Tag-Archiv | Natur

Aventuras Nuevas – Bucaramanga 2

Da bin ich wieder mit dem ersten Tag, den Angel und ich in und um Bucaramanga vebracht haben!

Wir sind, wie gesagt, morgens aufgestanden und hatten die Wohnung für uns alleine. Angel hat uns Frühstück gemacht, das wir von der Couch aus mit Ausblick auf die sonnenbeschienenen Berge genossen haben. Dann habe ich alles abgewaschen, was so an Geschirr um die Spüle herumlungerte, wir haben unseren Rucksack gepackt für den Tag und sind losgezogen. Unsere Wasserflasche haben wir vergessen – das haben wir natürlich festgestellt, direkt nachdem wir die Türen hinter uns zugeschlagen hatten. Logisch! Wir sind dann trotzdem unbetrübt mit einem Bus Richtung Stadtzentrum gefahren und hatten den Plan, uns dort alles ein bißchen anzusehen und dann mit einem Bus zu dem nahegelegenen Parque Nacional del Chicamocha zu fahren.

Das erste, was wir gesehen haben, nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind, war eine farmacia alemana – anscheinend der Zuwanderung der Deutschen in der 1860er und 70er Jahren geschuldet (mehr Infos hier) – und gleich danach habe ich etwas gesehen, dass ich schon immer probieren wollte: mango espaghetti. Für diesen Snack werden unreife Mangos an kleinen Ständen am Straßenrand geschält, zu Spaghettischnüren geschnitten und dann mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft in einem Becher serviert. Ich habe das schon in Cúcuta gesehen, mich aber nicht getraut, alleine einen Becher der Mangospaghetti zu kaufen. Mit Angel an meiner Seite aber doch – und ich durfte sogar Fotos von der Verarbeitung machen. Die Mangos sind, wie gesagt, unreif, und darum haben sie zwar den bekannten Mangogeschmack, aber ohne die starke Süße, sodass die Gewürze und der Saft perfekt die vorhandene Süße ergänzen. Muy rico!

Nachdem wir also mango espaghetti für mich gekauft haben, sind wir über den Platz und durch den Park gewander. Auf der einen Seite gab es verschiedene, offiziell aussehende Gebäude: der palacio municipal wurde flankiert von zwei Gebäuden, deren Namen oder Bestimmung ich nicht herausfinden konnte. Auf allen anderen Seiten gab es Läden, Stände, Shops, Restaurants … alles in einem bunten Durcheinander, inmitten dessen eine angebundene Kuh darauf wartete, ge- bzw. verkauft zu werden. Wir sind dann in eine der vom Park wegführenden Straßen abgebogen und haben uns auf den Weg zum Busterminal gemacht, wo wir unsere Bustickets zum Nationalpark gekauft haben. Auf dem Rückweg von dort hat mich ein älterer Herr angesprochen. „Señorita, ten cuidado con el cecular!“, sagte er und zeigte auf meine hintere Hosentasche, aus der für alle Welt sichtbar mein Handy ragte. Manchmal bin ich einfach zu unvorsichtig! Ich habe mich überschwänglich bei ihm bedankt – das wäre es ja gewesen, wenn ich mein Telefon auf diese Weise verloren hätte. Wir haben uns dann in einem kleinen Laden etwas zu Essen und zu Trinken gekauft und sind weiter durch die Straßen gezogen, bis es Zeit war, den Bus zu besteigen. Wir saßen mit vielen anderen Reisenden in einem mittelgroßen Bus, der uns 54km südlich fuhr.

Wir sind etwa 1 Stunde gefahren und haben diese Zeit mit Gesprächen gefüllt – es war so schön, über alles und nichts mit ihm zu sprechen; darüber, wie wir uns kennengelernt haben, was wir dachten, als wir einander das erste Mal gesehen haben, als wir uns getroffen haben … und so weiter und so fort. Viel zu schnell ging die Fahrt durch Berge und atemberaubende Landschaft für meinen Geschmack. Wir wurden oberhalb des Eingangs des Nationalparkes abgesetzt und wanderten Hand in Hand zur Kasse. Schockschwerenot!, die Preise hatten sich durch die Feriensaison verdoppelt! Wir hatten mit 35.000-40.000COP pro Person gerechnet (~11 – 13€), aber sollten nun 70.000COP (~23€) berappen. Wir hätten dafür zwar alles machen dürfen, was der Park an Extra-Aktivitäten bietet, aber wir hatten weder Kleidung dafür dabei, noch kann ich mit meinem Rücken die Adrenalin-Angebote wahrnehmen. Es gab keine Möglichkeit, ohne alle diese Extras den Park zu betreten, sodass wir uns entschieden haben, nicht zu bezahlen, sondern einfach nur am Rand des Parks entlangzuwandern und die Landschaft zu betrachten – was mir vollkommen reichte. Die Aussicht war spektakulär und das Wetter war ebenfalls spitze.

