Tag-Archiv | Gemeinsam

Aus dem Mund von … Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer singt. Ich wusste das bis heute Nachmittag nicht. Jetzt tue ich es und finde das Lied „Fliegen“ wundervoll. So eine einfache, schnörkellose, aber doch gefühlvolle Liebeserklärung … schön. Gleich drei Textstellen finde ich besonders toll.

 

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Was wäre, wenn … ?

Heute saß ich in einem Wartezimmer und … naja, ich wartete. Ein Mädchen, etwa 4 Jahre alt, vertrieb sich die Wartezeit mit dem Ausmalen eines Malbuches. Dazu sang sie: „Ich male male male mit meinem Pinsel!“ Ganz oft hintereinander und irgendwann schaute sie mich an und sang das für mich. Ich konnte nicht nichts sagen und so fragte ich sie etwas, sie antwortete, und dann drehte sie sich wieder um. Ich wartete weiter und schaute mich um. Irgendwann hörte ich sie zu ihrer Mama flüstern: „Mama … die Frau da … kann ich ihr *murmel murmel* zeigen?“ Was genau sie wollte, konnte ich nicht verstehen. Ihre Mama antwortete, das könne sie tun, wenn „die Frau“ das wolle. Darauf das kleine Mädchen: „Kannst du sie mal fragen?“ – „Nein, das musst du schon selbst tun.“

Daraufhin kam das Mädchen in meine Richtung getappst und sagte: „Guck mal mein Prinzessin Lillifee Heft!“ Ich lächelte, bewunderte es ausgiebig, stellte dem Mädchen Fragen und wir überlegten gemeinsam, was man mit den Stickern auf der Vorderseite anfangen könne, wozu dieses und jenes gut sei usw. Es war so ein schöner Moment! Ich muss dazu sagen, dass ich meine Blümchenkrone trug; das muss mich in den Augen des Mädchens vertrauensvoll wirken lassen haben. Völlig zu Recht natürlich 😉

Was ich aber einfach so wundervoll an dieser Begegnung fand, war die Unschuld und die Überzeugung, mit der das Mädchen auf mich zugegangen ist. Sie konnte sich, glaube ich, nicht vorstellen, dass ich unfreundlich reagiere oder mich sogar einfach nicht für Prinzessin Lillifee interessiere. Sie hatte etwas, auf das sie sehr stolz war, und wollte das mit mir teilen – wie herzerwärmend das ist. Sie hat ihre Berührungsangst überwunden und ist einfach zu mir gekommen, obwohl sie mich überhaupt nicht kannte.

Das ist etwas, das ich mir für andere, alltägliche Begegnungen ebenso wünsche. Dass wir unsere Ängste gegenüber dem Fremden, Unbekannten überwinden und mutig auf andere zugehen. Diese Begegnung hat mich nachdenklich werden lassen. Niemand hätte diesem Kind wohl grimmig entgegengeknurrt: „Lass mich in Ruhe!“ oder „Das interessiert mich nicht!“ Warum können wir nicht alle Mitmenschen, die zu uns kommen mit einem Anliegen, einer Frage, einer Hoffung, behandeln wie dieses Kind? Freundlich, interessiert, neugierig? Obwohl dies für alle Menschen gelten sollte, die sich täglich durch unser Leben schieben, habe ich in diesen Tagen natürlich besonders die Flüchtlinge im Blick. Sie kommen zu uns, bitten um Hilfe, oft lediglich mit ihrer eigenen, schrecklichen Geschichte als Gepäck, und was erwartet sie? Viel zu oft schauen sie in ablehnende Gesichter, treffen auf verschränkte Arme oder stehen vor verschlossenen Türen – oder Grenzen.

