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Aventuras Nuevas – Als ich einmal Rednerin auf einer Abschlussfeier war …

Ich melde mich zurück mit einer weiteren Geschichte aus dem ereignisreichen Dezember! Ich arbeite so langsam alles ab, was liegengeblieben ist.

Meine Freundin Marcela hatte mich gefragt, ob ich auf der Abschlussfeier des Englischinstitutes, in dem sie arbeitete, eine Rede halten könne. Es gehe um die Wichtigkeit von Englisch im Leben, und es sei so schwer, jemanden zu finden, der interessant und/oder authentisch davon erzählen könne. Rednern von hier nähmen die Schüler das weniger ab als einer offensichtlichen „Ausländerin“ … und wo ich doch schon mal hier sei …

Sie hätte sich gar keine Sorgen machen müssen, ich mochte die Idee und sie versicherte mir, die Rede würde auf Englisch erwartet. Ich setzte mich also an den Schreibtisch und dachte nach, schrieb, strich durch, schrieb erneut quer am Rand entlang um die Ecke … Mehrere Stunden, die Tage wurden, und unzählige zerknüllte Blätter später hatte ich dann meine Rede fertig. Ich hatte mir vorgenommen, den Anfang und das Ende davon auf Spanisch zu schreiben, da dies die Authentizität des Inhaltes unterstreichen und mir von Anfang an die Aufmerksamkeit der Schüler sichern würde. Ich jagte die dafür vorgesehenen Teile durch google translate, ließ Angel Korrektur lesen und schreiben und präsentierte schließlich Marcela stolz meine Rede. Sie wand ein, dass ihre Chefs eine Rede rein auf Englisch wollten, aber begeisterte sich nach meiner Argumentation doch dafür: „Okay, wir machen deine Spanglisch-Sandwich-Rede einfach so!“

Am 12.12. hatte ich mir den Nachmittag freigenommen und machte ich mich für 17 Uhr fertig, unterstützt von Maria Elizabeth, die uns im Haushalt hilft: sie wusch last minute vorher unentdeckte Flecken aus meinem Kleid und bot mir von ihr handgefertigten Schmuck als Accessoires an – leider haben diese Stücke es nicht mehr pünktlich zu uns geschafft, obwohl ich mit Verspätung abgeholt wurde. Marcela und ihre Mutter holten mich in einem Taxi ab, dass uns durch verkehrsgefüllte Straßen zum Holiday Inn Hotel fuhr, wo die Feier stattfinden sollte. Endlich im Festsaal angekommen, bugsierte Marcela mich auf einen Stuhl auf der Tribüne und verschwand, um auf die letzte Minute noch einige Wogen zu glätten. Ihr Chef saß neben mir und tippte geschäftig auf seinem Telefon herum, während ich nervös die Leute beobachtete, meine Rede mit schwitzigen Händen auf- und zufaltete und darüber nachsann, ob es unhöflich sei, schon von meinem Wasser zu trinken. Irgendwann füllte sich unser Tisch auf dem Podest, die Lichter wurden gedimmt, nach und nach marschierten die Schüler zu ihren Sitzreihen, und die beiden Lehrer, die rednerisch durch’s Programm führten, begrüßten alle Anwesenden. Fast am Ende des ersten Drittels des Abends kamen die Vizepräsidenten des Institutes dann durch den Mittelgang spaziert, ganz entspannt, obwohl zu spät … also ehrlich! Das Programm war ein bunter Mix aus allem, es wurden verschiedene Reden gehalten, Projekte vorgestellt, gesungen und getanzt, Präsentationen … tja, präsentiert … und dann war ich dran.

Mit zitternden Beinen stand ich auf und ging, begleitet von Marcela, die die englischen Teile meiner Rede für die Familien der Schüler übersetzen würde, zum Rednerpult. Mein Mikrofon funktionierte anfangs nicht, sodass ich schon mal mit einem Lacher starten durfte – das machte mich den Zuhörern sympathisch und die Spannung viel von mir ab. Besser hätte es nicht sein können und die Rede kam sehr gut an. Ich bekam den lautesten Applaus des Abends und es war echt ein gutes Gefühl, meine Erfahrungen so einer breiten Masse präsentieren zu können – bei der sie vielleicht sogar auf fruchtbaren Boden fallen, etwas bewirken, Träume inspirieren und motivieren … Das war ein sehr belohnendes Gefühl und ich war stolz. Als wir uns wieder auf unsere Stühle plumpsen lassen wollten (so anmutig wie möglich natürlich!), klatschten die Chefs und Vizepräsidenten wie verrückt und umarmten und küssten mich … ach, ich war so erleichtert!

