nur dort zurecht, wo ich öfters langgehe oder wo es in der Nähe Orientierungspunkte gibt, die mir helfen, zu ahnen, in welche Richtung ich mich fortbewegen muss. Das geht aber anscheinend nicht nur mir so, sondern auch cucuteños, die sich außerhalb ihres barrios befinden.

Allgemein gibt es in Kolumbien ein Straßensystem, das vom spanischen System übernommen wurde und als sehr einfach gilt: es gibt calles (abgekürzt C oder Cl), die von von Osten nach Westen laufen, und carreras (abgekürzt Cra, Kra oder K), die von Norden nach Süden laufen. Die Nummern werden entsprechend höher, je weiter man sich nach Westen bzw. Süden bewegt. In Cúcuta werden carreras allerdings avenidas genannt und während in anderen Städten Kolumbiens die carreras mit der Nummer 1 beginnen, geht es hier mit der avenida cero los. Adressen sind anders aufgebaut als deutsche, und sie sagen einem Suchenden auch ganz genau, wo sich das Haus oder Gebäude befindet, das gesucht wird.

Ich werde euch mal meine Adresse geben (links) und dazu erklären, welches die einzelnen Bestandteile sind (rechts):

adresse

Was mich immer noch verwirrt, ist die #7-10 Komponente der Adressen. Genauer geht eine Ortsangabe hier eigentlich nicht, aber ich finde mich trotzdem schwer zurecht damit. Hier gibt es zum Beispiel auch keine bzw. kaum Straßenschilder, man muss sich ausschließlich an den Angaben an den Häusern orientieren. Obwohl es ein Postleitzahlensystem gibt, weiß niemand seine Postleitzahl, sie wird nicht benutzt. Was auch anders ist: hier haben die Gebäude Namen, warum, weiß ich auch noch nicht, weder Angel noch meine Gastmama konnten mir das erklären. Unser Gebäude heißt „Caranday“, das ist eine südamerikanische Palmenart, und sie ist auf den Türen unseres Aufzugs abgebildet (s.u.), der uns in den 7. Stock in einen kleinen Vorflur fährt, von dem aus wir durch die riesige Eingangstür ins apartamento treten. Neben den Türen unten im Foyer hängt auch eine kleine Tafel, die erklärt, was es mit der namengebenden Palme auf sich hat – verstehe ich bloß leider nicht, weil es auf Spanisch geschrieben steht 😉

El Edificio Caranday ist ein hohes und großes Gebäude, das schon etwas älter ist. Auf allen Ebenen sind zwei apartamentos, wir haben den 7. Stock für uns ganz alleine, ca. 400m² sind es wohl, meinte meine Gastmama. Ich finde die Straßenlaterne mit dem altmodischen Schild vor unseren Treppen total schön. Nachdem man die Stufen erklommen hat, wird von innen vom Portier der Türöffner betätigt und man steht im Foyer. Riesig, kühl und spartanisch eingerichtet, immer abgedunkelt durch die getönten Fensterfolien. Hinterm Rezeptionstresen warten wechselnde Portiers – einer kommt nur am Wochenende, die beiden anderen unter der Woche. Manchmal empfangen sie uns mit Post oder anderen Sendungen, fast immer aber mit einem Lächeln. Javier (keine Ahnung, ob ich den Namen richtig schreibe) besonders – er ist ziemlich toll, versucht oft, mit mir zu sprechen und ist total liebevoll zu Anja. Der andere unter-der-Woche-Portier war anfangs sehr reserviert, da es zwischen meiner Gastfamilie und ihm Unstimmigkeiten gegeben hatte. Ich habe beschlossen, so zu tun, als wisse ich nichts davon, und habe ihn immer freundlich gegrüßt, angelächelt und mit Anja zusammen angesprochen. Nach einer Weile wurde er weniger frostig und jetzt lächelt er mich immer an, hält uns die Tür persönlich auf und sagt auch ein paar Worte auf deutsch. Für mich ist es immer noch komisch, nicht einfach unbe(ob)achtet kommen und gehen zu können, wie es mir passt, sondern mich manchmal unter den Augen der Portiers so zu fühlen, als sei ich 15 und schleiche mich auf eine verbotene Party oder käme von einer solchen heim. Außerdem tut es mir so Leid, wenn ich mitten in der Nacht heimkomme und sie wecke – die Armen!