Die Begegnung mit dem Mädchen hat mich nachdenken lassen. Wie sähe die Welt aus, wenn sich jeder sicher sein könnte, bei seinen Mitmenschen ein solch offenes Ohr zu finden, egal, mit was er sich an sie wendet, wie das Mädchen es bei mir gefunden hat? Was wäre, wenn alle neugierig wären auf den anderen? Was wäre, wenn alle mutig wären und Schritte auf den anderen zumachten? Was wäre, wenn die Gespräche immer tiefgründiger und vertrauter würden und sich Freundschaften spinnen würden? Was wäre, wenn alle ihre „Schätze“ so vertrauensvoll und offen mit Fremden teilen würden, wie das Mädchen sein Prinzessin Lillifee Heft mit mir? Was wäre, wenn wir ein Lächeln übrig hätten anstatt eines abschätzigen Blickes? Was wäre, wenn alle andere Menschen so zu einer Begegnung ermutigen würden, wie die Mutter ihre Tochter?

Was wäre, wenn …?

More beautiful than silence

Neulich mit Elena in den Straßen Hildesheims …

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„Sprich nur, wenn das, was du gleich sagen wirst, schöner ist als die Stille.“

Zuhören ist genug

Das ist etwas, das ich in der Jugendarbeit oft erfahre – manchmal ist es gar nicht wichtig, tausend Ideen und Vorschläge und Kommentare parat zu haben, sondern viel eher, einfach da zu sein. Das klingt nach nicht viel, kann aber tausenderlei Gesichter haben. Eine Schulter verleihen. Offene Arme haben und massierende Finger wandern lassen. Eine Stirn zum Runzeln, einen Mund zum Seufzen, einen Rücken zum Lastenabnehmen anbieten. Aber eben still und teilnehmend. Denn oft ist es so, dass man dann beim Zuhören schon anfängt, über eine Erwiderung nachzudenken und dann hört man eben nicht mehr richtig zu. Ich selbst werde wütend, wenn meine Mutter mir gleich mit Ratschlägen kommt und womöglich noch versucht, mir die Perspektive und Gründe einer anderen Person aufzuzeigen. Ist mir doch schnurzpiepegal, ich kann mich da schon reinversetzen, aber was ich in diesem Moment brauche, ist dann einfach die Gewissheit: da ist jemand, der mir zuhört. Der sich die Zeit nimmt, mit mir zu sein. Den mein Teil, meine Sichtweise der Geschichte interessiert. Der nicht gleich alles gerade rücken will, sondern gemeinsam mit mir alles als anstrengend und überfordernd und auswegslos und bodenlos kacke findet. Mit dem ich motzen und schreien und weinen kann. Und dann ist es wieder gut, weil es raus ist.

Ich glaube wirklich, ohne abgedroschen klingen zu wollen, dass Zeit und Stille Geschenke sind, die wir alle maßlos unterschätzen. Beides ist so kostbar geworden, denn Orgakram und diese eine Email, aus der dann doch mindestens 5 werden, die Wäsche, der Rasen, die Überweisung, der Termin, das Auto, der Anruf, der Einkauf, facebook, twitter, aufräumen, … alles muss, will, soll erledigt werden.

Wo bleibt die Zeit zum Liebhaben?
Liebhaben sollte genauso auf unserer Liste stehen wie Kuscheln, Zuhören, Lächeln, Umarmen, Küssen, Streicheln, Massieren, in-den-Himmel-Schauen, Atmen, Schmecken. Manchmal muss man einfach aussteigen aus dem Karussell, das Drehen anhalten und die Jahrmarktmusik ausstellen. Sich auf das besinnen, was wirklich wichtig ist. Ich weiß noch nicht, ob die Stille immer schöner ist als Worte, aber ich möchte diesen Post abschließen mit einem Auszug aus Michael Endes „Momo“ – er sagt so ziemlich alles aus, was ich über die Stille, das Zuhören und die Wichtigkeit von beidem denke. Ich finde diesen Ausschnitt sowie die ganze Geschichte einfach wundervoll.

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“Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war das Zuhören.

Das ist doch nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher Leser sagen, zuhören kann doch jeder.
Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur recht wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig.

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte – nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme.

Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm plötzlich Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten. Sie konnte so zuhören, dass ratlose, unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden.

Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf denen es überhaupt nicht ankommt, und er ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte das alles der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.

So konnte Momo zuhören!”