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Marcela steht mir bei meiner Rede zur Seite

Später wurde ich dann noch ins kalte Wasser geworden und als Glücksfee für eine Tombola ausgewählt. Der Vizepräsident fand es dann sehr witzig, mich als la mano inocente de Alemania vorzustellen und mich einige Dinge zu fragen … unter anderem, ob ich denn verheiratet oder single sei. Dies verwirrte mich so, dass ich „single“ sagte, und mich dann fix verbessern musste: „No estoy casada pero no estoy soltera tampoco. Tengo novio!“ [„Ich bin nicht verheiratet, aber auch nicht single. Ich habe einen Freund.“] Das fanden dann alle so toll und als sie dann auch noch erfuhren, dass el novio mio ein Cucuteño war, waren sie aus dem Häuschen. Angel wurde zwar eingeladen als mein +1, konnte aber nicht mitkommen, sonst hätten sie ihn sicher auch auf die Bühne geholt, um ihn sich näher anzugucken, diese verrückten Kolombianer. Der Mann, dessen Familie den Tombola-Preis gewonnen hat, hat mich 100x umarmt und sich bedankt, und ich war dann ebenfalls sehr dankbar, als ich wieder hinter den Tisch auf meinen sicheren Platz verschwinden konnte und nur noch hübsch lächeln musste.

Schließlich begann die langwierige Prozedur, die Urkunden an die Schüler zu übergeben, während der ich meine Gesichtsmuskeln für die Fotos überstrapazierte, und schließlich wurde ein typisches Abschlussfoto gemacht mit den Urkunden und fliegenden Hüten. Nach tosendem Abschiedsapplaus verlief sich die Menschenmenge ganz fix. Es wurde Sekt ausgeschenkt und wir durften uns frei bewegen – ich kann gar nicht zählen, wie viele Schüler zu mir kamen und unbedingt ein Foto mit mir machen und mit mir sprechen wollten. Es war aber eine positive Aufmerksamkeit und alle waren sehr lieb, sprachen Englisch und fragten ganz interessiert viele verschiedene Dinge. Mir wurden auf englisch und spanisch so viele herzliche Komplimente gemacht, was ich sehr genossen habe. Auch Marcelas Kollegen haben mich beglückwünscht, mir gratuliert und Komplimente gemacht – es tat so gut, denn auch sie hatten Zweifel an meiner Spanglisch-Sandwich-Idee und ich wollte Marcela keine Schwierigkeiten machen, aber gleichzeitig auch nicht die Idee hinter meiner Rede aufgeben … Gut, dass sie so gut angenommen wurde. Später machten Marcela und ich noch Fotos, alleine und mit ihren Kollegen, und schließlich verließen auch wir das Hotel – erleichtert und euphorisch, aber auch erschöpft.

Ich wurde zu Hause abgesetzt und von Javier begrüßt, der mich normalerweise nur in meiner ausgeleierten, beschmutzten Arbeitskleidung sieht – er war hin und weg von meinem Outfit. Ich berichtete von meinem Abend, übersetzte ihm meine Rede und wir machten Fotos – dass er meine Freude teilte, war ein wunderschöner Abschluss dieses tollen Abends!

Für diejenigen, die meine Rede interessiert, folgt sie jetzt im Original. Ansonsten verabschiede ich mich und bedanke mich für’s euer Mitlesen … bis zum nächsten Post! 🙂

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Buenas noches y felicitaciones por su grado. Todos ustedes pueden sentirse muy orgullosos de ustedes mismos por  cumplir este gran logro. Me siento honrada de formar parte de la celebración.

La coordinadora Marcela me invitó para dar este discurso a ustedes sobre un tema muy importante para mí y para ustedes también. Para hacerlo permitánme contarles sobre mí y mi vida.

My name is Katharina and I am 26. I am from Germany, a country in Europe, and I am in Cúcuta to learn about Colombian culture and how to speak Spanish. This is my first time in Latin America and it’s been a special experience, just like other experiences I have made in other countries.

I jumped out of an airplane, I snorkelled with dolphins, I learned the traditional war dance of New Zealand’s indigenous people, I walked through an active volcanic area, I held koalas on my arm and I lived in the Australian outback as a cowgirl for 5 months. I have friends from over 10 different countries around the world who have shared and still share their lives and cultures with me.