Auf der nordöstlichen Seite (wenn ich mich nicht irre) des Gebäudes liegt ein kleiner Platz, der von oben sehr grün aussieht, es von unten aber leider nicht ist. Der „Spielplatz“, den es an einer Ecke gibt, ist z.B. sehr kahl und scheint irgendwie aus einer anderen Zeit zu kommen. Schade ist das, denn sonst könnte ich mit Anja auch dorthin gehen, wenn wir mal nicht so viel Zeit haben. Trotz der Kahlheit gehe ich hier oft mit der Süßen, dem Hund der Familie, eine kleine Mittags-oder Abendrunde, ansonsten beobachte ich gerne vom Balkon aus die Basketballspieler/innen auf dem kleinen Feld an einer Seite des Platzes, genieße die Aussicht oder bestaune das tolle Muster des Platzes. Oft sitzen hier kleine Grüppchen von Menschen, die sich einfach unterhalten, ein bißchen vorglühen, Pärchen, die in einander verschlungen sind, Hundebesitzer, die mit ihren Schützlingen eine Runde drehen, Menschen, die auf den Mauern im Schatten der Bäume ihre siesta halten … es gibt eigentlich immer was zu gucken.

Wobei man auch immer gucken und die Augen offen halten sollte, sind einfache Spaziergänge. Einfahrten, Schrägen und der „ebene“ Bürgersteig sind einfach irgendwie aneinander gebaut, sodass man schon fast Wanderschuhe braucht, um sich nicht die Knöchel zu verknicken. Fragt mich nicht, wie die Kolumbianerinnen das auf ihren Highheels meistern. Außerdem ragen aus dem Boden gerne mal irgendwelche Haken, in denen man hängen bleibt, stürzt und sich an der Schulter verletzt (ja, es tat weh!). Die Bürgersteige sind hier auch anders als in Deutschland: erstens sind sie oft mit sehr glatten Fliesen gefliest, sodass man bei Regen oder Wischwasser schneller auf dem Rücken zappelt wie ein Käfer, als man gucken kann. Und zweitens: Wischwasser? Ja, Wischwasser. Hier werden mindestens 2x die Woche die Bürgersteige erst gefegt und dann gewischt. Mir erschließt sich der Sinn dieser Aktion nicht so ganz, da sich der Dreck aufgrund des ständigen Windes eh so schnell verteilt und dann auf nassem Umtergund doch noch eher haften bleibt! Warum also Zeit und andere Ressourcen verschwenden? Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass die meisten Menschen hier ihren Müll dort fallen lassen, wo sie gerade damit fertig werden. Andere Länder, andere Sitten. Die Straßen sind auch oft ziemlich löcherig und schwer zu navigieren, da gefahren wird, wo gerade Platz ist und man sich nie sicher sein kann, aus welcher Richtung gleich das nächste Auto hupend angerast kommt, um einen die Zehen abzufahren. Der Kante zwischen Bürgersteig und Straße ist oft auch richtig hoch, sodass es sehr schwierig ist, mit dem Kinderwagen hoch und runter zu gelangen. So langsam gewöhne ich mich und weiß, wo ich gut langgehen kann, wer mir Platz macht und wo ich aufpassen muss.

