Tag-Archiv | Liebe

Good-bye

Good-bye? As in „a good thing“? I don’t think so …

Partings are hard. To me they are usually as heartbreaking as they seemed promising before they actually happen. It’s daunting leaving something behind – the bad things fade away into insignificance as I focus on all the good things that are also left behind – much more colourful and vivid in my mind … and certainly more present in my heart.

So … leaving Colombia was hard, even after all the failed attempts, the disappointments, the struggles … and even harder as I left Angel behind – as just a friend, not as a boyfriend anymore. That hurt more than anything because I care about him in a way I can’t describe, and I am scared of what will happen to us, this new us that somehow isn’t an us anymore … I’m scared of what will happen when we’re apart.

Sitting on the plane AV 9459 from Cúcuta to Bogotá, staring into the dark outside, these thoughts formed in my mind.

It’s scary how fast things can be gone. One last hug and done. The city disappears from view within 15 seconds. Now it’s just dark and cloudy outside, interspersed with the regular blinking of the plane’s lights. Inside it’s fresh, muted and calm. Inside me there’s turmoil. Leaving has two sides, and these two sides are trying to arrange themselves inside me, trying to fit in, rubbing against each other, fighting for the upper hand. It’s unsettling me, shaking my world, the world I have come to love and hate during the past 8 months. As always, the love is stronger, the heart more forgetful of all the things that have gone wrong, making more space for the brighter memories; and making space means something needs to be removed, and I guess that must be why tears are sliding down my cheeks and I seem to be unable to gain control over this mechanism.

The blinking lights on the airplane’s wings are soothing, though, as is the gentle buzz of the airplane and people’s conversations. My breath steadies and my eyes dry up a bit. I breathe. In and out. Let’s see where this journey takes me.

[08.03.2017 – 21.45]

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Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

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Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

colombia

Kolumbien, du wirst mir fehlen!

Ten Things To Do In 2017

I already told you about this wonderful facebook page called „Berlin ArtParasites“ here – maybe you have already checked it out, maybe you will after this post, or maybe you simply won’t. Either way I found a post there today that resonated in me for a while and touched something in me. I’m hoping that in this new year I’ll be able to realise some of what it is about – because especially the first point of the list hit me. I actually found myself saying several times „the year went by so fast“ and it feels like I haven’t accomplished much.

I want to share this post with you so maybe it helps you realise that a new year (even just a new day!) is nothing but an opportunity to change things that you’re not happy with.  Here is the list of „Ten Things To Do In 2017“ (aawordthings via Tumblr) – I highlighted the parts that are most important to me.

malerei
1. Take it a day at a time. You don’t have to know what you’re doing the next day or even the next hour. I’ve learned that the more you think in the future, the shorter the day seems and the months fly past you and you’re left feeling discontent and unsatisfied. It’s almost like everything has been in a blur, and you find yourself saying, “the year went by so fast”, even though you haven’t accomplished much. So do everything in the moment of ‘now’, and cherish each minute like it’s the last minute you have.

2. Let it go. You know nothing is going to change, because you can’t change people unless they truly want to and you can’t change the past either, and the sooner you realize this, you will spend more time being happy than in a constant battle with your mind and your heart. They need to rest too.

3. Take risks. If you never take any, the moment that turned out for the worst could have turned out for the best. This works vice-versa as well, but either way, you will learn from these experiences. You won’t forget how rapidly your heart was beating in these moments and how electric you felt. It will be worth it in the end, trust me.

4. Call up that person that you didn’t spend enough time getting to know, simply because you were too distracted with somebody else or just didn’t feel like you’d become something more than acquaintances. Greet strangers and embrace the idea of diversity. Ask questions about different cultures, morals, ideas, beliefs; educate yourself as much as you can.

5. Go ahead and wear that outfit you keep telling yourself that it doesn’t look good on you. You bought it because you liked it, yes? So, show it to the whole damn world. If you do it with a smile and confidently squared shoulders—even better. You are beautiful.

