Sonnenspaziergänge

Hallo liebe Lebensmaler,

im Winter kann es schnell passieren, dass sich meine Laune dem Wetter anpasst: grau in grau – kein schönes Gefühl! Als gestern endlich mal die Sonne ihre goldenen Strahlen Richtung Erde schickte, habe ich die Chance ergriffen und einen Spaziergang unternommen. Die Sonne schien, es war im Vergleich zu vorher warm und bunt draußen, die Menschen lächelten und das Beste: es roch nach Frühling! Oh, wie ich diesen Geruch liebe. Ich habe mich auf einer Bank niedergelassen und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen – die allerbeste Medizin gegen das graue Gefühl. Hier jetzt auch ein bißchen für euch – rezeptfrei und kostenlos und mit wunderbaren Nebenwirkungen! :)

Aus dem Mund von … Justin Bieber ft. Big Sean

Die Meinung zu Justin Bieber sind ja bekanntlich geteilt – die einen lieben ihn, die anderen können nur noch den Kopf schütteln. Ich tue beides: ich mag seine Musik zum Großteil, verdrehe aber auch regelmäßig die Augen, wenn ich mal wieder Artikel über ihn in der Boulevardpresse erspähe. Nicht wegzudiskutieren ist aber sein großer Erfolg, unter anderem an den vielen, vielen Top 10 Hits in der ganzen Welt zu erkennen. Böse Zungen behaupten, es sei Mainstreammusik – aber auch im Mainstream-Heu finden sich schöne Text-Stecknadeln. Man muss nur genau genug suchen.

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Aus dem Mund von … Dido

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Auckland Skyline New Zealand – selbst geschossen 2011

Ich denke in letzter Zeit wieder viel an meine Reisen – zum Einen, weil gerade wieder Flut ist in meinen Sehnsuchtsgezeiten, zum Anderen, weil ich den aberwitzigen Entschluss gefasst habe, nach Abschluss der Ausbildung wieder meinen Rucksack zu packen. Aberwitzig deshalb, weil ich ja eigentlich was ganz anderes tun wollte, außerdem gerade in meine Wohnung eingezogen bin und natürlich momentan eigentlich keine Zeit habe, irgendetwas anderes zu planen als meine ganzen schulischen Abgabetermine einzuhalten. Aber dennoch – in meinem Kopf spukt die Idee herum und klimpert mit ihren Geisterketten – ich kann sie nicht einfangen, genauso wenig, wie sich Gespenster einfangen lassen. Man kann nichts gegen sie tun, sie vielleicht auch nicht immer sehen, aber sie sind da. Wenn ich im Sommer fertig bin mit der Ausbildung, dann bin ich fast 3 Jahre in Deutschland geblieben – ziemlich lange. Es war ja auch eine schöne Zeit, sie ist schnell rumgegangen … aber es reicht. Ich fühle mich irgendwie eingeengt, alles ist zu grau trotz meiner Bemühungen und ich merke, dass ich einfach nicht mehr glücklich bin.

And I know that I can get on a plane and fly away from the road where the cars never stop going through the night to a life where I can watch the sunset and take my time, take all my time.  ♪♫♪♫

Und obwohl ich nichts plane und selbst noch wenig weiß von dem, was ich vorhabe, erhellt diese Idee meine Gedanken und meine Tage und wirkt als Motivation. Licht am Ende des Tunnels, ein Sonnenuntergang, “nur” eine Flugreise entfernt. Ich kann es nicht erwarten.

