Aus dem Mund von … Bushido

budshido

Liebe Lebensmaler,

ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein Lied von Bushido ehrlich gut finden würde. Durch meine Recherchen für mein Projekt zum Thema Mobbing bin ich auf einen seiner Songs gestoßen. “Alles wird gut” ist ziemlich krass, aber auch ziemlich gut, gerade, was den Text angeht. Ich finde, dass es Bushido gelungen ist, eine sehr authentische Mischung aus Wut, Verletzlichkeit und Zielstrebigkeit in seinem Song auszudrücken. Er beschreibt die harte, traurige Wirklichkeit, die meiner Meinung nach viele verletzte und ausgeschlossene, aber auch “normale” Jugendliche bis zu einem gewissen Grad erleben und fühlen. Er benennt schonungslos, wie die Realität für manche Kinder und Jugendliche aussieht, aber spricht auf seine raue Weise Mut zu und bestärkt die Betroffenen, nicht aufzugeben und an sich zu glauben. So offenbart  Bushido ja auch irgendwie ein Stück von sich selbst, denn ich denke nicht, dass es jemandem gelingt, so einfühlsam und punktgenau Gefühle zu benennen, ohne dass er weiß, wovon er spricht. Respekt von mir – und was denkt ihr?

Aus dem Mund von … Rosenstolz

Hallo liebe Lebensmaler,

ich bin in letzter Zeit so viel beschäftigt! Ich bin nicht mehr in der Schule, sondern in der Praxis. Ich arbeite jetzt jeden Tag in einer Wohngruppe einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung und erfahre, wie sich die bewegte Realität von den glatten Beschreibungen der Fachbücher unterscheidet. Ich fühle mich sehr wohl dort, wo ich arbeite, aber es ist nicht so, dass ich die Füße hochlegen kann – das ganz sicher nicht, denn ich muss natürlich ein Projekt erdenken, planen, durchführen und auswerten, mir alles mögliche theoretische Wissen anlesen und mündlich in einem Fachgespräch reproduzieren und natürlich den Alltag verstehen, die Kollegen unterstützen und für die Kinder und Jugendlichen Ansprechpartner, aber auch Vorbild und manchmal auch nervige, meckernde Elternvertretung sein. Das klingt nach ziemlich krassen Spagat und oft ist es das auch.

Erwähnte ich schon, dass ich mich wohl fühle? Was stressig klingt, ist für mich Leben und Entwicklung, Ausprobieren und Wachsen. Es ist lebending und bunt und aufregend und ungemein wundervoll. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfüllt mich einfach total und obwohl ich manchmal traurig bin, dass ich ihr Leben nicht wieder “heile machen” kann, sind da diese Augenblicke … wenn mich ein Jugendlicher umarmt und sagt, er mag mich, wenn Englisch und Mathe plötzlich Spaß machen, wenn mir ein Kuss auf die Wange gedrückt wird, wenn ich “Ersatzmami” genannt werde, wenn 4 Kinder an meinen Beinen hängen und alle etwas von mir wollen, wenn ich über Roller fachsimpele und eigentlich keine Ahnung habe davon, wenn ich mich mit Haarlack als Friseurin austoben darf und ein glückliches Lachen ernte …

Ich freue mich auf die Arbeit und bin dankbar und glücklich, einen Beruf gefunden zu haben, der mich morgens aufstehen und lächeln lässt. Ich bekomme so viel zurück an einfachen, aber trotzdem unbezahlbaren Gesten und das ist einfach wundervoll. Und genau dieses Gefühl drückt der Song “Gib mir Sonne” von Rosenstolz aus, dieses Überquellen von Freude und ein Umarmen-Wollen der ganzen Welt.

rosenstolz4P.S. Versteht mich nicht falsch – der Alltag ist KEIN Zuckerschlecken und die Fetzen fliegen des Öfteren. Es ist keine rosa Wattekissenwelt, in der alles läuft und nichts schiefgeht. Es ist anstrengend und schwierig, alle Bedürfnisse zu erspüren und ihnen gerecht zu werden ist noch viel unmöglicher. Aber dennoch … diese Momente machen alles wieder gut.

