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Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

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Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

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Kolumbien, du wirst mir fehlen!

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Aventuras Nuevas – Why I Sometimes Hate It Here – Stuff I Need To Get Off My Chest

First of all I need to tell you how grateful I am for the ’save and edit later‘ function on here because if I had posted right away what poured out of my poor heart and soul yesterday night – or actually last morning at 1am – this post would have been quite disturbing for some of you.

After an average day of a few good and a few bad moments it all came tumbling down around midnight. Right after waking up in the morning I had to deal with a text from home which unfolded into an argument and in the course of the day into something huge and time consuming. This had me start my day off with a heart beating an uncomfortable rhythm of anger and frustration.

Later in the morning a woman came around to visit (she was someone who knew someone who knew someone of my hostmum’s family) and while she greeted me with the obligatory kiss on the cheek and „Hola, cómo está?“, in the course of the conversation with my hostmum she kept talking about me right in front of me. I was there to listen to her talk about me. The fact that she did it and the way she did it made me feel inferior and invisible.

In the park when Anja and I wanted to enjoy our drumming session on the blue plastic chairs the owner of the kiosk there had the nerve to approach us and take Anja down from the chair without my permisson and tell me in Spanish why he thought it was a bad idea to put her there. I was RIGHT THERE in front of her and he thought she wasn’t safe and I was doing the wrong thing. I felt so indignant and thrown off my guard – but at the same time I felt speechless.

I had noticed that I felt more tense with the girl for a couple of days and couldn’t tolerate as well as before some things she did. I felt really stressed for reasons I couldn’t put my finger on, which stressed me even more. I tried to push it away and shrug it off. Until last night when I suppose my guard was down and I was tired and I had felt emotional all day. Everything had been building up inside of me and suddenly all these intense feelings that I hadn’t allowed myself to feel before washed over me and I couldn’t breath and there was no other thing I could do than burst into tears. I couldn’t hold in any longer and I burst into tears because… sometimes I hate it here.

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That process of bursting into tears started with Angel suggesting that we start speaking more Spanish when we text so I could practice. He said I was in a comfort zone with the mum speaking German and him speaking English. I never speak Spanish in front of him, just about „class things“, and even that I dislike. I couldn’t figure out exactly why but at his suggestion last night, everything in me screamed „No, please, not you, too!“
There are a couple of other people that I text with who can speak only Spanish. Everytime I receive a text from them I feel like I’ve just been given a huge task. I need to look up every second word to understand what they say, and then I have to think about what I want to reply, and then think about how I can say that in Spanish in a non-complicated way and then I need to look up verb forms and words and hope I get the meaning right and put everything in the right order when I compose my sentence. It’s work, it’s bloody hard work, and I still can’t say exactly what I want and feel. Also I still make mistakes after putting so much effort into my answer. It’s so frustrating and it feels like I’m on a test, not like I’m chatting with a friend. It makes me feel really awful and lonely.

However, with Angel I’m really comfortable and he’s become a close friend, considering what I told him about me in the amount of time we’ve known each other. I trust him like I trust my friends at home and we joke easily, like friends who have known each other for a long time do. He has more of an idea of my personality than anyone else here seeing that I can be more of myself with him than with any other person. Because he’s a friend, not an employer or outstander or shop assistant or whatever. Sometimes he’s my teacher (and I’m his) but most of all we’re friends.

So when he suggested speaking more Spanish, I felt my friend turn into a teacher in our „spare time“, too, and I don’t want any more pressure on me, having to speak Spanish. By starting to watch my language, too, like everyone else constantly does, he will take away something from me that I need more than learning a bit of Spanish grammar or words. It’s hard enough not being me during the day when I have to deal with people who don’t understand me (language and personality wise) and when I can’t express my feelings in a proper fashion, so when I talk to a friend I want to do it without having to think about every word in every sentence. Also there is a difference in conveying feelings – in Spanish I write bare sentences without (my real) feelings most of the time. In English I know how to express annoyance or anger, joy or interest, zest or excitement. I know how to be caring and helpful, cheesy and sneaky and funny and witty. I Spanish I don’t and therefor I am not any of these things.