Das Leben ist ein schönes Puzzle

Hallo ihr Lieben,

Ich wollte einfach bloß mal mit meinem Glück in die Welt hinausplatzen. Ich liebe mein neues Ich, und das möchte ich am liebsten jedem und allen mitteilen. Das fiel mir gestern morgen mal wieder auf, als ich vor dem großen Spiegel im Flur stand, mich drehte und der Rock meines Kleides sich um meine bestrumpfhosten Beine schwang.

Ich stehe morgens um 5.45h auf und es macht mir nichts aus! Ich freue mich auf das, was der Tag, was die Schule oder die Arbeit bringt. Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und ziehe zielsicher ein Kleid, einen Blazer und ein paar Accessoires aus Schubladen, Kästchen und von Haken und bewundere mein Werk vor dem Spiegel: ja, das bin ich, etwas verrückt, etwas verspielt, ausgefallen, aber auch ernst und irgendwie erwachsener – und ganz wichtig: keine leibgewordene H&M-Schaufensterpuppe, die die neueste Billigproduktion in den Straßen Mode läuft.

Ich habe meine Routine für morgens, ich bin pünktlich in der Schule oder auf Arbeit, ohne gestresst, außer Atem und Entschuldigungen murmelnd durch irgendwelche Türen zu stolpern. Ich habe auch eine gute Routine für nachmittags gefunden, eine gute Balance aus Freizeit und Arbeit.  Natürlich nimmt der Schulkram manchmal mehr Zeit ein, als mir lieb ist, aber ich setze gezielt bunte Akzente im Kugelschreiberblau des Nach – und Vorbereitens. Ich gehe spazieren, ich höre intensiv Musik oder arbeite kreativ. Donnerstagsabends ist zum Beispiel Teezeit mit der wundervollen Marieke: locker um 19h herum vereinbart, sodass nach hinten etwas Luft ist bei viel Papierkrieg, aber dennoch fest in den Tages – und Wochenablauf integriert. Und es tut so gut, die Schule zu vergessen und einfach mal für 4 Stunden herumzualbern, sich auszutauschen und Sorgen zu tilgen.

Meine Freunde kommen nicht zu kurz, ich bin erfolgreich in dem, was ich tue und ich tue es gerne. Ich freue mich, meinen Stil weiterzuentwickeln, Altes mit neuen Teilen zu kombinieren und Outfits zu tragen, für die ich Komplimente bekomme. Ich bin mit mir und meinem Körper zufrieden und ich bin unglaublich froh und dankbar dafür, denn selbstverständlich ist so etwas nicht, sondern auf langen Teilen des Weges echte Schwerstarbeit.

Ich merke, wie ich mehr in mir selbst ruhe und das ist etwas ganz Unbekanntes für mich. Ich bin normalerweise ein kleiner (oder auch großer) Wirbelwind, immer auf Achse, aktiv, und überall dabei. Aber das habe ich etwas abgeschwächt, bin zwar immer noch ein Begeisterungssturm, aber ich wähle genau aus, wo ich mitwirbele und wo ich lieber das Spektakel von der Zuschauertribüne aus verfolge. In der Krippe bekam ich kürzlich das Kompliment, ich sei so ruhig und gelassen bei meinen Angeboten, das wirke sich auch positiv auf die Kinder aus. Das hat mein Herz so mit Freude erfüllt, ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr.

Auch bei Konflikten kann ich mich besser stoppen, mit meinen ersten Wutgedanken herauszuplatzen. Ich hole tief Luft, atme sie aus und denke nochmal nach. Und wenn es mit dem Atmen nicht so gut klappt und ich doch platze, dann merke ich zumindest im Nachhinein, dass das nicht so cool war, überlege, warum der Konfliktpartner so reagiert hat, wie es der Fall war und entschuldige mich (inklusive Erklärung). Ich reflektiere viel besser!