Flüssiges Gold

“There’s a sunrise and a sunset every single day, and they’re absolutely free. Don’t miss so many of them.”
– Jo Walton –

Isn’t this most amazing? Taking a walk at dusk I was rewarded with these views and I was stunned. Those lively colours took my breath away and the black delicateness of the branches and leaves against the luminescent sky made the scene look like a painting that took hours and hours to complete. This work of art can be marveled at every single day at twilight and I wish I took more time to take in the beauty of nature. It has a wonderful calming effect and demonstrates how the truly good things in life are free. Who could you take to see the sunset tomorrow? Who would you like to share this with?

Aus dem Mund von … Kina Grannis

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*  *  *

Strong enough ist das allererste Lied, das ich von Kina Grannis gehört habe und es ist bis heute eines meiner Lieblingslieder.

“Es reicht nicht, meine Hand zu berühren und das Liebe zu nennen, wenn du sie nicht festhalten kannst heute nacht, wenn du nicht stark genug bist.”

Nein zu sagen zu einem Brocken Liebe, den man jetzt in diesem Moment vielleicht braucht und sich wünscht, ist schwierig, aber unendlich wichtig, wenn man auf lange Sicht einem Herzschmerz aus dem Weg gehen möchte. Es ist nicht einfach, weder für die gebende noch die empfangende Person, zu verstehen, was gerade passiert und warum und welche Folgen dies mit sich bringt. Ich kann mich so sehr in den Text einfühlen und bin beeindruckt, wie gut Kina Gefühle auf den Punkt bringen kann.

★ Geschichten von meinem Opa

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Mein Opa hört fast überhaupt kein Radio, nur zu Nachrichtenzeiten schaltet er das Gerät ein, um es dann sofort auszuschalten, wenn der Nachrichten-Ende-Jingle ertönt. Manchmal lass ich es aber laufen, weil ich Lieder schön finde oder sie sich wunderbar für ein kleines Abwaschbürstensolo eignen. So auch neulich: “Want You Back For Good” – der alte Klassiker von Take That.

Take That + Ich: “Whatever I said, whatever I did – I didn’t mean it,  I just want you back for good! (want you back, want you back) I want you back for good!”

Opa: “Mach das aus! Dass die da auch noch Geld für kriegen für ihre Jaulerei!”

(★ Das ist eine meiner liebsten Opa-Geschichten.)

Geschichten von meinem Opa

Mein Opa und ich albern manchmal herum: wenn ich zum Kaffeetrinken durch die Tür komme, tue ich oft so, als sei ich eine Verkäuferin oder Vertreterin. Heute hat mein Opa herrlich mitgespielt.

Ich: “Guten Tag, guten Tag.”SDC10236 - Kopie
Opa: “Hallo.”
*wir schütteln uns ganz förmlich die Hände*
Ich: “Kann ich Ihnen einen Staubsauger verkaufen, mein Herr?”
Opa: “Ja, aber einen, der nix kostet!”

:)

DIY – Komplimente

Eine meiner besten Freundinnen hatte neulich Geburtstag und da ich ja bekanntlich ein Fan der persönlichen Note bin, habe ich mir den Kopf zerbrochen, was ich ihr schenken könnte. Wir haben schon so einiges zusammen er- und vor allem überlebt und uns in letzter Zeit öfter sehen können, da wir wieder in der Nähe von einander leben. Vor allem gebruncht und gefilmnachtet haben wir und dabei viel Spaß gehabt. Ich wollte ihr zu ihrem Geburtstag nochmal danken, dass sie eine so wundervolle Konstante in meinem Leben ist und habe mir darum überlegt, anlehnend an die Filmnächte einen kleinen “Film” zu drehen.