6. Instead of procrastinating and wallowing in self-pity, get up and do something. Sitting around is not going to do much but make you feel horrible, and you’ll create scenarios that may not even exist or be as big in your head that will cause matters to become worse. You want this to be your year of explosive progress? Set goals and strive to achieve them. You want to look back at the end of the year and say, “I did good”.

7. Spend more time with your family or friends. Build a support system so strong, that you will never feel lonely. In fact, this support system will lead you to feeling content even when you are alone, because you won’t feel the constant need to either be with someone or have somebody who loves you, because you know you’ll have people who love you and the more love you surround yourself with, the easier it becomes to love yourself too.

8. Be kind always and be angry when you need to be. Stand up for the ideas that you believe in and don’t back down from them just because you have a different opinion. Learn to love the sound of your voice when it bounces off the walls of a classroom full of people, because your voice has the power to change a million minds. Remember, you are allowed to feel whatever it is you feel.

9. Go on more road trips or just take a few minutes to be outside by yourself. Inhale and exhale the air around you. Watch the stars, the sunset, the sunrise, the birds flying in the sky, the cars passing by. Walk in the rain sometimes without an umbrella, instead of running. Let the sunlight soak your skin more often. God, isn’t the world itself beautiful?

10. Be faithful. This is the year you hoped to be better. Don’t let anything stop you from achieving that, because you are limitless as long as you believe yourself to be.

Aventuras Nuevas – Feliz Navidad y Feliz Año

Ich weiß, dass ich etwas spät dran bin für Weihnachtswünsche und irgendwie auch für Neujahrswünsche – sonst gar nicht mein Stil, aber wieso sollte es in Kolumbien anders sein als in Deutschland? Auch hier gab es last minute-Stress, verschiedenster Art. Aber der Reihe nach.

Zunächst einmal habe ich festgestellt, dass ich zu Weihnachten doch ein paar Menschen beschenken kann, und das hat mich recht glücklich gemacht. Das geht an Weihnachten oft verloren, finde ich: es geht nur um Geschenke und wer etwas bekommen muss, wer wohl beleidigt ist, wenn er nichts bekommt, für wen unbedingt das perfekte Geschenk gefunden werden sollte. Dabei geht es nicht mehr darum, warum man diesen Menschen beschenkt, sondern dass und was man schenkt. Ich hatte mich diesbezüglich auf ein ruhiges Weihnachten eingestellt, da ich nichts nach Deutschland schicken und von dort auch nichts empfangen konnte. Doch dann ist mir aufgefallen, dass ich mich bei einigen Menschen hier bedanken wollte, weil sie mein Leben hier erleichtert haben, mir Lasten abgenommen, mir geholfen, zur Seite gestanden oder mir ein Lächeln auf’s Gesicht gezaubert haben – und bei einigen auch, weil sie Freunde geworden sind.

Ich habe mich also in die Küche gestellt und deutsche Schwarz-Weiß-Kekse gebacken – die gehören bei uns zu Hause zur Weihnachtszeit dazu wie der Baum und der Adventskranz. Die habe ich dann hübsch verpackt (die Suche nach durchsichtigem Geschenkpapier war die reinste Odyssee!), kleine Nachrichten dazu geschrieben und an die Empfänger verteilt. Neben den kleinen Päckchen habe ich auch eine große Menge für meinen Gastvater abgepackt und auch für Angel’s Familie, bei der ich ein zweites zu Hause gefunden habe (sieht die zweckentfremdete ud neu gestaltete Douglastüte nicht aus wie eine „teure“ Verpackung  luxuriöser Backgüter? Ich war so stolz!). Meine Gastmama, Angel’s Mama und auch Angel haben noch extra Geschenke bekommen – und ich habe mich sehr glücklich gefühlt, dass ich an so viele Menschen denken kann, da ich noch nicht ganz 6 Monate hier lebe und schon so vielen Menschen dankbar sein kann. Das war für mich eine tolle Erfahrung.