Insgesamt habe ich das Gefühl, in Australien ein weiteres Teil meines Lebenspuzzles aufgesammelt zu haben, das unverrückbar und fest an seinem Platz liegt. Niemand kann mir meine Erfahrungen nehmen, gleichermaßen bin ich jedoch dafür veranwortlich, sie nicht einstauben zu lassen. Ich hoffe, dass euer 2013 auch etwas so wundervolles für euch bereitgehalten hat oder noch bereithält. Wofür seid ihr dankbar im Leben?

life quotes | via Facebook

Danke für meine Freunde

Heute habe ich erkannt, wie gesegnet ich mit meinen Freunden bin. Ich denke immer, dass ich keine habe, dass sie nicht in meiner Nähe sind, aber heute habe ich verstanden, dass ich sie doch hier habe. Nicht meine langjährigen Freunde, die alle aufgrund von Studium, Arbeit oder Ausbildung in ganz Deutschland verteilt leben, aber eine andere, willkürlich zusammengewürfelte Gruppe, die ich seit relativ kurzer Zeit zu meinen Freunden zähle.

Es geht nämlich nicht immer darum, dass man sich ständig sieht oder etwas unternimmt; es geht auch nicht darum, dass die Freunde, die da sind, die besten Freundinnen / die besten Freunde sind. Nein. Es geht darum, die gleichen Überzeugungen zu vertreten, sich für die gleichen Ideen stark zu machen, Gefühle zu teilen und über Gefühle reden zu können. Es geht darum, sich auf einander zu freuen, sich auf einander verlassen zu können und zu wissen, dass man den anderen seine Gefühle, Gedanken und Vorstellungen anvertrauen kann, ohne befürchten zu müssen, dass sie später hinter vorgehaltener Hand diskutiert und lächerlich gemacht werden.

Es geht darum, zu wissen, dass die anderen einen unterstützen, für einen da sind und einen verstehen, akzeptieren und genau so mögen, wie man ist. Es geht darum, zu wissen, dass sie es nicht tolerieren, wenn andere schlecht über einen reden, sondern dass sie für einen eintreten und gegen das (vor)schnelle Urteil anderer Kontra geben. Es geht darum, einander Komplimente zu machen und gerne Zeit miteinander zu verbringen, um Gemeinsamkeiten zu entdecken, auf denen man dann eine Freundschaft aufbauen kann. Es geht darum, einander wertzuschätzen und diese Wertschätzung auch zum Ausdruck zu bringen.

Heute haben die Gruppe Freunde und ich zwei Menschen verabschiedet, die uns allen sehr am Herzen liegen und die direkt und indirekt mit dafür verantwortlich sind, dass es uns als Gruppe gibt. Die gesamte Verabschiedung war sehr emotional für alle von uns und das hat mir vor Augen geführt, wie sehr wir doch als Gruppe zusammengewachsen sind, nicht nur als Arbeitsgruppe, die wir ursprünglich waren, sondern auch als Freunde, und darum möchte ich einfach mal Danke sagen. Danke, dass ich das Glück habe, so wunderbare Menschen in meinem Leben zu haben, mit denen ich Dinge tun kann, die wichtig sind, Dinge, „um die es geht“.

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Farm Charm – Unter dem Meer

Am 20. 06. wurde Miss Ingrid ein Jahr älter – ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt sie war. Natürlich gab es eine Motto-Party, und, kleine Prinzessin, die sie ist, war es sehr, sehr ‚girly‘: „Meeresprinzessinnen“ sollten alle werden. Zum Glück hat Lynda ein “ / Unter dem Meer“ hinzugefügt, sodass uns eine Alternative zur Verfügung stand. Für ungefähr 3 Wochen löcherte Ingrid Kate und mich, ob wir uns schon Gedanken über unsere Kostüme gemacht hätten, wir müssten nämlich auf jeden Fall eins tragen. Kate und ich hatten nicht vor, uns in Prinzessinnen zu verwandeln – auf der Farm auf Grund mangelnder Materialien auch unmöglich – nunja, nicht unmöglich, aber wenn wir uns verkleiden, dann richtig. Wir steckten die Köpfe zusammen und grübelten, was es so unter dem Meer gibt. Zunächst fiel unsere Wahl auf Spongebob und Patrick – das wurde aber wieder verworfen, weil wir nicht genügend gelbe Farbe hatten, um einen Karton anzumalen. Dann habe ich beschlossen, mich in Nemo zu verwandeln – den Film hatte ich kurz zuvor mit den Kindern geschaut und mein Entschluss stand fest. Kate und Adrien durchforsteten google images und entschieden sich für Quallen.  Die beiden irischen Mädels haben sich kurzerhand einfach ein paar Krönchen gebastelt und Glitzer ins Gesicht geschmiert – für ein last-minute Kostüm klasse. Auch Kate und ich haben die Idee mit offenen Armen begrüßt und sind mit glitzernden Gesichtern zur Party geschwommen. Ich finde, wir alle waren unglaublich kreativ, schaut selbst:

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Bunt gemixte Meereskreaturen.

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Na , was denkt ihr?

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Meine beiden Lieblingsquallen! x

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Erica und Nicola kommen aus Irland – Nicola (r.) ist die neue Lehrerin und Erica (l.) wird wohl meinen Posten übernehmen.

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Wer rockt die Party? Kate und Adrien! 🙂 Beauties.

Die Party war sehr locker und entspannt – draußen auf dem Deck war alles in Meeres-Deko gehalten, auch das Essen. Unter den Gästen waren unter anderem Eltern und Geschwister von Lynda und Darcy, Nachbarn und natürlich Freunde von Ing und Grace. (Eines der Dinge, die mich am Leben im Outback immer wieder erstaunen, ist der Transport. Eine Familie kam nämlich tatsächlich im Helikopter. Wie das wohl sein muss? „Oh, eine Einladung zu Ingrid’s Geburtstag. Klasse, da müssen wir noch den Heli auftanken, mach mal ’ne Notiz im Kalender.“ Pft, no big deal.) Als Spiele gab es für die Kinder eine Schnitzeljagd, deren Durchführung ich übernommen habe, und als Sahnehäubchen gab es eine Piñata in Arielle-Form.

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Unter dem Meer!

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Meeresprinzessin.

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Blubb.

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Schlag zu, Grace!

Nicht alle hatten sich so viel Mühe gegeben wie wir mit unseren Kostümen, aber es war eine wunderbare Party. Die Kinder waren alle entweder Piraten oder Meeresprinzessinnen (klar), die Erwachsenen hatten sich als Piraten verkleidet oder einfach eine Perücke übergestülpt. Ein ziemlich cooles Kostüm hatten sich Lyndas Schwester Kaddy und ihr Verlobter Chris überlegt: er war ein Pirat und sie hatte sich eine Mütze aufgesetzt, die einen Papagei darstellte – so lugte sie immer über Chris‘ Schulter. Putzig.

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Unsere Geburtstagsprinzessin! 🙂

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Wunderschöne, freche Grace!

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Darcys minimalistisches Piratenkostüm.

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Ing, Lynda und Clare, die Cousine der Mädels.

Es gab wunderschöne Momente zwischen uns und den Kindern, denn Kate und ich haben die letzte Gelegenheit wahrgenommen, mit ihnen zu knuddeln und Fotos voneinander zu schießen. Vorhang auf für Dan und Kate:

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(Yummy) Mummy Kate und Dan.

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Crash! 😀

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So viel Spaß! 🙂

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Cup of water …

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‚Where’s your belly button?‘ – ‚Bana? Here!‘

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‚Meeeeeeeeeeeeeeeeeeeep!!‘

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Wie stolz er auf sich ist, der kleine Mann …

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Mein Lieblingsbild.

Auch von mir gibt es (verzeiht, wenn ich es selbst sage) wundervolle Bilder mit meinen 3 Lieblingen:

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Grace und Dan.

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Ing und ich.

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Dan und ich. Wie ich den kleinen Boss vermisse.