Der Park wurde 2006-2009 angelegt, um die Schönheit der Landschaft des cañón del Chicamocha für Besucher und Touristen zugänglich zu machen. Dieser cañón ist 227km lang und ca. 2km tief. Der Nationalpark, der 54km von Bucaramanga liegt, zeigt zwar nur einen kleinen Ausschnitt der zerfurchten Berge und leuchtenden Täler, aber das, was man sehen kann, ist wirklich wahnsinnig schön und natürlich. Neben der natürlichen Attraktion des Parks gibt es auch noch viele andere Aktivitäten, mit denen Besucher sich hier die Zeit vertreiben können: u.a. ein Schwimmbad, Klippenschaukeln, eine Schlittschuhbahn, Paragliding, Kayakfahren … und die berühmte Schwebebahn, die von der mesa de los santos startet, um Besucher 6.3km weit über den cañón bzw. nach unten durch den cañón auf die andere Seite zu transportieren. Da wir uns, wie gesagt, dazu entschieden hatten, nur am Rand des Parks entlangzuwandern und von der mesa de los santos aus alles zu bestaunen, machten wir uns dorthin auf den Weg. Wir wurden mit wahnsinniger Aussicht belohnt und kraxelten auf den ausgetretenen Steinwegen ein bißchen nach unten, um alles aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Dank meines Freundes gibt es ausnahmsweise auch mal Aufnahmen von mir – ich verstecke mich ja meist hinter der Linse.

Nachdem wir unsere Augen gesättigt hatten mit dieser überragenden Aussicht, meldeten sich unsere Mägen. Wir schlenderten zurück zum „Marktplatz“, wie ich diesen mit Restaurants und Touristenshops umrahmten Platz nenne, und entschieden uns für eins der Restaurants. Wir ließen uns nieder und freuten uns an der Gesellschaft des jeweils anderen. Lange allein blieben wir jedoch nicht: viele der streunenden Katzen strichen um die Tischbeine, um den ein oder anderen Happen zu erbetteln, und Besucher mit und ohne Hunde ließen sich an den Tischen um uns herum nieder. Nachdem wir unsere Teller leergegessen hatten, machten wir uns an den Nachtisch der besonderen Art: Ameisenpopo! Hormigas culonas sind eine Spezialität des departamentos Santander, genauer gesagt liegen die Hauptproduktionszentren in San Gil und Barichara, und mir wurde gesagt, ich solle die unbedingt probieren.

„Die Ameisen mit dem riesigen Po“ werden in Kolumbien seit hunderten Jahren gegessen und zählen in manchen Gegenden als traditionelles Hochzeitsgeschenk – vermutlich auch wegen des lokal verbreiteten Glaubens, diese Ameise sei ein Aphrodisiakum. Diese Tradition rührt von präkolumbianischen Kulturen wie der der Guanes her. Nur weibliche Tiere, die Königinnen, werden gefangen, da diese erstens einen immens großen Po haben und die anderen Artgenossen zweitens als nicht essbar gelten. Zum Verzehr werden die Beine und Flügel entfernt, die Körper in Salzwasser eingeweicht und schließlich geröstet. Die Ameisen haben laut Ernährungsstudien einen hohen Proteinwert, wenige gesättigte Fettsäuren und einen insgesamt hohen Nährwert. Nur 9 Wochen, in der Regenzeit, während sie ihre Paarungsbereitschaft durch Flüge signalisieren, werden die Königin-Ameisen von den lokal ansässigen Bauern „geerntet“ – das kann schnell schmerzhaft enden, denn diese Weibchen haben starke Unterkiefer und ergeben sich nicht kampflos. Da diese kurzlebige Industrie-Sparte (samt Export nach Kanada, England und Japan) aber eine sichere Einnahmequelle für die meist ärmlichen Bauern der Gegend ist, finden sich jedes Jahr genug „Fänger“. Dadurch, und durch Rivalitäten mit anderen Ameisenvölkern, reduziert sich die Population der hormigas culonas rasant, was Grund zur Sorge über die „Ausrottung“ dieser Art gibt.

Also, wegen mir müsste sich da niemand Sorgen machen – meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Insekten sind schön und gut, wenn ich sie aus der Nähe, bevorzugt aber aus der Ferne, angucken kann – aber essen?! Das war mir dann doch eigentlich etwas zu nah … gleichzeitig dachte ich mir aber auch: „Wo du schon mal hier bist …“ und kaufte mit Gänsehaut und mit schon beim Gedanken an Ameisenpopo gekräuselter Zunge für umgerechnet 2,50€ (8.000COP) die kleine Packung. Angel musste schließlich den ersten Schritt Bissen tun, denn ich konnte mich nicht überwinden, die Ameise in meinen Mund zu schieben … und als ich es doch tat, musste ich dringend mit Wasser nachspülen.