So his offer (even though coming from a good place) pushed me over the edge of the emotional cliff I’d been balancing on all day. Because I am definitely not in a comfort zone. The mum is an employer, even though we get on really well. It’s still different to chatting with a friend though. The people I speak to daily are not friends. They don’t get me and collectively, they make me feel horrible and stupid and hate the language and the idea of coming here and they make me miss my friends so badly and also they make me want to go home. So after pouring my heart out to poor Angel (bless him, he dealt with me really well) and saying goodnight I kept crying it all out and then I felt like writing it all out, too. So, at 1am, I sat in front of my computer, the light of which was blinding my swollen panda eyes (yes, I forgot to take off my make up … and yes, you are allowed to laugh at this image of me squinting my eyes like a granny panda), sniffing occasionally and putting on paper (well, screen really) everything that I couldn’t and didn’t want to hold inside.

So, if you are interested in how I felt at the dead of night yesterday, you are most welcome to read on (the italic part at the end of the post). Bear in mind that these are unreflected thoughts of the tired, emotional, annoyed and lonely part of my being. Today I have still been very emotional and a bit quite embarrassed by my outburst with Angel, but I had time to reflect on what I’m feeling and why I’m feeling it and everything you’ve read up to here is the result of my thinking. So if you’d rather not read on and spoil the impression it’s fine as well.

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Thank you for bearing with me on this (emotional) rollercoaster that is my life at the moment. I’m still adjusting to everything here and it’s tough – though according to Angel I’m too Colombian already a veces. Well, I don’t know about that …

Un abrazo grande! xx

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I sometimes hate being here because I don’t have any friends. I cannot be myself because I’m lacking the language. I feel like there are people looking down on me and think that I am stupid just because I can’t understand them or voice my opinion. They think I don’t have an opinion when all I’m actually missing are the words to voice it. I hate it that I can’t buy myself clothes that fit. I hate being dependent on other people to tell me things or drive me somewhere or to deal with stuff I’d be able to deal with on my own at home. People think I’m inferior because I look different and can’t speak their language, so they think it’s okay to speak about me while I’m right in front of them. They think it’s okay to point their fingers at me or stare at me like I’m an object in a museum. They think it’s okay to want to take pictures of me with their kids because I’m obviously a rarity. And they think it’s okay to take pictures of me without my consent because I can’t object in their language. They think it’s okay to call me names and they also think it’s okay to stare at me like I’m a piece of something on a market table they can choose and take home. And you know what? They also think I am not responsible and taking care properly. They think because I’m doing it differently from the way they do it I’m not responsible and caring and loving and basically not doing it right. And it hurts. What these people keep forgetting is that I am a person with feelings and perception like anyone else. I may not completely get every single word they say but I get what they say about me when they think I don’t. I hear them talking about me and I see them looking my way and whispering to their friends and pointing their fingers at me. I feel their disapproving stares behind my back when they think I can’t see and I hate it when they come over to me and tell me what to do in a voice like I’m stupid and not capable of doing anything. I hate it when they snigger with their friends and colleagues behind my back and exchange glances like I can’t see that. These people make me hate being here and hate the language and regret the idea of coming here and want to go home. And I’m not in a comfort zone. At all. It may look like I am but I am not. I don’t have friends here and I’m missing them. I miss talking about big and small things that move our worlds and that we can share, and meeting to go for a walk and being able to stay home because I want to, not because I don’t have anywhere else to go. I miss being able to just trust someone. I hate the time difference because when I get up my friends’ days are halfway done and it feels like I can’t share anything with them … or anyone. I hate it because I feel lonely and misunderstood.

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Breakup Playlist

Hallihallo liebe Lebensmaler!

