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Aventuras Nuevas – Alles neu! – Teil 2

Herzlich Willkommen zu Teil 2 von „Alles neu!“ Wir waren stehen geblieben an dem Punkt, an dem meine Pläne, als Lehrerin in Kolumbien zu bleiben, mit lautem Klirren zu einem beträchtlichen Scherbenhaufen zusammenfielen.

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Angie und ich bei einem die Seelenrisse kittenden Eis

Zum Glück gibt es Angie, meine beste Freundin in Kolumbien. Inmitten unserer jeweiligen chaotischen Leben haben wir uns getroffen und bei einem Picknick alles erörtert, auseinandergepflückt, zusammengesetzt und erneut durchgekaut, bis wir uns beide etwas leichter fühlten mit allem, was sich auf uns stürzt und uns unter sich begräbt. Es tat so gut, sich mit ihr alles von der Seele zu reden, alles 3x zu sagen, weil es so ätzend ist, und sich verstanden zu fühlen. Während dieses Gesprächs sprachen wir u.a. darüber, was denn im Falle einer Absage meine Optionen wären, und ich scherzte: „I’ll just go back to Australia.“ Und es war ein Scherz, ich schwöre. Doch wie es so ist, in jedem Scherz steckt auch ein Körnchen Wahrheit und ich konnte diese Idee nicht davon abhalten, sich in meinem Kopf und Herzen einzunisten.

Für alle, die 2013 noch nicht mitgelesen haben: ich habe damals als Backpackerin von Februar – Juli auf einer Rinderfarm im Outback gelebt und gearbeitet. Viele meiner damaligen Beiträge findet ihr ab Februar 2013 im Archiv bzw. unter der Kategorie „Farm Charm“.

Ich habe also Kontakt mit meiner Gastfamilie von damals aufgenommen und gefragt, ob sie mich eventuell wieder aufnehmen würden. Keine 12 Stunden später hatte ich eine Antwort und mir fiel der Mount Everest vom Herzen. Ich sei immer willkommen und müsse ihnen nur meine Reisedaten mitteilen. Gesagt, getan – ich buchte einen Flug, kümmerte mich um die jeweils nötigen Visa, schickte die Infos nach Australien … und machte mich Millionen Mal ans Aussortieren/Koffer-Probepacken. Geplant war, mit einem Touristenvisum 3 Monate in Australien zu bleiben und dann für einen Monat nach Kolumbien zurückzukehren, um mit Angel seinen Geburtstag zu feiern, bevor es am nächsten Tag zurück nach Deutschland gehen würde. Ich hatte mich gegen eine sofortige Reise nach Hause entschieden, weil ich so meine Auslandskrankenversicherung verlieren und dies eine sehr lange zeitliche Trennung von Angel bedeuten würde. Durch die Reise nach Australien bliebe die Versicherung bestehen und er und ich würden uns vor der unausweichlichen Trennung im Juli nochmal sehen.

Den Januar sollte ich ja sowieso bei meiner Gastfamilie in Kolumbien bleiben und ich habe ihnen dann noch den Februar gegeben, damit sie sich nach jemand neuem umschauen können. Ich fand es unfair, von heute auf morgen zu verschwinden (obwohl ich das gekonnt hätte), aber auf keinen Fall wollte ich bei ihnen bleiben. Das war eine gute Entscheidung. Mit dem Wissen, dass ich bald gehen würde, ließen sich der restliche Januar und der Februar gut überstehen, aber die Atmosphäre war keine schöne und verschlechterte sich zusehends. Zu vielen Dingen nickte ich einfach nur noch, weil ich keine Lust mehr hatte, mich darüber aufzuregen, aber ich fühlte mich zunehmend eingeengt und eingeschränkt, ungerecht behandelt und unwohl. Am Ende ging es dann tatsächlich im Streit auseinander, womit ich ja schon im letzten Jahr gerechnet hatte. Ich habe aber irgendwann genug davon gehabt, alles hinzunehmen, zu nicken und „ja und Amen“ zu sagen. Nicht nur das Aupair muss sich in gewissem Grade anpassen, sondern auch eine Familie muss sich auf die Bedürfnisse und Wünsche des Aupairs einstellen, und irgendwann habe ich meine Hacken in den Boden gestemmt und mich gegen die Zügel der Familie gewehrt. Kam nicht so gut an.

