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Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

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Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

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Kolumbien, du wirst mir fehlen!

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Maybe we can get lost together.

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If I am lost, find me but do not ask me to come back just yet. Sit with me in this lost place and maybe you will understand why I come here too often, what draws me to my neverland. Find me, but bring me back when I am ready. Maybe you will get to know me a little better. Maybe we can get lost together.
[The Dreamer]

Meine 4 Wände – Die Küche

Endlich komme ich dazu, euch das dritte Zimmer meiner Wohnung vorzustellen – die wundervolle, helle Küche! Mir war es schon immer sehr wichtig, dass die Küche groß genug ist, um entspannt darin kochen und essen zu können. Ich halte nichts von Miniküchen, in denen man etwas mit dem Po vom Fensterbrett stößt, wenn man sich bückt, um in den Ofen zu schauen – und glaubt mir, solche Wohnungen habe ich zuhauf angeschaut. Darum bin ich umso glücklicher, über eine grooße, geräumige Küche zu verfügen, die ich mir gemütlich eingerichtet habe.

Die Stühle und den Tisch habe ich gegen ein unbenutztes Fondueset eingetauscht – unglaublich, aber wahr. Man kann ihn auf die doppelte Größe aufklappen und das ist wundervoll für Besuch. Die gelbe Gardine, die ich anstatt des bereits vorhandenen Rollos angebracht habe, taucht die Küche besonders nachmittags in goldenes Licht, das en masse durch die große Tür zum Balkon hereinfällt. Ein Grund mehr, diesen Raum zu lieben. Ich bin ein großer Fan von Sprüchen, Postkarten und Postern, wie ihr sicher schon gemerkt habt. Das Poster habe ich aus einem Think!-Shop, der zugemacht hat. „Wer staunen kann wie ein Kind, erlebt die schönsten Überraschungen.“ Das drückt zum einen meinen Einstellung zum Leben aus, zum anderen erinnert es mich daran, wie ich arbeiten möchte und was ich „meinen Kindern“ mit auf den Weg geben möchte und es schürt zudem noch Erinnerungen an meine eigene, fantasievolle und prall mit tollen Erlebnissen gefüllte Kindheit, die ich vermisse. Die coole Lampe habe ich von meinem Opa mitgebracht und sie spendet gemütliches Licht.

Die Obstschale habe ich aus den Tiefen der Kellerregale meines Opas geborgen, und die supertollen Schafuntersetzer sind ein Geschenk einer meiner kurzfristigen Gastfamilien aus Neuseeland. Da dort mehr Schafe als Menschen leben, sind Souvenirs häufig mit diesen knuffigen Fellträgern verziert. Ich finde sie echt großartig, und freue mich vor allem, weil sie megateuer sind und ich sie mir niemals alleine hätte leisten können. So habe ich immer ein Stück dieses weit entfernten „zu Hauses“ bei mir in der Küche. Ich habe auch eine Schürze mit genau diesen Schafbildern drauf bekommen und trage sie, seitdem sie in meinen Besitz gewechselt ist, fleißig beim Kochen. Es ist eine Freude!

An der freien Wand über dem Tisch habe ich verschiedene „Poster“ aufgehängt, die z.T. aus dem „Think!“-Fundus stammen oder als Postkartenwerbung im Briefkasten auftauchten. Sie machen meine Küche bunt und ich liebe die Aussagen. Auf dem Poster mit dem Haus steht: „Liebe ist gemeinsame Freude an der wechselseitigen Unvollkommenheit.“ und auf dem mit den Spulen steht: „Entgleisungen, die uns aus gewohnten Bahnen werfen, sorgen dafür, dass unsere Lebendigkeit nicht auf der Strecke bleibt.“
Die kleine Pinnwand ist sehr praktisch für all meine Bons, Zettelage und Visitenkarten und natürlich auch second-Hand gekauft, genauso wie die Kommode in der Ecke zwischen Tür und Tisch.