Wenn ich dann also alle Unebenheiten, Gefahren und glitschigen Untergründe erfolgreich gemeistert habe, durch das Foyer geschritten und in den 7. Stock gefahren bin, trete ich durch unsere breite, braune Wohnungstür in den Eingangs-/Wohnbereich, ziehe meine Schuhe aus und gehe durch den langen Flur in mein Zimmer. Auf dem Bild vom Gebäude (s.o.) ist das Fenster an der Ecke, die zu uns zeigt, meins. Von der Wohnung werde ich euch keine Fotos schicken, um die Privatsphäre der Familie zu achten, aber mein Zimmer, meinen Lieblingsplatz und natürlich den Ausblick werde ich mit euch teilen. Mein Zimmer besteht aus dem Schlafzimmer und ist verbunden mit einem Ankleideraum, durch den ich ins angeschlossene Bad komme. Das Zimmer wirkt erstmal ziemlich groß und weiß, ist aber auch sehr hell, da eine Seite zu ¾ aus Fenster besteht. Ich arbeite noch daran, dass es sich heimeliger anfühlt, aber es ist bereits besser geworden als am Anfang. Wie schon in Australien oder zu Hause in bspw. meiner Küche habe ich als erstes Zitate gestaltet und angebracht. Die wichtigsten hängen an meinem Bett und sprechen mir oft Mut zu. Auch um meinen Schreibtisch herum habe ich motivierende Sprüche platziert und ich liebe es, sie anzusehen und durchzulesen. Meine sehr dezimierte Schmuckkollektion habe ich mit Bügeln aufgehängt, da ich hier nichts an die Wand anbringen kann, dass etwas mehr Gewicht trägt. Das hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, die Postkarten, die Tonnen von Freundschaft und Liebe zu mir getragen haben, aufzuhängen. In der braunen Tüte hat Angel mir eine Süßigkeit mitgebracht hat – und das hat mich so gefreut, dass sie ebenfalls einen Platz an meiner Postkartenwand bekommen hat. In und auf den Kommoden befinden sich Krimskrams, Dokumente und meine Bücher – viel zu wenig noch, aber darum kümmere ich mich in Zukunft.

Es hat eine ziemliche Weile gedauert, bis ich meinen Schreibtisch bekommen habe, aber seit er da ist, bin ich glücklich. Ich sitze jeden Tag hier und schreibe etwas, bereite etwas für die Deutschstunden mit Ángel vor oder mache meine Spanischhausaufgaben. Ich finde, der Tisch ist einfach zu klein für alles, was ich brauche, und darum habe ich mir mit der Erlaubnis meiner Gastmama einen Tisch danebengestellt, auf dem ich verschiedene Sachen, die ich nicht ständig brauche, aber doch griffbereit haben muss, lagere. Wie schon erwähnt, hängen in meinem Blickfeld auch hier ganz viele verschiedenen Zitate oder Motivationssprüche. Wöchentlich kommen mehrere hinzu. Außerdem hängen hier auch zwei Karten, die ich von zu Hause mitgebracht habe: eine von Vera (die hing auch schon in meinem Flur) und eine, die ich sowohl von meinen Kollegen im Kindergarten als auch von meinem Kollegen in der Kinder-und Jugendhilfe zum Abschied bekommen habe. Ich liebe den Spruch total und dass beide Teams diese Karte unabhängig voneinander für mich ausgewählt haben, machte und macht mich immer noch sehr glücklich.

Wenn ich durch die Tür neben dem Schreibtisch gehe, stehe ich schon einem kleinen Schrank-Viereck. So viel Schrank könnte ich in meinem ganzen Leben nicht füllen, bilde ich mir gerne ein, und auch jetzt nutze ich nur ein paar Regelbretter und Bügel. Viel neues ist auch noch nicht hinzugekommen, da es hier in Kolumbien unglaublich schwierig ist, etwas zu finden, dass mir passt und gefällt. Jedenfalls geht’s von diesem Schrank weiter ins Badezimmer, das direkt hinter der Wand an meinem Schreibtisch liegt. Ich liebe diesen altmodischen Waschbeckenschrank und den großen Spiegel – auch hier hängt die kleine Karte, die mir schon in Deutschland morgens vorm Spiegel Mut zugesprochen hat. „Keine Panik, das wird schon“, quakt mir eine Ente entgegen, der das Wasser im wahrsten Sinne bis zum Hals steht. Ansonsten ist mein Bad mit einer Duschbadewanne, einer Toilette und einem Bidet ausgestattet. Manchmal fühlt es sich alles an wie ein Hotelzimmer … aber ich tue mein Bestes, um meine persönliche Note im Raum zu verteilen.