Als ich mir die Fragen für die Liebster Award-Frageliste ausdenken musste, habe ich den Nominierten die Frage gestellt, welche 5 Songs auf ihrer Breakup- bzw. Trennungsplaylist stehen. Musik ist bei mir in jeder Lebenslage extrem wichtig und ich finde, es tut gut, mit bestimmter Musik die gute Laune noch zu steigern oder sich zu bestimmten Songs so richtig schön gehen zu lassen, wenn es einem beschissen geht. Sich ordentlich in die Trauer hineinzusteigern und zu heulen wie ein Schlosshund kann genauso befreiend sein wie alle negativen Gedanken abzuschütteln und sich auf das Single-Sein zu freuen – und am besten geht das mit den richtigen Songs im Hintergrund. Ich hab mal überlegt, was bei mir so läuft, wenn’s mir mies geht. Tadaaaa – meine nicht vollständige Playlist (klickt auf die Bildchen, um zum Song zu gelangen 🙂 )!


garyallan

oasis

philcollins

arminvanbuuren

kinagrannis

kinagrannis2

coldplay

sum41

jamesbluntscouting for girlsjasonderulobeyoncethekillersboyslikegirls

 

Und bei euch – was läuft da? Ich bin ja immer auf der Suche nach neuer Musik und freue mich über eure Tipps und Anregungen! 🙂

 

Aus dem Mund von … Bosse

bosse

 

Manchmal trifft man jemanden, der einem anders erscheint als alle anderen, bei dem man sich anders fühlt als bei allen anderen und der einem das Gefühl gibt, alle anderen sind eh unwichtig. Alles passt – von der Größe und dem Klamottenstil über den Humor, das Lachen und die Stimme bis hin zu unerwartet gemeinsam geliebten Songs und geteilten Ansichten auf das Leben, und auch die kleinen Dinge, die einen bei anderen stören würden, sind plötzlich liebenswert und besonders. Ich sage man – und meine mich. Alles passte – außer der verfi Zeitpunkt, zu dem wir uns begegnet sind. Wir wollten, dass es funktioniert, da bin ich sicher. Beide wollten wir das. Lange, lange, lange haben wir das versucht und es gab so schöne Momente, an die ich immer noch denke und die mich traurig werden lassen, dass es doch nicht funktioniert hat. Irgendwas kam dazwischen, und zwar immer und so lange, bis bei uns beiden einfach das Gefühl abgeklungen ist, besonders bei mir – über ihn kann ich nur Vermutungen anstellen. Das Wörtchen „wir“ bestand nicht mehr aus wohligem, kribbeligem, erwartungsfrohem Gefühl, nicht mehr aus Grinsen und Herzklopfen und Freudestrahlen, nicht mehr aus sich-besonders-fühlen und auch nicht mehr aus Hoffnung und Zuneigung, sondern da war einfach nur noch das Gefühl, fortlaufend enttäuscht zu werden oder ständig vorgehalten zu bekommen, den anderen enttäuscht zu haben, da war nur noch Resignation und Unverständnis, Trauer und Wut und Zweifel. Rundherum im Kreis ging es bei uns und wir haben nichts gelöst bekommen. Unerträglich wurde das irgendwann, besonders für mich, weil ich meine (Gefühls-)Welt gern geordnet und gesichert habe. Mein Kopf hatte schon lange begriffen, dass es sinnvoller wäre, einen Schnitt zu machen, aber mein Herz … das hat’s nicht so mit sauberen Schnitten. Ich mochte ihn doch so gerne!