In ihr lagere ich meine Lebensmittel, auf ihr stehen viele kleine, aber wichtige Dinge. Zum einen zwei meiner Lieblingsbilder meines geliebten Opas und mir. Im Sommer habe ich uns Kirschohrringe gepflückt und nach dem obligatorischen Sträuben grinste er doch – mein wundervoller Opa. Die Pflanze habe ich zum Einzug von meiner Tante geschenkt bekommen und ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass sie noch lebt. In dem Einmachglas sind Glückskekssprüche, die ich selbst gestaltet habe und ziehe, wenn mir nach Inspiration oder Aufmunterung ist – ähnlich wie die Spruchschale in meinem Flur. Die Fotos neben der Tür habe ich selbst gestaltet, es sind Songtexte, die ich toll finde und die mich inspirieren oder berühren. Ich lade sie euch in einem separaten Post hoch.

Auf der anderen Seite der Küche ganz rechts, zwischen der Küchenzeile und der Balkontür, ist ein kleiner, quasi begehbarer Vorratsschrank, den ich liebe. Auch ihn habe ich mit Think!-Karten geschmückt, die motivieren, bestärken, begeistern und zum Schmunzeln anregen. „Ohne Begeisterung wird nie etwas Größeres zustande gebracht.“ – „Unser Horizont erweitert sich nicht nur in die Ferne.“ – „Wer wagt, selbst zu denken, wird auch selbst handeln.“ – Noone is as uninteresting as a person without interest.“ – „Die besten Dinge für unser Leben wachsen im Stillen.“ – „You can’t see the world through a mirror.“
Innen drin ist alles fein säuberlich aufgereiht und hat seinen Platz 🙂 In der Apfeldose oben links befindet sich die kleine WG von Eule und Maus, alias Korkenzieher und Schnapsgießer 😉 Zeig ich euch am Ende!

An dem Gewürzregal freue ich mich jedes Mal, wenn ich es sehe. Ich habe es vor Jahren in einem second-hand-Shop gesehen, aber wollte es nicht kaufen, weil ich keine Wohnung hatte. Dann, als ich endlich eine eigene Wohnung hatte, war es nicht mehr da. Als ich dann in einem anderen second-hand-Shop gestöbert habe, stand es einfach da, als hätte es auf mich gewartet. Ich liebe es. Die hängende Teekanne stammt aus dem Besitz meiner anderen Oma und ich finde sie als Teekannenuntersetzer genial 🙂 Das kleine „Brot im Toaster“ ist mein im Sale erworbener S+P-Streuer 🙂 Cool, oder?

Die Küchenzeile war komplett drin in der Wohnung und ich habe sie mit kleinen Akzenten geschmückt. Meinen Koch-Ofenhandschuh kennt ihr schon, den finde ich einfach äußerst originell und drollig. Meine Karten am Herd sind über die Jahre gesammelte Werbung und kommen jetzt endlich zum Einsatz: „2016 wird mein Jahr“ – „Geile Schnitte“ – Mehr Geld für Pizza!“ – „Nur Nudeln kann ja jeder“ – „Nicht kleckern sondern klotzen“ – „Ich war … ☐ immer brav! ☐ meistens brav! ☐ hmm naja …“ Wo ich wohl mein Kreuz gemacht hab? 😉 An den Schranktüren über der Spüle habe ich zwei von meinen Weisheiten aus dem Glückskeksglas angebracht, die mir morgens schon oft einen gesunden Impuls gesetzt oder mich durch den Tag getragen haben. „Bevor ich das nehme, was ich kriegen kann, warte ich lieber, bis ich das bekomme, was ich haben will.“ und mein geliebter Astrid Lindgren-Spruch: „Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar.“

In der Küche ist auch die Gastherme angebracht und so häßlich ich sie finde, so nützlich ist sie, denn sie gibt meinen Magnetwortstreifen ein zu Hause. Diese Magnete habe ich vor 5 Jahren für meine Wohnung in Bonn gekauft, nach der Trennung von meinem damaligen Freund einzeln von unserem Kühlschrank abgepult und jetzt in mühseliger Kleinarbeit alphabetisch an diese Gastherme gepappt. Meine Freunde und ich selbst auch waren schon äußerst kreativ auf der Magnetwand 😉 Das Bild mit der Schwalbe ist übrigens der Entwurf eines Tattoos, das ich seit 8 Jahren gerne hätte – irgendwann wird es meinen Körper zieren.