Zusätzlich zu den Geschenken musste ich meine Koffer packen – ich bin am 23. zu Angel „gezogen“ für ein paar Tage. Das hatten wir schon vor ein paar Wochen so geplant, da es Unstimmigkeiten in meiner Gastfamilie gab und wir uns auf einen Auszug am 23.12. geeinigt hatten. Die Umstände dieser Entscheidung haben sich zwar wieder geändert, sodass das Packen im kleineren Stil verlief als ursprünglich angedacht, aber an dem Plan haben wir trotzdem festgehalten, da ich Weihnachten gerne mit ihm verbringen wollte. Aber nicht nur für den Aufenthalt bei ihm mussten meine Koffer gepackt werden, sondern auch für meine erste weitere Reise in Lateinamerika: am 26.12. sollte es für mich nach Peru gehen, genauer gesagt in dessen Hauptstadt Lima. Diese Reise war notwendig, um ein neues Touristenvisum beantragen zu können, da ich vorhabe, noch länger in Kolumbien zu bleiben und mein jetziges Visum nur bis zum 02.01. (morgen) gültig ist. Bei der Aus- und Einreise würde ich einen neuen Stempel in meinen Pass bekommen, der mir erlauben sollte, erneut 90 Tage in Kolumbien zu bleiben.

hojadevida

Mein Lebenslauf – Hoja de vida

Mein Wunsch, länger in Kolumbien zu bleiben, hat mehrere Gründe: zum einen möchte ich länger bei Angel bleiben können und zum anderen möchte ich gerne weiter an meinem Spanisch arbeiten, was ich zu Hause in dem Stil wie hier nicht könnte. Da es aber in meiner Gastfamilie, wie erwähnt, Unstimmigkeiten gab und wir uns dazu entschieden hatten, den Vertrag nicht zu verlängern, musste ich mich nach einer Alternative umschauen, was ganz schön an meinen Nerven gezogen und auch die Zeit mit Angel belastet hat. Er hat mir geholfen mit allem, was ich nicht alleine schaffen konnte, und wir haben meinen Lebenslauf bei mehreren Englischinstituten eingereicht. Privat habe ich mich natürlich auch umgeschaut und -hört und es ergaben sich viele, viele Möglichkeiten … die leider alle nach und nach in sich zusammengefallen sind, leise, aber meine Welt hat es doch erschüttert. Ich habe während dieser Wochen gelernt, dass die Kolumbianer zwar sagen, dass sie helfen werden, aber eigentlich meinen, dass sie helfen möchten. Ein großer Unterschied, denn irgendwann stellten alle, die mir Hilfe zugesagt hatten, dann fest, dass sie nicht helfen konnten und ich stand da – desillusioniert, hilflos und ganz verzweifelt.

Zum Glück hat mich dann ein Englischinstitut zu einem Interview eingeladen – und ich werde im Februar beginnen, als Lehrerin in der ISE -International School of English- zu unterrichten. Die Stunden, die ich absolvieren muss, sind exorbitant, die Pflichten, die ich habe, sind kolossal und breitgefächert und die Arbeit, die ich außerhalb meiner Arbeitszeit abzuleisten habe, ist gewaltig. So viel zum Soll; auf der Haben-Seite steht ein ziemlich kümmerlicher Lohn und karge Freizeit, dafür aber Zeit in Kolumbien. Was tut man nicht alles …? Wie es eben in Kolumbien so ist, wird alles auf die letzte Minute erledigt, sodass ich am 23.12. morgens ins Institut musste, um meinen Vertrag zu unterschreiben und alles für den Antrag auf ein Arbeitsvisum vorzubereiten. Das hat ziemlich lange gedauert, und zum Arzt musste ich auch noch, sodass ich in Zeitstress kam. Das Arbeitsvisum zu beantragen habe ich nicht mehr geschafft, und muss ich jetzt recht fix erledigen. Ich hoffe, dass damit alles glatt läuft – drückt mir die Daumen!