Now you maybe ask yourselves how that is possible. Do I speak over 10 different languages? No, no I don’t … but I speak English.

[Pause]

6 years ago, I was where you are now: I graduated and I was so glad that school was over. I need to tell you something that teachers don’t like to hear: I forgot most of what I learned in school. I forgot probably more than I remember. Most of the things I was taught I didn’t find useful.

Except one subject and that is English. Speaking English opened doors for me and gave me so many opportunities to get in touch with the world. Traveling, working and living in countries that are different from my own helped me to see things in a new way, helped me to learn how to deal with problems and how to stand up for myself.

My personality changed, I grew more self-confident and more courageous. I am more curious now, more adventurous and more spontaneous. I am more understanding of people, situations and decisions and I am more grateful for what I own. I have more insight into this fascinating world, more experiences and more memories than ever before. I am lucky to call more people my friends and more than one place my home.

[Pause]

He utilizado la palabra “more” – más – varias veces – lo hice a propósito para mostrarles la cantidad de “más” que hay que experimentar para saber más de un idioma. Yo misma estoy aprendiendo hablar un idioma más – el español. No es fácil para mí – en realidad es muy desafiante. A veces sólo quiero rendirme porque es demasiado duro – y entonces recuerdo que no voy a conseguir „más” por rendirme.

Por eso, mi consejo para ustedes es: nunca rendirse porque algo es duro o difícil. Si realmente lo desean, pueden conseguirlo. El conocimiento es poder, y si siguen trabajando por este poder, lo obtendrán – con el tiempo. Con el poder que ganaron, pueden crear la vida que desean tener. Les deseo lo mejor en esta nueva etapa de sus vidas. Cualquier cosa que decidan hacer con sus vidas, espero que siempre tengan la voluntad, el valor y la fuerza para aspirar “más” y siempre enfocados en hacer el bien.

Staatlich anerkannte Erzieherin

Hallo liebe Lebensmaler!

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Die Mädels aus der ersten Reihe – wir haben es geschafft!

Am Freitag, den 17.06. war es soweit: der Tag der Zeugnisvergabe und damit der endgültige Abschluss der Ausbildung war gekommen! Diesem Tag habe ich mit einem lächelnden und einem weinenden Auge entgegengesehen. Am 27.05. hatten wir zwar bereits unsere Noten und den Durchschnitt bekommen, sodass es keine großen Überraschungen mehr geben würde, aber der 17.06. war der Tag, an dem ich eine der schönsten Etappen meines Lebens hinter mir lassen sollte.

Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich durch die Schule gegangen bin, an die ersten Lehrer, mit denen ich gesprochen habe, an meinen ersten Schultag. Alles war neu und anders und ungwohnt. Und jetzt? Die Schule ist irgendwie ein zu Hause geworden, ich fühle mich wohl und die Art, wie die Lehrer unterrichten, habe ich so sehr ins Herz geschlossen.

Die Zeit der Ausbildung war eine wunderbare, lehrreiche, kreative, anstrengende, interessante, erkenntnisreiche, Nerven kostende, beglückende, glückliche, facettenreiche, traurige, herausfordernde, abenteuerliche, lustige, ermüdende, belohnende, emotionale und insgesamt großartige Zeit in meinem Leben. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, wie stolz ich auf meinen ersten Abschluss dort war und wie sehr ich in diesem Beruf aufgehe.

Neulich sprach ich mit jemandem, den ich erst frisch kennengelernt habe, über unsere jeweilige Berufswahl. Ich fragte ihn, ob er mit dem Herzen dabei wäre und er antwortete: „Wenn man das nicht ist, macht es doch keinen Spaß und füllt einen nicht aus!“ Er gab damit genau meine Einstellung wieder. Für mich gibt es auch einen klaren Unterschied zwischen einem Job und einem Beruf. Einen Job erledige ich und habe ihn vielleicht auch nur für einen begrenzten Zeitraum, für einen Beruf folge ich meiner Berufung und meinem Herzen.

Dass ich das tue, ist für mein Umfeld klar zu sehen und das freut mich immer wieder. Meine Kollegen melden mir zurück, dass sie bemerken, mit wie viel Freude ich dabei bin und wie gut ich pädagogisch arbeite, von den Kindern und Jugendlichen bekomme ich starke, emotionale Rückmeldung und auch Personen, die mich nicht direkt im Umgang mit der Zielgruppe erleben, sondern mich nur von meiner Arbeit sprechen sehen und hören, lassen mich wissen, dass sie mir meine Freude und die Beschaffenheit für diesen Beruf ansehen.