Zum Schluss möchte ich meine Schubladen und Schränke noch ein bißchen weiter für euch öffnen und euch ein paar Lieblingsstücke zeigen:

Die Tasse ist aus mehreren Gründen eins meiner Lieblingsstücke: erstens habe ich sie von Marieke geschenkt bekommen und zweitens ist „sunshine girl“ der Spitzname, den ein sehr, sehr guter Freund für mich benutzt – daher zaubert mir die Tasse immer ein Lächeln auf’s Gesicht. Der Pfannenwender ist ein Geschenk von Vera. Auf der anderen Seite steht: „Egal, wie man es dreht und wendet …“ – ich hab mich so gefreut, weil es ein ganz persönliches Geschenk ist, in dem man die Gedanken, Zeit und Mühen erkennt, die in das Geschenk geflossen sind. Und der Elefanten-Flaschenkorken ist einfach superoriginell. Ich habe ihn in einem second-hand-Shop gefunden und konnte nicht wiederstehen. ❤ Der Hemd-Flaschenöffner stammt aus der „Sammlung“ meiner Eltern und ich finde ihn schlichtweg brilliant.

Den witzigen Flaschenöffner in Eulenform habe ich ebenfalls in einem second-hand-Shop erstöbert und fand ihn ziemlich urig 🙂 Ich habe ein Faible für ungewöhnliche Dinge, und deswegen konnte ich, obwohl ich äußerst selten (quasi nie) Schnaps trinke, auch den süßen Schnapsgießer in Mäuseform nicht im Laden zurücklassen.  Eule und Maus haben nun eine WG in meiner witzigen Apfeldose gegründet und verstehen sich prächtig. Zu guter Letzt ist da noch meine Zuckerdose in Form einer Glühbirne. Die habe ich in einem second-hand-Shop in Holland aufgespürt und habe sie ebenfalls lange, bevor ich eine eigene Wohnung hatte, erstanden, weil ich sie so witzig fand.

Tjaa, das war die Küche 🙂 Habt ihr auch solche Lieblingsstücke in eurer Wohnung? Ich würde gern wissen, was für Kuriositäten ihr besitzt!

Stell dir vor …

 

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Was macht dieser Satz mit dir?

Ich hab den ersten Teil gelesen und in meiner Brust machte sich ein beklemmendes Gefühl breit. Ich werde demnächst auch in einem Land sein, das mir fremd ist, das ich nur aus den Medien kenne, dessen Sprache ich nicht spreche und dessen Bräuche und Sitten mir fremd sind. Ich habe jegliche Unterstützung meiner Freunde und Familie hier und in diesem fremden Land erwarten mich Menschen, die sich auf mich freuen und etwas Gutes für mich wollen. Trotzdem habe ich Angst, bin unsicher und hege Zweifel. Und doch: ich fliehe nicht, ich reise; ich muss nicht weg, ich will. Wie muss es jemandem gehen, der Hals über Kopf aus Angst vor Folter, Verfolgung oder sonstigen Qualen sein zu Hause verlassen muss, teils ohne Gepäck und gewiss ohne Gewissheit, was kommt? Der Stein auf meiner Brust wog plötzlich ganz schwer.