Die geladenen Gäste samt Kindern verließen uns nachmittags, sodass für den Rest des Tages nur noch die Familienmitglieder übrig blieben – Schwestern und Eltern von Lynda. Abends haben wir Lasagne gekocht und draußen gesessen und erzählt, Kate und ich haben aufgeräumt und Cocktails gemixt (okay, Kate hat sich um die Cocktails gekümmert 😉 ) und später habe ich Darcy und Lynda ihr Geschenk gegeben. Ich hatte aus den schönsten Bildern, die ich in meiner Zeit von der Arbeit, den Kindern und der Natur geschossen hatte, eine PowerPoint-Präsentation zusammengebastelt und mit Musik unterlegt. Die beiden hatten die Bilder noch nie zu Gesicht bekommen und das fand ich so schade, denn Darcy und Lynda kommen halt nicht oft dazu, Fotos zu machen und das ist nicht fair. Also versammelten sich alle im Wohnbereich, kuschelten sich auf den Sofas, Sesseln und auf dem Teppich zusammen und warteten gespannt. Kaddy und ich hatten meinen Laptop mit dem Fernseher verbunden, sodass die Slideshow auf dem großen Bildschirm laufen konnte.

Es war für mich so schön, die Emotionen auf Darcys und Lyndas Gesichtern zu sehen: Lachen, Tränen, Schmunzeln, Unglaube, Überraschung und wieder Lachen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie lange ich schon auf der Farm wohne, wie viel ich gegeben bekommen habe und wie viel ich von dieser Zeit mitnehmen werde. Als die Präsentation vorbei war, konnten alle gar nicht fassen, was für schöne Bilder entstanden sind, vor allem, als ich enthüllte, dass meine Kamera eine billige, über 8 Jahre alte no-name Kamera ist. Lynda kam weinend auf mich zu und hat mich umarmt und auch Darcy, der normalerweise eher nicht so über Körperkontakt kommuniziert, hat mich ganz fest gedrückt und sich bedankt.

Und der Abend nahm seinen Lauf. Darcy, Lynda, Kate und ich haben uns später zusammen um die Kücheninsel gepflanzt und über unsere ‚Highs and Lows‘, also Höhepunkte und Tiefpunkte, gesprochen. Das ist eine Brook-Tradition, und seit wir hier sind, fragen wir auch immer, was Darcys und Lyndas Highs mit uns waren. Es war wunderschön, zu hören, was sie an uns schätzen, und Kate und mir standen etwas die Tränen in den Augen, als wir Darcy sagen hörten, dass wir wundervolle  Vorbilder für alle 3 Kinder gewesen seien – Kate besonders für Ing und Grace, ich besonders für Dan, weil er und ich die meiste Zeit miteinander verbracht haben. Als Lynda sagte, dass sie immer zu 100% sicher sein konnte, dass Dan und auch die Mädchen bei mir sicher waren, musste ich echt schlucken. Und als dann sowohl Darcy als auch Lynda sagten, dass wir das beste Team seien, dass sie je gehabt hätten und dass wir wirklich zu einer Familie geworden wären, hätten wir eigentlich vor lauter Glück explodieren können.

Später blieb der harte Kern übrig: Darcy und Chris (Verlobter der Schwester von Lynda), Kate, Adrien und ich. Auf mein Bitten wurde die Gitarre hervorgekramt, Rum und Cola fanden ihren Weg auf den Tisch und wir hatten einen wundervollen Abschluss. Kennt ihr das, wenn man denkt: ‚Diese Party kann echt nichts toppen!‘ und die nächste Party ist noch besser? So ein Gefühl ist das gewesen – die beste Party auf The Brook – und für uns die letzte. Gegen 2.15h sind Adrien, Kate und ich alle gemeinsam ins Bett geplumpst und haben ca. 5 Stunden Schlaf bekommen, bis das Restpacken losging – Chaos!

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Welches Lied jetzt? – Darcy ist ein Meister der Gitarre.

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To the best crew ever.