Ich bin immer gerne zur Schule gegangen. Klar gab es Stress, Streit und Schlappen, ich musste Rückschläge einstecken und mich neu orientieren, aber ich habe so viel gelernt und ich fand es genial, wie ich dachte, ich wüsste schon eine ganze Menge und dann kamen die Lehrerinnen mit neuem Unterrichtsstoff um die Ecke, den ich noch nicht kannte, der mich herausforderte und mich dazu brachte, bestimmte Situationen in neuem Licht zu sehen. Ich frage mich immer noch, was es da alles gibt in der pädagogischen Wissensfunduswelt, das ich noch nicht beigebracht bekommen habe … Die Jahre waren schlichtweg unglaublich erfüllend, und das nicht zuletzt wegen unserer wundervollen Lehrerinnen, die sich teilweise Arme und Beine verrenkt haben, um uns zu helfen und zu unterstützen, uns zu fordern und zu fördern und die auch außerhalb des Unterrichtes für uns da waren.

Der Abschlussfeier stand ich emotional also sehr zweigeteilt gegenüber, weil sie nun mal ein Ende bedeutete, habe sie letztendlich aber genossen, weil unsere Lehrer gut-gefühls-dosierte Reden gehalten haben und sich bei der Übergabe unserer Geschenke strahlend und herzlich bedankt und sich wirklich gefreut haben. Auch die Feier am Abend mit der Klasse und unseren Lehrkräften war ein wundervoller Abschluss für diese 3 Jahre. Wir haben gelacht, getrunken, gegessen, erzählt, reflektiert, in Erinnerungen geschwelgt und über die Zukunft gesprochen. Merkwürdig, das alles hinter sich zu lassen. Sie wird mir fehlen, die verrückte, verplante Herman-Nohl-Schule mit ihren exzentrischen, witzigen, klugen und schülernahen Lehrkräften.

Es bleibt mir nur zu sagen: DANKE FÜR DIE WUNDERVOLLE ZEIT! ❤

Ein Vierteljahrhundert

Meine Damen und Herren …

… ich bin seit Freitag offiziell ein Vierteljahrhundert auf dieser Erde! Verrückt. Sonst kein Fan von großen Feiern mit vielen Gästen habe ich es dieses Jahr gewagt, alle meine Freunde einzuladen, mit mir meinen Geburtstag zu feiern. Ich dachte, dieses Jahr passt einfach alles: zweiter Ferientag, ein Freitag, ich werde 25, wer weiß, wo alle anderen und vor allem ich nächstes Jahr nach abgeschossener Ausbildung sind – außerdem war mir verrückterweise danach und was soll ich sagen? Ich hatte eine wundervolle Feier (von der leider wie letztes Jahr kaum Fotos existieren).

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Mein Geburtstagskuchen – jedes Jahr bekomme ich einen mit Kerzen und dem aktuellen Alter aus Smarties.

Am Donnerstagnachmittag habe ich dekoriert, Stühle, Tische und einen Feuerkorb an Ort und Stelle gerückt, abends stand ich dann 4 Stunden in der Küche, um zu backen und zu kochen. Der Spaß ging Freitagmorgen weiter und ich kam trotz penibelstem Zeitplan in Stress – wie eigentlich jeder, oder? Bitte sagt mir, dass ich nicht die Einzige bin, die kurz vor Ankunft der Gäste einen roten Kopf und schwitzige Hände bekommt, weil noch nicht alles da ist, wo es sein soll.

Die Feier an sich war dann jedenfalls wirklich großartig. Es war ein Fest der offenen Tür, sodass meine Freunde eintreffen und so lange bleiben konnten, wie sie wollten bzw es ihnen möglich war. Ich habe so viele Komplimente, Umarmungen, Lächeln und Fröhlichkeit geschenkt bekommen und war ganz gerührt, wie viele Menschen sich auf den weiten Weg zu mir gemacht hatten, um mir zu gratulieren und Zeit mit mir zu verbringen … inklusive einiger Überraschungsgäste!