Der Song „Steine“ von Bosse führte mir vor Augen, dass sich manchmal der richtige Mensch in unser Leben schiebt, wundervoll und einzigartig und perfekt – es aber bei einem flüchtigen Aneinandervorbeischieben bleibt, weil der Zeitpunkt der falsche ist. „Was wär‘, wenn wir uns zwischen Steinen fänden?“ – Zwischen Steinen und Staub, Schutt und Asche, mitten in einer Situation, an einem Ort im Leben, in dem ein Verweilen nicht möglich ist, weil beide so viel damit zu tun haben, Ordnung in ihr jeweiliges Leben zu bringen. Jeder ist so mit sich selbst beschäftigt, dass kein Platz ist für den anderen mit seinem eigenen Scherbenhaufen von Leben, seinen Wünschen und Bedürfnissen. Und dabei wünscht man sich nichts mehr als jemanden, der dableibt und einen unterstützt bei dem ganzen Schrott, der passiert, der gemeinsam mit einem alles zusammenkehrt, sortiert und ordnet, schimpft und flucht und weint und danach einfach weitermacht mit dem Aufräumen.

Es klingt ein klitzekleines bißchen dramatisch, aber er und ich haben uns, glaube ich, zwischen Steinen gefunden – auf unseren jeweiligen Lebensbaustellen, die nicht zusammenlegbar sind. Also müssen wir uns wohl getrennt die Hände und Gesichter schmutzig machen, auch wenn das Herz schmerzt und die Augen brennen. Ich kann einfach nur hoffen, dass wir uns irgendwann nochmal begegnen und dann die Berge von Geröll und Steinen abgetragen sind, sodass wir neu starten können. Dieser Wunsch, dieser Gedanke, dieser Wunschgedanke trägt mich momentan durch die Tage. Ich bin immer noch am Verarbeiten und Verstehen und Damit-Klarkommen – das Schreiben hier auf dem Blog hilft mir sehr dabei, meine Gefühle in Worte zu fassen und ich bitte euch: seht es mir nach, wenn ich hier mein Herz ausschütte.

„Und dann sitz ich auf’m Bett und esse Steine, deine, meine, große, kleine, beiß‘ mir die Zähne aus, wenn ich sie zermalme, ich denk‘, nur so geht es vorbei. Und so sitz‘ ich auf’m Bett und esse Steine, alte, schwere, spitze, feine. Bis ich fertig damit bin, lasst mich alleine, ich denk‘, nur so geht es vorbei. Stein um Stein.“

Bitte lasst mich nicht allein mit meinen Steinen, sondern bleibt bei mir. Irgendwann habe ich alle weggeräumt und es wird bergauf gehen – Stein um Stein.

Alles halb so schlimm

Heute war ich irgendwie am Ende meiner Kräfte. Alles geht schief, alles wächst mir über den Kopf, entgleitet meiner Kontrolle. Und ich war genervt und erbost und hätte heulen können. Dann habe ich einen guten Freund gefragt, ob er mit mir skypen kann, denn irgendwie schafft er es immer, mich zum Lachen zu bringen. Ich hatte Glück, denn er hat sich Zeit für mich genommen.

Erst fragte ich ihn aus, um mich abzulenken, aber schließlich schilderte ich ihm alles, was mich nervte und er lachte. Er lachte und sagte: „Katha, all you need is money. You need money and you’ll be all good.“ Oh-oh. Mich auszulachen, wenn ich eh schon am Rand der Verzweiflung balanciere, ist absolut nicht zu empfehlen. Und sein Vorschlag war ja nun beim besten Willen nicht konstruktiv, sondern legte meine Wunde quasi direkt in Salz ein.

ABER (und das ist wichtig) gleich darauf wurde er ernst und sagte, wir würden eine Liste machen und die Probleme lösen. (Mit Listen kriegt man mich immer.) Und er fasste meine Probleme denn auch ganz kurz und unemotional zusammen:

– kein Auto
– keine Möbel
– keine Ahnung, wie viel Material ich für ein bestimmtes Projekt kaufen muss
– keine Medizin und Vorbereitungen für Tansania
– keine Zeit
– kein Geld

Dann fragte er, wo ich mir ein Auto leihen oder mieten könne. Er fragte, ob ich eine Matratze und Besteck hätte. Er sagte, ich solle Infos verlangen. Er sagte, ich solle losgehen und Medizin kaufen. Er fasste sachlich zusammen, wie viel Zeit ich für was brauchen würde und erklärte, ich hätte noch genug Zeit für alles andere. Und zum Abschluss sagte er: „Katha, in life problems come and problems go. Just get yourself up and start.“ Und ich wollte ihn dafür in den Arm nehmen.