Am Samstag, 04. März, zog ich aus, ohne richtiges Abschiedsgeschenk von der Familie und tatsächlich auch ohne Abschied von Seiten meines Gastvaters, der mich gegen Ende komplett ignorierte. Ich konnte nur den Kopf schütteln, denn obwohl die letzten Tage alles andere als schön waren, hatte ich Abschiedsgeschenke für die Familie vorbereitet.

Ich zog bis Montagabend zu Angie. Koffer, Boxen und Taschen ließ ich bei Angel, zu dem ich Montagabend ziehen sollte. Mit meiner Reisetasche machte ich mich nach einem kurzen Treffen mit Angel mit dem Bus auf den Weg nach Villa del Rosario, wo Angie mich vom Bus abholte. Die Familie hatte mir untersagt, Angie dort zu besuchen, aus „Sicherheitsgründen“. Dass sie mir damit die Chance nahmen, meine beste Freundin zu sehen und ihre Familie kennenzulernen, berührte sie nicht. Umso mehr genoss ich es, dass mich Angies Familie so selbstverständlich aufnahm, als gehörte ich schon ewig dazu. In diesen 2,5 Tagen habe ich mich wohler gefühlt in einem zu Hause als die letzten 8 Monate zuvor. Mir wurde klargemacht, dies sei jetzt auch mein zu Hause, ich solle mich wohlfühlen. Wir aßen zusammen, unterhielten uns, scherzten, lachten, tauschten uns aus, halfen einander. Ich fühlte mich so geborgen und angenommen und die Zeit mit Angie zu verbringen, war so wunderbar. Ich kochte für ihre Familie Kartoffelpuffer, um mich zu bedanken für alles, und als ich mich am Montagnachmittag verabschiedete, wurde ich so herzlich gedrückt und die Einladung, im Juni wieder bei ihnen zu wohnen („Eres bienvenida siempre, esta es tu casa“), klang schon fast wie eine Feststellung, als sei es klar, dass ich dann wieder bei ihnen wohnen würde. Ich lief über vor Dankbarkeit und Zuneigung.

Ich erledigte noch einige Dinge, bevor ich zu Angel fuhr und verbrachte die letzten Tage dort recht unabhängig. Dienstag hatte ich zum letzten Mal Physiotherapie, ging zum Friseur, erledigte noch ein paar Einkäufe, schrieb ein paar Nachrichten und kochte abends wieder Puffer, diesmal für seine Familie. Am Mittwoch lud er mich zu einem vegetarischen Mittagessen ein (überlaufendes Herz und strahlendes Gesicht meinerseits) und danach fuhren wir zu Freunden seiner Familie, wo extra für mich noch eine kolumbianische Spezialität gebacken wurde. Ich hab leider vergessen, wie sie heißt, aber sie erinnert mich an eine Mischung aus Fladenbrot und Pfannkuchen, und ist an sich schon ziemlich süß, aber die Kolumbianer  essen sie mit leche condensada (Kondesmilch) – und zwar richtig, richtig viel. Ich habe einfach weniger davon über die Fladen gegossen und es war sooo lecker! Das war ein schönes Abschiedgeschenk.

