Tag-Archiv | Englisch

Aventuras Nuevas – Als ich einmal Rednerin auf einer Abschlussfeier war …

Ich melde mich zurück mit einer weiteren Geschichte aus dem ereignisreichen Dezember! Ich arbeite so langsam alles ab, was liegengeblieben ist.

Meine Freundin Marcela hatte mich gefragt, ob ich auf der Abschlussfeier des Englischinstitutes, in dem sie arbeitete, eine Rede halten könne. Es gehe um die Wichtigkeit von Englisch im Leben, und es sei so schwer, jemanden zu finden, der interessant und/oder authentisch davon erzählen könne. Rednern von hier nähmen die Schüler das weniger ab als einer offensichtlichen „Ausländerin“ … und wo ich doch schon mal hier sei …

Sie hätte sich gar keine Sorgen machen müssen, ich mochte die Idee und sie versicherte mir, die Rede würde auf Englisch erwartet. Ich setzte mich also an den Schreibtisch und dachte nach, schrieb, strich durch, schrieb erneut quer am Rand entlang um die Ecke … Mehrere Stunden, die Tage wurden, und unzählige zerknüllte Blätter später hatte ich dann meine Rede fertig. Ich hatte mir vorgenommen, den Anfang und das Ende davon auf Spanisch zu schreiben, da dies die Authentizität des Inhaltes unterstreichen und mir von Anfang an die Aufmerksamkeit der Schüler sichern würde. Ich jagte die dafür vorgesehenen Teile durch google translate, ließ Angel Korrektur lesen und schreiben und präsentierte schließlich Marcela stolz meine Rede. Sie wand ein, dass ihre Chefs eine Rede rein auf Englisch wollten, aber begeisterte sich nach meiner Argumentation doch dafür: „Okay, wir machen deine Spanglisch-Sandwich-Rede einfach so!“

Am 12.12. hatte ich mir den Nachmittag freigenommen und machte ich mich für 17 Uhr fertig, unterstützt von Maria Elizabeth, die uns im Haushalt hilft: sie wusch last minute vorher unentdeckte Flecken aus meinem Kleid und bot mir von ihr handgefertigten Schmuck als Accessoires an – leider haben diese Stücke es nicht mehr pünktlich zu uns geschafft, obwohl ich mit Verspätung abgeholt wurde. Marcela und ihre Mutter holten mich in einem Taxi ab, dass uns durch verkehrsgefüllte Straßen zum Holiday Inn Hotel fuhr, wo die Feier stattfinden sollte. Endlich im Festsaal angekommen, bugsierte Marcela mich auf einen Stuhl auf der Tribüne und verschwand, um auf die letzte Minute noch einige Wogen zu glätten. Ihr Chef saß neben mir und tippte geschäftig auf seinem Telefon herum, während ich nervös die Leute beobachtete, meine Rede mit schwitzigen Händen auf- und zufaltete und darüber nachsann, ob es unhöflich sei, schon von meinem Wasser zu trinken. Irgendwann füllte sich unser Tisch auf dem Podest, die Lichter wurden gedimmt, nach und nach marschierten die Schüler zu ihren Sitzreihen, und die beiden Lehrer, die rednerisch durch’s Programm führten, begrüßten alle Anwesenden. Fast am Ende des ersten Drittels des Abends kamen die Vizepräsidenten des Institutes dann durch den Mittelgang spaziert, ganz entspannt, obwohl zu spät … also ehrlich! Das Programm war ein bunter Mix aus allem, es wurden verschiedene Reden gehalten, Projekte vorgestellt, gesungen und getanzt, Präsentationen … tja, präsentiert … und dann war ich dran.

Mit zitternden Beinen stand ich auf und ging, begleitet von Marcela, die die englischen Teile meiner Rede für die Familien der Schüler übersetzen würde, zum Rednerpult. Mein Mikrofon funktionierte anfangs nicht, sodass ich schon mal mit einem Lacher starten durfte – das machte mich den Zuhörern sympathisch und die Spannung viel von mir ab. Besser hätte es nicht sein können und die Rede kam sehr gut an. Ich bekam den lautesten Applaus des Abends und es war echt ein gutes Gefühl, meine Erfahrungen so einer breiten Masse präsentieren zu können – bei der sie vielleicht sogar auf fruchtbaren Boden fallen, etwas bewirken, Träume inspirieren und motivieren … Das war ein sehr belohnendes Gefühl und ich war stolz. Als wir uns wieder auf unsere Stühle plumpsen lassen wollten (so anmutig wie möglich natürlich!), klatschten die Chefs und Vizepräsidenten wie verrückt und umarmten und küssten mich … ach, ich war so erleichtert!