Der Geschmack an sich war nicht so schlimm wie erwartet. Die Ameise war halt knusprig und salzig, mehr nicht. Dass ich auf einem Insekt herumkaute, merkte ich nur daran, dass ich letztenendes überall im Mund Ameisenärmchen und -panzerstückchen kleben hatte. Der Nachgeschmack war seltsam, nicht wirklich zu beschreiben, erdig mit ranziger Erdnuss vielleicht? Ganz merkwürdig. Angel und ich haben beide noch 2, 3 weitere gegessen, wir hatten schließlich teures Geld dafür bezahlt – aber so richtig überzeugt waren wir nicht. Die Packung liegt bis heute unangetastet auf einer meiner Kommoden 😉

Nach dieser exzellenten Mahlzeit ( 😉 ) organisierten wir uns unsere Bustickets nach Hause und dann schlenderten wir den Rest des Nachmittag noch über die verschiedenen Wege, Plattformen und Grünflächen, streichelten zwei kleine Ziegen und verschiedenste Katzen und machten es uns auf den Steinstufen gemütlich, bevor uns unser Bus im Dunkeln auf kurvigen und unebenen Bergstraßen zurück nach Bucaramanga fuhr. Dort angekommen nahmen wir verschiedene Busse zur unserem Quartier, strichen unbehelligt durch die dunklen Straßen (auch dank Angels steter Wachsamkeit, was alles im Entfernten zwielichtig Aussehende angeht) und fielen totmüde ins Bett. Ich hatte besonders mit Reisekopfschmerz zu kämpfen, mir war ganz schwummerig und schlecht, sodass ich vor Angel ins Bett ging, während er mich vor unserer Gastgeberin entschuldigte und noch ein bißchen mit ihr und dem Rest der Familie plauderte, bevor er neben mich ins Bett sank. Wir haben gut geschlafen und konnten für den nächsten Tag gut auftanken, denn …

… auch am dritten Tag hatten wir viel vor – der nächste Post kommt demnächst! 🙂

Un abrazo fuerte!

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Aventuras Nuevas – Chinácota

Sooo … ich nutze die freien Tage, die ich jetzt habe, dazu, um euch endlich mal auf den neuesten Stand zu bringen, denn im November/Dezember habe ich viel erlebt und auch zwei Reisen unternommen, über die ich euch gerne erzählen möchte. Ich habe es so genossen, endlich mal meine Tasche zu packen und etwas mehr von diesem tollen Land zu sehen!

Am Samstag, den 26.11. haben Angel und ich uns nachmittags gegen 16Uhr in einem kleinen Reisebus auf den Weg nach Chinácota gemacht – umgerechnet hat diese Reise wohl so 3€ gekostet. Wir hatten diesen Wochenendausflug schon seit einiger Zeit im Kopf, aber natürlich wurde alles Organisatorische bis zur letzten Minute gelassen („En Colombia es así!“) – zum Beispiel wussten wir am Samstagmorgen noch nicht, wo wir abends schlafen würden. Sowas macht mich normalerweise fuchsig, weil ich es gern organisiert habe. Dieses Mal jedoch habe ich mich zurückgenommen, ihm alles überlassen und gesagt: „It’s going to be fine. This is an adventure.“ Was soll ich sagen? Am Ende war es dann perfekt – manchmal ist die kolumbianische „a ver“-Einstellung doch ganz gut, weil man sich am Ende umso mehr freut, dass alles geklappt hat.

Der Start in dieses Abenteuer begann also mit einer Busreise durch kurvenreiche Berge, sodass besonders ich mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühl am Ziel ankam. Die kleine Stadt liegt ca. 1 Stunde südlich von Cúcuta, es ist viel kühler dort, zumindest abends, und es gibt einen Höhenunterschied, der sicherlich an Kopfschmerz und Schwindel nicht ganz unbeteiligt war. Wir haben unsere Pension, in der er uns ein Zimmer organisiert hat, zum Glück sehr leicht gefunden und konnten auch gleich das Zimmer beziehen. 25.000COP haben wir dafür bezahlt, also umgerechnet ca. 8€, und das war ein mehr als fairer Preis für ein Zimmer mit Doppelbett, angeschlossenem Bad und in einer ruhigen Lage! Es war klein und gemütlich, und ich habe mich gleich beim Eintreten wohlgefühlt. Wir lagen schnell im Bett, weil wir uns beide nicht so gut gefühlt haben, und das Nickerchen wirkte Wunder, sodass wir uns dann entspannt auf die Suche nach einem Abendessen machen konnten. Es gab an der plaza, am „Hauptplatz“ der Stadt, am Straßenrand einen Hotdogstand, und die Leute dort haben gleich alle Stühle freigeräumt und zurechtgerückt, damit wir es gemütlich haben. Es hat wie aus Eimern geschüttet und wir haben uns ganz wohlgefühlt unter dem kleinen Dach aus Plastik, während um uns herum die Welt unterging. Das Fastfood war sehr lecker und auch nicht allzu teuer. Die Leute zu beobachten, die den Stand betrieben, wie sie miteinander und den Kunden umgegangen sind, wie sie gescherzt und ihre Arbeit gerne gemacht haben – das alles hat dazu beigetragen, dass es ein schöner Abend wurde. Wir haben die ganze Szenerie eine Weile auf uns wirken lassen und sind dann zurück ins Zimmer gewandert, um auszuschlafen für den nächsten Tag.