Von allen meinen Freunden hatte ich mich in meiner letzten Woche bei der Familie verabschiedet. Jeden Abend war ich froh, die Haustür hinter mir zuzuziehen und mich auf Menschen freuen zu können, die gerne Zeit mit mir verbringen, an mir interessiert sind und die meine Ansichten teilen. Schon lange vorher traf ich Francisco, mit dem ich Eis gegessen habe, bevor er selbst zurück nach Venezuela gereist ist, wo er lebt. Ich lief in Horacio hinein und freute mich total über dieses spontane Treffen. Marcela und Carol, die selbst je 2 Aupair-Jahre in den USA hinter sich hatten, luden mich zu einer Pizza ein, nach der ich endlich mal richtig satt war, und wir sprachen über das Aupairleben, Gastfamilien, ihre jetzige Arbeit, Sprachen lernen, was wir zusammen erlebt haben und was die Zukunft für uns wohl bringen würde. Ich traf Rafael, mit dem ich redete und redete, ich traf Alejandra, die mir ein wundervolles Abschiedsgeschenk machte und mit der ich das ganze Treffen lang auf Spanisch sprach – und es fiel mir nicht mal schwer! Ich traf Jaime, dem ich über die Maßen dankbar einen Berg ausgeliehene Bücher zurückgab und ich traf Jodi, mit der ich ebenfalls Eis aß und zum letzten Mal tiefgründige Gespräche führte.

Alle meine Freunde und Bekannten vom Spielplatz hatte ich in den vorangegangenen Tagen davon unterrichtet, dass ich bald gehen würde und sie kamen nach und nach, um mich zu umarmen, sich zu verabschieden, Nummern auszutauschen und noch ein letztes Foto mit mir zu machen. Meine beste Spielplatz-Freundin Juliana und ihre Mama Ximena machten mir ein Geschenk, und das war so wunderschön, weil es unerwartet war: eine Zeichnung samt Brief von Juliana und ein Gutschein für eine Mani-Pedi, zum Entspannen! Das hat mich über alles gefreut, weil es in krassem Gegensatz zu den nicht vorhandenen Geschenken meiner Gastfamilie stand. Zu sehen, dass sich Menschen auf dem Spielplatz so sehr um mich kümmern und sich solche Gedanken und Mühen machen, hat bewirkt, dass mir warm um’s Herz wurde. Und an meinem letzten Tag auf dem Spielplatz kam sogar mein Pflegehund nach Wochen der Abwesenheit mal wieder vorbei und brachte uns nach Hause. Ich habe mich so unendlich gefreut, Caramelo noch ein letztes Mal zu sehen und in den Arm nehmen zu können. Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, genau so wie Maria Elizabeth, mit der ich mich am Montag vor der Manip-Pedi-Behandlung nochmals traf und Geschenke, Neuigkeiten und eine feste Umarmung austauschte. Meine Freunde werden mir sehr fehlen, das ist sicher.

Mittwochabend finalisierte ich mein Packen, zog mich um und verabschiedete mich von Angels Eltern. Wir luden das Gepäck ins Auto, stiegen ein und fuhren zum Flughafen. Es wurde nochmal stressig, weil die Unterkunft, die ich mir in Bogotá organisiert hatte, in letzter Minute geplatzt ist und wir meine neue SIM-Karte nicht aufladen konnten … Das Aufladen hat Angel dann erledigt, während ich schon über den Wolken dahinsegelte (von Cúcuta nach Bogotá) und eine Ersatzunterkunft hatte er mir auch noch organisiert. Die ist dann leider auch nicht zustande gekommen, sodass ich sehr provisorisch am Flughafen in Bogotá gecampt habe, bevor ich 8.10h am nächsten Morgen kolumbianischen Boden hinter bzw. unter mir ließ. Davon, von meiner laaaaaangen Reise, von allem was davor (seit dem letzten Post) und vor allem auch davon, was seit meiner Reise passiert ist, erzähle ich euch im nächsten Post … Was jetzt wichtig zu wissen ist, ist: ich bin heile angekommen und habe euch nicht vergessen.

Ein Gruß aus dem australischen Outback …
… y un abrazo fuerte! 

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Kolumbien, du wirst mir fehlen!