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Marcela steht mir bei meiner Rede zur Seite

Später wurde ich dann noch ins kalte Wasser geworden und als Glücksfee für eine Tombola ausgewählt. Der Vizepräsident fand es dann sehr witzig, mich als la mano inocente de Alemania vorzustellen und mich einige Dinge zu fragen … unter anderem, ob ich denn verheiratet oder single sei. Dies verwirrte mich so, dass ich „single“ sagte, und mich dann fix verbessern musste: „No estoy casada pero no estoy soltera tampoco. Tengo novio!“ [„Ich bin nicht verheiratet, aber auch nicht single. Ich habe einen Freund.“] Das fanden dann alle so toll und als sie dann auch noch erfuhren, dass el novio mio ein Cucuteño war, waren sie aus dem Häuschen. Angel wurde zwar eingeladen als mein +1, konnte aber nicht mitkommen, sonst hätten sie ihn sicher auch auf die Bühne geholt, um ihn sich näher anzugucken, diese verrückten Kolombianer. Der Mann, dessen Familie den Tombola-Preis gewonnen hat, hat mich 100x umarmt und sich bedankt, und ich war dann ebenfalls sehr dankbar, als ich wieder hinter den Tisch auf meinen sicheren Platz verschwinden konnte und nur noch hübsch lächeln musste.

Schließlich begann die langwierige Prozedur, die Urkunden an die Schüler zu übergeben, während der ich meine Gesichtsmuskeln für die Fotos überstrapazierte, und schließlich wurde ein typisches Abschlussfoto gemacht mit den Urkunden und fliegenden Hüten. Nach tosendem Abschiedsapplaus verlief sich die Menschenmenge ganz fix. Es wurde Sekt ausgeschenkt und wir durften uns frei bewegen – ich kann gar nicht zählen, wie viele Schüler zu mir kamen und unbedingt ein Foto mit mir machen und mit mir sprechen wollten. Es war aber eine positive Aufmerksamkeit und alle waren sehr lieb, sprachen Englisch und fragten ganz interessiert viele verschiedene Dinge. Mir wurden auf englisch und spanisch so viele herzliche Komplimente gemacht, was ich sehr genossen habe. Auch Marcelas Kollegen haben mich beglückwünscht, mir gratuliert und Komplimente gemacht – es tat so gut, denn auch sie hatten Zweifel an meiner Spanglisch-Sandwich-Idee und ich wollte Marcela keine Schwierigkeiten machen, aber gleichzeitig auch nicht die Idee hinter meiner Rede aufgeben … Gut, dass sie so gut angenommen wurde. Später machten Marcela und ich noch Fotos, alleine und mit ihren Kollegen, und schließlich verließen auch wir das Hotel – erleichtert und euphorisch, aber auch erschöpft.

Ich wurde zu Hause abgesetzt und von Javier begrüßt, der mich normalerweise nur in meiner ausgeleierten, beschmutzten Arbeitskleidung sieht – er war hin und weg von meinem Outfit. Ich berichtete von meinem Abend, übersetzte ihm meine Rede und wir machten Fotos – dass er meine Freude teilte, war ein wunderschöner Abschluss dieses tollen Abends!

Für diejenigen, die meine Rede interessiert, folgt sie jetzt im Original. Ansonsten verabschiede ich mich und bedanke mich für’s euer Mitlesen … bis zum nächsten Post! 🙂

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Buenas noches y felicitaciones por su grado. Todos ustedes pueden sentirse muy orgullosos de ustedes mismos por  cumplir este gran logro. Me siento honrada de formar parte de la celebración.

La coordinadora Marcela me invitó para dar este discurso a ustedes sobre un tema muy importante para mí y para ustedes también. Para hacerlo permitánme contarles sobre mí y mi vida.

My name is Katharina and I am 26. I am from Germany, a country in Europe, and I am in Cúcuta to learn about Colombian culture and how to speak Spanish. This is my first time in Latin America and it’s been a special experience, just like other experiences I have made in other countries.

I jumped out of an airplane, I snorkelled with dolphins, I learned the traditional war dance of New Zealand’s indigenous people, I walked through an active volcanic area, I held koalas on my arm and I lived in the Australian outback as a cowgirl for 5 months. I have friends from over 10 different countries around the world who have shared and still share their lives and cultures with me.

Now you maybe ask yourselves how that is possible. Do I speak over 10 different languages? No, no I don’t … but I speak English.

[Pause]

6 years ago, I was where you are now: I graduated and I was so glad that school was over. I need to tell you something that teachers don’t like to hear: I forgot most of what I learned in school. I forgot probably more than I remember. Most of the things I was taught I didn’t find useful.