Aus dem Mund … der Killerpilze

killerpilze

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Ja, lacht ruhig – die Killerpilze gibt’s schon gar nicht mehr und sie waren berühmt, wenn man das überhaupt so nennen möchte, als ich noch die Bravo gelesen habe – Ewigkeiten her also. Dieses eine Lied jedoch habe ich erst vor ein paar Jahren entdeckt, glaube ich. Ich finde es auf jeden Fall ziemlich schön und überraschend reif für eine “Teenieband”. Es handelt vom Auf und Ab einer Beziehung, von Regen- oder Winterphasen, in denen trotzdem die Hoffnung auf die Sonne und einen folgenden Sommer nicht stirbt. Davon, dass Arbeit und Herz in die Beziehung gesteckt werden muss, gerade am Anfang, wenn die erste Faszination und die Begierde einer Alltäglichkeit zu weichen droht, die irgendwann das sichere Aus für die Zweisamkeit bedeutet. Davon, dass man sich nochmal zusammen hinsetzt, darüber redet, was passiert ist und nachdenkt, was man in der Zukunft besser machen kann, damit der Winter weder ewig lang noch bitterkalt wird. Dass man reden muss, um es zu schaffen.

In letzter Zeit ist bei mir in puncto Beziehung einiges schief gegangen. Mal wieder. Dabei hat es sich lange gezogen, das Kennenlernen, die Gespräche, das Akzeptieren, dass er es anscheinend wohl tatsächlich ernst meint. Das hat, glaube ich, am längsten gedauert. Und als ich es dann endlich geglaubt habe und mich getraut habe, dieses Verliebtsein anzunehmen, fing er an, komisch zu werden. Meldete sich weniger, wurde einsilbig, irgendwann hörte ich gar nichts mehr von ihm. Ein Schlag in die Magenkuhle.

Bis ich dann plötzlich doch wieder etwas von ihm hörte, er sich entschuldigte, alles erklärte und sich wirklich Mühe gab, es wieder gut zu machen. Und weil ich ihn mochte und ihm glauben wollte und vor allem nicht glauben wollte, dass er doch nicht die Person war, mit der ich fast ein ganzes Jahr “verbracht” hatte … gab ich ihm Chancen. Nicht eine, nicht zwei … bestimmt bewegen wir uns im zweistelligen Chancen-bereich. Unglaublich, aber wahr. Wenn ich jemanden mag, sehr gerne mag (und er war schon ziemlich besonders), dann kann ich eine Menge ertragen, bis ich an den Punkt komme, an dem es dann reicht. Und selbst dann spreche ich an, dass dies der Moment ist, in dem es sich entscheidet: go big or go home.

Dieser Punkt kam zwischen Weihnachten und Neujahr – und was soll ich sagen? Es tat gut, den Ballast nicht mit ins neue Jahr nehmen zu müssen. Ich weiß nicht, was er jetzt macht, mit wem oder wo, ich weiß nicht, ob alles, was gewesen ist, gelogen war oder ernst gemeint, denn er hat sich nicht mal die Mühe gemacht, mit mir zu sprechen, sondern hat sich sang- und klanglos einfach nicht gemeldet. Auch schön.

So beschissen ich das auch finde, so gut tut es mir, mich nicht mehr damit belasten zu müssen. Es gibt diesen einen Spruch, den ich unglaublich zutreffend finde:

We me for a reason. Either you’re a blessing or a lesson.

Und ich glaube, dass dieser Mann eine Lektion war. Eine sehr gute und eine, die ich gebraucht habe. Denn wenn ich im Leben und in meiner Ausbildung eines lerne: Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden und an und aus ihnen zu lernen. Und dementsprechend ist die Lektion auch gleichzeitig ein Segen.

Warum ich euch diese Geschichte in Zusammenhang mit dem Songtext erzähle? Weil ich finde, dass man sich in jeglichen schwierigen Situationen (nicht nur in Beziehungen) daran erinnern sollte, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, um zum Ziel zu kommen als die Offensichtliche. Dass man darüber nachdenken sollte, wie weit man seinen eigenen Weg verlassen kann, um dem anderen entgegenzukommen, ohne plötzlich an einem ganz anderen als dem gewünschten Ziel anzukommen. Und ich finde, es ist so wichtig, sich daran zu erinnen, dass auch ausweglose, graue, triste Situationen nur das sind, was man selbst aus ihnen macht. Wenn man plötzlich die Welt um 180 Grad dreht und einen Eimer Farbe draufkippt, geht es eigentlich. Es ist wichtig, zu hinterfragen, ob wirklich alles so sein muss, wie es (vorgeschrieben) ist oder ob man die Macht hat, tatsächlich etwas zu verändern?

