Tag-Archiv | Willkommen

Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

*
*
*

IMG-20170108-WA0038

Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

colombia

Kolumbien, du wirst mir fehlen!

Stell dir vor …

 

refugeeswelcome

 

Was macht dieser Satz mit dir?

Ich hab den ersten Teil gelesen und in meiner Brust machte sich ein beklemmendes Gefühl breit. Ich werde demnächst auch in einem Land sein, das mir fremd ist, das ich nur aus den Medien kenne, dessen Sprache ich nicht spreche und dessen Bräuche und Sitten mir fremd sind. Ich habe jegliche Unterstützung meiner Freunde und Familie hier und in diesem fremden Land erwarten mich Menschen, die sich auf mich freuen und etwas Gutes für mich wollen. Trotzdem habe ich Angst, bin unsicher und hege Zweifel. Und doch: ich fliehe nicht, ich reise; ich muss nicht weg, ich will. Wie muss es jemandem gehen, der Hals über Kopf aus Angst vor Folter, Verfolgung oder sonstigen Qualen sein zu Hause verlassen muss, teils ohne Gepäck und gewiss ohne Gewissheit, was kommt? Der Stein auf meiner Brust wog plötzlich ganz schwer.

Und dann kam der zweite Teil des Satzes, und mit ihm ein Lächeln auf mein Gesicht – weil er so unerwartet war. Mein Herz konnte wieder schlagen, die Last war irgendwie weg. Willkommen sein – das klingt für mich nach offenen Armen, nach einer warmen Stube, eine dampfenden Suppe auf dem Tisch, nach Interesse und Unterstützung, nach zu Hause und Mitmenschen, die sich kümmern, nach ankommen und ausruhen. Nehme ich das Wort „Willkommen“ unter die Lupe, entdecke ich: es setzt sich zusammen aus zwei Teilen: „Ich will, dass du kommst.“ Und nach einer unsäglich strapaziösen, gefährlichen, endlos scheinenden Reise, während der sich die Reisegefährten Angst, Sorge, Erschöpfung, Schmerz, Trauer und Hoffnungslosigkeit mit gesengtem Kopf im monotonen Stapf-stapf-Rhythmus neben mir herschleppen, kann ich mir nichts Schöneres vorstellen als jemanden, der mich mit offenen Armen empfängt, mir eine Suppe vorsetzt und sagt: „Schön, dass du da bist. Du bist hier willkommen, ich will dass du kommst.“

Stell dir das mal vor …

Meine 4 Wände – Der Flur

Hallo liebe Lebensmaler!

Ich habe bereits im Januar angekündigt, euch meine 4 Wände vorstellen zu wollen, aber das Licht war einfach zu mies zum Fotografieren, sodass ich bis jetzt gewartet habe. Außerdem fühlt es sich jetzt erstens wirklich wirklich wie ein zu Hause an – wenn ich bei meinen Eltern bin, merke ich, dass ich nur auf Besuch bin und möchte wieder „nach Hause“ -, zweitens habe ich ja jetzt auch eine ordentliche Kamera, und drittens muss ich mich jetzt so langsam mal um einen Nach- bzw. Zwischenmieter kümmern! Ich liebe diese Wohnung und Hildesheim und will daher nicht komplett kündigen.

Ich hatte heute frei, habe gründlichen Wohnungsputz gemacht und dann meine neue Kamera ausprobiert 🙂 Die Sonne kam heraus und tauchte meine Räume in goldenes Licht – hach 😉 Die Fotos werden teilweise für die Wohnungsinserate genutzt, aber ich habe auch detailliertere Aufnahmen gemacht, um euch mein zu Hause zu zeigen. Ich stelle euch die Zimmer nacheinander vor, für einen Post wären es zu  viele Bilder. Beginnen wir mit dem Flur!

IMG_7151

Hereinspaziert 🙂 Die Schmuckkette an der Tür habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen. ❤

Rechts an der Wand hängt eine bunte Ansammlung von in 2nd-hand-Läden zusammengesuchten Bilderrahmen. Ich nenne sie meine „Freundeswand“, weil sie zum Großteil meine liebsten Freunde zeigt bzw. Freunde und mich bei witzigen, spontanen, verrückten oder anderweitig prägnanten Situationen. Es sind aber nicht nur Fotos von Freunden zu sehen, sondern auch Bilder von wichtigen Personen in meinem Leben, z.B. von meinem Opa. Noch sind nicht alle Freunde dort erschienen, ehrlicherweise ist zu sagen, dass einige der wichtigsten fehlen – wir reden und reden und reden immer, machen aber nie Fotos.

 

Der Haken an der Badezimmertür trägt viel zu viele Jacken – 4 Stück an der Zahl – und hängt ganz schön durch 😉 Das Bild neben der Tür habe ich schon seit 2013 – es war ein Geschenk von Marieke, die es mir für Australien gemalt hatte, aber dann hat sich das Schicken nicht mehr gelohnt. Ich habe es eine Weile in meinem Zimmer bei meinen Eltern gehabt, aber hier kommt es viel wunderbarer zur Geltung. Meine Schuh-Kommode ist natürlich 2nd-hand-geschenkt. Mal sehen, was ich alles darauf befindet:

Die zwei Kupfertöpfe sind meinem Opa abgeluchst und dienen als Schlüssel- und Portemonnaiehalter, damit ich auch alles wichtige mit einem Handgriff finde. Nicht auszudenken, dass ich mal ohne Schlüssel aus dem Haus gehe! Der Aschenbecher ist zweckentfremdet und verstaut zuverlässig meine Bons.
Die Kerze ist ein Geburtstagsgeschenk meiner Tante gewesen und ich habe mich diebisch gefreut! Ich liebe Kerzen, Lichterketten und sonstiges Lichtergedöns. Sie hat eine Zeitschaltuhr und im Winter habe ich sie immer auf 17h eingestellt, sodass ich heimeliges Licht im Flur hatte, wenn ich aus dem Wohnzimmer oder der Küche kam, ohne dass ich an etwas denken musste.
Die Tasche, die ihr im Hintergrund lehnen seht, ist ebenfalls ein Geschenk von Marieke. Sie war wie ich in Tanzania (oder vielmehr, ich war wie sie dort, weil sie zuerst gereist ist) und hat dort dieses Täschschen erstanden. Es wurde von einer Organisation hergestellt, die sich gegen die Beschneidung von Frauen stark macht. Die kleinen Perlen stellen das Logo der Organisation dar.
Das Schälchen mit Zettelchen ist meine „Glückskeksschale“ – meine Besucher dürfen sich immer bedienen und ziehen witzige, ironische oder Mutmachsprüche daraus, die sie mitnehmen dürfen.
Und zum Schluss die alte Lamellentür, die ich eigentlich aufhängen wollte. Dann gefiel es mir so aber auch gut – ich nutze sie als Postkartenhalter und es freut mich so sehr, dass sich seit meinem Einzug einige Karten angesammelt haben – ich liebe Post! Außerdem hängt an ihr eine kleine Tasche, die ich aus Tanzania mitgebracht habe, sie war ein Geschenk meiner Austauschpartnerin. Ich nutze sie meist als Handytasche.
Die Karte, die an der Wand hängt, habe ich von Vera bekommen, die auch solche in ihrer Wohnung hängen hat. Ich fand sie toll, habe das verlauten lassen und schwupps – hatte ich sie im Postkasten. Der Kalender ist ein fortlaufender Geburtstagskalender, den mir meine australische Farmfamilie vorletztes Jahr (?) zum Geburtstag geschenkt hat. Ich liebe ihn total, weil ich nicht nur alle Geburtstage eintragen, sondern auch schöne Bilder und Sprüche anschauen kann.

Und nun eine Drehung gen Ausgang:

Die „Welcome-Haken“ habe ich mit einer Freundin auf einem Flohmarkt erstanden und sie erbarmen sich meiner gefühlt Millionen Strickjacken. Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich die alle brauche – aber dann gibt es Momente, in denen ich mit Sicherheit weiß: ja! Seht ihr den coolen Rentierschal auf dem zweiten Bild? Das war ein Superschnäppchen in einem meiner Stamm-2nd-hand-Läden. Und die Postkarte … die hab ich mir mal irgendwann selbst gekauft, weil die Aussage nun mal wahr ist: bunt ist einfach meine Lieblingsfarbe. Den Teppich habe ich vor Jahren mal von Vera geschenkt bekommen und ich liebe ihn. Das war glaube ich mit das erste Stück, was seinen Weg in die Wohnung gefunden hat.

Und was hängt innen an meiner Wohnungstür?

Das Schild oben rechts habe ich in Tanzania geschenkt bekommen: Karibu bedeutet auf Kisuaheli „Willkommen“. Unsere Partnerschüler haben uns damit am Flughafen begrüßt. Die beiden obersten Bilder links stammen aus Australien (avantcard), die untere lag mal als Werbung bei „idee“ aus – natürlich konnte ich solch ein Farbexplosion nicht einfach liegenlassen 🙂 Und das längliche Schild auf der Tür zeigt Bauchrednerpuppen, die gerade „Wiederseeehen“ bauchrednern.

Ich hoffe, wir sehen uns auch wieder – beim nächsten Post! Habt ihr einen Wunsch: lieber Wohnzimmer oder Schlafzimmer?

Beim wem wirst du schlafen …?

Wisst ihr, was ich schön finde? Was mir meist ein warmes Gefühl in den Bauch zaubert?

Für mich ist es etwas Schönes, jemanden in meinem Bett schlafend zu finden, ich fühle mich dann besonders, ausgewählt. Sei es „nur“ meine Katze – dass sie es sich dort gemütlich macht, bedeutet, dass sie sich in meinem Zimmer wohlfühlt und dort die nötige Ruhe findet. Oft hebt sie nicht mal den Kopf, wenn ich dann in meinem Zimmer herumwerkele, und das ist genauso schön, zeigt es doch, dass sie sich in Sicherheit weiß.

Wenn mein Freund früher eher daheim war als ich, legte er sich in mein Bett und wartete, manchmal schlief er dabei ein. Wenn ich dann heimkam und mich umziehen wollte, lag also ein erwachsener Mann in meinem Bett, das Gesicht in meinem Kissen vergraben und völlig entspannt. Das entlockte mir immer ein Lächeln. Wie schön, dass er sich für mein Bett entschieden hatte, meinen Geruch, meinen Raum, obwohl sein Bett nur ein Zimmer weiter stand! Das zeigte mir, dass er gerne bei mir war, sich bei mir wohlfühlte und auf mich wartete. Hätte er in seinem Bett gelegen, wäre ich davon ausgegangen, dass er müde und abgearbeitet einfach schon vor dem Abendessen eingeschlafen war.

So aber war es ein Gefühl von „willkommen geheißen werden“ und „nach Hause kommen“. Es gibt diese eine Zeile aus dem Lied „Wir sind am Leben“ von Rosenstolz:

Und bei wem wirst du schlafen und vor wem rennst du weg?

Diese eine Zeile drückt aus, was ich empfinde: bei jemandem einzuschlafen, ist, ihm Vertrauen entgegen zu bringen, ist, ihm zu sagen „Hier fühle ich mich wohl“, heißt, sich fallen zu lassen. Und das ist doch etwas Schönes, oder nicht?

225890_1738824631307_1259370319_31549865_3425374_n_large