Except one subject and that is English. Speaking English opened doors for me and gave me so many opportunities to get in touch with the world. Traveling, working and living in countries that are different from my own helped me to see things in a new way, helped me to learn how to deal with problems and how to stand up for myself.

My personality changed, I grew more self-confident and more courageous. I am more curious now, more adventurous and more spontaneous. I am more understanding of people, situations and decisions and I am more grateful for what I own. I have more insight into this fascinating world, more experiences and more memories than ever before. I am lucky to call more people my friends and more than one place my home.

[Pause]

He utilizado la palabra “more” – más – varias veces – lo hice a propósito para mostrarles la cantidad de “más” que hay que experimentar para saber más de un idioma. Yo misma estoy aprendiendo hablar un idioma más – el español. No es fácil para mí – en realidad es muy desafiante. A veces sólo quiero rendirme porque es demasiado duro – y entonces recuerdo que no voy a conseguir „más” por rendirme.

Por eso, mi consejo para ustedes es: nunca rendirse porque algo es duro o difícil. Si realmente lo desean, pueden conseguirlo. El conocimiento es poder, y si siguen trabajando por este poder, lo obtendrán – con el tiempo. Con el poder que ganaron, pueden crear la vida que desean tener. Les deseo lo mejor en esta nueva etapa de sus vidas. Cualquier cosa que decidan hacer con sus vidas, espero que siempre tengan la voluntad, el valor y la fuerza para aspirar “más” y siempre enfocados en hacer el bien.

Aus dem Mund von … Walking On Cars

Viele von euch werden sicherlich etwas mit der Band „Walking on Cars“ anfangen können, weil sie den Song „Speeding Cars“ kennen. Doch hat sich jemand von euch die Mühe Freude gemacht, mal bei youtube die anderen Lieder dieser großartigen Band auszukundschaften? Wenn ja, dann weiß er, dass es sich um eine wirklich talentierte, ausdruckstarke Ansammlung von Künstlern handelt, die auch gleichzeitig berührende, beeindruckende Videos zu ihren Liedern dreht. Ihre Songs fangen mich immer auf, wenn ich mich beschissen fühle (was in letzter Zeit oft vorkam) und auf meinen Streifzügen durch youtube bin ich auf das Lied „Don’t mind me“ gestoßen. Es beruhigt und ermutigt mich gleichzeitig sehr und ich möchte darum ein paar der schönsten Zeilen mit euch teilen. Das Video findet ihr hier.

walkingoncars

Ten Things To Do In 2017

I already told you about this wonderful facebook page called „Berlin ArtParasites“ here – maybe you have already checked it out, maybe you will after this post, or maybe you simply won’t. Either way I found a post there today that resonated in me for a while and touched something in me. I’m hoping that in this new year I’ll be able to realise some of what it is about – because especially the first point of the list hit me. I actually found myself saying several times „the year went by so fast“ and it feels like I haven’t accomplished much.

I want to share this post with you so maybe it helps you realise that a new year (even just a new day!) is nothing but an opportunity to change things that you’re not happy with.  Here is the list of „Ten Things To Do In 2017“ (aawordthings via Tumblr) – I highlighted the parts that are most important to me.

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1. Take it a day at a time. You don’t have to know what you’re doing the next day or even the next hour. I’ve learned that the more you think in the future, the shorter the day seems and the months fly past you and you’re left feeling discontent and unsatisfied. It’s almost like everything has been in a blur, and you find yourself saying, “the year went by so fast”, even though you haven’t accomplished much. So do everything in the moment of ‘now’, and cherish each minute like it’s the last minute you have.

2. Let it go. You know nothing is going to change, because you can’t change people unless they truly want to and you can’t change the past either, and the sooner you realize this, you will spend more time being happy than in a constant battle with your mind and your heart. They need to rest too.

3. Take risks. If you never take any, the moment that turned out for the worst could have turned out for the best. This works vice-versa as well, but either way, you will learn from these experiences. You won’t forget how rapidly your heart was beating in these moments and how electric you felt. It will be worth it in the end, trust me.

4. Call up that person that you didn’t spend enough time getting to know, simply because you were too distracted with somebody else or just didn’t feel like you’d become something more than acquaintances. Greet strangers and embrace the idea of diversity. Ask questions about different cultures, morals, ideas, beliefs; educate yourself as much as you can.

5. Go ahead and wear that outfit you keep telling yourself that it doesn’t look good on you. You bought it because you liked it, yes? So, show it to the whole damn world. If you do it with a smile and confidently squared shoulders—even better. You are beautiful.

6. Instead of procrastinating and wallowing in self-pity, get up and do something. Sitting around is not going to do much but make you feel horrible, and you’ll create scenarios that may not even exist or be as big in your head that will cause matters to become worse. You want this to be your year of explosive progress? Set goals and strive to achieve them. You want to look back at the end of the year and say, “I did good”.