Vielleicht ist es jetzt übrigens mal an der Zeit, zu erwähnen, dass Angel mittlerweile nicht mehr nur ein Freund ist, sondern mein Freund. Einige haben sich das vielleicht schon gedacht, aber ich wollte es trotzdem nochmal für’s Protokoll festhalten 😉

Am nächsten Tag sind wir „früh“ aufgestanden. Ich setze das in „Tüddelchen“, weil er -sagen wir mal so- Schwierigkeiten damit hat, morgens aus dem Bett zu kommen und ich jemand bin, der in der Regel direkt mit dem Weckerklingeln die Beine aus dem Bett schwingt und ich es auf Reisen zusätzlich gar nicht erwarten kann, auszukosten, was der Tag so für mich bereithält. Nachdem wir es dann soweit geschafft hatten, dass wir die Füße vor die Tür setzen konnten, haben wir uns in einer kleinen tienda (Kiosk, Allerlei-Laden) ein Frühstück organisiert und sind dann durch die Straßen Chinácotas gewandert. Einfach so, ziellos hin und her, rauf und runter – ich mit meiner Kamera in der einen Hand und mit meiner anderen in seiner. Auf der plaza habe ich gesehen, wie ein Mann einem anderen die Schuhe putzte – beide lächelten, unterhielten sich angeregt und waren vertieft in diese Situation. Das gefiel mir so gut – weil es so menschlich war. Nicht irgendeine Maschine erledigt Arbeit, sondern ein Mensch, und mit diesem kann man sich „verbinden“, durch Worte und Gesten und Mimik. Als ich fragte, ob ich ein Foto machen könnte, lächelten beide, nickten und wollten wissen, in welchem Land ich sie denn berühmt machen wolle.

Die Stadt schmiegt sich zwischen Berge und es ist überall viel Grün zu sehen, manchmal als Unkraut am Straßenrand, manchmal als ein kleines Beet in einer Gasse, manchmal als Park … Die Häuser sind teilweise neu, teilweise alt und oft auch zerfallen. Ich fand die Stadt gerade deswegen total charmant und habe mich sehr wohlgefühlt, weil es so viel zu schauen und entdecken gab und mir nicht irgendetwas „perfekt touristisches“ präsentiert wurde. Werbung, kleinere Anzeigen oder Verkaufs-/Vermietangebote waren einfach auf Wände gepinselt und an vielen Türen oder Fenstern der Häuser waren kleine Kreuze oder Blumensträuße angebracht, um zu zeigen, dass dort gläubige Christen wohnen. Ich fand alles sehr authentisch und lebendig.

In Chinácota fand im Oktober 2015 el primer encuentro internacional de muralismo y arte público (Erstes internationales Treffen der Wandmalerei und öffentlicher Kunst) statt, bei dem viele wunderschöne Wandgemälde entstanden sind, die verschiedene Mauern in der ganzen Stadt zieren, und Geschichten erzählen. So etwas ist für mich ein Paradies, ich liebe Wandmalerei und kann mich gar nicht sattsehen daran. Ich hab so viel durch meine Kamera geguckt, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Die Bilder stelle ich an das Ende des Posts, es sind so viele, dass sie zwischendrin stören würden und ich möchte, dass ihr diesen Post UND die Fotos genießen könnt.

Einer meiner Wünsche war aber auch, einen mercado zu besuchen, den ich im Vorbeifahren gesehen hatte, als ich mit der Familie schon 1x durch Chinácota durchgefahren bin. Das haben wir auch gemacht und der Besuch dieser typisch kolumbianischen Markthalle war echt spannend. Ich wurde natürlich neugierigst beäugt, weil ich auffalle mit meiner piel de leche, wie ich meine helle Haut oft scherzhaft bezeichne, aber alle waren freundlich zu uns. „A la orden?“,  also in etwa „Zu Diensten!“ oder „Wie kann ich Ihnen helfen?“ schallte uns von überall her entgegen. Ich war froh, dass Angel dabei war und ich ihn alles mögliche fragen konnte: Was ist das für eine Frucht? Was für Saft ist das? Wie bereitet man dieses Gemüse zu? Ist das ein guter Preis? Was macht der Mann dort? Wieso sieht das so aus? Tausend Fragen, und ich habe es so genossen, einfach mal Reisende zu sein! Ganz lebendig habe ich mich gefühlt.  Im mercado haben wir dann auch eine Begegnung der besonderen Art gehabt – eine Minikatze hat es mir angetan, sie hat sich streicheln lassen, hat mit uns gespielt und war ganz tapsig. Die Frau, an deren Stand sie lebte, hat uns erklärt, dass die Mutter nicht mehr lebt und sie sich um sie und all ihre Geschwister gekümmert hat – diese Kleine war die letzte, die sie noch nicht unterbringen konnte. Ob ich sie nicht haben wollen würde? Na, ich konnte mir das Gesicht von Renzo und Renata vorstellen, wenn ich mit einer Babykatze im Gepäck heimkäme 😉