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Back on the Road – Melbourne Facts

Achtung, Rucksack schultern, bequeme Schuhe anziehen und Sonnenbrille nicht vergessen! Ich reise mit euch nach Australien!

Ich weiß, ich hab irgendwie versäumt, in „back on the road“ über meine Erlebnisse in Neuseeland zu berichten … ich wollte das wirklich tun, aber dann hatte mich die Realität so schnell wieder und jetzt kann ich mich da irgendwie nicht mehr so reinfühlen. Vor allen Dingen möchte ich euch so gerne endlich die beeindruckenden Fotos aus meiner Zeit in Melbourne zeigen. Also ziehen wir das vor und heben uns Neuseeland für später auf, ja?

Ich bin in Melbourne bei Kate untergekommen, und sie wohnt in einem wunderbaren Stadtteil, in den man mit der Straßenbahn ganz einfach kommt. Melbourne hat eine einzigartige Kultur, die ich zwar nur kurz kennen, dafür aber umso mehr lieben gelernt habe. Ich werde euch mit ein paar wenigen Fakten über Melbourne versorgen und dann schauen wir uns die Fotos an. Ihr kennt das ja: Wissen ist Macht und so.

Melbourne ist die Landeshauptstadt von Victoria und dort leben ca. 4 Millionen Menschen. Es gibt viele unterschiedliche Stadtteile, die man alle entweder mit dem Zug oder der tram (Straßenbahn) erreicht. Jeder Stadtteil ist für verschiedene Dinge „berühmt“, in St. Kilda z.B. hängen viele Backpacker herum (ich bin mal wieder das schwarze Schaf; da stehen diese bunten Strandhäuschen, die ihr sicher schon mal auf einem Bild gesehen habt), in Central Melbourne gibt es wunderbare Shoppingmöglichkeiten und in Fitzroy gibt es viele kleine Geheimtipp-Läden, Coffeeshops und Street Art.

Neben seiner Kaffee- und Eating-Out-Szene ist Melbourne nämlich für die vielen Graffiti berühmt. Ich liebe das total und habe mich natürlich auf die Suche gemacht. Im Visitor Centre gibt es eine Broschüre, die Touristen zu den berühmtesten Graffiti führt. Bevor ich mir die besorgt habe, habe ich mich aber erstmal alleine umgeschaut und auch ohne Infoblättlein eine der berühmten Straßen Melbourne’s CBD (Central Business Distric) gefunden: die Hosier Lane.

Stellt euch das so vor: eine ganze Straße rechts, links und sogar unten (oben mit Sicherheit auch, wenn die Künstler den Himmel besprühen könnten) komplett zugesprüht, beklebt und verkünstlert. Es gibt da noch eine Abzweigung, und in der Nacht zuvor ist ein Supergau passiert. Irgendjemand hat die Wände in dieser kleinen Nebenstraße komplett mit blauer Farbe überschüttet, sodass sich den Künstlern sozusagen eine unbefleckte Leinwand zum Ausleben ihrer Künste bot. Die Fotos davon werde ich euch auch noch zeigen, wir beginnen aber erstmal mit denen der Hosier Lane, wobei ich auch diese auf einige Posts aufteilen werde, weil es so unglaublich viele sind. Ich werde euch die Bilder in keiner bestimmten Reihenfolge zeigen.

Vorhang auf!

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Hosier Lane – bitte eintreten ins Street Art – Paradies.

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Misty – eine Bar in der Hosier Lane.

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I-Aah bzw. „Eeyore“ ist auch verewigt.

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Material

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Diesen „Postern“ werden wir noch öfter begegnen, dazu gibt es einen extra Post.