7. Spend more time with your family or friends. Build a support system so strong, that you will never feel lonely. In fact, this support system will lead you to feeling content even when you are alone, because you won’t feel the constant need to either be with someone or have somebody who loves you, because you know you’ll have people who love you and the more love you surround yourself with, the easier it becomes to love yourself too.

8. Be kind always and be angry when you need to be. Stand up for the ideas that you believe in and don’t back down from them just because you have a different opinion. Learn to love the sound of your voice when it bounces off the walls of a classroom full of people, because your voice has the power to change a million minds. Remember, you are allowed to feel whatever it is you feel.

9. Go on more road trips or just take a few minutes to be outside by yourself. Inhale and exhale the air around you. Watch the stars, the sunset, the sunrise, the birds flying in the sky, the cars passing by. Walk in the rain sometimes without an umbrella, instead of running. Let the sunlight soak your skin more often. God, isn’t the world itself beautiful?

10. Be faithful. This is the year you hoped to be better. Don’t let anything stop you from achieving that, because you are limitless as long as you believe yourself to be.

I hope you find them …

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I hope that you end up with someone who loves you back. I don’t mean someone who likes your figure or the cool new shoes you’ve bought this month. I hope you find someone who’s genuinely interested in you. Someone who wants to know what your favorite songs are. I don’t mean the songs that you’ll listen to with a crowd of people at a bonfire but the songs you listen to when you’re driving alone or falling asleep at night. Someone who wants to know what your favorite books are and will take the time to read them because they want to see what intrigues your mind. Someone who wants to know about your favorite childhood memory and your favorite hiding place as an adult. Someone who wants to work out with you and eat a tub of Nutella with you on a Friday night. Someone who uses words like charming, stunning, delightful, lovely, graceful, lovely, dazzling, radiant, and dashing instead of cute, beautiful, and pretty. Someone who wants to read every term paper you’ve aced and every journal entry you’ve posted on your blog. Someone who wants to find all the imperfections on your olive skin and wants to love every blemish and scar they find. Someone who knows your favorite quotes by heart. Someone who wants to know if you prefer almond milk or fat free milk. Someone who wants to learn about your past but more so about your future. I hope you find that someone who wants to know every detail about you. I hope you find them and you end up with them forever.

– Natalie Meza

The Invitation

baumeIt doesn’t interest me what you do for a living. I want to know what you ache for and if you dare to dream of meeting your heart’s longing.

It doesn’t interest me how old you are. I want to know if you will risk looking like a fool for love, for your dream, for the adventure of being alive.

It doesn’t interest me what planets are squaring your moon … I want to know if you have touched the centre of your own sorrow, if you have been opened by life’s betrayals or have become shrivelled and closed from fear of further pain.

I want to know if you can sit with pain, mine or your own, without moving to hide it or fade it or fix it.

I want to know if you can be with joy, mine or your own, if you can dance with wildness and let the ecstasy fill you to the tips of your fingers and toes without cautioning us to be careful, to be realistic, to remember the limitations of being human.

It doesn’t interest me if the story you are telling me is true. I want to know if you can disappoint another to be true to yourself. If you can bear the accusation of betrayal and not betray your own soul. If you can be faithless and therefore trustworthy.

I want to know if you can see beauty even when it is not pretty every day. And if you can source your own life from its presence.

I want to know if you can live with failure, yours and mine, and still stand at the edge of the lake and shout to the silver of the full moon, “Yes.”

girlforestIt doesn’t interest me to know where you live or how much money you have. I want to know if you can get up after the night of grief and despair, weary and bruised to the bone, and do what needs to be done to feed the children.

It doesn’t interest me who you know or how you came to be here. I want to know if you will stand in the centre of the fire with me and not shrink back.

It doesn’t interest me where or what or with whom you have studied. I want to know what sustains you from the inside when all else falls away.

I want to know if you can be alone with yourself and if you truly like the company you keep in the empty moments.

By Oriah © Mountain Dreaming, from the book The Invitation published by HarperONE, San Francisco, 1999 All rights reserved

ArtParasites – How Art Thou Today?

Hallo hallo!

Ihr wisst, dass ich inspirierende Sprüche, Zitate, Songtexte, Wahrheiten und Weisheiten sehr gerne habe. Oft wird in bestimmten Texten ein Gefühl auf den Punkt gebracht, das mich überwältigt hat, ohne dass ich es benennen konnte, und nach dem Lesen fühle ich mich 100 Kilo leichter, weil das Gefühl endlich einen Namen hat.