Und dann ist da noch der Ausblick. Es ist ziemlich schön, was ich so sehe. Wir haben fast einen Rundum-Blick und wenn morgens um 4 Uhr die Sonne aufgeht, ist das wie ein magischer Moment. Der Himmel ist verlaufene Wasserfarbe und die Stadt sieht so friedlich aus unter der noch dunklen Decke, die die Nacht über sie geworfen hat. Das zweite Foto ist eins meiner Lieblingsfotos, weil ich es als so friedlich und heimelig emfpinde, wie sich die Bäume und die Häuser ihren Platz teilen, wie sich die Häuser zwischen die Bäume zu kuscheln scheinen und die Bäume ihre Äste ausstrecken. Wenn ich morgens aufwache, dann kann ich an schon am Licht der Sonne erkennen, ob es ein heißer Tag wird oder nicht – ich finde es schön, wie die Strahlen über den Rand der Berge in die Stadt fließen. Tagsüber leuchten dann die Farben so richtig intensiv, und nachmittags scheint alles von einem Filter überzogen zu sein: es wirkt alles warm und golden und weicher. Vom Balkon aus kann man im Hintergrund schon die Teile der Berge erkennen, die zu Venezuela gehören. So dicht dran sind wir. Auf dem Balkon sitze ich unglaublich gerne, ich habe dort einen kleinen Lieblingsplatz, von dem aus ich die Sonne, den Himmel und die Umgebung beobachte. Ich esse dort oft mein Frühstück und mag es, den Tag „für mich“ zu beginnen. Nachts oder abends sitze ich gerne auf dem Bett am Fenster, das ich meist nur als Ablage oder Sofaplatz nutze, und schaue mir die Lichter der Stadt an, lausche der Musik, die aus verschiedenen Richtungen an mein Ohr dringt und lasse mir den kühlen Wind um die Ohren wehen. Ich finde, die Lichter in der Ferne haben etwas magisches, so als seien Hügel extra festlich mit Lichterketten geschmückt worden, jede Nacht auf’s Neue. Oft wird auch der Himmel von Mutter Natur festlich beleuchtet: Wetterleuchten ist keine Seltenheit hier und ich finde es spannend, die aufblitzenden Lichter anzusehen.


Das war es dieses Mal, ich hoffe, ihr habt einen besseren Eindruck bekommen von dem, was mich hier umgibt und könnt euch etwas mehr vorstellen, wie die Umgebung draußen so aussieht. Ich freue mich immer noch über Fragen zu meinem Leben, zu Land und Leuten, höre gerne eure Meinungen und Vorschläge für neue Posts nehme ich auch gerne an. Es bedeutet mir viel, das ihr mitlest und so auch dabei seid.

Verzeiht, wenn ich etwas unregelmäßig und durcheinander poste, aber es geht drunter und drüber und es ist gerade sehr viel (und leider nicht nur Schönes) zu organisieren und zu entscheiden. Ich versuche trotzdem, euch teilhaben zu lassen, an diesem verrückten Leben.

Un abrazo grande! x

Advertisements

Love in Hildesheim #2

Heute war wieder ein wundervoller, warmer „Sommer“tag und nachdem ich unverkatert nach den Freuden des Weinfestes gestern aufgewacht bin, mir Frühstück besorgt und es dann auch gegessen habe, habe ich mit meiner Kamera (wir freunden uns langsam an) einen Spaziergang zu einer Freundin unternommen. In ihrem Stadtteil bin ich nicht oft und konnte darum auf dem Weg viele neue Eindrücke sammeln – und habe ganz viel Liebe gefunden. Manchmal offensichtlich, manchmal muss man ganz genau hinschauen, manchmal müssen die Sprayer ziemlich viel Anstrengungen auf sich genommen haben und manchmal ist die „Liebe“ ganz einfach gehalten.

Ich hatte auch eine ganz süße Begegnung mit einem kleinen Jungen, der sich wunderte, was ich da eigentlich machte … Das fand ich schön, wie neugierig-vorsichtig er sich getraut hat, mich zu fragen. Kinder sind total wundervoll.

Ich fand es auch schön, so aufmerksam durch die Stadt zu gehen und zu sehen, dass sich entweder ganz viele unterschiedliche Menschen mit dem Thema „Liebe“ befassen oder einige wenige wirklich intensiv darüber nachdenken. Mal sehen, ob ich noch mehr Liebe finde, wenn ich mich wieder auf Streifzug begebe. Jetzt aber erstmal Augen auf für die heutigen Bilder:

Welches ist euer Lieblingsbild? Ich habe vier Stück: das mit „Lebe die Liebe“ auf dem Mülleimer, das mit dem winzigen blauen „love“ zwischen dem ganzen anderen Gekritzel, das „Take care“-Herz und das letzte Bild.