Und dann kam der zweite Teil des Satzes, und mit ihm ein Lächeln auf mein Gesicht – weil er so unerwartet war. Mein Herz konnte wieder schlagen, die Last war irgendwie weg. Willkommen sein – das klingt für mich nach offenen Armen, nach einer warmen Stube, eine dampfenden Suppe auf dem Tisch, nach Interesse und Unterstützung, nach zu Hause und Mitmenschen, die sich kümmern, nach ankommen und ausruhen. Nehme ich das Wort „Willkommen“ unter die Lupe, entdecke ich: es setzt sich zusammen aus zwei Teilen: „Ich will, dass du kommst.“ Und nach einer unsäglich strapaziösen, gefährlichen, endlos scheinenden Reise, während der sich die Reisegefährten Angst, Sorge, Erschöpfung, Schmerz, Trauer und Hoffnungslosigkeit mit gesengtem Kopf im monotonen Stapf-stapf-Rhythmus neben mir herschleppen, kann ich mir nichts Schöneres vorstellen als jemanden, der mich mit offenen Armen empfängt, mir eine Suppe vorsetzt und sagt: „Schön, dass du da bist. Du bist hier willkommen, ich will dass du kommst.“

Stell dir das mal vor …

Meine 4 Wände – Das Schlafzimmer

Vielen Dank für die Likes zu meinem Flur 🙂 Ich hab mich entschieden, heute in Teil 2 mein Schlafzimmer vorzustellen. Das erreicht man, wenn man durch die erste Tür rechts der Wohnungstür abbiegt.

Das Schlafzimmer ist quasi quadratisch und damit problematisch gewesen. Ich hatte mein Herz daran gehängt, ein Doppelbett zu haben. Das Problem hiermit war aber, dass ich ja auch meine Kleidung unterbringen musste. Ein Doppelbett UND ein großer Kleiderschrank hätten zwar reingepasst, aber das Zimmer hätte voll und ungemütlich gewirkt – nicht die Atmosphäre, die ich mir für ein Schlafzimmer wünsche. Außerdem hätte ich beim Aufstehen quasi direkt meinen Fuß in den Kleiderschrank gesetzt … näää, uncool. Also hab ich hin- und herüberlegt und mir ist schließlich die Idee gekommen, einen offenen Kleider“schrank“ zu gestalten. Das Zimmer wirkt dadurch größer, als es ist und morgens, wenn ich noch müde im Bett lungere, kann ich meine Kleidung begutachten und horizontalerweise entscheiden, was ich denn heute überwerfe. Das klappt prima (meistens, außer an den Morgenden, an denen ich mich 5x umziehe und dann zu spät zur Schule komme).

Die Leiter habe ich mir ertauscht, es ist eine alte Hochbettleiter und wiegt fast nix. Ich habe mir viel Hilfe im Baumarkt und von meinem Großcousin geholt, der Tischler ist. Ich habe die Leiter abgeschliffen und mit einer bestimmten Politur gestrichen, deren Namen ich jetzt nicht mehr weiß … Dann habe ich hinten rechts und links Holzblöcke angebracht und die in die Wand geschraubt, sodass die Leiter auf ihnen aufliegen kann. Vorne habe ich starke Haken angebracht, und Ketten besorgt, die jeweils bis zu 8kg halten – einfach im Baumarkt besorgt. In der Decke habe ich Dübel geschraubt, daran ein zweites Paar Haken angebracht und so hängt der wundervolle Leiterschrank fest. Ich hab leider den Platz unterschätzt, den ich für meine Kleidung brauche, aber zum Glück konnte ich ein bereits besorgtes Bücherregal zweckentfremden. Es beherbergt jetzt meine Hüte, Röcke, Shirts und Tops. Alles andere findet Platz in meiner ebenfalls offenen Kommode (s.u.).

Meine Fensterbank dient mir als Nachttisch, viel brauche ich meist nicht. Die Schlafmaske war ein Geburtstagsgeschenk von meiner Freundin Vera. Sie hat sie selbst genäht und mit Lavendel gefüllt. Die Blumenlichterkette habe ich schon Ewigkeiten (Flohmarkt-Find) und sie spendet wunderschön gedämpftes Licht. Ich lese ja außerdem sehr gerne und somit liegt immer irgendein Buch in meinem Bett und wärmt es quasi schon für mich an. „Frontalknutschen“ ist eine witzige Teenagerromanserie, geschrieben aus der Sicht von Georgia Nicolson, die ich schon früher unglaublich witzig fand. Leider sind mir meine Exemplare abhanden gekommen und als ich neulich in einem Secondhandshop darüber stolperte, griff ich zu.