Nachdem wir den Vormittag durch die Straßen wandernd verbracht hatten, haben wir, zurück in der Pension, noch ein Mittagsschläfchen gehalten (habe ich schon erwähnt, dass Angel gerne schläft?), und wir sind eine Stunde zu spät zum Checkout bereit gewesen. Aber auch hier macht sich die kolumbianische Mentalität bezahlt. „Macht nichts“, sagte der Verwalter, als wir die Schlüssel zurückgaben und uns entschuldigten, und schüttelte den Kopf, als wir fragten, ob wir extra bezahlen müssten. Wir ließen unser Gepäck bei ihm in seiner tienda und wanderten gepäcklos weiter durch die Straßen. Bevor wir gegen 17 Uhr unseren Bus nach Hause nahmen, haben wir noch für 10.000COP (~4€) Mittag gegessen und anschließend in einem kleinen Laden die Spezialität Chinácotas genossen: fresas con crema, Erdbeeren mit Sahne. Soo lecker! Wir haben unsere Lieblingslieder gesungen, auf Spanisch erzählt (ich übe fleißigst mit ihm und fühle mich viel wohler mit der Sprache) und sind dann entspannt zur plaza gewandert, um den Bus zu besteigen. Die Fahrt nach Hause war viel entspannter, weil wir ganz vorne neben dem Fahrer sitzen konnten und es nicht so geschaukelt hat.

Zurück in Cúcuta haben wir uns für ein paar Stunden getrennt, örtlich gesehen natürlich nur, und später hat Angel mich abgeholt, um mich auf eine Semester-Abschlussfeier eines seiner besten Freunde mitzunehmen. Der hatte Angel eingeladen und extra betont, er möge mich doch bitte mitbringen. Nun ist es ja so, dass die Kolumbianerinnen es (meiner Meinung nach) gerne mal übertreiben, was die Outfits angeht und das einfach nicht mein Stil ist, mich so aufzubrezeln. Ich wollte erst in Jeans und Top gehen (was ja auch schick sein kann), aber dann habe ich mich umentschieden und mich in mein einziges schickes Kleid geworfen – das viel strapazierte kleine Schwarze. Ich dachte, das ist mal eine Gelegenheit, bei der nichts schiefgehen kann mit einem schicken Kleid – es würde vermutlich nicht mal auffallen, da ich im Vergleich zu den Kolumbianerinnen sehr schlicht auftreten würde. Angels Blick, als er mich gesehen hat, war dann jedenfalls Gold wert 🙂 Ich hab mich so gefreut, dass er sich so gefreut hat und offensichtlich fand, dass ich gut aussah – und er war natürlich ebenfalls sehr schick … Ich gehe gerne mit ihm weg, weil er so richtig gut aussieht in seiner „dressing up“-Kleidung! Sein Freund war dann sehr nett zu mir, hat mich tausend Dinge gefragt und mir im Laufe des Abend tausend Dinge erzählt – seine Erzählfreude stieg proportional zu seinem Alkoholkonsum 😉 Angel und ich tranken beide nicht, amüsierten uns aber prächtig. Wir konnten nicht tanzen, weil der DJ unfähig war, ordentliche Musik aufzulegen und sinnvolle Übergänge zu schaffen, aber wir machten Sitztanz, stießen mit Wasser an und beobachteten fasziniert, wie sich im Laufe der Nacht mehr und mehr Leute in den in der „Location“ vorhandenen Pool schmissen. Als ich allen erklärte, es sei ganz wichtig, sich beim Anstoßen in die Augen zu schauen, weil sonst 7 Jahre schlechter Sex drohen würden, gab es einen Aufstand und alle, wirklich alle, egal wie betrunken, gaben sich plötzlichst größte Mühe, klar geradeaus in irgendein Augenpaar zu schauen, bevor sie einen weiteren Schluck nahmen …

Als wir gegen Mitternacht nach Hause gingen, war ich sehr glücklich, denn dieses Wochenende war einfach so perfekt. Nicht nur, weil es ein Wochenende mit ihm war, sondern auch, weil ich endlich mal etwas mehr gesehen habe als die Straßen, Gebäude und den Himmel in Cúcuta. Mehr davon sollte es das nächste Wochenende geben … aber davon erzähle ich euch in der nächsten Maus in einem der folgenden Posts! 🙂

Ich hoffe, euch hat dieser Post gefallen und ich freue mich über eure Kommentare, Anregungen und Meinungen!