Warum also als begossener Pudel dastehen und das Leben auf sich regnen lassen, wenn man genauso gut mitten hineinspringen und schwimmen kann? Nass wird man ja sowieso, da kann man ruhig dafür sorgen, dass es wenigstens angenehm oder so angenehm wie möglich ist. Ich hoffe, auch euch gelingt es, über Trennungen und evtl. gebrochene Herzen hinwegzukommen, Ballast abzuwerfen und im Leben das Bunte, Schöne, Leuchtende zu sehen – bzw. selbst zu erschaffen.

Vielleicht habt ihr Lust, auch ein bißchen aus dem Nähkästchen zu plaudern?

angelsandairwaves

Müdigkeit und ein Geschenk

Hallo liebe Lebensmaler,

ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber irgendwie ist diese Woche an mir vorbeigeflossen. Ich konnte wieder zur Arbeit gehen, aber jetzt hat es alle Kollegen erwischt, die in meiner Gruppe arbeiten, sodass ich mit Kollegen aus anderen Gruppen zusammengearbeitet habe und es weiterhin schwierig blieb, die Struktur und auch die Kinder meiner Gruppe kennenzulernen und einzuschätzen. Zudem schlafe ich schlecht und bin dementsprechend groggy, wenn der Wecker morgens klingelt. Trotzdem macht mir die Arbeit Spaß, auch wenn es mir noch ein bißchen schwer fällt, auf Kindergartenniveau zu wechseln, da ich bis jetzt ja nur in der Krippe und in der Jugendarbeit gewesen bin. Aber die Kids sind super, haben mich toll aufgenommen und zaubern mir eigentlich jeden Tag ein Lächeln auf’s Gesicht, egal ob durch einen netten Kommentar, eine witzige Beschreibung oder eine “total logische” Erklärung:

Ich leihe einem Jungen meinen Papageien-Ohrring zum Spielen. Meine Bitte an ihn: “Nicht weggeben und vorsichtig spielen”. 5 Minuten später kommt er zu mir, Haken in der einen, Anhänger in der anderen Hand – mit großen, besorgten Augen.

Junge: “Katharina? Guck mal, kannst du das heile machen?”
Ich: “Och, ich hatte dich doch gebeten, vorsichtig damit zu sein und ihn nicht kaputt zu machen.”
Junge: “Er ist ja auch nicht kaputt, du musst ihn nur wieder heile machen.”

Und mit solch wundervoller Kinderlogik, spannenden Geschichten und vielen Umarmungen vergehen meine Arbeitstage. Ich hab jetzt auch schon eine Idee für das Projekt und werde mich jetzt im Anschluss an diesen Post durch Fachbücher wälzen (müssen). Den heutigen Tag hab ich auch eher durch einen Schleier erlebt, da ich einen Nachtdienst hatte in der Kinder-und Jugendhilfeeinrichtung, in der ich ja nebenbei noch arbeite und wir am Nachmittag eine Inobhutnahme hatten – also einen neuen Jugendlichen aufgenommen haben. Alle waren dementsprechend aufgekratzt und ich hatte einen Monat Urlaub, sodass ich neben dem Kennenlernen des neuen Jugendlichen erstmal wieder auf den neuesten Stand gebracht werden musste – also Schlafenszeit erst kurz vor Mitternacht. Ich habe wieder schlecht geschlafen, sodass ich heute morgen einfach wie durch den Wolf gedreht gewirkt haben muss.