Mein Bilderrahmen enthält ganz viele der Bilder, die ich in Australien an meinen Farmzimmerwänden hatte. Ich liebe die aufmunternden und nachdenklich machenden Zitate. Wenn ihr auf das Bild klickt, erscheinen sie als Beschreibung, damit ihr sie besser lesen könnt.

Außerdem gibt es da noch meine Schmuckansammlung, die Platz auf der Kommode findet, die alles verstaut, was im Regal keinen Platz mehr fand. Ich bin eine leidenschaftliche Sammlerin von ausgefallenen Schmuckstücken – angefangen hat es bei Armreifen und Ohrringen, weiter ging es mit Ketten und schließlich machte meine Leideschaft auch vor Ringen nicht Halt. Meine Sammlung muss ich natürlich auch standesgemäß präsentieren 😉 Mein Regal für die Kettenanhänger habe ich euch hier schon vorgestellt, es ist mit mir umgezogen. Meine Ketten sollten ebenfalls schön zur Geltung kommen. Dazu habe ich in zwei schmale Holzleisten jeweils ca. 10-15 Nägel gehauen und diese Leisten dann über Eck an der Wand angebracht. Simpel, effektiv und schön! Die beiden Karten stammen von ganz wichtigen Personen: die obere habe ich von Vera bekommen, die Pippi Langstrumpf-Karte von meiner Patentante Astrid, die sich immer noch wundervoll um mich kümmert, obwohl ich schon lange über 18 bin. Ich bin im Herzen eben eine Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraims Tochter Langstrumpf. Auch die Aussage auf dem Bild mit den Straßenkünstlern finde ich wundervoll: „The only limits in the real world are the limits of our imagination“. – „Die einzigen Grenzen in der realen Welt sind die Grenzen unserer Vorstellungskraft.“ 

Den Blumenkranz finde ich übrigens sehr toll und trage ihn des Öfteren (in der Öffentlichkeit). Im Kindergarten kam er sehr gut an und in Supermärkten werde ich dann und wann in ein Gespräch verwickelt. Sogar mein Opa findet ihn süß.
Die Nashornkette (direkt neben dem Kranz) habe ich von einer ehemaligen Kollegin geschenkt bekommen, die sie als Talisman in Vietnam bekommen hat. Ihr wurde dort gesagt, eines Tages würde sie sie weitergeben wollen, sie wüsste schon, wann der richtige Zeitpunkt gekommen wäre. Und sie fand wohl, ich wäre der richtige Zeitpukt bzw. der richtige Mensch. So ein wundervolles Geschenk und ich denke so oft an sie, obwohl wir leider den Kontakt verloren haben.
Die Schwalbenkette stammt aus einem 2nd-hand-Shop in Melbourne (AUS) und ich habe sie gekauft, weil sie mich an meine Oma erinnert, die Schwalben geliebt hat. Die Ballerinakette hat mein Opa meiner Oma mal geschenkt und dann hat er sie mir geschenkt. Ich trage sie selten, aus Angst, sie zu verlieren, aber ich liebe sie sehr.

Direkt auf der Kommode steht auch noch eine Menge. Die Hände, die ich als Armreifhalter nutze, sind eigentlich Buchstützen und waren ein Geschenk meiner ersten Gastfamilie in Australien. Da sich meine Bücher aber dicht an dicht drängen und daher selbst stützen, verwende ich die Hände, um meine Armreifen gekonnt in Szene zu setzen. Die sind aus allen Teilen der Welt zusammengekauft. Der mit den bunten Perlen stammt aus Tansania (Geschenk von Marieke), der freiliegenden silberne aus der Türkei von meiner Mama und den Schmetterlingsarmreif habe ich 2nd-hand gekauft.
Meine Gliederpuppe hat schwer zu tragen – beide Arme voller Klunker! 😉 Mein Opa fragt immer, wie viele Hände/Finger ich eigentlich habe für meine ganzen Ringe. Hinter der Gliederpuppe bewahre ich in einer Schale für Kekse meine Gürtel auf – ihr merkt vielleicht, dass ich vieles entgegen des eigentlichen Zweckes benutze. Die Seifenstücke, die ihr auf dem dritten Bild seht, habe ich von Freunden meiner ersten australischen Gastfamilie zu Weihnachten geschenkt bekommen – 2012 war das und ich habe sie immer noch nicht benutzt, weil sie so hübsch aussehen und so himmlisch duften.