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Keine Ahnung 😀

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Thanks „Monsanto Corp“ for putting us bugs on the „endangered“ list!! (Another Global Caring Company …..) Danke Monsanto Corp dafür, dass ihr uns Käfer auf die Liste der bedrohten Tierarten gesetzt habt (eine weitere, auf die Umwelt achtende Firma …)

Ich habe mich mal schlau gemacht, bzw es versucht. Monsanto stellt sich auf seiner Internetseite als Firma vor, die sich gemeinsam mit Farmern für eine nachhaltigere Bewirtschaftung des Bodens einsetzt. Im Internet gibt es aber viele Diskussionen darüber, ob Monsanto wirklich eine die Umwelt schonende Firma ist oder ob diese Marketingstrategie nicht doch bloß für die Kassen der Corporation gut ist. Ich selber kann dazu nichts sagen, wollte aber wenigstens die Info zu diesem Bild geben!

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Sehr cooler Effekt, wie ich finde.

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Love them flowers.

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Waste Time „w-aiz-lee“ (wisely).

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Ich mag die „Sanduhr“, schade, dass das Tag sie überdeckt.

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Keine Ahnung.

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Well, hello there Britney.

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Das find ich ziemlich cool.

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Es wird nicht nur gesprüht, sondern sich auch anderweitig künstlerisch verausgabt.

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Wie schon gesagt, diesen „Postern“ begegnen wir später noch.

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Born Loser – Geborener Verlierer

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Good for nothin‘ – Zu nix gut

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Movida – Bar in der Hosier Lane

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Spraying’s in my heart?

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Man, ohne diesen Schriftzug sähe es noch schöner aus!

Damit soll es jetzt bleiben für den ersten Post! Ich hoffe, ich habe euch nicht erschlagen. Es werden weitere Posts und Bilder folgen, aber ich würde ich sehr freuen, wenn ihr mir berichtet, was ihr von diesen Bildern haltet. Habt ihr vielleicht Lieblinge unter diesen entdeckt? Ward ihr selbst schon in der Hosier Lane und erinnert euch an etwas? Ich freue mich auf Kommentare!

 

Aotearoa – Und auf Anfang …

Ich werde jetzt in den folgenden Woche so langsam meine Wochen in Neuseeland und Australien Revue passieren lassen, damit meine wundervolle Reise hier auch formvollendet dokumentiert wird. Zwischendurch gibt’s auch aktuelle Beiträge, aber ich konzentriere mich erstmal auf die Vergangenheit, denn die ist wirklich sehr ereignisreich gewesen. Manchmal auch nervenaufreibend, aber das kennt man ja nicht anders von mir.

Nachdem wir also bis spät in die Nacht bzw. früh in den Morgen gefeiert hatten, sind Kate, Adrien und ich alle gemeinsam ins Bett geplumpst. Kate ist mitten in der Nacht aufgestanden hat nach gefühlt einer Stunde Schlaf um sich getreten, weil ihr zu warm wurde, und dann ist sie umgezogen in ihr eigenes Bett. Mein Wecker klingelte um 6.45h, ich stolperte unter die Dusche und machte mich soweit fertig. War natürlich zeitlich trotzdem alles sehr knapp; wir haben nicht mal unser Frühstücksgeschirr abwaschen können, weil wir dann nach einem Anruf von Lynda innerhalb einer halben Stunde fertig sein mussten. ARGH. Aber wir haben es alles geschafft und nach einem tränenreichen Abschied von allen saßen Kate und ich heulend im Auto von Lyndas Schwester. Wir wurden mittags am Flughafen in Townsville abgesetzt, wo wir die Wartestunden damit verbrachten, umzupacken, auszusortieren, zu lesen, Karten zu schreiben, Fotos zu tauschen sowie Filme zu schauen und zu schlafen. Abends um 19h sollten unsere Flüge gehen, Kates nach Melbourne, meiner nach Brisbane und dann nach Auckland, Neuseeland. Wir trennten uns schweren Herzens, aber mit der Erwartung, uns bald in Melbourne wiederzusehen.

