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Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

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Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

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Kolumbien, du wirst mir fehlen!

DIY – Glücksbringer

Hallo liebe Lebensmaler,

bevor es weitergeht mit Tag 3 aus Bucaramanga, möchte ich euch erst noch zeigen, was ich Angel für seinen letzten Aufenthalt in Venezuela mitgegeben habe. Dieses Mal sollte er tatsäch nicht nur Papierkram erledigen oder Flüge simulieren, sondern endlich mal wieder selber im echten Cockpit sitzen und die Welt von über den Wolken betrachten. Ich war bis zum letzten Moment planlos, aber dann habe ich die Idee gehabt.

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Ihr braucht:                     | zwischen 3-10 Minuten

Papier (weiß oder farbig)
evtl. Schere zum Zurechtschneiden
versch. Stifte

Und so geht’s:

Ich habe bei google nach „Papierflieger falten“ gesucht und habe diese Website gewählt: besserbasteln.de. Dort habe ich mich für den „Mittelstreckenflieger -Düsenjet“ entschieden. Ich habe kein A4-Blatt genommen, sondern einfach mit einem Blatt, dessen Größe mir passend erschien, drauflosgefaltet (es war in etwa so groß wie ein Haftnotizzettel). Nach 2 Versuchen nur hatte ich meinen Düsenjet, den ich dann personalisiert habe.

Natürlich hat mein Pilotenfreund seine eigene Airline – „Angel Airline“ – dieser Schriftzug ziert eine der Tragflächen. Aus mehreren Gründen habe ich mich dafür entschieden, die andere Tragfläche mit 3 Sternen zu versehen: Angel hat sowohl die kolumbianische als auch die venezuelanische Staatsbürgerschaft, seine Ausbildung hat er dort drüben gemacht und auch jetzt hat er dort drüber zu tun- dieses Land ist genauso Teil von ihm wie Kolumbien. Auf der venezuelanischen Flagge sind Sterne zu sehen und außerdem ist er natürlich (m)ein „Star“, was das Fliegen angeht – gänzlich unvoreingenommen 😉 Blau habe ich gewählt, weil es seine Lieblingsfarbe ist und natürlich auch die des Himmels, durch den er mit seiner Angel Airline fliegt – ganz symbolträchtig also alles. 😉

In den „Innenraum“ des Flugzeuges kam dann meine persönliche Nachricht an ihn und fertig war mein diesmaliger Glücksbringer. Das ist so ein einfaches Geschenk, das ihr in wenigen Minuten gut nachbasteln und sehr, sehr persönlich gestalten könnt. Was meint ihr dazu? 🙂

Wie immer brauche ich noch mehr Tipps, weil er demnächst nochmal los muss … Ich bin wirklich uninspiriert momentan. Ich freue mich über eure Tipps, Anregungen und Meinungen!

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Aus dem Mund von …

In diesem Post zeige ich euch die selbstgestalteten Songtext-Fotos, die in meiner Küche neben der Tür hängen. Einige kennt ihr bereits, andere sind noch nicht hier veröffentlicht. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagt, welchen Songtext oder welches Foto ihr besonders gern mögt. Wenn ihr auf die Fotos klickt, dann seht ihr als Unterschrift den Künstler und den Titel des Liedes,

Aus dem Mund von … Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer singt. Ich wusste das bis heute Nachmittag nicht. Jetzt tue ich es und finde das Lied „Fliegen“ wundervoll. So eine einfache, schnörkellose, aber doch gefühlvolle Liebeserklärung … schön. Gleich drei Textstellen finde ich besonders toll.

 

Oh Africa – Here I come!

Liebe Lebensmaler,

ich verabschiede mich! Ich wollte euch eigentlich ganz viel von den Vorbereitungen für Afrika erzählen und euch so mitfiebern lassen, aber der Plan ist irgendwie nicht so ganz auf-, sondern wohl eher untergegangen im Stress und Alltag. Schade!

Diesen Freitag um 4.15h (ja – morgens … 😦 ) treffen wir uns als Gruppe mit unseren Lehrerinnen am Flughafen in Hannover und werden uns bis um 6h ärgern, dass wir alle so früh da sein müssen. Um 6.15h startet dann der Flieger Richtung Amsterdam, von wo wir nach 3 Stunden Wartezeit weiterfliegen zum Kilimanjaro Airport. Dann fahren wir noch 1-2 Stunden an unser Ziel: die Stadt Moshi in Tansania.

Der Koffer ist schon gepackt, alle Vorbereitungen sind getroffen und ich bin ziemlich fertig. Darum gehe ich jetzt ins Bett und wir lesen uns in ca. 4 Wochen wieder! Ich freu mich auf euch und hoffe, ihr seid dann noch alle mit an Bord. Bis dann!

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Aotearoa – Und auf Anfang …

Ich werde jetzt in den folgenden Woche so langsam meine Wochen in Neuseeland und Australien Revue passieren lassen, damit meine wundervolle Reise hier auch formvollendet dokumentiert wird. Zwischendurch gibt’s auch aktuelle Beiträge, aber ich konzentriere mich erstmal auf die Vergangenheit, denn die ist wirklich sehr ereignisreich gewesen. Manchmal auch nervenaufreibend, aber das kennt man ja nicht anders von mir.