 

Und dann ist da noch mein Ohrringbaum. Den CD-Ständer habe ich in Bonn zum Ende eines Flohmarktes geschenkt bekommen, damit der Besitzer ihn loswurde. Mir hat er bis heute treue Dienste geleistet und trägt im wahrsten Sinne des Sprichwortes Früchte. Ich liebe meine Ohrringe, verliere aber bisweilen den Überblick. Irgendwann kriege ich dann einen Rappel, pflücke alle Ohrringe ab und behänge den Baum neu, in einer Ordnung, die mir zu dem Zeitpunkt sinnvoll erscheint. Platte runde Ohrringe, Tier-Ohrringe, Creol-Ohrringe, Ausgeh-Ohrringe … in 2 Monaten steig ich da wieder nicht durch und hänge erneut alles um. 😉
An meiner Decke klebt eins der tollsten Weihnachtsgeschenke, das ich je bekommen habe. Eines Nachts kam Fabian mich besuchen, lag in meinem Bett, schaute an die Decke und sah ein paar einsame Leuchtsterne dort hängen – es waren nur ein paar, aber ich erzählte ihm von meiner Idee, einen Sternenhimmel daraus zu machen. Und prompt bekam ich zu Weihnachten von ihm eine Packung mit Leuchtesternen geschenkt – uneingepackt, aber das war umso schöner, da konnte ich mich gleich freuen. Und jetzt habe ich meinen eigenen Sternenhimmel, wenn ich im Bett liege.

 

Das letzte Bild, das ihr seht, zeigt meine „Wall of Wisdom“ – „Die Wand der Weisheiten“. Mit meiner Freundin Inge aus Holland philosophiere ich immer über das Leben, die Liebe und die Lasten, die beides manchmal mit sich bringt. Und in diesen Gesprächen geben wir auch ab und zu Weisheiten von uns, die ich an meiner Wand verewigt habe, damit ich sie nicht vergesse. Die Erinnerungen haben mir schon oft geholfen, mich nicht so beschissen zu fühlen, wie man es eben manchmal tut, wenn man Lebens- oder Liebeskummer hat, und praktischerweise sind diese Weisheiten mit eins der ersten Dinge, die ich morgens sehe. Gerne könnt ihr euch unsere Weisheiten ausborgen und aufschreiben und ich würde mich freuen, eure zu hören!

Sooo, das war mein Schlafzimmer en detail. Ich freue mich schon, euch den nächsten Raum meiner Wohnung zu zeigen 🙂 Bis dahin!

Meine 4 Wände – Der Flur

Hallo liebe Lebensmaler!

Ich habe bereits im Januar angekündigt, euch meine 4 Wände vorstellen zu wollen, aber das Licht war einfach zu mies zum Fotografieren, sodass ich bis jetzt gewartet habe. Außerdem fühlt es sich jetzt erstens wirklich wirklich wie ein zu Hause an – wenn ich bei meinen Eltern bin, merke ich, dass ich nur auf Besuch bin und möchte wieder „nach Hause“ -, zweitens habe ich ja jetzt auch eine ordentliche Kamera, und drittens muss ich mich jetzt so langsam mal um einen Nach- bzw. Zwischenmieter kümmern! Ich liebe diese Wohnung und Hildesheim und will daher nicht komplett kündigen.