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Meine Nacht in Brisbane verbrachte ich auf einem äußerst gemütlichen Sofa im Flughafen. Morgens um 5h bin ich aufgestanden, um einzuchecken. Ich hatte natürlich das Glück, eine unfreundliche Schalterfrau zu bekommen. Ich sei sehr spät, bemerkte sie. 5h morgens würde ich nicht als spät bezeichnen, dachte ich mir, aber ich hab nichts gesagt. Weiter ging es eh schon: wo denn mein Visum sei, wollte sie wissen. Ich hatte keins. Und mein Rückflug aus Neuseeland? Ich hatte keinen, aber ich versicherte der Frau, ich hätte genügend finanzielle Mittel, um mir einen Platz im Flieger zu sichern. Tja, das reiche aber nicht, bemerkte meine äußerst freundliche Servicekraft. Und da fing das Drama an. Ohne Visum und ohne Flugticket könne sie mich nicht fliegen lassen. Ich bestand darauf, dass mir gesagt wurde, dass ich nur genügend Rücklagen vorweisen müsste, um eine Einreiseerlaubnis für Neuseeland zu bekommen. Nein, nein, und nochmals nein. Den vorgesehenen Flug würde ich sowieso nicht mehr kriegen. Da muss ein großes, rotes, extrem leuchtendes ‚P‘ in meinen Augen erschienen sein, denn sie rief einen Kollegen zum Schalter, der, nachdem er die Situation geschildert bekommen hatte, anbot, mich für einen geringen Aufpreis auf einen späteren Flug zu verschieben – ich müsse mich dann aber um entweder ein Visum oder ein Ticket aus Neuseeland heraus kümmern. Und zwar jetzt.

Tja. Jeder, der schon mal versucht hat, ein Visum innerhalb von wenigen Stunden zu bekommen, weiß ganz genau, dass es völlig unmöglich ist. Völlig kopflos rannte ich 20 Minuten durch den Flughafen, um dann später doch am Schalter des Kollegen ein offenes Flugticket zu kaufen. So schnell sind 500 Dollar also weg, aha. Da hab ich mich echt geärgert. Aber besser, als gar nicht zu fliegen. Dank meines sonnigen Gemütes hab ich mich auch  wieder gefangen und mich einfach auf Neuseeland gefreut.

Später beim Einchecken hatte ich SO einen netten Schalterbeamten, der die Erfahrung mit der griesgrämigen Frau von vorher echt komplett ungeschehen gemacht hat. Er hat mich nach meinem Namen gefragt, mit mir dessen Ursprung beleuchtet, deutsch mit mir gesprochen und mir ein wundervolles Kompliment gemacht: ‚I love your hand luggage. SO cool.‘
Später, beim Einchecken ins Flugzeug war er auch wieder da, riss meine Karte ab, lächelte und sagte: ‚Best hand luggage ever.‘ Hach 😉 Und der Flugbegleiter … als ich ihm meine Platzkarte reichte, checkte er mich auch erst einmal aus und sagte: ‚I like your style.‘ Also, das ist doch …

In Ackland angekommen stellte sich gleich das Gefühl von ’nach Hause kommen‘ ein. Der Flughafen ist mir so vertraut, obwohl ich weder ihn noch die Stadt besonders leiden kann. Ich wurde erwartet und in ein Auto verladen. Von wem, warum, und wo es genau hinging, erfahrt ihr im nächsten Post!

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Hello New Zealand.

Back on the Road – Kuranda Koala Gardens

Ich fand, dass mir nach dem ganzen authentischen australischen Bushleben auch mal etwas Tourismus zusteht – und mal ehrlich, so einen Koala zu halten ist schon eine coole Erfahrung. Hier jedoch Achtung: für einen Koala ist so etwas Stress pur, wenn es zu häufig am Tag geschieht. Und zu viel Stress verursacht Inkontinenz, die nicht heilbar ist (soweit ich weiß). Wenn ihr also selber Australien unsicher machen und Koalas kuscheln wollt, dann achtet darauf, dass der Park, den ihr euch aussucht, die Koalas schützt und nicht ausnutzt.