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Glitzernde, blinkende Lichter kolumbianischer Weihnacht

Weihnachten war dann etwas ganz anderes als zu Hause – hier ist es eher eine große Party mit lauter Musik, viel Alkohol und blinkenden Lichtern. Mir hat die Besinnlichkeit, Ruhe und die Gemeinschaft gefehlt, und obwohl (oder gerade weil) ich inmitten von Angels spanischsprechender, kommender und gehender Familie saß, habe ich mich sehr einsam gefühlt und mich nach Hause gesehnt. Es gab keinen erkennbaren Ablauf für mich, kein Aufgehobensein, kein Zusammensein, wie ich es gewohnt bin und liebe, und auch keinen Baum oder Geschenke. Eine kleine Bescherung haben wir gemacht, als wir von der Familienfeier wieder zu Hause waren, und die Freude über mein Geschenk auf seinem Gesicht zu sehen, war unbezahlbar. Ich habe wieder etwas gelernt dieses Jahr: Weihnachten zu Hause ist etwas Besonderes, und etwas, das ich in den nächsten Jahren mehr zu schätzen wissen werde.

Am 26. hat Angel mich dann morgens zum Flughafen gefahren und ich machte mich auf die Reise nach Lima (Peru) mit Stopover in Bogotá (Kolumbien). Am 31.12. bin ich um kurz nach Mitternacht wieder auf kolumbianischem Boden gelandet und habe gemerkt, wie sehr das ein Gefühl von „nach Hause kommen“ ist, gerade auch dann, als ich gegen 8 Uhr morgens nach einer komplizierten, turbulenten Heimreise leichten Schrittes in Angels Arme lief, der mich in Cúcuta abholte. Mit ihm und seiner Familie habe ich dann auch Silvester verbracht und jetzt ist schon das neue Jahr! Wie flugs das ging! Irgendwie fühlt es sich an, als wäre gerade gestern alles losgegangen mit 2016 … und plötzlich ist es 2017. Bevor es wieder losgeht mit dem ganzen Organisieren, das ansteht, möchte ich mir aber noch die Zeit nehmen, euch meine Wünsche für Weihnachten und Neujahr zu überbringen (nachträglich zwar, aber trotzdem mit der gleichen Herzlichkeit):

Ich hoffe, dass ihr alle eine wundervolle Weihnachtszeit hattet, mit Menschen, die euch am Herzen liegen und denen ihr „Danke“ sagen konntet. Dass ihr zu Weihnachten und auch „zwischen den Jahren“ Zeit hattet, euch zu besinnen auf das, was euch wichtig ist, was gut lief und was zum Glück vorbei ist. Dass ihr reflektieren konntet, was ihr alles geschafft, erreicht und überlebt habt, was euch stärker gemacht und was euch etwas gelehrt hat. Dass ihr euch klar werden konntet darüber, was euch für 2017 wichtig ist, was ihr erreichen wollt und welche Ziele ihr habt. Welche Menschen ihr in eurem Leben haben wollt und braucht und welchen ihr vielleicht freundlich die Tür aufhalten solltet. Ich hoffe, dass ihr gut ins neue Jahr gestartet seid und dass ihr die vielen weißen Seiten, die das Jahresbuch euch bietet, freudig und zuversichtlich mit Farben und Musik, mit Abenteuern, Liebe und Freude, Glücksmomenten, Frieden, gemeinsamer Zeit, Freundschaft … und Leben füllen werdet. Ich wünsche euch, dass ihr 2017 zu eurem Jahr machen und zum Zeitpunkt der nächsten Jahreswende zufrieden sein könnt mit dem, was war, und neugierig auf das blicken werdet, was kommt. In diesem Sinne:

navidad

I hope you find them …

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I hope that you end up with someone who loves you back. I don’t mean someone who likes your figure or the cool new shoes you’ve bought this month. I hope you find someone who’s genuinely interested in you. Someone who wants to know what your favorite songs are. I don’t mean the songs that you’ll listen to with a crowd of people at a bonfire but the songs you listen to when you’re driving alone or falling asleep at night. Someone who wants to know what your favorite books are and will take the time to read them because they want to see what intrigues your mind. Someone who wants to know about your favorite childhood memory and your favorite hiding place as an adult. Someone who wants to work out with you and eat a tub of Nutella with you on a Friday night. Someone who uses words like charming, stunning, delightful, lovely, graceful, lovely, dazzling, radiant, and dashing instead of cute, beautiful, and pretty. Someone who wants to read every term paper you’ve aced and every journal entry you’ve posted on your blog. Someone who wants to find all the imperfections on your olive skin and wants to love every blemish and scar they find. Someone who knows your favorite quotes by heart. Someone who wants to know if you prefer almond milk or fat free milk. Someone who wants to learn about your past but more so about your future. I hope you find that someone who wants to know every detail about you. I hope you find them and you end up with them forever.

– Natalie Meza

ArtParasites – How Art Thou Today?

Hallo hallo!

Ihr wisst, dass ich inspirierende Sprüche, Zitate, Songtexte, Wahrheiten und Weisheiten sehr gerne habe. Oft wird in bestimmten Texten ein Gefühl auf den Punkt gebracht, das mich überwältigt hat, ohne dass ich es benennen konnte, und nach dem Lesen fühle ich mich 100 Kilo leichter, weil das Gefühl endlich einen Namen hat.

Ich habe auf facebook eine tolle Seite gefunden, auf der ich mir täglich solche inspirierenden, verstörenden, Wahrheit aussprechenden, melancholischen, bestärkenden … Texte „abholen kann“ – so viele, wie ich möchte, wann ich möchte. Ich finde sie großartig und bin jedes Mal wieder erstaunt, wie viele andere Menschen ein Gefühl zu fühlen scheinen, von dem ich dachte, ich bin damit alleine. Das ist unglaublich erleichternd und ermutigend.

Die Seite auf facebook findet ihr hier, ihr könnt aber auch mit google und „artparasites“ fündig werden, wenn ihr nicht so gerne auf facebook unterwegs seid. Auf der offiziellen Website war ich selbst noch nicht unterwegs, weil ich es lieber mag, die Texte in kleinen Portionen präsentiert zu bekommen und mir Nachschlag nehmen zu können, wenn ich mag – einfach einen Post weiter nach unten scrollen …
Nach diesem Prinzip möchte ich jetzt mit euch die Texte teilen, die mich in letzter Zeit sehr stark berührt haben. Oft waren die Gefühle so einfach und offensichtlich, und doch so hart zu greifen und zu definieren … und dann fand ich sie in diesen Auszügen wieder. Vorhang auf:

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I think I fall in love a little bit with anyone who shows me their soul. This world is so guarded and fearful. I appreciate rawness so much.
– Unknown

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Sometimes I like you so much I can’t stand it. It fills up inside me, all the way to the brim, and I feel like I could overflow. I like you so much I don’t know what to do with it. My heart beats so fast when I know I’m going to see you again. And then, when you look at me the way you do, I feel like the luckiest girl in the world.
– Jenny Han

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I hope that someday, somebody wants to hold you for twenty minutes straight, and that’s all they do. They don’t pull away. They don’t look at your face. They don’t try to kiss you. All they do is wrap you up in their arms, without an ounce of selfishness in it.
– Unknown

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I am learning everyday to allow the space between where I am and where I want to be, to inspire me and not terrify me.
– Tracee Ellis Ross

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I hope I’ll always believe in love. Even if love shames me and tries to destroy me, I hope I’ll want to start again.
– Warsan Shire