Ich hatte heute frei, habe gründlichen Wohnungsputz gemacht und dann meine neue Kamera ausprobiert 🙂 Die Sonne kam heraus und tauchte meine Räume in goldenes Licht – hach 😉 Die Fotos werden teilweise für die Wohnungsinserate genutzt, aber ich habe auch detailliertere Aufnahmen gemacht, um euch mein zu Hause zu zeigen. Ich stelle euch die Zimmer nacheinander vor, für einen Post wären es zu  viele Bilder. Beginnen wir mit dem Flur!

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Hereinspaziert 🙂 Die Schmuckkette an der Tür habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen. ❤

Rechts an der Wand hängt eine bunte Ansammlung von in 2nd-hand-Läden zusammengesuchten Bilderrahmen. Ich nenne sie meine „Freundeswand“, weil sie zum Großteil meine liebsten Freunde zeigt bzw. Freunde und mich bei witzigen, spontanen, verrückten oder anderweitig prägnanten Situationen. Es sind aber nicht nur Fotos von Freunden zu sehen, sondern auch Bilder von wichtigen Personen in meinem Leben, z.B. von meinem Opa. Noch sind nicht alle Freunde dort erschienen, ehrlicherweise ist zu sagen, dass einige der wichtigsten fehlen – wir reden und reden und reden immer, machen aber nie Fotos.

 

Der Haken an der Badezimmertür trägt viel zu viele Jacken – 4 Stück an der Zahl – und hängt ganz schön durch 😉 Das Bild neben der Tür habe ich schon seit 2013 – es war ein Geschenk von Marieke, die es mir für Australien gemalt hatte, aber dann hat sich das Schicken nicht mehr gelohnt. Ich habe es eine Weile in meinem Zimmer bei meinen Eltern gehabt, aber hier kommt es viel wunderbarer zur Geltung. Meine Schuh-Kommode ist natürlich 2nd-hand-geschenkt. Mal sehen, was ich alles darauf befindet:

Die zwei Kupfertöpfe sind meinem Opa abgeluchst und dienen als Schlüssel- und Portemonnaiehalter, damit ich auch alles wichtige mit einem Handgriff finde. Nicht auszudenken, dass ich mal ohne Schlüssel aus dem Haus gehe! Der Aschenbecher ist zweckentfremdet und verstaut zuverlässig meine Bons.
Die Kerze ist ein Geburtstagsgeschenk meiner Tante gewesen und ich habe mich diebisch gefreut! Ich liebe Kerzen, Lichterketten und sonstiges Lichtergedöns. Sie hat eine Zeitschaltuhr und im Winter habe ich sie immer auf 17h eingestellt, sodass ich heimeliges Licht im Flur hatte, wenn ich aus dem Wohnzimmer oder der Küche kam, ohne dass ich an etwas denken musste.
Die Tasche, die ihr im Hintergrund lehnen seht, ist ebenfalls ein Geschenk von Marieke. Sie war wie ich in Tanzania (oder vielmehr, ich war wie sie dort, weil sie zuerst gereist ist) und hat dort dieses Täschschen erstanden. Es wurde von einer Organisation hergestellt, die sich gegen die Beschneidung von Frauen stark macht. Die kleinen Perlen stellen das Logo der Organisation dar.
Das Schälchen mit Zettelchen ist meine „Glückskeksschale“ – meine Besucher dürfen sich immer bedienen und ziehen witzige, ironische oder Mutmachsprüche daraus, die sie mitnehmen dürfen.
Und zum Schluss die alte Lamellentür, die ich eigentlich aufhängen wollte. Dann gefiel es mir so aber auch gut – ich nutze sie als Postkartenhalter und es freut mich so sehr, dass sich seit meinem Einzug einige Karten angesammelt haben – ich liebe Post! Außerdem hängt an ihr eine kleine Tasche, die ich aus Tanzania mitgebracht habe, sie war ein Geschenk meiner Austauschpartnerin. Ich nutze sie meist als Handytasche.
Die Karte, die an der Wand hängt, habe ich von Vera bekommen, die auch solche in ihrer Wohnung hängen hat. Ich fand sie toll, habe das verlauten lassen und schwupps – hatte ich sie im Postkasten. Der Kalender ist ein fortlaufender Geburtstagskalender, den mir meine australische Farmfamilie vorletztes Jahr (?) zum Geburtstag geschenkt hat. Ich liebe ihn total, weil ich nicht nur alle Geburtstage eintragen, sondern auch schöne Bilder und Sprüche anschauen kann.