Nachdem wir also bis spät in die Nacht bzw. früh in den Morgen gefeiert hatten, sind Kate, Adrien und ich alle gemeinsam ins Bett geplumpst. Kate ist mitten in der Nacht aufgestanden hat nach gefühlt einer Stunde Schlaf um sich getreten, weil ihr zu warm wurde, und dann ist sie umgezogen in ihr eigenes Bett. Mein Wecker klingelte um 6.45h, ich stolperte unter die Dusche und machte mich soweit fertig. War natürlich zeitlich trotzdem alles sehr knapp; wir haben nicht mal unser Frühstücksgeschirr abwaschen können, weil wir dann nach einem Anruf von Lynda innerhalb einer halben Stunde fertig sein mussten. ARGH. Aber wir haben es alles geschafft und nach einem tränenreichen Abschied von allen saßen Kate und ich heulend im Auto von Lyndas Schwester. Wir wurden mittags am Flughafen in Townsville abgesetzt, wo wir die Wartestunden damit verbrachten, umzupacken, auszusortieren, zu lesen, Karten zu schreiben, Fotos zu tauschen sowie Filme zu schauen und zu schlafen. Abends um 19h sollten unsere Flüge gehen, Kates nach Melbourne, meiner nach Brisbane und dann nach Auckland, Neuseeland. Wir trennten uns schweren Herzens, aber mit der Erwartung, uns bald in Melbourne wiederzusehen.

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Meine Nacht in Brisbane verbrachte ich auf einem äußerst gemütlichen Sofa im Flughafen. Morgens um 5h bin ich aufgestanden, um einzuchecken. Ich hatte natürlich das Glück, eine unfreundliche Schalterfrau zu bekommen. Ich sei sehr spät, bemerkte sie. 5h morgens würde ich nicht als spät bezeichnen, dachte ich mir, aber ich hab nichts gesagt. Weiter ging es eh schon: wo denn mein Visum sei, wollte sie wissen. Ich hatte keins. Und mein Rückflug aus Neuseeland? Ich hatte keinen, aber ich versicherte der Frau, ich hätte genügend finanzielle Mittel, um mir einen Platz im Flieger zu sichern. Tja, das reiche aber nicht, bemerkte meine äußerst freundliche Servicekraft. Und da fing das Drama an. Ohne Visum und ohne Flugticket könne sie mich nicht fliegen lassen. Ich bestand darauf, dass mir gesagt wurde, dass ich nur genügend Rücklagen vorweisen müsste, um eine Einreiseerlaubnis für Neuseeland zu bekommen. Nein, nein, und nochmals nein. Den vorgesehenen Flug würde ich sowieso nicht mehr kriegen. Da muss ein großes, rotes, extrem leuchtendes ‚P‘ in meinen Augen erschienen sein, denn sie rief einen Kollegen zum Schalter, der, nachdem er die Situation geschildert bekommen hatte, anbot, mich für einen geringen Aufpreis auf einen späteren Flug zu verschieben – ich müsse mich dann aber um entweder ein Visum oder ein Ticket aus Neuseeland heraus kümmern. Und zwar jetzt.

Tja. Jeder, der schon mal versucht hat, ein Visum innerhalb von wenigen Stunden zu bekommen, weiß ganz genau, dass es völlig unmöglich ist. Völlig kopflos rannte ich 20 Minuten durch den Flughafen, um dann später doch am Schalter des Kollegen ein offenes Flugticket zu kaufen. So schnell sind 500 Dollar also weg, aha. Da hab ich mich echt geärgert. Aber besser, als gar nicht zu fliegen. Dank meines sonnigen Gemütes hab ich mich auch  wieder gefangen und mich einfach auf Neuseeland gefreut.

Später beim Einchecken hatte ich SO einen netten Schalterbeamten, der die Erfahrung mit der griesgrämigen Frau von vorher echt komplett ungeschehen gemacht hat. Er hat mich nach meinem Namen gefragt, mit mir dessen Ursprung beleuchtet, deutsch mit mir gesprochen und mir ein wundervolles Kompliment gemacht: ‚I love your hand luggage. SO cool.‘
Später, beim Einchecken ins Flugzeug war er auch wieder da, riss meine Karte ab, lächelte und sagte: ‚Best hand luggage ever.‘ Hach 😉 Und der Flugbegleiter … als ich ihm meine Platzkarte reichte, checkte er mich auch erst einmal aus und sagte: ‚I like your style.‘ Also, das ist doch …

In Ackland angekommen stellte sich gleich das Gefühl von ’nach Hause kommen‘ ein. Der Flughafen ist mir so vertraut, obwohl ich weder ihn noch die Stadt besonders leiden kann. Ich wurde erwartet und in ein Auto verladen. Von wem, warum, und wo es genau hinging, erfahrt ihr im nächsten Post!

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Hello New Zealand.