Den ersten „Liebe in Hildesheim“-Post findet ihr hier.

Be sure to wear some flowers in your hair.

meadow2

Mit diesem Ausschnitt aus Scott McKeenzies „San Francisco“ begrüße ich euch heute 🙂 Ich hatte gestern einen wundervollen Himmelfahrtstag mit Sonne auf der Haut und Blumen im Haar – ich wünschte, ich könnte jeden Tag welche tragen  🙂 Der Sommer ist meine Lieblingsjahreszeit, weil mehr Leben draußen stattfindet, alles leichter und fröhlicher ist und natürlich bunter!

Für mich sind momentan die Blumen im Haar etwas Wunderbares, das den Sommer in mir ausdrückt – ich hab ja schon neulich von meinem Blumenkranz erzählt und für mich ist es die Leichtigkeit und Sorgenfreiheit, die mich daran erfreut. Außerdem ist es ein Stück Kindheit, das ich da mit mit herumtrage und ein Stück Ausgefallenheit (falls es das Wort gibt). Einfach mal anders sein als andere. Ich fühle mich immer ein bißchen Pippi-Langstrumpf-mäßig, wenn ich durch Wiesen laufe oder laut lache, ohne viele Gedanken daran zu verschwenden, was andere von mir denken.

Was lässt euch so richtig strahlen, womit fühlt ihr euch gut? Ist es vielleicht ein Lied oder ein Kleidungsstück? Ist es eine Person? Ist es ein Gericht, das ihr nur im Sommer/ zu besonderen Anlässen esst oder ein Ort, den ihr immer im Sommer/ zu bestimmten Zeiten besucht? Eine Sprache oder etwas ganz anderes? Ich würde mich freuen, wenn ihr euer das WAS und WARUM teilt 🙂

***         ***          ***

This photo was taken on Ascension Day (yesterday) and it was an exceptionally fine day full of sunshine on my skin and flowers in my hair. I love flower crowns so much I wish I could wear one each and every day. The flowers are a symbol for everything I love about summer: all its colourfulness and life being lived outside a lot more, the lightness of the days and carefreeness. Also it reminds me of childhood days and laughing loudly and running about makes me feel Pippi-Longstocking-ish because she just lived life like she wanted without giving a toss about what people thought. Life was simple for her.

What makes you beam with happiness, what makes you feel good? Is it maybe a song, some item of clothing, a meal which you only eat in summer or on special occasions? Is it a place you visit only in summer or once a year, a language or something entirely different? I’d love you to share the „what and why“ here 🙂

Liebe in Hildesheim #1

Hallo ihr Lieben,

wenn ich in Hildesheim spazieren gehe, dann achte ich immer ganz besonders auf coole Graffiti, Sprüche oder Aufkleber. Und bei diesen Beobachtungen ist mir ganz oft das Wort „Liebe“ aufgefallen, in vielen Variationen. Oft habe ich davon auch Fotos gemacht. Einige kennt ihr schon, andere sind neu – ich möchte heute diese Liebesbilder mit euch teilen. Das Briefkastenbild ist eins meiner liebsten – wer verschickt heute wohl noch Liebesbriefe? Welches Bild gefällt euch besonders?

 

 

Alte Erinnerungen und neue Eindrücke

Hallo liebe Lebensmaler,

ich bin mal wieder krank … Ich weiß auch nicht, wie ich es schaffe, sämtliche Krankheit während der Ausbildung in die Zeit der praktischen Ausbildung zu legen. Ehrlich, ich war in den 3 Jahren Ausbildung fast nie krank und jetzt ständig Wochen am Stück. Diesmal liege ich mit Kehlkopfentzündung flach. Für ein Plappermäulchen wie mich natürlich in zweierlei Hinsicht ziemlich anstrengend – kein Schlaf (wegen Husten) und kein Sprechen (wegen Reizung). Und der Arzt sagt, bis zu 4 Wochen kann sich das hinziehen! Man steh mir bei, dass es sich in kürzerer Zeit abhandeln lässt. Die Worte, die ich nicht sprechen kann, scheine ich hier zu digitalem Papier zu bringen …