Un abrazo fuerte! 🙂 ❤

 

Sommer, Sonne, Sonnenbrand …

… und das perfekte Mittel dagegen!

Hallo ihr Lieben,

wie ich hörte, kommt der Sommer jetzt auch endlich nach Deutschland! Mit der unerwarteten Hitze durch die Sonne kommt auch oft der unbeliebte und teilweise sehr schmerzhafte Sonnenbrand. Einige machen sich vielleicht nichts daraus, ich finde ihn unangenehm bis gefährlich und nehme das Eincremen meiner Haut sehr ernst. Wenn sich bei euch wie bei mir trotz aller Vorsicht eine Rötung zeigen sollte, gibt es ein tolles Mittel dagegen, dass ich hier direkt auf dem Balkon habe: eine Aloe Vera-Pflanze 🙂

Aloe Vera gehörte schon bei den Ägyptern in den Heilmittel-Schrank, da sie bei vielen verschiedenen Wehwehchen hilft. Äußerlich anwendbar ist sie hilfreich bei der Regeneration der Haut und spendet viele verschiedene Inhaltsstoffe. Zum Beispiel unterstützt sie bei der Wundheilung – die soll mit Aloe Vera 8x so schnell gehen wie ohne und sogar Verbrennungen heilen mit Unterstützung dieser Wunderpflanze wohl oft narbenfrei ab. Auch bei Kratz-, Schnitt- oder Bisswunden unterstützt der Saft der Aloe Vera die Heilung. Aufgrund ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit wird sie oft „Königin der Heilpflanzen“ genannt. ♕

Das habe ich mir zu Nutzen gemacht, als meine Haut verbrannt war vom Schwimmen – ich habe mir einfach ein Aloe Vera-Blatt abgezupft und mir den dickflüssigen, gelben Saft direkt aus dem Blatt auf die roten Hautstellen aufgetragen. Erst fühlt es sich etwas komisch an, aber es hilft total. Das Auftragen habe ich mehrmals wiederholt und innerhalb eines Tages waren die Rötungen abgeklungen. Tatsächlich eine Wunderpflanze 🙂

Man sagt, dass schon Kolumbus mit seinem „Arzt im Blumentopf“ auf Seereise gegangen sein und dass auch Alexander der Große durch die Behandlung seiner Krieger mit Aloe Vera erhebliche Vorteile gegenüber den gegnerischen Heeren gehabt haben soll.

Aloe Vera-Pflanzen gibt es, soweit ich weiß, in Baumärkten und Blumenfachgeschäften und sie sind relativ pflegeleicht. Ich habe noch nichts erlebt, was so schnell und sicher gegen Sonnenbrand hilft – und ich bin häufig verbrannt, da ich leider eine sehr empfindliche Haut habe. Also, worauf warten wir noch? Ziehen wir in die Schlacht gegen Sonnenbrand und Schmerzen! HUH! (Schlachtruf 😉 )

Bäume pflanzen durch Suchanfragen?

Hallo liebe Lebensmaler,

hättet ihr gedacht, dass der Energieverbrauch einer einzigen google-Suchanfrage genauso hoch ist wie der einer Energiesparlampe in einer Stunde? Einer einzigen Anfrage! Das ist echt unglaublich! Diesen hohen Energieverbrauch verursachen die Rechenzentren, die die Anfrage speichern, analysieren, bearbeiten und verwalten und innerhalb einer Sekunde Abertausende von Ergebnissen liefern. Rechenzentren verbrauchen 1.5-2 % des weltweit erzeugten Stroms. Um seinen Stromverbrauch von zwei Tagen zu stillen, braucht das Rechenzentrum eines bestimmten Softwareherstellers mit Sitz in Baden-Württemberg so viel Diesel, wie er auch 13 Dieselmotoren mit 29 Megawatt antreibt. 29 Megawatt Strom würden für 20.000 Haushalte ausreichen!  (Quelle)

Ich finde das enorm und bin ein bißchen erschrocken darüber, wie sorglos ich in dieser Hinsicht bis jetzt mit dem Internet umgegangen bin – hier mal was geguckt, da was recherchiert – und eine Unmenge an Strom „im Vorbeiklicken“ verbraucht habe! Jetzt weiß ich Bescheid und möchte euch eine „grüne Alternative“ zu google vorstellen, die ich seit einigen Tagen nutze. ecosia_logoDiese Alternative heißt „Ecosia“ und wurde Ende 2009 ins Leben gerufen. Ecosia gibt an, seine Server mit Ökostrom zu betreiben und außerdem Zertifikate zur Klimakompensation von verschiedenen Klimastiftungen zu kaufen, die das Geld in verschiedene Projekt zur Klimakompensation investieren. Zum Beispiel gab es Kooperationen mit dem WWF und mit „The Nature Conservancy“, in deren Rahmen bestehende Wälder geschützt oder aufgeforstet werden. Einen bestimmten Anteil des Überschusses ihrer Einnahme durch Werbung (80%, so habe ich es verstanden) spendet Ecosia an Kooperationspartner und deren Projekte. Genaueres findet ihr hier oder unter https://www.ecosia.org/. Ich habe Ecosia als meine Startseite und Standardsuchmaschine eingestellt und habe seitdem schon geholfen, 56 Bäume zu pflanzen! Ich finde das ziemlich cool und bemerke auch keinen Unterschied in den Suchergebnissen. So sieht das dann aus:

eco

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr in Erwägung ziehen würdet, auch von google zu Ecosia zu wechseln, denn für euch persönlich ändert sich nichts, ihr bekommt eure Suchergebnisse in gewohnter Schnelle und „Qualität“, aber ihr unterstützt (lebens)wichtige Projekte und schützt die Umwelt. Erzählt gerne auch euren Freunden davon! Selbst, wenn ihr nicht wechseln solltet, hoffe ich, dass ich euch mit diesem Artikel ein bißchen sensibilisiert habe, was Suchanfragen etc. angeht 🙂

Ich bin gespannt, was ihr davon haltet!

 

Alte Erinnerungen und neue Eindrücke

Hallo liebe Lebensmaler,

ich bin mal wieder krank … Ich weiß auch nicht, wie ich es schaffe, sämtliche Krankheit während der Ausbildung in die Zeit der praktischen Ausbildung zu legen. Ehrlich, ich war in den 3 Jahren Ausbildung fast nie krank und jetzt ständig Wochen am Stück. Diesmal liege ich mit Kehlkopfentzündung flach. Für ein Plappermäulchen wie mich natürlich in zweierlei Hinsicht ziemlich anstrengend – kein Schlaf (wegen Husten) und kein Sprechen (wegen Reizung). Und der Arzt sagt, bis zu 4 Wochen kann sich das hinziehen! Man steh mir bei, dass es sich in kürzerer Zeit abhandeln lässt. Die Worte, die ich nicht sprechen kann, scheine ich hier zu digitalem Papier zu bringen …

Gestern war ich spazieren, denn der Arzt sagt, die frische Luft ist trotz der Kälte gut für meine zerschundene Kehle. Ich habe beschlossen, es auszunutzen, dass ich wieder auf dem Dorf bin und bin in den Wald gefahren, um dort umherzuwandern. Früher sind wir dort mit dem Kindergarten auch immer gewesen in unseren Waldwochen, und zwar im „Klettertal“. Es war für uns genau so verwunschen, wie es sich anhörte. Riesige Bäume, unüberwindbare Felsen, steile Hänge, verwunschene Ecken. Wir versteckten uns, wir rutschten, siebten Gold, wir kletterten und rannten, fielen und standen wieder auf. Es war so cool. Und wir erzählten uns Geistergeschichten, da über „unserem“ Klettertal der Wohldenberger Turm aufragte und es für uns glasklar war, dass es dort nachts spukt. Logo! Wir schmiedeten sogar Pläne, nachts die Geister anzuschauen, aber so richtig getraut haben wir uns dann doch nicht. Auf dem Weg dorthin sind wir immer am „Blitzbaum“ vorbeigekommen. Uns in diesem Skelett eines vom Blitz zerschlagenen, ausgehöhlten und verrußten Baumes zu verstecken gehörte genauso zu unseren Besuchen im Wald wie das Versammeln auf der „Baumbank“, die heute leider total zugewachsen und verrottet ist.

Gestern habe ich mir all diese Plätze meiner Kindergartenzeit angeschaut und ich fand es richtig schön, wieder im Wald zu sein. Dort verbringt man einfach zu wenig Zeit. Und magisch sehen einige Plätze immer noch aus – das Licht änderte sich ständig und ich war fasziniert von der Vielfalt an Fotomöglichkeiten, die sich mir bot. Unten seht ihr eine Auswahl!  Wie steht’s mit euch – wie oft seid ihr im Wald? Seid ihr gern dort, ist „euer“ Wald weit weg oder nah dran? Was für Abenteuer habt ihr dort vielleicht in eurer Kindheit erlebt?

Sonnenspaziergänge

Hallo liebe Lebensmaler,

im Winter kann es schnell passieren, dass sich meine Laune dem Wetter anpasst: grau in grau – kein schönes Gefühl! Als gestern endlich mal die Sonne ihre goldenen Strahlen Richtung Erde schickte, habe ich die Chance ergriffen und einen Spaziergang unternommen. Die Sonne schien, es war im Vergleich zu vorher warm und bunt draußen, die Menschen lächelten und das Beste: es roch nach Frühling! Oh, wie ich diesen Geruch liebe. Ich habe mich auf einer Bank niedergelassen und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen – die allerbeste Medizin gegen das graue Gefühl. Hier jetzt auch ein bißchen für euch – rezeptfrei und kostenlos und mit wunderbaren Nebenwirkungen! 🙂

Ferien in Faßberg

Hallo liebe Lebensmaler 🙂

In meinen Sommerferien habe ich einem Impuls folgend ganz überraschend meinen Onkel plus Familie in Faßberg besucht. Faßberg liegt im Landkreis Celle, ca. eine Dreiviertelstunde von der Stadt Celle entfernt. Rundherum liegen Orte mit den witzigen Namen Müden, Hermannsburg und Wietzendorf, und zu finden sind diese Ortschaften in einer ländlichen Idylle aus Wald, (Lüneburger) Heide und wahlweise blauem oder grauem Himmel.