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Ihr braucht:

starke Pappe (schwarz oder hell), weißes Papier
Bleistift, Buntstifte, Fineliner / Kulis …
Lineal, Radiergummi, (Nagel-)Schere , Zirkel
leere Kaugummidose, ein ganz bißchen Pattafix

Tesafilm und Paketband
doppelseitiges Klebeband ODER Heißklebepistole

Und so geht’s:

Auf die dicke Pappe malt ihr mithilfe des Zirkels 2 große Kreise und ein kleines “Fensterchen” und schneidet alles aus. Die Kreise könnt ihr erstmal beiseite legen. Ihr schneidet das weiße Papier in ca. 6cm breite Streifen und klebt sie mit Tesafilm aneinander zu einem ganz langen Filmstreifen (Achtung, auf der Seite kleben, auf der ihr nicht malen wollt!). Dann malt ihr mithilfe des Bleistifts die Umrisse des Pappfensterchens auf den Filmstreifen. Die Fenster füllt ihr dann mit Komplimenten, Erinnerungen, witzigen Sprüchen und evtl. kleinen Bildern. Wie ihr in den Film startet (mit einer kleinen Einleitung oder sonstigen Einführungen), bleibt euch überlassen. Wenn ihr mit allem fertig seid, malt ihr die Umrandungen mit schwarzem Stift aus. Macht dies wirklich erst am Ende, da ihr sonst nachher Abdrücke auf der Haut habt und evtl. Farbe in die Fensterchen wischt – ärgerlich! Das Ende eures Filmchens befestigt ihr mit Tesafilm in der Mitte der leeren Kaugummidose (Pfeil). Ich habe noch einen Abspann mit “Credits go to …” und einer weiteren persönlichen Nachricht angefügt. Dann rollt ihr den Film auf und befestigt ihn mit Pattafix, sodass er sich nicht von alleine “abspielt”.

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Jetzt malt ihr die Kreise mit schwarzem Stift an (wenn ihr schwarze, stabile Pappe hattet, habt ihr Glück! :) ). Ich habe noch je einen Kreis aus weißem Papier aufgeklebt und mit Namen des Films (“International Bestseller 2015 – All about Elo”) versehen. Dann habe ich sie mit Paketband umklebt, sodass es keine rußigen Finger gibt, beim Anfassen und sie im allgemeinen nicht so schnell auslabbern. Ich hatte kein doppelseitiges Klebeband, sodass ich die beiden Kreise mit Heißkleber an Deckel und Boden angebracht habe. Letztendlich habe ich die Kaugummidose noch mit Popcorn-Mais befüllt, da wir an unseren Filmabenden immer selbst Popcorn gemacht haben. Ihr könnt natürlich Süßigkeiten oder etwas ganz anderes hineinfüllen, wie ihr mögt. Den Popcorn-Mais gibt’s bei Edeka, nur als Tipp – super für Filmabende daheim, kinderleicht und 100x günstiger.

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Diese Idee eignet sich für ganz viele Gelegenheiten und ihr könnt die Größe und den “Filminhalt” natürlich variieren. Ihr könnt Klopapierrollen, Küchenrollenrollen, Paketbandrollen verwenden … was immer euch in die Hände fällt. Ihr könnt mit 10×15-Fotos arbeiten oder kleinen Automatenfotos, Stickern, Emoticons … Vielleicht kann man ja sogar für prüfungsgeplagte Freunde ein kleines “Lernfilmchen” drehen mit allen wichtigen Formeln oder Merksätzen, und die Dose mit Studentenfutter füllen? Ich kann mir zum Beispiel auch gut vorstellen, so eine Filmrolle zum 18. Geburtstag zu verschenken mit einem finanziellen Beitrag in der Dose, oder zum Hochzeitstag, vielleicht auch zum Mutter- oder Vatertag mit “Gutschein”-Filmchen und Süßigkeiten gefüllt. Wer computertechnisch fit ist, kann auch digital alles aufschreiben und ausdrucken. Die Möglichkeiten sind endlos. Was haltet ihr davon?

Viel Spaß beim Nachbasteln! :)

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