Wo es für mich hinging mit meinem gepackten Rucksack? Das erfahrt ihr in der nächsten Maus! 🙂

Farm Charm – Dinner for 8

Well, … alles findet ja mal ein Ende und so tut das auch die Brook-Zeit. Nachdem Fraser abgereist ist, blieben ja vorerst nur Kate und ich übrig, und das lief auch richtig gut. Nach meinen Abenteuern in und um Cairns bin ich wieder nach Townsville gereist, wo ich von Darcys Bruder und einem Neuankömmling für die Farm begrüßt wurde. Adrien ist Franzose, 21 Jahre alt und studiert in Toulouse irgendwas mit Landwirtschaft (fragt mich nicht, was genau). Er ist für 3 Monate in Australien, um praktische Erfahrung im Umgang mit Vieh ect. zu sammeln und wird somit täglich mit Darcy zusammenarbeiten. Wir waren alle etwas nervös nach dem Disaster mit Fraser, aber Adrien ist unglaublich klasse. Er ist witzig, positiv, lässig und entspannt – wir haben so viel mit ihm gelacht und es hat sich nach ein paar Tagen angefühlt, als wäre er schon ewig bei uns. Er war so lieb, uns jeden Morgen Frühstück anzubieten und abends schloss er sich unserem gemeinsamen Zähneputzen an – toothbrush party! So schön 🙂

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Dem alteingesessenen Team standen große Änderungen bevor, denn Kate sollte am 21.06. abreisen und die Ankunft der neuen Lehrerin und einer ihrer Freundinnen stand für den 17.06. im Kalender – und auch ich würde meine Koffer bald packen, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls haben wir beschlossen, dass wir als altes Team plus Adrien noch ein mal gemeinsam ‚feiern‘ wollen – ein Abschied für uns, ein Willkommen für Adrien. Und so haben wir für Freitag, den 12.06. zum Abendessen geladen – in unserer bescheidenen Bleibe. Das war das erste Mal in 5 Monaten, dass wir die Familie eingeladen haben und wir waren ganz schön aufgeregt und vorfreudig. Adrien war für den Appetiser zuständig, Kate für den Hauptgang, ich für den Nachtisch und die Deko des Raumes. Natürlich hat alles geklappt, wie es sollte – nicht! 😉 Wir sind mit der Zeit überhaupt nicht hingekommen, da wir wirklich alles selbst gemacht haben und uns ja auch noch fertig machen wollten. Aber zum Glück hatten auch Darcy, Lynda und die Kinder etwas Zeitdruck und so haben wir einfach alles eine halbe Stunde nach hinten verschoben – und alles lief gut.

Wir haben beschlossen, mexikanisch zu kochen, angeführt von französischen Käse-Blätterteig-Häppchen und gefolgt von Apfelstreuselkuchen à la Katha. Ziemlich merkwürdige Mischung, ich weiß, aber es hat gepasst 😉 Kate hat ihren Fajita-Teig selber gemacht und auch alle selber ‚gebraten‘ – mit Hilfe von Adrien. Dann haben wir ganz viele Soßen und Dips hergestellt, Gemüse geschnippelt und gekocht – yummi! Die Familie hat Wein und Käse mitgebracht, außerdem einen selbstgemachten Dip und Chips – richtig schön.

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Den ganzen Abend haben wir gesessen und gegessen, getrunken und gelacht – und natürlich ganz, ganz viel erzählt, von der Arbeit, haben uns an witzige Dinge erinnert, die die Kinder oder jemand anderes angestellt haben, wir haben Musik gehört und das Zusammensein als Team genossen. Im Laufe des Abends haben Grace und Ingrid Kate und mir jeweils eine große Tüte voller Geschenke in die Hand gedrückt – Überraschung! Das waren unsere Abschiedsgeschenke, denn obwohl es am Samstag vor der Abreise noch eine Party geben würde, wollten Darcy und Lynda das lieber im kleinen Kreis machen, weil es persönlicher war so. Kate und ich haben beide Schmuck bekommen und auch jede ein Outback-Kochbuch (juchu!) 🙂 Außerdem hat jede von uns eine kleine Auflistung bekommen, was die Familie an uns schätzt (siehe auch: Home Sweet Home) und jede noch einen kleinen, persönlichen Brief. So ein wunderbarer Abend!

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Family. ❤