Außerdem gibt es in Faßberg den Truppenübungsplatz Munster. Da dort mein Onkel und mein Cousin arbeiten, durfte ich mir ihre Wirkungsstätte mal aus der Nähe ansehen. Mein Cousin ist z.B. dafür zuständig, „Kulissen“ aufzubauen, auf die die Panzer dann aus verschiedenen Entfernungen zielen. Von einem alten Bunker aus ließ ich meinen Blick schweifen:

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Blick vorbei am Bunker.

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Meterdick sind die Bunkerwände, um vor Angriffen zu schützen.

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Gekonnt düster setzt sich der Truppenübungsplatz in Szene.

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Unendliche Weite.

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Ein kleiner Lichtblick am Fuße des Bunkers.

Namensgebend für Faßberg war der … ihr habt es erraten: der Faßberg, der seinen Namen eigentlich nicht verdient, denn er ist bescheidene 92m hoch und ich hatte das Gefühl, man hat die Stelle für das Gipfelkreuz ausgewürfelt. Trotzdem ließ es sich wirklich schön durch die Heide wandern, zumal der Wind die dunklen Wolken weggepustet hat und die Sonne dem Wind die Schärfe nahm. Nicht nur Heidegewächse lieben den Boden hier, sondern auch andere Gräser und Blumen wachsen in die Höhe. Was in Frühling und Winter trost- und leblos erscheint, erwacht in Sommer- und Herbstmonaten zu lila Leben: tausend Heidekrautgewächse entfalten ihre violette Pracht und verwandeln die Landschaft in einen leuchtenden Teppich. Damit Gräser, Blumen und auch Jungbaumpflanzen nicht Überhand nehmen, grasen Heidschnucken diesen Teppich ab und halten ihn so sozusagen „sauber“. Auch Kiefern und Birken wachsen in der Heide gerne und viel. Durch diese Umgebung wandernd konnte ich plötzlich die ständige Sehnsucht meiner Oma nach der Heide verstehen.

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Leuchtende Heide mit Gräsern – ein wunderbarer Kontrast.

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Mein liebstes Motiv.

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Das Gipfelkreuz ist ein schönes Motiv an sonnigen Tagen.

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Ein einsames, violettes Büschel …

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Nach dem Spaziergang durch die Heide fuhren wir durch viele kleine Orte und erreichten schließlich den nördlichen Rand des Naturparks Südheide. Dort befindet sich der Heidesee, in dem bis zum Ende der 60er Jahre Kieselgur abgebaut wurde. Jetzt ist es dort möglich, zu angeln, am Ufer und durch die umliegenden Wälder zu wandern und auch Sand wurde aufgeschüttet, sodass bei schönem Wetter gebadet und sich gesonnt werden kann.

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Blau-sandfarbenes Wasser mit Windmuster …

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Danach fuhren wir noch eine ganze Weile durch Kiefernwälder, bis wir zum „Angelbecks Teich“ kamen. Hier wuchs eine Unmenge an Heide, bis das Gebiet im 19. Jahrhundert aufgeforstet wurde. Die trockenen Kieferwälder sind jedoch äußerst brandgefährdet und 1975 wüteten hier Flammen, die sich den Baumbestand vollständig einverleibten. Zusätzlich zu der nach dem Waldbrand wachsenden Heide wurde ein Löschteich angelegt, der heute als Angelsbecks Teich ein gerne besuchtes Erholungsziel darstellt. Unsere Familien sind hier anscheinend schon spazieren gegangen, als ich noch klein war – daran habe ich keinerlei Erinnerungen, aber den See fand ich dennoch schön: schiefergraues Wasser mit vom Wind hineingefurchten Mustern, leuchtende Blumen und Heidekraut drumherum … irgendwie verwunschen und gleichzeitig gemütlich. Vereinzelt standen Liegen bereit, auf denen man sich niederlassen konnte, wenn man die Szenerie länger betrachten oder mit geschlossenen Augen die Stille oder Geräusche der Natur aufnehmen wollte.

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Ich bin viel spazierengegangen und habe die Weite genossen, die die Landschaft so wunderbar zeigte. Alles habe ich in den zwei Tagen, die ich dort oben war, natürlich nicht gesehen. Wir sind an vielen Mühlen vorbeigefahren, alten Fachwerkhäusern, Höfen und Teichen, Seen und Waldgebieten, die ich hoffentlich beim nächsten Besuch näher unter die Lupe nehmen kann.