Die Jungs haben sich dann aber liebevoll gekümmert, für mich den Tisch mitgedeckt, mich in eine Decke gewickelt und sogar angeboten, mir Suppe zu kochen. Hach, ein bißchen umsorgt zu werden ist echt Balsam für die Seele. Und das Lachen mit ihnen auch. In solchen Momenten bin ich mir dann plötzlich wieder sicher, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Es ist schon ein Geschenk, das immer wieder klar sehen zu können.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! <3

Winterwunderland

Nachdem ich heute endlich meine Hausarbeit über das Asylverfahren in Deutschland fertiggestellt habe, zog es mich hinaus ins Weiß des Spätnachmittags. Mit Strumpfhose unter der Jeans und in 3 weitere Paar Socken, in 3 Oberteile plus Mantel, Schal, Mütze und 2 Paar Handschuhe verpackt schlüpfte ich in meine Winterstiefel und zog los. Ich musste auch gar nicht weit gehen, bis ich das erste Motiv entdeckte. Eine Omi im Fenster eines alten Hauses in der Altstadt – hier in der “Großstadt” finde ich das plötzlich unglaublich liebenswert, wenn eine Oma die Nase ans Fenster drückt. Sie sah genauso faltig aus wie das Haus schief war und es rührte mich irgendwie.

Ich zog also durch die Altstadt (vorbei am Café im Torhaus, das nun auch nur noch 5 Minuten entfernt ist von mir) in Richtung “Kehrwiederwall-Wald”. Dort erwartete mich ein Winterwunderland, inmitten dessen gerade von anderen Menschen meines Alters ein Schneemann zum Leben erweckt wurde. Dann schlitterte ich einen steilen, nicht gestreuten Pfad zum See hinunter und schlenderte einmal drumherum. Verzaubert lag alles vor mir und ich musste daran denken, wie wir, als meine Schwester und ich noch klein waren, immer bei uns im Dorf auf dem Teich im Park Schlittschuh gelaufen sind – nicht in einer Eishalle. Solche Erinnerungen verblassen mit der Zeit und ich habe mich gefreut, gedanklich eine kleine Zeitreise unternehmen zu dürfen. Ich kam auch noch an einem Hang vorbei, an dem anscheinend Hildesheims Kinder Schlitten fahren – das Gekreische erinnerte mich an meine eigenen rasanten Schlittenrennen und ich musste lächeln. Beim Gang um den See starb mein Handy leider am Kältetod und so konnte ich viele weitere schöne Momente nicht mit dem Handy, sondern “nur” mit den Augen einfangen. Es war so schön da draußen, ruhig und lebhaft zugleich und durch die Kälte kann ich die Wärme meiner Wohnung jetzt wirklich schätzen.

Eigentlich war ich früher nie ein Wintermensch, habe ich zumindest immer behauptet. Aber jetzt, wenn ich mich dick einpacke und es schneit, dann bin ich vollkommen verzaubert und versöhnt mit der Kälte. Sie lohnt sich dann meiner Ansicht nach – der Schnee macht alles gut. Ich hab den Nachmittag richtig genossen. Wie sieht es mit euch aus? Bleibt ihr drinnen oder wagt ihr euch auch mal raus, wenn es friert? Was sind eure liebsten Erinnerungen an den Winter? Oder könnt ihr es nicht erwarten, bis es endlich Frühling wird?

Jason Mraz – 93 million miles

 

Einen Teil dieses Songtextes habe ich schon mal hier gepostet, aber leider gehen mir die wundervollen Lieder doch immer wieder verloren und ich freue mich, wenn ich sie wiederfinde. Und ich wollte dieses mit euch teilen. Jason Mraz’ Lieder sind so leicht und sommerlich und schön und irgendwie erscheint durch sie alles simpler, als es ist.  Und natürlich schüren sie bei mir das Fernweh. Ich sende euch also hiermit etwas Sommer, Leichtigkeit und ein Entrinnen von den eisigen Temperaturen da draußen!