In Kuranda also blätterten Miia, Anna und ich ein kleines Vermögen für Eintritt und Foto hin und betraten mit einer Karte ausgestattet den übersichtlichen Park.

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Als erstes überquerten wir eine Brücke, unter der bedrohlich wirkende Süßwasserkrokodile ihre Bahnen zogen. Krokodile sind schon seit Milionen Jahren Teil des Ökosystems Australiens und die Süßwasserkrokodile sind in den Flüssen im Inland zu Hause. Größere (und aggressivere) Salzwasserkrokodile findet man an der Küste und in Flussmündungen – dort gehören sie laut Evolution hin. Die, die in den Flüssen zu finden sind, gelangten dort möglicherweise durch verschiedene Gründe hin: Beute, bessere Lebenserwartungen, Nestplätze …  und haben besondere Merkmale entwickelt, die sie von den Salzwasserkrokos unterscheiden, u.a. eine lange, schmale Schnauze mit scharfen Zähnen, die ideal ist zum Fischfang.

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Im nächsten Gehege kostete es uns etwas Zeit, das Wildleben zu finden: Warane, kleine Drachen und Eidechsen sind wahre Meister der Tarnung, die ihnen das Überleben sichert. Die Blauzungeneidechsen sind vermutlich Australiens bekannteste Reptile und wild in allen Vororten zu finden – vorausgesetzt, man öffnet die Augen. Ihre blaue Zunge und der pinke Mundinnenraum lassen sie bedrohlich erscheinen, wenn ihnen Gefahr droht!

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Als nächstes fielen uns die fluffigen Kugeln ins Auge, die man Koalas nennt. Zusammengerollt saßen sie eingeklemmt zwischen zwei Ästen und schliefen. Hier könnt ihr eine Menge über Koalas lesen, wenn ihr mehr erfahren wollt – dort gibt es auch mehr Bilder! Diese kleinen Kreaturen auf dem Arm zu halten war echt ein interessantes Gefühl – spannend!

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Dann gab es erneut eine Begegnung der besonderen Art: Wallabies und Filander zum Füttern und Streicheln! Australien hat über 70 verschiedene Arten von Kängurus (hier gibt es mehr Infos) – in Kulandas Wildlife Park konnten wir auf Tuchfühlung gehen mit Moorwallabies und rotbeinigen Filandern! Einzigartig!

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Danach war unsere Reise schon fast beendet, aber todesmutig haben wir uns ins Schlangenhaus gewagt, noch die Warnung der freundlichen Mitarbeiterin im Ohr: „Die schlängeln dort frei herum, also passt auf, wo ihr hintretet- und fasst. Wenn ihr eine außerhalb des Schlangenhauses seht, dann sagt uns Bescheid, da gehören die nämlich nicht hin.“ Alles klar, Arme dicht an den Körper gepresst und Kopf eingezogen. Alle Schlangen, auch die gleicher Spezies, haben höchst unterschiedliche Farben und Muster und so ist es nicht möglich, die Gattungen anhand ihres äußeren Erscheinungsbildes festzustellen. Schlangen können ihren Unterkiefer aushaken und somit große Tiere verspeisen – in einer Nacht beispielsweise 4-5 Hühner! Urgh. Nach äußerst vorsichtigem Herumtapsen haben wir erleichtert die Tür zum Schlangenhaus hinter uns geschlossen – am Leben!

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Back on the Road – Cairns – Night Out

Wie lange ich schon nicht mehr weg war kann ich euch gar nicht erzählen. In Cairns habe ich also die Möglichkeit beim Schopfe egriffen und mich mit den Mädels aus dem Hostel zurechtgemacht. Ich habe großzügig eins meiner Kleider verliehen (dass ich das mal sagen würde!) und Alice war für mein Makeup verantwortlich – Kate wäre stolz auf mich gewesen, denn ich habe sogar selber auf Lippenstift bestanden. Wann immer Kate mich geschminkt hat, haben wir auf Lippenstift verzichtet, sehr zu ihrem Bedauern, also war ich extrem stolz, ihr berichten zu können, dass ich in Cairns einen Schritt in die richtige Richtung gemacht habe.