Ich weiß auch nicht richtig, was da passiert ist. Vielleicht lag es daran, dass er alles leichter genommen hat, als ich es nehmen konnte. Er hat sich gar nicht auf meine emotionale Achterbahnfahrt eingelassen, sondern sein Ding durchgezogen. Aber nicht, ohne mir zuzuhören und mich das machen zu lassen, was mir Sicherheit gibt: eine Liste. Ich glaube, das war genau das Richtige, denn hätte er versucht, mich „in echt“ aufzumuntern, also konstruktive Vorschläge gemacht mit der Erwartung, dass ich sie genau so umsetze, dann hätten wir beide irgendwann verzweifelt. Er hat mich zwar ernst genommen, aber nicht überernst, und das brauchte ich. Jemanden, der mir zeigt: „Hey, soo schlimm ist es nicht, und es gibt Alternativen zum in-der-Ecke-sitzen-und-jammern. Das kannst du zwar ’ne Zeit lang machen, und das ist okay, aber dann solltest du weitermachen.“

Ein guter Rat – und danke Skype gar nicht teuer. Aber gute Freundschaft ist ja eh unbezahlbar.

 

Ein Los ziehen

Im Moment geht es mir nicht ganz so gut, hauptsächlich durch Konflikte in der Schule und durch ein Ungleichgewicht von Schule – Arbeit – Freizeit – Freunde. Ich arbeite daran, zwar oft allein auf weiter Flur, aber der Weg ist ja das Ziel, und habe zum Glück immer ein paar Freunde, die mich mit netten Komplimenten aufbauen und mir helfend unter die Arme greifen. Dafür bin ich wirklich dankbar im Grau des Alltags und Gewitterschwarz der Probleme, denn diese Freunde sind die Lichtblicke und bunten Farbkleckser, die mich durchhalten lassen.

Passend dazu bin ich bei gmx auf Grußkarten gestoßen und habe eine Karte heruntergeladen, die ich total klasse fand. Ich hoffe, immer ein paar solcher Lose aus dem großen Lostopf des Lebens zu ziehen und wünsche euch dasselbe.

Aus dem Mund von … Bosse

brokenglassblog

Ich finde diese Stelle aus dem Lied „Kraniche“ von Bosse einfach wundervoll. Zum Einen wird klar, dass nicht alles, was kaputt ist, sofort wertlos ist, zum Anderen zeigt sie auch, dass man in vermeintlich Kaputtem immer noch etwas Schönes sehen und Freude finden kann. Wenn man die Augen offen hält, kann man überall im Leben Schätze finden: glitzernde Diamenten des Alltags und leuchtende Edelsteine des Gewöhnlichen. Dennoch berühren mich diese Worte gerade, weil sie auch auf die Gegenseiten der (im wahrsten Sinne des Wortes) Medaille hinweisen: darauf, dass nicht immer alles, was scheint und glitzert und strahlt, auch wirklich heile und vollkommen ist. Darauf, dass Dinge und Menschen hinter ihrer leuchtenden Ausstrahlung auch zerbrochen und müde, kaputt sein können. Auch hier heißt es, Augen offen halten und vielleicht auch mal die Arme öffnen, um diese Menschen zusammenzuhalten, denn eine solche Geste kann ein Lichtstrahl sein, kann das einzigartige Leuchten zurückbringen, das alle im Umfeld dieses menschlichen Juwels erhellt und erfreut.

Ich wünsche euch, dass ihr ein solcher Lichtstrahl sein könnt und natürlich auch, dass ihr in dunklen Momenten mit Licht und Wärme wieder zum Leuchten gebracht werden könnt.