Ich habe auf facebook eine tolle Seite gefunden, auf der ich mir täglich solche inspirierenden, verstörenden, Wahrheit aussprechenden, melancholischen, bestärkenden … Texte „abholen kann“ – so viele, wie ich möchte, wann ich möchte. Ich finde sie großartig und bin jedes Mal wieder erstaunt, wie viele andere Menschen ein Gefühl zu fühlen scheinen, von dem ich dachte, ich bin damit alleine. Das ist unglaublich erleichternd und ermutigend.

Die Seite auf facebook findet ihr hier, ihr könnt aber auch mit google und „artparasites“ fündig werden, wenn ihr nicht so gerne auf facebook unterwegs seid. Auf der offiziellen Website war ich selbst noch nicht unterwegs, weil ich es lieber mag, die Texte in kleinen Portionen präsentiert zu bekommen und mir Nachschlag nehmen zu können, wenn ich mag – einfach einen Post weiter nach unten scrollen …
Nach diesem Prinzip möchte ich jetzt mit euch die Texte teilen, die mich in letzter Zeit sehr stark berührt haben. Oft waren die Gefühle so einfach und offensichtlich, und doch so hart zu greifen und zu definieren … und dann fand ich sie in diesen Auszügen wieder. Vorhang auf:

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I think I fall in love a little bit with anyone who shows me their soul. This world is so guarded and fearful. I appreciate rawness so much.
– Unknown

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Sometimes I like you so much I can’t stand it. It fills up inside me, all the way to the brim, and I feel like I could overflow. I like you so much I don’t know what to do with it. My heart beats so fast when I know I’m going to see you again. And then, when you look at me the way you do, I feel like the luckiest girl in the world.
– Jenny Han

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I hope that someday, somebody wants to hold you for twenty minutes straight, and that’s all they do. They don’t pull away. They don’t look at your face. They don’t try to kiss you. All they do is wrap you up in their arms, without an ounce of selfishness in it.
– Unknown

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I am learning everyday to allow the space between where I am and where I want to be, to inspire me and not terrify me.
– Tracee Ellis Ross

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I hope I’ll always believe in love. Even if love shames me and tries to destroy me, I hope I’ll want to start again.
– Warsan Shire

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Is it love? Is it idolization? The former happens when you’ve spent time with them, when some of the magic wears off, when you know their flaws, and you decide to bring them coffee when they’re working, or write them sweet messages anyway, but the latter is when you’ve spent little time with them, but you think of them all the time; it crumbles where reality can’t meet imagination.
– Jessica Monet

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Lighthouses don’t go running all over an island looking for boats to save; they just stand there shining.
– Anne Lamott

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I find comfort in knowing that people who I’ve cut out of my life are left with this version of me that simply doesn’t exist anymore. The memory and image of me that they have isn’t who I am, and I’m happy that it’s that way. I’ve changed and grown and they won’t ever get the chance to know the better version of myself that I’ve become during their absence.
– Unknown

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The pearls weren’t really white, they were a warm oyster beige, with little knots in between so if they broke, you only lost one. I wished my life could be like that, knotted up so that even if something broke, the whole thing wouldn’t come apart.
— Janet Fitch

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I choose to love you in silence because in silence I find no rejection, and in silence no one owns you but me.
– Rumi

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And when I asked you how you’d been, I meant I missed you more than I’ve ever missed anything before.
– Iain Thomas

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Sometimes the desire you have for someone is so overwhelming that it leads to an inept ability to govern your own emotional stability, which is poisonous for any committed relationships because it’s muddled with desperation.
– Unknown

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Das war eine Auswahl an den Sprüchen, die mir und meinen unaussprechlichen, weil zu komplizierten Gefühlen in letzter Zeit Worte, Stimme und Gesicht gegeben haben … vielleicht war für euch ja auch etwas dabei! Gibt es ein Zitat davon, das ihr besonders gerne mögt? Oder eins, mit dem ihr überhaupt nichts anfangen könnt, oder eins, mit dem ihr gar nicht übereinstimmt?

So oder so lohnt es sich wirklich, sich bei ArtParasites mal umzuschauen, denn jeder Text gibt einen Denkanstoß, mal größer, mal kleiner, mal liebevoll, mal unerwartet brutal … aber immer ist es ein Schubs, sich mit sich selbst, dem Leben, seinen Gefühlen, den Werten der Gesellschaft … ach, allem möglichen! auseinanderzusetzen.