Gestern war ich spazieren, denn der Arzt sagt, die frische Luft ist trotz der Kälte gut für meine zerschundene Kehle. Ich habe beschlossen, es auszunutzen, dass ich wieder auf dem Dorf bin und bin in den Wald gefahren, um dort umherzuwandern. Früher sind wir dort mit dem Kindergarten auch immer gewesen in unseren Waldwochen, und zwar im „Klettertal“. Es war für uns genau so verwunschen, wie es sich anhörte. Riesige Bäume, unüberwindbare Felsen, steile Hänge, verwunschene Ecken. Wir versteckten uns, wir rutschten, siebten Gold, wir kletterten und rannten, fielen und standen wieder auf. Es war so cool. Und wir erzählten uns Geistergeschichten, da über „unserem“ Klettertal der Wohldenberger Turm aufragte und es für uns glasklar war, dass es dort nachts spukt. Logo! Wir schmiedeten sogar Pläne, nachts die Geister anzuschauen, aber so richtig getraut haben wir uns dann doch nicht. Auf dem Weg dorthin sind wir immer am „Blitzbaum“ vorbeigekommen. Uns in diesem Skelett eines vom Blitz zerschlagenen, ausgehöhlten und verrußten Baumes zu verstecken gehörte genauso zu unseren Besuchen im Wald wie das Versammeln auf der „Baumbank“, die heute leider total zugewachsen und verrottet ist.

Gestern habe ich mir all diese Plätze meiner Kindergartenzeit angeschaut und ich fand es richtig schön, wieder im Wald zu sein. Dort verbringt man einfach zu wenig Zeit. Und magisch sehen einige Plätze immer noch aus – das Licht änderte sich ständig und ich war fasziniert von der Vielfalt an Fotomöglichkeiten, die sich mir bot. Unten seht ihr eine Auswahl!  Wie steht’s mit euch – wie oft seid ihr im Wald? Seid ihr gern dort, ist „euer“ Wald weit weg oder nah dran? Was für Abenteuer habt ihr dort vielleicht in eurer Kindheit erlebt?

… die Welt hing an Fäden und alles war leicht und so klar.
Wir liebten das Leben. ♡

IMG_7039 (2)

Revolverheld – Sommer in Schweden

   ☼   ☼   ☼

Wenn ich dieses Bild von mir sehe, dann denke ich an den Sommer. An den frischen Duft unzähliger blühender Blumen, die ihre wippenden Köpfe über Feldwege und Wiesenränder baumeln lassen; an den Strauß Farbkleckse, den ich mir zu meinem 22. Geburtstag gepflückt habe; an wohltuende Lüftchen, die die Wärme über die nackten Beine schieben wie Watte und die trockene Gräser sch-schen lassen; an warmen Asphalt unter barfuß-Füßen und an die ersehnte Kühle, die der Schatten mit sich bringt. Ich denke an glühende Sonnenuntergänge, die alles Erlebte in goldenen, warmen Glanz tauchen und kühle Morgende, die die Freude und sehnende Erwartung auf Sonnenstrahlen noch stärken. An Eis und befreites Lachen und Lagerfeuer und Unbeschwertheit denke ich, an Ausschlafen und lange Aufbleiben, an das Blinzeln in die Sonnenstrahlen, die durch die Jalousie ins Zimmer dringen, an das Schattenspiel, das die Sonne und der Wind mit den Blättern der Felsenbirne in unserem Garten treibt. Und ich denke an leuchtende Farben, die zu vibrieren scheinen – ich denke an so vieles, was ich im Winter vermisse, und meine Sehnsucht nach dem Sommer wird unermesslich groß.

Sonnenspaziergänge

Hallo liebe Lebensmaler,

im Winter kann es schnell passieren, dass sich meine Laune dem Wetter anpasst: grau in grau – kein schönes Gefühl! Als gestern endlich mal die Sonne ihre goldenen Strahlen Richtung Erde schickte, habe ich die Chance ergriffen und einen Spaziergang unternommen. Die Sonne schien, es war im Vergleich zu vorher warm und bunt draußen, die Menschen lächelten und das Beste: es roch nach Frühling! Oh, wie ich diesen Geruch liebe. Ich habe mich auf einer Bank niedergelassen und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen – die allerbeste Medizin gegen das graue Gefühl. Hier jetzt auch ein bißchen für euch – rezeptfrei und kostenlos und mit wunderbaren Nebenwirkungen! 🙂