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Überraschungsgast Tini und ich. Eine Prise Fröhlichkeit 🙂

Die Geschenke, die die Gäste mitbrachten, haben mich schlichtweg überwältigt. Unbeschreiblich, wie viele Gedanken, Mühe und Zeit in die Geschenke geflossen sind – ich habe einfach die besten Freunde der Welt. Mein Gabentisch bog sich buchstäblich nach unten, so überladen war er, und ich hab mich einfach so unglaublich bedacht und umsorgt gefühlt. Das Wetter hat auch mitgespielt und mir den ganzen Tag Sonne satt beschert – auch abends noch, sodass ich mein geliebtes Lagerfeuer anfachen konnte. Es geht doch nichts über Musik, Knabberkram, Stockbrot, Marshmallows und geräucherte Kleidung, während die Sonne langsam verschwindet. Es war perfekt (seufz). Auch meine Schwester hat sich der Lagerfeuergesellschaft noch angeschlossen, was mir sehr viel bedeutet hat.

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Meine Geschenke in Reih und Glied – und der Kater passt auf.

Aber nicht nur die Feier an sich war fabelhaft, sondern auch alle, die an mich gedacht haben. Ich habe nicht nur Besuch und Geschenke bekommen, sondern auch Anrufe und Post in jeglicher Form: Briefe, sms, Emails oder facebook-Nachrichten. Ich fand es wunderbar, am nächsten Tag auch noch Geburtstagsfeeling zu haben, während ich alle lieben Wünsche und Nachrichten gelesen habe. Unglaublich, wie viele Menschen auf der Welt sich um mich kümmern.

25 Jahre auf der Erde also – verrückt. Oder? Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass ich, was die Persönlichkeit betrifft, viel besser in meine Haut passe als bspw. vor 7 Jahren. Mit 18 hätte ich eine solche Feier weder gewuppt gekriegt noch genossen. Ich habe das Gefühl, ich bin viel mehr die Person, die ich wirklich sein will. Und das strahle ich auch aus, sodass mir oft meine eigene, lebhafte und neugierige Persönlichkeit aus den blitzenden Augen oder dem Lächeln meines Gegenübers entgegenblickt. Ich finde es schön, mich so wohlzufühlen, und hoffe, dass das keine Frage des jungen Alters ist, sondern dass ich das beibehalte, wenn ich zum Beispiel 75 werde.

Eine Freundin hat es in etwa so formuliert: „Ein Vierteljahrhundert geschafft – 3x noch das Ganze, dann hast du die 100 voll!“ In diesem Sinne – auf die nächsten 25 Jahre … und dann wieder … und wieder … 🙂

Happy Birthday

Dieses Jahr habe ich meinen Geburtstag mal wieder in Deutschland verbracht – es war schön, für die Menschen, die an diesem Tag an mich gedacht haben, per Telefon, sms und Post direkt erreichbar zu sein und nicht nur über facebook oder Email oder über bereits Wochen vorher zu verschickende Briefe und Päckchen. Irgendwie ist das nochmal was anderes so.

Ich hab meinen Tag ganz entspannt verbracht und erst am nächsten Tag, einem Freitag, mit Freunden gefeiert. Auch etwas, das ich seit meinem 19. Geburtstag nicht mehr gemacht habe, weil ich entweder außerhalb des Landes war oder es aus anderen Gründen nicht gepasst hat.

Dieses Mal aber hat alles gestimmt und der Abend war wunderbar. Es gibt nur ein paar wenige Fotos, dafür aber Bilder in meinem Kopf, die ich nicht missen möchte.

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Kuchen für mich. ❤

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Die beste Gesellschaft ❤

Auf diesem Weg möchte ich nochmal ein riesiges Dankeschön an all diejenigen aussprechen, die mir von überall her auf allen möglichen Wegen gratuliert und den Tag verschönert haben. Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr an mich gedacht und euch die Zeit genommen habt, mir zu sagen, dass ihr mich gern habt. Auch für die Geschenke bedanke ich mich sehr, denn ich habe wirklich wundervolle Dinge erhalten, die eure Aufmerksamkeit zeigen. Dieser war der schönste Geburtstag seit langer Zeit, schön, dass ihr ein Teil davon wart.