Wir haben uns also fertig gemacht, wir gingen, wir aßen, wir tranken, wir tanzten. Es war wunderbar. Wir haben vom Hostel einen Essensgutschein bekommen und sind Pasta essen gegangen, dann sind wir durch die Nightmarkets gewandert und von 10 – 11 Uhr war Ladies‘ Night im Woolshed – 5 Gläser Champagner pro Lady. Und dann haben wir getanzt und die Nacht genossen. Wundervoll.

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Offensichtlich eine klasse Nacht!

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Alice und Claudia.

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Ich inmitten der Mädels: Alice, Claudia und Moon.

Back on the Road – Cairns Lagoon

Strand mit allem Drum und Dran gehört genauso zum Australian Lifestyle wie BBQs und „Yeah, mate!“ Wenn also das Meer voller giftiger Quallen oder kein ordentlicher Strand vorhanden ist, wird einfach kurzerhand ein Pool gebaut, der von allen, Einheimischen genauso wie Touristen, genutzt wird, sobald es über 15°C warm ist.
So einen Pool gab es auch in Cairns, genannt „Lagoon“, und dort habe ich einen Großteil meiner Nachmittage verbracht, mal alleine und nur mit meinem Buch als Gesellschaft, mal mit meinen Mädels aus dem Hostel. Ganz besonders gut hab ich mich mit Alice verstanden, die Französin, die als letzte Tauschpartnerin in unser Zimmer gezogen ist. An meinem vorletzten Nachmittag haben wir uns gemeinsam auf den Sand gefläzt und die Sonne genossen. Während ich meine kaum noch vorhandene Bräune erfolgreich aufgefrischt habe, ist Alice kein Stück brauner geworden. Unglaublich. Schön war es trotzdem 🙂

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Sand, Pool, Meer – so müssen Ferien sein.

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Blaues Wasser, Sonne … hach! 🙂

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Sogar Palmen gibt’s für echtes Südseefeeling

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Strand!

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Fisch, Fisch, Fisch!

Back on the Road – Cairns Botanical Gardens

Auf meiner Liste für Cairns standen unter anderem die „Flecker Botanical Gardens“ – und wieso weiß ich echt nicht. Jeder, und ich wiederhole: jeder botanische Garten in Australien sieht gleich unspektakulär aus. Die sehen nicht anders aus als ein ganz normaler Wald / Park, aber ich lasse mich immer wieder über’s Ohr hauen von meinem Reiseführer, wenn er mir erzählt, wie „wonderful“ oder „spectacular“ besagter Garten doch sei. Diesmal haben Claudia und ich Bustickets erworben und sind 15 Minuten aus der Stadtmitte gefahren, um uns das Grünzeug anzugucken. Groß waren die Botanical Gardens auf jeden Fall und es war auch ganz nett, darin herumzulaufen, aber wirklich überwältigt war ich nicht, obwohl schöne Fotos dabei herumgekommen sind:

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Willkommen! (Das graue Zeugs im Hintergrund … ja, es ist ein Spinnennetz)

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Dieser Weg … *summ*

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Blick in den Himmel

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Große Spinne, in die ich fast reingelaufen wäre … urgh.

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Hier ranken sich ganz oft die Wurzeln kleinerer Bäume um die Stämme älterer Bäume. Verwunschen!

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Ich trage im Winter ein Kleid – unglaublich, aber wahr.

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Farbtupfer!

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Kleine Pause gefällig?

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Der Besuch der Botanischen Gärten wurde von einem entspannten Nachmittag an der Lagoon, einem eintrittsfreien Pool direkt am Meer, gefolgt. Sonne tanken und kaum noch vorhandene Bräune auffrischen – das Leben ist schön!