Und nun eine Drehung gen Ausgang:

Die „Welcome-Haken“ habe ich mit einer Freundin auf einem Flohmarkt erstanden und sie erbarmen sich meiner gefühlt Millionen Strickjacken. Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich die alle brauche – aber dann gibt es Momente, in denen ich mit Sicherheit weiß: ja! Seht ihr den coolen Rentierschal auf dem zweiten Bild? Das war ein Superschnäppchen in einem meiner Stamm-2nd-hand-Läden. Und die Postkarte … die hab ich mir mal irgendwann selbst gekauft, weil die Aussage nun mal wahr ist: bunt ist einfach meine Lieblingsfarbe. Den Teppich habe ich vor Jahren mal von Vera geschenkt bekommen und ich liebe ihn. Das war glaube ich mit das erste Stück, was seinen Weg in die Wohnung gefunden hat.

Und was hängt innen an meiner Wohnungstür?

Das Schild oben rechts habe ich in Tanzania geschenkt bekommen: Karibu bedeutet auf Kisuaheli „Willkommen“. Unsere Partnerschüler haben uns damit am Flughafen begrüßt. Die beiden obersten Bilder links stammen aus Australien (avantcard), die untere lag mal als Werbung bei „idee“ aus – natürlich konnte ich solch ein Farbexplosion nicht einfach liegenlassen 🙂 Und das längliche Schild auf der Tür zeigt Bauchrednerpuppen, die gerade „Wiederseeehen“ bauchrednern.

Ich hoffe, wir sehen uns auch wieder – beim nächsten Post! Habt ihr einen Wunsch: lieber Wohnzimmer oder Schlafzimmer?

Ich muss mich jetzt nicht finden, darf mich nur nicht verlier’n.

Nein, ich bin nicht verschollen, ausgeraubt worden oder untergetaucht. Leider habe ich auch keinen Traumprinzen gefunden und bin auf weißem Ross in den Sonnenuntergang geritten. Nein, nein. Ich bin heile wieder auf deutschem Boden gelandet, und das auch schon vor 3 Wochen! Gemeldet habe ich mich aus verschiedensten Gründen nicht, und jeder, der schon mal länger weg war oder auch nur nach einem wundervollen Urlaub wieder auf „gud old Dschörmeni’s“ Gehsteigen stand, kann sich vorstellen, wie es mir ging.

Erst aufgeregt, weil das Heimkommen ja auch irgendwie ein Neustart ist.
Dann ist man enttäuscht und frustriert, weil doch nicht alles so klappt, wie gedacht – und man vermisst das Reisen, die Freunde, die Familie, die Arbeit, das Leben auf der anderen Seite.
Und dann kommt der Alltag und lässt sich in die längst eingestaubte Ecke deines Gehirns plumpsen, wirbelt ordentlich Staub auf und schiebt mit der Fußspitze hundsgemein immer Kehrblech und Handfeger in die Richtung, in die du – blind vor Staub und Dreck – nicht tastest. Mistekiste.

Ich bin noch dabei, mich zu fangen. Ich hab eine ungefähre Richtung gefunden und rolle jetzt ordentlich die Hemdsärmel nach oben, um mir eine Straße zu pflastern. Wenn ich wegen dieser anstrengenden Arbeit meinen Blog und euch etwas vernachlässige, nehmt es mir bitte nicht übel! Ich hänge sehr an diesem Blog und euch Lesern und werde so fix es geht wieder da sein – mit Geschichten aus Neuseeland und Melbourne und natürlich werde ich euch auch von meinen Alltagswehwehchen und -freuden berichten. Etwas Geduld erbitte ich mir noch und hoffe auf euer Verständnis. Vielen, vielen Dank für’s Vorbeischauen!

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In die Zukunft schauen – Copyright by Inge.