Farm Charm – Dinner for 8

Well, … alles findet ja mal ein Ende und so tut das auch die Brook-Zeit. Nachdem Fraser abgereist ist, blieben ja vorerst nur Kate und ich übrig, und das lief auch richtig gut. Nach meinen Abenteuern in und um Cairns bin ich wieder nach Townsville gereist, wo ich von Darcys Bruder und einem Neuankömmling für die Farm begrüßt wurde. Adrien ist Franzose, 21 Jahre alt und studiert in Toulouse irgendwas mit Landwirtschaft (fragt mich nicht, was genau). Er ist für 3 Monate in Australien, um praktische Erfahrung im Umgang mit Vieh ect. zu sammeln und wird somit täglich mit Darcy zusammenarbeiten. Wir waren alle etwas nervös nach dem Disaster mit Fraser, aber Adrien ist unglaublich klasse. Er ist witzig, positiv, lässig und entspannt – wir haben so viel mit ihm gelacht und es hat sich nach ein paar Tagen angefühlt, als wäre er schon ewig bei uns. Er war so lieb, uns jeden Morgen Frühstück anzubieten und abends schloss er sich unserem gemeinsamen Zähneputzen an – toothbrush party! So schön 🙂

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Dem alteingesessenen Team standen große Änderungen bevor, denn Kate sollte am 21.06. abreisen und die Ankunft der neuen Lehrerin und einer ihrer Freundinnen stand für den 17.06. im Kalender – und auch ich würde meine Koffer bald packen, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls haben wir beschlossen, dass wir als altes Team plus Adrien noch ein mal gemeinsam ‚feiern‘ wollen – ein Abschied für uns, ein Willkommen für Adrien. Und so haben wir für Freitag, den 12.06. zum Abendessen geladen – in unserer bescheidenen Bleibe. Das war das erste Mal in 5 Monaten, dass wir die Familie eingeladen haben und wir waren ganz schön aufgeregt und vorfreudig. Adrien war für den Appetiser zuständig, Kate für den Hauptgang, ich für den Nachtisch und die Deko des Raumes. Natürlich hat alles geklappt, wie es sollte – nicht! 😉 Wir sind mit der Zeit überhaupt nicht hingekommen, da wir wirklich alles selbst gemacht haben und uns ja auch noch fertig machen wollten. Aber zum Glück hatten auch Darcy, Lynda und die Kinder etwas Zeitdruck und so haben wir einfach alles eine halbe Stunde nach hinten verschoben – und alles lief gut.

Wir haben beschlossen, mexikanisch zu kochen, angeführt von französischen Käse-Blätterteig-Häppchen und gefolgt von Apfelstreuselkuchen à la Katha. Ziemlich merkwürdige Mischung, ich weiß, aber es hat gepasst 😉 Kate hat ihren Fajita-Teig selber gemacht und auch alle selber ‚gebraten‘ – mit Hilfe von Adrien. Dann haben wir ganz viele Soßen und Dips hergestellt, Gemüse geschnippelt und gekocht – yummi! Die Familie hat Wein und Käse mitgebracht, außerdem einen selbstgemachten Dip und Chips – richtig schön.

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Den ganzen Abend haben wir gesessen und gegessen, getrunken und gelacht – und natürlich ganz, ganz viel erzählt, von der Arbeit, haben uns an witzige Dinge erinnert, die die Kinder oder jemand anderes angestellt haben, wir haben Musik gehört und das Zusammensein als Team genossen. Im Laufe des Abends haben Grace und Ingrid Kate und mir jeweils eine große Tüte voller Geschenke in die Hand gedrückt – Überraschung! Das waren unsere Abschiedsgeschenke, denn obwohl es am Samstag vor der Abreise noch eine Party geben würde, wollten Darcy und Lynda das lieber im kleinen Kreis machen, weil es persönlicher war so. Kate und ich haben beide Schmuck bekommen und auch jede ein Outback-Kochbuch (juchu!) 🙂 Außerdem hat jede von uns eine kleine Auflistung bekommen, was die Familie an uns schätzt (siehe auch: Home Sweet Home) und jede noch einen kleinen, persönlichen Brief. So ein wunderbarer Abend!

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Family. ❤

Halloween!

Was Halloween genau ist und woher es stammt, ist seit meinem letzten Post ja klar, aber was braucht man für eine tolle Party?

What do you need to have a great Halloween Party?

Gute Freunde – Good friends

Viel gutes Essen – Lots of tasty food

Das Essen im Fokus – Let’s focus on the food:

Canapés (in Form von Australien!)

Brot & Olivendip & Süßkartoffel
Bread & Olivedip & Sweetpotato

Marzipanspinnen – Marzipanspiders

Marzipanmaden – Marzipanmaggots

Bonbonspieße – Treat Skewers

Skelettkuchen – Skeletoncake

Riesenrotze – Giant’s Snot

Sehr lecker, all diese Dinge. Manche sind kalorienarm, andere leider eher nicht. Wer die Rezepte haben möchte, kann sich gerne melden 🙂
For recipes, get in touch! 🙂

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