Habt einen schönen Tag / Abend … wo auch immer ihr gerade seid ❤

Aventuras Nuevas – Cita con el doctor

Hallo ihr Lieben,

ich werde euch heute davon berichten, wie mein erster Besuch bei einem kolumbianischen Arzt war. Vor 3 Wochen bin ich gestolpert und hab mich blöd an der Schulter verletzt. Wir haben zu Hause erste Hilfe geleistet und erstmal gewartet, ob das reicht, aber es wurde nicht besser. Also hat Renata mir mit Hilfe ihrer Kontakte einen Arzt gesucht, der Englisch spricht. Ich wollte das gerne alleine schaffen, zum einen, weil mir das Selbstvertrauen gibt, auch mal schwierigere Dinge alleine zu schaffen, und zum anderen, weil ich nicht immer abhängig von der Familie sein möchte. Renata hat mir alles erklärt: was ich sagen muss, was sie mich fragen könnten, wie viel es kostet, welche Unterlagen ich mitnehmen muss, wie der Ablauf ist usw. Außerdem hat sie mit dem Arzt selbst gesprochen und direkt vor meinem Termin auch nochmal angerufen und wiederholt, wer ich bin, dass ich nur wenig Spanisch spreche und im Prinzip doppelt und dreifach abgecheckt, dass der auch wirklich englisch spricht und nicht nur so tut. Total klasse. Ich wurde losgeschickt mit den Worten: „Und wenn was ist, ruf an!“

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Ein Straßenplan meiner Nachbarschaft in Cúcuta

Eigentlich war geplant, dass ich alleine dorthin gehe, aber da es an dem Tag sehr heiß war und das Straßensystem in Cúcuta sehr, sehr kompliziert ist (selbst für Cúcuteños, die Einwohner Cúcutas), hat Renzo angeboten, mich zu fahren. Das war letztendlich auch gut, denn ich hätte mich, glaube ich, verlaufen in dem System aus Calles und Avenidas und den ganzen Nummern … Dort, wo das kleine rote Dreieck ist, wohne ich. Und irgendwo außerhalb des linken Bildrandes liegt die Praxis … glaube ich. Ich finde es nicht mal auf googlemaps … muy complicado. Renzo hat mich vor dem Haus, in dem die Praxis untergebracht ist, abgesetzt und ich habe mich durch das Haus zum Arzt navigiert. Durch die Praxistür kam ich in ein kleines, vollbesetztes Wartezimmer samt TV und einem kleinen Rezeptionstresen. Alles sah eher unorganisert aus, nicht so wie in deutschen Arztpraxen. Die Sprechstundenhilfe hat mich auch nicht sehr freundlich angeschaut, als ich sagte: „Buenas tardes, tengo una cita a las 2 con doctor Páez.“ – „Hoy?“  – „Sí, a las dos. Mi nombre es Katharina.“  „Natürlich heute“, dachte ich so, „sonst wäre ich ja an einem anderen Tag gekommen.“ … Eine Tür öffnete sich und eine weitere Sprechstundenhilfe wollte meinen Pass sehen und sagte dann: „Son doscientos mil pesos, por favor.“  Ich reichte ihr 200.000 COP – umgerechnet sind das in etwa 70€. Ich wurde durchgewunken durch die Tür, durch die sie vorher erschienen ist und sie zeigte auf einen langen Gang – den sollte ich hinuntergehen und mich auf die Bank setzen. Der Arzt würde mich aufrufen.

Dieses „Wartezimmer“ war quasi ein Freiluftwartezimmer, sehr angenehm, da der Wind durch die Gitter wehte und der Hitze ein wenig die Stärke nahm. Ich wartete vielleicht 10 Minuten und wurde dann zum Arzt hineingerufen. Er begrüßte mich gleich mit „Good afternoon, how are you?“ und ich war so dermaßen erleichtert. Er hatte einen Akzent, an den ich mich erst gewöhnen musste, aber nach ein paar Minuten ging es super. Er wirkte sehr vertrauenswürdig und nahm sich ganz viel Zeit für mich. Er erklärte mir alles an Bildern an der Wand und war ganz entsetzt, dass ich schon so lange Schmerzmittel nehme für meinen Steiß. „No, you can’t do that. We’ll find out what it is and make it go away.“ Also ehrlich, das fand ich so lieb 🙂 Er meinte, er würde mir eine Überweisung für je 1 MRT schreiben (hier in Kolumbien RMN – resonancia magnética nuclear oder auch einfach kurz „resonancia“), erklärte mir das Prozedere und dass wir die Ergebnisse in einem zweiten (nicht mehr kostenpflichtigen) Termin besprechen würden.