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Is it love? Is it idolization? The former happens when you’ve spent time with them, when some of the magic wears off, when you know their flaws, and you decide to bring them coffee when they’re working, or write them sweet messages anyway, but the latter is when you’ve spent little time with them, but you think of them all the time; it crumbles where reality can’t meet imagination.
– Jessica Monet

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Lighthouses don’t go running all over an island looking for boats to save; they just stand there shining.
– Anne Lamott

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I find comfort in knowing that people who I’ve cut out of my life are left with this version of me that simply doesn’t exist anymore. The memory and image of me that they have isn’t who I am, and I’m happy that it’s that way. I’ve changed and grown and they won’t ever get the chance to know the better version of myself that I’ve become during their absence.
– Unknown

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The pearls weren’t really white, they were a warm oyster beige, with little knots in between so if they broke, you only lost one. I wished my life could be like that, knotted up so that even if something broke, the whole thing wouldn’t come apart.
— Janet Fitch

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I choose to love you in silence because in silence I find no rejection, and in silence no one owns you but me.
– Rumi

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And when I asked you how you’d been, I meant I missed you more than I’ve ever missed anything before.
– Iain Thomas

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Sometimes the desire you have for someone is so overwhelming that it leads to an inept ability to govern your own emotional stability, which is poisonous for any committed relationships because it’s muddled with desperation.
– Unknown

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Das war eine Auswahl an den Sprüchen, die mir und meinen unaussprechlichen, weil zu komplizierten Gefühlen in letzter Zeit Worte, Stimme und Gesicht gegeben haben … vielleicht war für euch ja auch etwas dabei! Gibt es ein Zitat davon, das ihr besonders gerne mögt? Oder eins, mit dem ihr überhaupt nichts anfangen könnt, oder eins, mit dem ihr gar nicht übereinstimmt?

So oder so lohnt es sich wirklich, sich bei ArtParasites mal umzuschauen, denn jeder Text gibt einen Denkanstoß, mal größer, mal kleiner, mal liebevoll, mal unerwartet brutal … aber immer ist es ein Schubs, sich mit sich selbst, dem Leben, seinen Gefühlen, den Werten der Gesellschaft … ach, allem möglichen! auseinanderzusetzen.

Habt einen schönen Tag / Abend … wo auch immer ihr gerade seid ❤

Aus dem Mund von … Mark Forster

Hallo liebe Lebensmaler,

ich bin neulich auf einem meiner Streifzüge durch youtube über ein Lied gestolpert: „Zu dir (Weit weg)“ von Mark Forster. Ich konnte den Hype um ihn nie verstehen, darum habe ich auch nicht viel erwartet, als ich das Video anklickte … und dann wurde ich eingehüllt in seine Stimme und den Text und die Melodie dieses großartigen Liedes, und habe mich verstanden und aufgehoben und getröstet gefühlt. Es ist einfach und schnörkellos, ohne große Effekte und Schnickschnack, trifft aber gerade deswegen mitten ins Herz – nicht nur die Melodie, sondern auch der Text. In Bahn und Bus steigen, Abschied nehmen, Skypen, Entfernung überbrücken, Müdigkeit, Alltag meistern, Vermissen – es geht um den Alltag all jener, die Liebe in einer anderen Stadt oder einem anderen Land gefunden haben. Das Lied beschreibt eine Beziehung, die von Distanz, Trennungen, Fragen und Unsicherheit gekennzeichnet ist – die aber gleichzeitig genug Liebe und Sicherheit besitzt, dass es „für immer“ sein kann. Ich finde es so schön – Marks Stimme ist so besänftigend und liebevoll und er erzählt von Gefühlen, die gleichzeitig alltäglich und doch so außergewöhnlich und groß sein können. Die Melodie trägt den Zuhörer wunderbar durch diese kleine (Liebes-)Geschichte … vielleicht lasst ihr euch ja auch tragen?

markforster