Als ich die Überweisung und die Rechnung/Quittung bekam, musste ich ihm und seiner Sprechstundenhilfe erklären, wie unser deutsches Namenssystem funktioniert. Hier (sowie in vielen weiteren spanischsprachigen Ländern auch, denke ich) haben die Menschen zwei Vornamen und zwei Nachnamen. Benutzt wird meist der erste Vorname und der erste Nachname. Ich habe aber nun drei Vornamen und einen Nachnamen – das bringt die armen Kolumbianer total durcheinander, und obwohl es im Pass und auf meinem Ausweis deutlich untergliedert ist und ich es auch immer wieder erkläre, erscheint regelmäßig mein dritter Vorname als mein Nachname. Prinzipiell stört es mich nicht, aber für offizielle Dokumente ist es schon sicherer, alles ordentlich aufgereiht zu haben, damit es keine Probleme mit der Versicherung gibt. Das Vor-/Nachnamenphänomen kann ich auch schon sehr gut auf Spanisch erklären! 🙂

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Irgendwie á la Pippi Langstrumpf 😉

Nachdem wir das geklärt hatten und während alles nochmal richtig aufgeschrieben wurde, fragte mich der nette Arzt noch, wie es mir hier gefiele usw. und wollte dann wissen, ob ich Deutschunterricht geben würde – ich verneinte, weil ich ja alles in Spanisch erklären müsste und das nicht könnte. Es stellte sich heraus, dass er fragte, weil seine Tochter sehr gerne Deutsch lernen würde und perfekt Englisch spräche – ich könnte es mir ja überlegen. Wir tauschten schon mal Telefonnummern und verabredeten, beim nächsten Termin nochmal miteinander darüber zu sprechen.

 Ich sollte mir eigentlich ein Taxi zurück nehmen, aber ich habe beschlossen, zu laufen. Taxis sind hier nicht teuer, die Fahrt hätte wahrscheinlich nicht mal 2€ gekostet, aber ich hatte ja keinen Zeitdruck und bin der Meinung, dass man sich besser zurechtfindet, wenn man auch bzw. gerade komplizierte Wege selber abschreitet. Ich bin einfach in die Richtung gegangen, in der ich das Einkaufszentrum vermutet habe, und war sehr erleichtert, als es vor mir erschien – geschafft! Diesen tollen eingepackten Baum habe ich auf dem Rückweg gefunden – ziemlich cool 🙂

Eine der Kliniken, in der ich die MRTs machen konnte, liegt praktischerweise direkt gegenüber des Spielplatzes, auf dem wir immer sind, und Renata hat am Nachmittag für mich einen Termin für den nächsten Tag (Dienstag) gemacht. Abends haben wir uns zusammengesetzt und Renata ist mit mir Schritt für Schritt durchgegangen, was passieren wird. Das habe ich mir alles aufgeschrieben, auch, was ich sagen muss, und „die Liste“ war quasi mein Plan durch das Labyrinth der kolumbianischen Klinikwelt.

clinicstana

In der Clinica Santa Ana wurden die resonancias gemacht.

Ich habe eingepackt: meinen Pass, meine Überweisung vom Arzt, meinen Terminzettel, meine Kreditkarte und zur Sicherheit auch noch den zu zahlenden Betrag in Pesos – und natürlich die Liste. Am Eingang der Klinik musste ich einem Sicherheitsbeamten erklären, warum ich da war: „Tengo una cita para resonancias.“ Er nickte und wies mir den Weg durch eine Glastür zur Rezeption. Dort angekommen, erklärte ich mein Anliegen nochmals und reichte den receptionistas den Terminzettel. Sie wollten meinen Pass sehen und die Überweisung des Arztes. Ich sagte, ich würde das Original für mich brauchen – „Necesito el original para mí.“ – und sie machten eine Kopie. So weit, so gut – und dann reichten sie mir einen Zettel zum Ausfüllen. Ich wurde nervös. Das stand nicht auf der Liste! Zum Glück musste ich in Deutschland auch schon mal in die Röhre, daher konnte ich mir ca. denken, was sie wissen wollten, habe aber trotzdem nochmal alles mit den Sprechstundenhilfen geklärt – bis diese allerdings auf die Idee kamen, google translator zu Hilfe zu nehmen, verging ein bißchen Zeit … Nachdem alles ausgefüllt war, bekam ich eine Quittung und musste zur caja – wo ich 775.000 COP bezahlen würde, 350.000 COP für die Schulter und 425.000 COP für den Steiß – uiuiui! Das sind ca. 235€ und fast so viel, wie ich in einem Monat verdiene. Ich habe beschlossen, das mit meiner Notfallkreditkarte zu bezahlen, auch wenn die Familie mir versichert hat, sie würden mir Geld vorstrecken.

Die Kassenfrau (Kasse=caja) war furchtbar – sie saß in einem Glaskasten und nuschelte mir alles durch einen dünnen Schlitz in der Glasscheibe zu – wie sollte ich sie nur verstehen?! Ich war so frustriert, als sie nicht zu kapieren schien, dass ich sie nicht verstand, dass ich ein bißchen auf deutsch herumschimpfte. Besser wurde es dadurch nicht, aber ich hab mich zumindest etwas besser gefühlt. Es war so gut, dass ich die Liste hatte. Renata hatte erklärt, dass sie mich fragen würden, ob es eine „credito“- oder eine „debito“-Karte wäre und was ich antworten müsste. Hier in Kolumbien ist es wohl außerdem üblich, dass in mehreren Raten bezahlt wird – also mehreren „quotas“. Auf die Frage „Cuantas quotas?“ müsste ich allerdings unbedingt mit „Una quota, por favor.“ antworten, sagte sie, weil es sonst nicht klappen würde mit der Bezahlung. Ein Glück, dass ich das vorher wusste, sonst wäre ich vermutlich ausgerastet an der caja.

Nachdem das geschafft war, ging ich zurück zur Rezeption und wurde durch einen langen Gang in den Wartebereich des MRTs geschickt, wo ich 1,5 Stunden wartete. Dann erklärte mir der Arzt dort, ich müsste mich ausziehen – kurzer Moment der Peinlichkeit, als er erwähnte, ich müsste den BH ausziehen, könnte aber die Unterhose anlassen – und ich verschwand im kleinen Bad, um mich in ein schickes, blaues Gewand zu hüllen. Es mag kittelvielleicht blöd klingen, aber das dieses Ding relativ ordentlich an mir aussah, gab mir irgendwie etwas Selbstvertrauen zurück. Ich wurde dann zum Gerät geführt und der Arzt unterhielt sich sehr freundlich mit mir – er fragte, woher ich käme, was ich hier machen würde, wie alt ich sei … Alltagsdinge eben, und dass ich antworten konnte, tat mir gut, es gab mir das Gefühl von Normalität. Er erzählte mir auch von einem Besuch in den USA und er sagte: “ … y no entendí nada! Inglés es muy complicado!“ Obwohl er Englisch also nicht verstanden hatte und für sehr kompliziert hielt, warf er immer mal wieder ein paar Worte ein und brachte mich zum Lachen. Er zog mir liebevoll blaue Puschen an die nackten Füße und half mir fürsorglich, mich hinzulegen. Bevor er mich zum zweiten Mal in die Röhre schieben musste, wollte er wissen, ob mir zu kalt sei, er könne mir gerne noch eine zweite Lage Kleidung organisieren. „No, todo bien, muchas gracias!“  Als auch der zweite Durchgang geschafft war, half er mir wieder auf, ich zog mich an und er bestätigte nochmals, dass ich auch eine CD von den Ergebnissen haben wollte: „Necesita un CD, verdad?“ Bevor er sich auf Englisch (!!) verabschiedete, sagte er mir, ich könnte die resultados am Freitagnachmittag ab 16h abholen.

Wundervoll. Das habe ich auch gemacht – erst durfte ich allerdings nicht in die Klinik, weil ich Anja dabeihatte. Versteh das einer, ich musste ja nur zur Rezeption! Als ich dann endlich drin war (ohne Anja), schien es eine schwere Aufgabe zu sein, meinen Namen in eine Liste einzutragen, und als es dann nach 10 Minuten endlich geschafft war, musste ich erneut das mit dem Vor-/Nachnamen erklären, weil es sowohl auf der Tasche mit den Ergebnissen als auch auf der Liste, die ich unterschreiben musste, falsch stand … Man man man. SO schwierig finde ich es es nun auch wieder nicht … Ich habe dem Arzt von Dienstag dann noch ein kleines Geschenk vorbeigebracht, weil ich es so toll von ihm fand, dass er sich so um mich gekümmert hatte. Er hat sich total gefreut und auf Englisch bedankt 🙂 Ich hatte ihm Ferrero Rocher gekauft (hier etwas richtig Feines) und eine kleine Notiz dazugeschrieben: „Gracias por su paciencia y por tener la amabilidad de ayudarme a comprender todo.“

Jetzt liegen die Bilder hier bei mir und übermorgen muss ich erneut zu Doktor Páez, um die Ergebnisse zu besprechen. Mal sehen, was dabei herauskommt. Ich bin auf jeden Fall stolz, dass ich das geschafft habe und auch größtenteils alleine (und natürlich mit Hilfe der Liste). Das fühlt sich gut an – Dinge, die ich zu Hause alleine schaffe, auch hier zu schaffen – gerade dann, wenn sie ein bißchen schwieriger sind.

In diesem Sinne werde ich den Post abschließen mit einem Zitat, das ich gestern auf facebook gefunden habe. Es geht um’s Fitnesstraining, denke ich, finde aber, man kann die Worte genauso gut auf den Alltag und die kleinen Schwierigkeiten in diesem beziehen …

Un abrazo grande! x